Dividenden Aristokraten: Rendite dank verlässlich steigender Dividenden?

Veröffentlicht am

Dividenden garantieren Anlegern ein passives Einkommen. Dividenden-Aristokraten gewährleisten, soweit sich das für die Zukunft gewährleisten lässt, konsequent steigende Erträge aus eben diesen Dividenden. Darauf lässt sich eine ganze Anlagestrategie ebenso wie eine Depot-Beimischung aufbauen.

Dividenden Aristokraten: Rendite dank verlässlich steigender Dividenden?

Warum Dividenden und warum "Aristokraten"?

Viele Unternehmen zahlen Dividenden, deren Höhe kann erheblich schwanken. Rohstoffförderer sind bekannt für ihre ebenso schwankende wie oftmals auch sehr hohe Dividende, auch alteingesessene und hinsichtlich ihres Kurses abgestrafte Unternehmen, zum Beispiel Energieunternehmen oder solche aus der Tabakindustrie, zahlen oft hohe Dividenden.

Aktien & ETFs günstig traden bei Scalable Capital

Aristokraten zeichnet aber eben nicht nur die Dividende oder die Regelmäßigkeit dieser aus, sondern zusätzlich der Umstand, dass diese Unternehmen die Dividende über einen langen Zeitraum jährlich erhöht haben. Zugegebenermaßen sind diese Erhöhungen bei solchen Aristokraten oftmals eher geringfügig bemessen, trotzdem werden sie aber erhöht. Es gibt keine feste Regel, ab wann solch ein Titel von einem "einfachen" Dividendenzahler zum Aristokraten wird, im US-Raum ist das normalerweise aber ab 25 Jahren fortlaufender Erhöhung der Fall.

Diese Unternehmen haben ihre Dividendenzahlen also mindestens seit 2,5 Jahrzehnten gesteigert und die Aktionäre damit nicht nur am Erfolg, sondern vor allem am wachsenden Erfolg teilhaben lassen. Für viele Anleger, speziell solche mit einer Dividendenstrategie, ist das ein positiver Umstand und nicht selten ausschlaggebender Faktor bei der Anlageentscheidung.

Zu beachten ist: Die 25 Jahre wurden vor allem vom S&P beziehungsweise Dow Jones geprägt. Solche Aristokraten gibt es ebenso in anderen Ländern, wie beispielsweise in Japan oder Deutschland, da sind die Regeln aber meistens etwas weniger streng. Hierzulande sind Dividendenaristokraten oftmals schon solche Unternehmen, die 15 oder 20 Jahre lang beständig Erträge ausschütteten und diese zeitgleich konsequent anhoben.

Beispiele für typische Dividendenaristokraten

Eng mit dieser Bezeichnung verbunden ist das Unternehmen Colgate Palmolive, das seit mehr als fünf Jahrzehnten seine Dividendenzahlungen steigert und zuletzt auf eine Dividendenrendite von rund 2,3 % kam - der exakte Wert ist vom tagesaktuellen Kurs abhängig. Johnson & Johnson, die speziell aufgrund der Corona-Krise und ihres Impfstoffes auch ins Blickfeld weniger mit dem Pharmasektor vertrauter Anleger gerieten, erhöht die Ausschüttungen an Anleger bereits seit 39 Jahren - bei einer Dividendenrendite von rund 2,4 %. McDonalds ist seit immerhin mehr als 35 Jahren dabei, wenn auch "nur" mit einer Dividendenrendite von 2 %.

In Deutschland ist der Spitzenreiter in dieser Hinsicht Fresenius, die seit 28 Jahren die Dividende steigern, gefolgt von Fuchs Petrolub und Henkel. Beide halten seit mehr als 21 Jahren an steigenden Ausschüttungen fest. Ein Vorteil dieser Titel gegenüber den US-amerikanischen Aktien ist die insgesamt höhere Dividendenrendite. Alle genannten Unternehmen erreichen etwa 2,5 bis 3 %. Natürlich wird an dieser Stelle aber nur die Dividendenrendite betrachtet, der Kursverlauf ist ebenso entscheidend für den Anlegererfolg und bei den US-amerikanischen Titeln deutlich positiver.


ETF-Sparplan dauerhaft kostenlos: Top-Anbieter im Vergleich
Mit einem ETF-Sparplan kannst Du bereits mit geringen Einzahlungen langfristig Vermögen aufbauen. Einige Online-Broker bieten solche Sparpläne dauerhaft kostenlos an. Du solltest auch auf die Eckdaten wie Mindestsparrate und Flexibilität achten. Bei der Altersvorsorge ist ein Auszahlplan sinnvoll.
Dividenden-ETFs: Aristokraten & High-Yields im Vergleich
Ein Dividenden-ETF kann dir ein kontinuierliches passives Einkommen ermöglichen, während du zugleich in vielen soliden, oftmals seit Jahrzehnten bestehenden Unternehmen investiert bist. Dafür musst du dich nicht zwangsläufig für einzelne Unternehmen entscheiden.

