Die Inflation steigt: Diese ETFs profitieren

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Angesichts der Corona-Pandemie gehen Experten von einer Inflation aus. Die Preise steigen, wie in einigen Branchen bereits erkennbar ist. Aktionäre profitieren von steigenden Kursen und Dividenden. Du kannst auch in einen ETF investieren, der mit einem aktiven Inflationsschutz ausgestattet ist.

Die Inflation steigt: Diese ETFs profitieren

Warum ist die Inflation so gefürchtet?

Die Inflation gibt es natürlich nicht erst seit der Corona-Pandemie. Die Inflationsrate lag in Deutschland vor 30 Jahren bei gut 5 Prozent. Sie liegt seitdem darunter und betrug 2020 lediglich 0,5 Prozent. Trotz aller Bemühungen der EZB gelang es nicht, die Inflation auf einem gesunden Niveau von 2% zu halten. Nun, erstmalig seit Corona steigt die Inflation wieder. Die Kaufkraft sinkt, da das Geld an Wert verliert. Im Geldbeutel ist das spürbar, da für das verfügbare Geld deutlich weniger gekauft werden kann.

Entwicklung Reallöhne und Inflation in Deutschland
Entwicklung Reallöhne und Inflation in Deutschland bis 2015

Nach der Corona-Pandemie sind Experten von einer Inflation überzeugt. In der Reisebranche und bei Luftfahrtanbietern zeichnen sich schon erste Preissteigerungen ab. Auch bei Kreuzfahrten sind erhöhte Preise zu erwarten.  Nach der Pandemie steht der steigenden Nachfrage ein begrenztes Angebot gegenüber. Das sorgt für steigende Preise, auch wenn viele Anbieter nicht durch die Krise kommen. Um den Konsum anzuregen, haben die Regierungen nicht nur in Deutschland und Europa, sondern auch in den USA verschiedene Hilfspakete für die Bevölkerung geschnürt. Die Inflation wird dadurch zusätzlich angetrieben, da die Preise künstlich erhöht werden. Einige Experten rechnen in den USA im ersten Halbjahr mit zweistelligen Inflationsraten, während sie im Euroraum bei mehr als 5 Prozent liegen könnten.

Steigerung des Verbraucherpreisindexes gegenüber dem Vorjahresmonat

Steigerung des Verbraucherpreisindexes gegenüber dem Vorjahresmonat:

  • Januar 2021: 1,0 %
  • Februar 2021: 1,3 %
  • März 2021: 1,7 %
  • April 2021: 2,0 %

Warum kannst Du Dich mit einem ETF gegen die drohende Inflation absichern?

Ein ETF ist eine gute Geldanlage in Krisenzeiten, da er eine gute Risikostreuung bietet und eine deutlich höhere Rendite verspricht als eine sichere Geldanlage wie Festgeld oder Tagesgeld. Zu empfehlen ist ein ETF auf Aktien, da er eine bessere Streuung als Einzelaktien gewährleistet. Aktien zählen zu den Sachwerten, deren Wert sich parallel zur Inflation entwickelt. Von dieser Entwicklung können Aktionäre mit steigenden Kursen und Dividenden profitieren. Das gelingt auch bei der Investition in einen ETF.

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Ist Dir Sicherheit wichtig und möchtest Du Dich explizit gegen die Inflation absichern, kannst Du in einen inflationsgeschützten ETF investieren. Er enthält keine Aktien, sondern Anleihen.

Was zeichnet inflationsgeschützte ETFs aus?

Es gibt inzwischen inflationsgeschützte ETFs von verschiedenen Anbietern, die in Deutschland handelbar sind. Diese ETFs enthalten Staatsanleihen und werden auf verschiedene Indizes aufgelegt. Die Anleihen zahlen einen festen Zins, der als Kupon bezeichnet wird, und eine variable Komponente, die sich an einem Verbraucherindex orientiert. Diese als "Linker" bezeichneten Anleihen bieten bei niedrigen Zinsen am Rentenmarkt und steigenden Inflationserwartungen eine gute Performance.

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Mit einem ETF auf inflationsgeschützte Anleihen kannst Du Dein Portfolio gegen einen Preisanstieg absichern. Steigt der Verbraucherindex, führt das zu steigenden Erträgen. Solche ETFs bieten nicht nur eine gute Inflationsabsicherung, sondern sie können während einer Inflation auch die Rendite in die Höhe treiben.

War das Angebot an inflationsgeschützten ETFs vor einiger Zeit noch außerordentlich gering, so kannst Du inzwischen bereits in eine ganze Reihe solcher inflationsgeschützter ETFs investieren.

Welche Anleihen sind in inflationsgeschützten ETFs enthalten?

Investierst Du in einen inflationsgeschützten ETF, so enthält er gleich eine ganze Reihe inflationsgeschützter Anleihen. Solche Anleihen werden zumeist von der Regierung eines Staates ausgegeben. Zumeist garantieren die inflationsindizierten Anleihen eine Kapitalrückzahlung von mindestens 100 Prozent. Ausnahmen bilden Kanada, Japan und Großbritannien, da Anleger vor längeren Perioden der Deflation geschützt werden.

