Indexfonds: Mit kleinen Beträgen ein Vermögen aufbauen

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Indexfonds: Mit kleinen Beträgen ein Vermögen aufbauen

Die Möglichkeiten, Geld zu attraktiven Konditionen zu investieren, sind für Privat- und Kleinanleger heute vielfältiger geworden, aber die Auswahl der richtigen Anlageform bleibt entscheidend. Eine interessante Möglichkeit für Privatanleger, mit kleinen Beträgen langfristig ein Vermögen aufzubauen, ist, Indexfonds zu kaufen. Was ein Indexfonds ist, wie er sich von einem aktiv gemanagten Fonds unterscheidet und warum die Kosten dabei eine größere Rolle spielen als viele denken, zeigt der folgende Ratgeber.

Stand: Juni 2026.

Was sind Indexfonds?

Indexfonds sind eine spezielle Art von Investmentfonds, die die Wertentwicklung eines bestimmten Aktienindex wie den Deutschen Aktienindex DAX, den S&P 500 oder den Nikkei-Index nachbilden. Dazu kauft der Fonds die in einem Index enthaltenen Aktien oder eine repräsentative Auswahl dieser Aktien. Beispielsweise enthält ein Indexfonds DAX die Aktien der 40 im deutschen Aktienindex vertretenen Unternehmen (seit September 2021 wurde der DAX von 30 auf 40 Unternehmen erweitert). Weitere Beispiele für Indexfonds sind der MSCI World und der MSCI All Countries World.

Im MSCI World sind die Aktien der rund 1.500 weltweit größten Unternehmen aus 23 Industrieländern enthalten. Im MSCI All Countries World werden mehr als 2.500 Aktien von großen Unternehmen aus Industrie- und Schwellenländern wie China, Indien und Brasilien gebündelt. Ebenso können Privatanleger in nachhaltige Indizes investieren. In einem nachhaltigen Indexfonds sind die Aktien von Unternehmen enthalten, die nach festgelegten sozialen, ökologischen und Governance-Standards ausgewählt werden. Durch die breite Streuung ist das Risiko, mit einer einzelnen Aktie auf das falsche Pferd zu setzen, deutlich geringer als beim Kauf von Einzelwerten.

Ein Wort zur Rendite, ehrlich eingeordnet: Der MSCI World hat seit 1975 im Schnitt rund 7 bis 8 Prozent pro Jahr abgeworfen, je nach Berechnungsbasis und Betrachtungszeitraum auch etwas mehr. Das ist ein langfristiger Durchschnitt über Jahrzehnte, kein Versprechen für die nächsten zwölf Monate. Wer über einen Zeitraum von 15 Jahren breit gestreut investiert blieb, hat historisch noch keinen Verlust gemacht. Garantiert ist das aber nicht, und kurzfristig sind zwischenzeitliche Kursrückgänge von 30, 40 oder mehr Prozent jederzeit möglich.

Was sind ETFs?

ETF ist die Abkürzung für „Exchange Traded Funds", auf Deutsch „an der Börse gehandelte Fonds". Unter dieser Bezeichnung fallen alle Fonds, die an einer Börse gehandelt werden. Wenn ein Indexfonds DAX an der Börse gehandelt wird, dann handelt es sich um einen ETF. Die Bezeichnungen Indexfonds und ETF werden im Alltag häufig gleichbedeutend verwendet, auch wenn ein ETF streng genommen nur die börsengehandelte Variante eines Indexfonds ist. Neben Aktien kann ein ETF auch Anleihen oder andere Wertpapiere enthalten. Die Auswahl an ETFs ist in den letzten Jahren stark gewachsen. Allein an der Frankfurter Xetra-Börse werden mittlerweile rund 2.000 verschiedene ETFs gehandelt. Mehr dazu in den aktuellen Kurznachrichten.

Indexfonds vs. aktiv gemanagte Fonds: der entscheidende Unterschied

Der wichtigste Unterschied liegt nicht in der Verpackung, sondern in der Philosophie. Ein aktiv gemanagter Fonds beschäftigt ein Fondsmanagement, das gezielt Aktien auswählt, kauft und verkauft, mit dem Ziel, besser abzuschneiden als der Markt. Ein Indexfonds verfolgt dagegen einen passiven Ansatz: Er bildet einfach einen Index nach und versucht gar nicht erst, klüger zu sein als der Markt. Er will den Markt nicht schlagen, sondern ihn abbilden.