In Europa wird das Feld übrigens von L'Oréal in Frankreich angeführt. Die erhöhen die Dividende seit 38 Jahren, kamen zuletzt aber nur auf Ausschüttungen in Höhe von 1 %. Was einer moderaten Ausschüttungspolitik ebenso wie der jüngeren Kursentwicklung zu "verdanken" ist. Roche Holding und Unilever sind weitere nennenswerte Aristokraten, Unilever aufgrund eines für Anleger ungünstigen Kursverlaufes zuletzt sogar mit einer Rendite zwischen 3,5 und 4 %.

Vorteile von Dividendenaristokaten

  • Sie ermöglichen Anlegern mit planbaren Ausschüttungen zu kalkulieren, die sich fortlaufend steigern und idealerweise stärker als die aktuelle Inflationsrate angehoben werden.
  • Bei diesen Aristokraten ist nicht davon auszugehen, dass die Dividende leichtfertig nicht erhöht oder sogar ausgesetzt wird, außer das Unternehmen gerät tatsächlich in eine Schieflage.
  • Deine Aktien generieren ein passives Einkommen.
  • Zwangsläufig sind Aristokraten solche Unternehmen, die sich bereits seit vielen Jahrzehnten mit Erfolg am Markt behaupten, was zusätzliche Sicherheit gibt.
  • In der Regel haben solche Unternehmen eine geringere Volatilität als Wachstumswerte mit entsprechend hohen Bewertungsmultiplen.

Nachteile solcher Titel

  • Mit großem Wachstum oder Kursexplosionen ist bei diesen alteingesessenen Unternehmen nicht mehr zu rechnen.
  • Die Dividenden müssen natürlich zwangsläufig versteuert werden und können hinsichtlich ihrer Rendite nur thesaurieren, wenn du sie konsequent direkt neu investierst.
  • Eine positive und sich steigernde Dividendenrendite ist nicht gleichbedeutend mit einer insgesamt positiven Rendite. Verfällt der Kurs stärker als die Dividendenrendite, hast du letztlich immer noch keinen Gewinn gemacht.

Sind Dividenden eine sichere oder die bessere Rendite?

Eines steht fest: Unter Anlegern scheiden sich hinsichtlich Dividenden ETFs die Geister. Die Befürworter mit ihren Dividenden-Depots sprechen davon, dass sie turbulente Zeiten oder Crashs nicht fürchten müssen, denn ihre Unternehmen zahlen konsequent Dividenden und generieren damit einen Cashflow für diese Anleger. So wiegen sie sich in Sicherheit einerseits, andererseits betonen sie die Unabhängigkeit von Kurs und Dividende.

Gegner von Dividendenstrategien weisen hingegen korrekt darauf hin, dass Dividenden mathematisch ein Nullsummenspiel sind. Das gezahlte Geld fließt aus dem Unternehmen ab, folglich ist das nicht nur automatisch weniger wert, weil sich nun weniger Geld im Unternehmen befindet, die Dividendenrendite wird am Ex-Tag außerdem automatisch aus dem Kurs rausgerechnet. Zahlt das Unternehmen also 5 % Dividende, fällt der Kurs am Ex-Tag auch zunächst um 5 %. Der kann zwar dann wieder "hochgekauft" werden, genauso aber noch weiter fallen, wenn "Dividenden-Hopper" aus dem Titel aussteigen.

Ebenfalls zu berücksichtigen sind Faktoren wie der Zinseszins und die steuerliche Belastung. Dividenden erzielen keinen Zinseszins, außer sie werden direkt wieder reinvestiert. Das macht steuerlich aber nur wenig Sinn, dann entsteht nämlich am Tag der Auszahlung der Dividende eine Steuerlast, es wird also abzüglich Steuern weniger investiert, als eigentlich ausgeschüttet wurde. Wäre das Geld einfach im Unternehmen geblieben, hätte es einen größeren Zinseszinseffekt und damit eine größere Rendite, bedingt durch die nachgelagerte Steuerung, erzielt.

💡
Tipp: Mit dem Zinseszinsrechner zukünftige Zinsen berechnen und visualisieren.