Meistens werden die inflationsgeschützten Staatsanleihen mit festverzinslichen Staatsanleihen mit ähnlicher Fälligkeit verglichen. Bei diesen festverzinslichen Staatsanleihen wird der Ertrag als nominale Rendite bezeichnet. Kuponzahlungen und Kapitalsumme steigen nicht aufgrund der Inflation, die sich negativ auf die Rendite auswirkt. Da die Kaufkraft des Zinskupons und der Rückzahlungsbetrag während der Anlagedauer durch die Inflation geschmälert werden, nimmt die reale Rendite ab. Im Gegensatz dazu bleiben bei den inflationsgeschützten Anleihen die Erträge inflationsbereinigt stabil. Trotz der Geldentwertung können Anleger von stabilen oder steigenden Erträgen profitieren.

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Gibt es Risiken bei inflationsgeschützten ETFs?

Mit einem inflationsgeschützten ETF kannst Du Dich zwar gegen eine Inflation absichern, doch bevor Du investierst, sollten auch die Risiken solcher ETFs näher beleuchtet werden. Die wichtigsten Risiken, die Du nicht unterschätzen solltest, sind das Zinsänderungsrisiko und das Kreditausfallrisiko. Während der Laufzeit der Anleihen können sich die Zinsen ändern. Steigen die Zinsen, würde die inflationsgeschützte Anleihe gegenüber später ausgegebenen Anleihen, die nicht inflationsgeschützt sind, unattraktiver werden, da der Kurs sinken würde. Das Zinsänderungsrisiko einer Anleihe wird umso größer, je länger die Laufzeit ist.

Das Kreditrisiko besteht darin, dass eine Regierung nicht in der Lage oder bereit ist, ihren Kreditverpflichtungen nachzukommen. Der Großteil der Kuponzahlungen wird bei den inflationsgeschützten Anleihen erst gegen Ende der Laufzeit versprochen. Das führt zu einer Verschiebung der durchschnittlichen Rückzahlung in Richtung Fälligkeitstermin. Gegenüber regulären Anleihen wird das Kreditausfallrisiko daher bei inflationsgeschützten Anleihen etwas höher. Bei den meisten Regierungen von Industrieländern gilt das Kreditausfallrisiko jedoch als niedrig.

Investieren in inflationsgeschützte ETFs - eine Übersicht

Es gibt gegenwärtig mehrere inflationsgeschützte ETFs, die in Deutschland gehandelt werden können. Sie basieren, so wie andere ETFs, auf einem entsprechenden Index. Die Übersicht informiert über die verschiedenen ETFs und deren Besonderheiten.

iShares Euro Inflation Linked Government Bond UCITS ETF, ISIN IE00B0M62X26, WKN A0HGV1

Dieser ETF bildet den Bloomberg Barclays Euro Government Inflation Linked Bond Index ab, der Zugang zu inflationsgeschützten Staatsanleihen aus der Eurozone bietet. Der Fonds wurde bereits am 18. November 2005 aufgelegt und hat mit 1.557 Millionen Euro schon ein beachtliches Fondsvermögen. Die Gesamtkostenquote liegt bei 0,25 Prozent.

Der Fonds enthält alle Anleihen in physischer Form, da er vollständig physisch repliziert. Mit nur 3,38 Prozent ist die Volatililtät außerordentlich gering. Du profitierst vom Zinseszinseffekt, da der Fonds thesaurierend ist. Die Kupons werden in Fondsvermögen reinvestiert. Der Fonds ist sparplanfähig.

Bevor Du investierst, lohnt sich ein Blick auf die Rendite, die sich mit aktuell 9,84 Prozent durchaus positiv entwickelt hat. Lediglich im Mai 2020 war kurzzeitig ein geringer Einbruch knapp unter Null zu verzeichnen.

Amundi ETF Euro Inflation UCITS ETF EUR (C), ISIN FR0010754127, WKN A0RNWD

Einen inflationsgeschützten ETF bietet mittlerweile auch Amundi an. Dieser Fonds bildet den iBoxx(R) EUR Inflation-Linked Index ab, mit dem Du Zugang zu den wichtigsten staatlichen inflationsgebundenen Anleihemärkten der Eurozone bekommst. Die Anleihen verfügen über ein Investment Grade Rating. Auch dieser Fonds ist nicht mehr neu, da er bereits im Juni 2009 aufgelegt wurde. Das Fondsvolumen liegt jedoch nur bei 129 Millionen Euro. Auch bei diesem Fonds erfolgt die Investition vollständig physisch.