Das klingt auf den ersten Blick nach einem Nachteil für die passive Variante. Tatsächlich ist es umgekehrt. Die Daten der vielbeachteten SPIVA-Auswertung von S&P Dow Jones Indices, die regelmäßig misst, wie aktive Fonds gegen ihren Vergleichsindex abschneiden, zeichnen ein klares Bild: In der SPIVA-Europe-Auswertung zum Jahresende 2024 schnitten rund 91 Prozent der in Euro notierten globalen Aktienfonds über ein Jahr schlechter ab als ihr Vergleichsindex. Über zehn Jahre lagen sogar etwa 98 Prozent der globalen Aktienfonds hinter ihrer Benchmark zurück. Je länger der Betrachtungszeitraum, desto schwerer tun sich aktive Manager. Ausführlicher haben wir den Vergleich im Beitrag ETF oder aktiv gemanagter Fonds aufbereitet.

Der Hauptgrund ist unspektakulär, aber mächtig: die Kosten. Aktive Fonds müssen Research, Fondsmanager und höhere Handelsaktivität bezahlen, und diese Kosten gehen Jahr für Jahr von der Rendite ab. Ein kleiner Teil der aktiven Fonds schlägt den Index durchaus, aber zuverlässig im Voraus die richtigen herauszupicken, gelingt kaum jemandem.

Kosten: Warum die TER über Jahrzehnte den Unterschied macht

Die laufenden Kosten eines Fonds werden über die Gesamtkostenquote ausgedrückt, die TER (Total Expense Ratio). Hier liegt der vielleicht größte praktische Vorteil von Indexfonds:

MerkmalAktiv gemanagter FondsIndexfonds / ETF
Typische TER pro Jahrca. 1,5 – 2,0 %ca. 0,1 – 0,5 %
Ausgabeaufschlagoft bis zu 5 %in der Regel keiner
Zielden Markt schlagenden Markt abbilden
Schlägt langfristig den Indexnur eine kleine Minderheitliegt nahe am Index (minus geringer TER)

Was nach kleinen Prozentzahlen aussieht, summiert sich über die Jahre erheblich. Angenommen, zwei Fonds erzielen dieselbe Bruttorendite. Bei einem aktiven Fonds gehen jährlich rund 1,5 bis 2 Prozent für Gebühren ab, beim breiten Aktien-ETF oft nur 0,1 bis 0,2 Prozent. Über zwanzig oder dreißig Jahre kann dieser Unterschied dank Zinseszinseffekt mehrere zehntausend Euro an entgangener Rendite ausmachen. Genau deshalb empfehlen viele Verbraucherportale wie Finanztip für den breiten Aktienmarkt günstige ETFs mit einer TER von möglichst unter 0,3 Prozent.

Die verschiedenen ETF Indexfonds Arten

Wer einen Indexfonds kaufen möchte, kann zwischen verschiedenen Fondsarten auswählen. Die Nachbildung eines Aktienindex kann bei ETF Indexfonds auf unterschiedliche Art und Weise geschehen. Ein weiterer Unterschied besteht darin, wie die Anleger an den Unternehmensgewinnen der im Index enthaltenen Aktien beteiligt werden.

Physische ETFs

Von einem physischen ETF Indexfonds ist die Rede, wenn der Fonds die im Index vertretenen Aktien tatsächlich kauft, wie beispielsweise die Aktien der 40 im Deutschen Aktienindex vertretenen Unternehmen bei einem Indexfonds DAX. Diese Form ist sehr transparent und auch für Laien leicht verständlich. Anleger wissen immer genau, in welche Aktien ihr Geld investiert wurde. Daher ist diese Art bei Anlegern sehr beliebt. Dazu zählen auch ETFs, bei denen nicht alle im Index enthaltenen Aktien, sondern nur eine optimierte Auswahl gekauft wird. Häufig erfolgt bei ETF Indexfonds eine solche Auswahl bei Indizes, die wie der MSCI World sehr viele Aktien enthalten. Diese Methode wird als „optimized sampling" bezeichnet.

Synthetische ETFs

Bei dieser Art eines ETF lässt sich der Anbieter die gewünschte Wertentwicklung von einer Bank zusichern. Die Bank erhält dafür vom Anbieter einen Korb mit verschiedenen bekannten Aktien. Für die Bank und den ETF-Anbieter kann diese Form am Ende günstiger sein als der tatsächliche Kauf aller Indexaktien. Diese Art der Abbildung wird auch als Swap bezeichnet. Synthetische ETFs sind aufgrund ihrer oft geringeren Kosten und der Möglichkeit, schwer zugängliche Märkte abzubilden, beliebt. Allerdings sollten Anleger das Kontrahentenrisiko im Auge behalten, da die Wertentwicklung von der Bonität der beteiligten Bank abhängt. Wer sich für alternative Märkte interessiert, könnte auch einen Blick auf den Indien ETF werfen.

Ausschüttende ETFs

Die Gewinne börsennotierter Unternehmen werden in der Regel als Dividende an die Aktionäre ausgeschüttet. Bei Aktien, die für einen ETF Indexfonds gekauft wurden, fließen diese Dividenden zunächst an den Fonds. Werden sie gesammelt an die Anteilseigner ausgeschüttet, verringert sich entsprechend der Wert des Fonds. Ausschüttende ETFs eignen sich für Anleger, die einen regelmäßigen Geldfluss schätzen.

Thesaurierende ETFs

Dividenden, die an den Fonds bezahlt werden, müssen nicht in jedem Fall ausgeschüttet werden. Bei thesaurierenden Indexfonds werden sie dem Fondsvermögen gutgeschrieben und automatisch wieder angelegt. Diese ETFs sind besonders für Anleger interessant, die langfristig ein Vermögen aufbauen wollen, denn der Zinseszinseffekt kann über die Jahre zu einer erheblichen Wertsteigerung führen. Wer sich für nachhaltige Investments interessiert, könnte auch den UmweltBank ETF in Betracht ziehen, der auf nachhaltige Unternehmen setzt.

Welche Vorteile bieten Indexfonds für Anleger?

Indexfonds bieten eine Reihe handfester Vorteile. Wenn Sie Anteile an einem Indexfonds kaufen, nehmen Sie an der Wertentwicklung des zugrunde liegenden Index teil, ohne sich mit den Kennzahlen einzelner Unternehmen auseinandersetzen zu müssen. Durch die vielen enthaltenen Aktien streuen Sie das Risiko deutlich besser als bei einer Investition in Einzelaktien. Das ist gerade für Einsteiger ein Vorteil. Hinzu kommen die niedrigen Kosten und die hohe Transparenz: Sie können börsentäglich kaufen und verkaufen und sehen jederzeit, was im Fonds steckt.

Eine Investition in einen ETF Indexfonds sollte immer als langfristige Anlage verstanden werden. Historische Auswertungen zeigen, dass breite Aktienindizes seit Mitte der 1970er Jahre eine durchschnittliche jährliche Rendite von rund 7 bis 8 Prozent erzielen konnten. Daran haben auch Einschnitte wie die Finanzkrise 2008 oder das Platzen der Dotcom-Blase zu Beginn der 2000er Jahre langfristig wenig geändert. Auch die COVID-19-Pandemie führte nur zu kurzfristigen Rückschlägen. Das ist allerdings ein Blick in den Rückspiegel und keine Garantie für die Zukunft. Wer Geld anlegt, das er in den nächsten Jahren fest verplant hat, sollte einen reinen Aktien-ETF kritisch hinterfragen.

Wie finde ich den passenden Indexfonds?