Die Kupons werden auch bei diesem Fonds in Fondsvermögen reinvestiert, da er thesaurierend ist. Langfristig Vermögen aufbauen kannst Du auch bei diesem ETF mit einem Sparplan. Die Volatilität ist auch hier mit 3,35 Prozent nur äußerst gering. Mit einer Gesamtkostenquote von 0,16 Prozent ist dieser Fonds preiswert.

Du kannst auch mit diesem ETF von einer guten Entwicklung der Rendite profitieren. Die Rendite rutschte im Mai 2020 kurzzeitig knapp unter Null. Inzwischen liegt sie bei attraktiven 9,81 Prozent.

Lyxor EUR 2-10Y Inflation Expectations UCITS ETF - Acc, ISIN LU1390062245, WKN LYX0U6

Lyxor hat gleich mehrere inflationsgeschützte ETFs im Programm, die in Deutschland gehandelt werden können. Dieser Fonds bildet den iBoxx(R) EUR Breakeven Euro-Inflation France & Germany Index ab. Er enthält eine Long-Position in von Frankreich und Deutschland ausgegebenen inflationsindizierten Anleihen sowie eine Short-Position in französischen und deutschen Staatsanleihen mit angrenzenden Fälligkeiten.

Die Restlaufzeit liegt bei sieben bis zehn Jahren. Der sparplanfähige ETFrepliziert synthetisch, hat eine Gesamtkostenquote von 0,25 Prozent und ist thesaurierend, da die Kupons in Fondsvermögen reinvestiert werden. Die Volatilität liegt nur bei 2,06 Prozent. Der Fonds wurde im April 2016 aufgelegt und hat ein Volumen von 1.339 Millionen Euro.

Die Rendite hat sich im Vergleich zu den anderen beiden bereits vorgestellten ETFs weniger attraktiv entwickelt. Sie lag im Mai 2020 kurzzeitig geringfügig unter Null und näherte sich auch im November 2020 kurzzeitig der Nullmarke. Inzwischen liegt sie bei 4,60 Prozent.

Lyxor Euro Government Inflation Linked Bond (DR) UCITS ETF - Acc, ISIN LU1650491282, WKN LYX0XL

Basis dieses ETFs ist der Bloomberg Barclays Euro Government Inflation Linked Bond Index, mit dem Du Zugang zu inflationsgeschützten Staatsanleihen aus der Eurozone mit Investment Grade Rating hast. Der Fonds wurde im April 2005 aufgelegt und hat eine Gesamtkostenquote von 867 Millionen Euro.

Er ist sparplanfähig und reinvestiert die Kupons in Fondsvermögen. Die Replikation erfolgt vollständig physisch. Mit 0,09 Prozent ist die Gesamtkostenquote gering. Auch die Volatilität ist mit 3,39 Prozent nur niedrig.
Die Rendite hat sich gut entwickelt und liegt aktuell bei 9,95 Prozent.

Lyxor USD 10Y Inflation Expectations UCITS ETF - Acc, ISIN LU1390062831, WKN LYX0U5

Basisindex dieses ETFs ist der iBoxx(R) USD Breakeven 10-Year Inflation Index, der in Longpositionen in zehnjährige US-Treasury inflationsgeschützte Anleihen sowie in Shortpositionen in US-Treasuries mit angrenzender Laufzeit investiert. Die Restlaufzeit liegt bei mindestens zehn Jahren. Dieser ETF ist sparplanfähig und thesaurierend. Er repliziert synthetisch durch Swap. Die Gesamtkostenquote liegt bei 0,25 Prozent. Die Volatilität ist mit 6,89 Prozent etwas höher, aber immer noch unter dem Durchschnitt. Der Fonds wurde im April 2016 aufgelegt und hat ein Volumen von 330 Millionen Euro.

Weniger gut hat sich bei diesem ETF die Rendite entwickelt. Über einen längeren Zeitraum lag sie stark im negativen Bereich. Sie schaffte es im März 2021 kurzzeitig auf 2,81 Prozent, bevor sie wieder kurz ins Minus rutschte. Mit aktuell 1,17 Prozent ist sie zwar positiv, aber nicht gerade attraktiv.

Fazit: Absicherung vor der Inflation mit einem inflationsgeschützten ETF

Experten sagen angesichts der Corona-Pandemie eine Inflation voraus. Die Nachfrage steigt, während das Angebot begrenzt ist. Das führt zu steigenden Preisen und einer sinkenden Kaufkraft des Geldes. Ein ETF auf Aktien kann in Zeiten der Inflation von steigenden Kursen profitieren, doch ist er nicht inflationsgeschützt. Anders sieht es bei einem inflationsgeschützten ETFaus, der in Staatsanleihen investiert. Allerdings solltest Du das Zinsänderungsrisiko und das Kreditausfallrisiko beachten. Bei den Regierungen der Industrieländer ist das Kreditausfallrisiko jedoch nur gering. Inzwischen gibt es schon eine ganze Reihe solcher inflationsgeschützter ETFs, die sich größtenteils durch eine attraktive Entwicklung der Rendite auszeichnen.

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