Eine bewährte Faustregel lautet, bevorzugt Indexfonds zu wählen, die schon mehrere Jahre an der Börse gehandelt werden. Nur bei länger verfügbaren Fonds lässt sich überprüfen, ob sie ihr Ziel, den Index sauber abzubilden, tatsächlich erreichen (die sogenannte Tracking-Differenz). Ein wichtiges Kriterium ist, dass die Wertentwicklung des Fonds dem Netto-Index entspricht oder ihm möglichst nahekommt. Darüber hinaus wird häufig empfohlen, Fonds mit einem ausreichend großen Fondsvolumen zu wählen, üblicherweise ab rund 100 Millionen Euro. Das verringert das Risiko, dass der Anbieter den Fonds mangels Rentabilität wieder schließt. Achten Sie außerdem auf eine niedrige TER und einen passenden Replikationstyp.

Wie können Privatanleger Indexfonds kaufen?

Wenn Sie einen Indexfonds kaufen wollen, benötigen Sie ein Wertpapierdepot, beispielsweise bei Ihrer Hausbank. Bei der Auswahl eines Depots sollten Sie immer auf die Gebühren achten. Bei klassischen Filialbanken sind diese häufig hoch, hinzu kommen oft Gebühren für jeden Kauf und Verkauf. Wesentlich günstiger sind Online-Depots bei einer Direktbank oder einem Online-Broker. Hier ist die Depotführung meist kostenlos, und viele ETF-Sparpläne lassen sich gebührenfrei besparen.

Für den Einstieg eignen sich besonders Neobroker und Direktbanken mit großem, kostenlosem Sparplanangebot. Bei Trade Republic lassen sich ETF-Sparpläne in der Regel gebührenfrei einrichten, und die App ist auf Einsteiger zugeschnitten. Wer eine breitere ETF-Auswahl und flexible Sparplanmodelle sucht, findet diese bei Scalable Capital. Wer den Komfort einer etablierten Direktbank mit Girokonto unter einem Dach bevorzugt, kann sich das ETF-Angebot der ING ansehen. Welcher Anbieter zu Ihnen passt, hängt von Ihren Prioritäten ab: niedrigste Kosten, größte Auswahl oder Alles-aus-einer-Hand. Einen ausführlichen Überblick liefert unser großer Depot-Vergleich.

Sobald das Depot eröffnet ist, können Sie Indexfonds kaufen. Für Auswahl und Kauf benötigen Sie die Wertpapier-Identifikationsnummer (ISIN) oder die Wertpapier-Kennnummer (WKN). Diese geben Sie in die Suchfunktion des Depots ein. Sie können frei wählen, ob Sie einmalig eine größere Summe investieren oder per ETF-Sparplan monatlich kleinere Beträge anlegen.

Wie sicher sind ETF Indexfonds?

Der Gesetzgeber schreibt vor, dass Fondsgesellschaften das Geld und die Anteile ihrer Kunden getrennt vom Vermögen der Gesellschaft aufbewahren müssen. Das gilt für jeden Fonds und auch für ETFs. Das Geld, das Sie in Fondsanteile investieren, zählt zum sogenannten Sondervermögen. Das bedeutet: Geht der Anbieter pleite, zählt dieses Kapital nicht zur Konkursmasse und steht den Gläubigern des Anbieters nicht zur Verfügung. Ihr investiertes Kapital ist im Insolvenzfall des Anbieters also geschützt. Davon unberührt bleibt allerdings das Marktrisiko: Der Kurs Ihres ETFs schwankt mit dem Markt, und Verluste sind jederzeit möglich.

Fazit

Indexfonds und ETFs bieten eine kostengünstige, transparente und flexible Möglichkeit, langfristig ein Vermögen aufzubauen. Der entscheidende Vorteil gegenüber aktiv gemanagten Fonds ist nicht eine geheime Strategie, sondern schlicht die niedrigeren Kosten in Kombination mit breiter Streuung. Die SPIVA-Daten zeigen Jahr für Jahr, dass es der großen Mehrheit aktiver Fonds langfristig nicht gelingt, den Index nach Kosten zu schlagen. Wichtig bleibt: Anleger sollten langfristig denken, die Schwankungen aushalten können und nur Geld investieren, das sie über viele Jahre nicht brauchen. Mit einem breit gestreuten, günstigen ETF-Portfolio und einem disziplinierten Sparplan stehen die Chancen gut, von den langfristigen Renditechancen des Aktienmarkts zu profitieren.

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