In puncto Flexibilität sind Dividendentitel generell ein zweischneidiges Schwert. Viele Anleger präferieren es, wenn sie denn tatsächlich Geld benötigen, einfach Anteile von einem thesaurierenden ETF oder Aktien eines Nicht-Dividendenzahlers zu verkaufen. Anders als häufig argumentiert, reduziert sich das Basis-Investment damit auch nicht stärker, denn die absolute Stückzahl, die sich im Depot befindet, ist völlig egal: Alles was zählt, ist der Gegenwert in Euro.

Dividenden und auch Dividendenaristokraten sind also vor allem eine Frage der Mentalität. Steuerlich sind sie definitiv unattraktiver als thesaurierende Beträge in Unternehmen, aber die Gewissheit fortlaufend Ausschüttungen und damit ein passives Einkommen zu erhalten, gibt vielen Anlegern vor allem in schlechteren Marktphasen Sicherheit und Ruhe.

Kurs und Dividende zusammen berücksichtigen

Manchmal lügen sich Investoren von Dividendentiteln und Aristokraten selbst in die Tasche, indem sie lediglich die Höhe ihrer erhaltenen Dividenden darlegen. Dabei wird beabsichtigt oder unabsichtlich der Kursverlauf ignoriert. Auch eine üppige Dividende von 10 % bringt Anleger beim Vermögensaufbau nicht weiter, wenn sich der Kurs im gleichen Zeitraum um 11 % reduziert hat. Dann steht vor Steuern ein Verlust, nach Steuern ein noch größerer Verlust. Selbst bei einem Kursverfall von nur 9 % stünde in Deutschland nach Steuern noch ein Verlust.

Deshalb sollten vor allem Anfänger nicht dem Trugschluss verfallen, Dividendenaristokraten als sicheres Investment oder deren Dividende als geschenktes Geld zu erachten. Die Dividende wird automatisch aus dem Kurs rausgerechnet und fließt aus dem Unternehmen ab, geschenkt ist hier also gar nichts.

Möglichkeiten über ETFs in Dividendenaristokraten zu investieren

Wer in Aristokraten investieren möchte, aber Einzelinvestitionen auch bei diesen vermeintlich sicheren Titeln scheut, der kann ETFs als Mittel der Wahl nutzen. Solche ETFs werden fast exklusiv von State Street (SPDR) aufgelegt.

Der Emittent sieht es mit der 25-Jahre-Regel meist nicht ganz so eng, im SPDR S&P US Dividend Aristocrats UCITS ETF (ISIN: IE00B6YX5D40) wird dieser Zeitraum auf 20 Jahre reduziert - was natürlich zu Gunsten der Diversifikation geht, da so mehr Titel enthalten sind. Aktuell befinden sich in diesem ETF 119 Titel aus den USA, in den letzten 10 Jahren erzielte der ETF eine Rendite von knapp 14 % p.a. Die Ausschüttungen bezifferten sich zuletzt auf 2,35 % (2020) und 2,90 % im Jahr 2021.

Für den Euro-Raum gibt es ein passendes Gegenstück, den SPDR S&P Euro Dividend Aristocrats UCITS ETF (ISIN: IE00B5M1WJ87), der aber nur 40 Titel enthält. Die Zeitschwelle wurde außerdem auf 10 Jahre reduziert, weil sich sonst gar kein ausreichend diversifizierter ETF hätte bilden lassen. In 10 Jahren steht hier eine Rendite von 6,5 % p.a. bei einer Ausschüttung von zuletzt 3,11 %.

Wer einfach alles in einem Korb haben möchte, kann zum SPDR S&P Global Dividend Aristocrats UCITS ETF (ISIN: IE00B9CQXS71) greifen. Der hat mit 0,45 % TER aber auch die höchste Kostenquote unter den genannten ETFs. Hier finden sich dann rund 100 Unternehmen, die Zeitschwelle wurde wieder auf 10 Jahre gesetzt, außerdem um einige Kriterien wie positive Cashflows und eine positive Eigenkapitalrendite ergänzt. Auf die letzten fünf Jahre stehen hier eher magere 4,5 % Rendite p.a. bei einer Ausschüttung von zuletzt aber sehr stattlichen 4,63 %.

Den S&P 500 oder Dow Jones haben sie historisch allesamt nicht geschlagen - erneut ein Indiz dafür, dass solche Aristokraten vor allem fürs Seelenheil gut sein können, nicht aber unbedingt für eine Renditemaximierung.

Unser Tipp: Bei Scalable Capital kannst Du rund 1900 ETFs von iShares, Lyxor, Xtrackers, WisdomTree und Amundi von 7:30 bis 23 Uhr für nur 0,99 € handeln und dauerhaft kostenlos besparen. Monatliche Sparraten schon ab 1 €.

Kostenloses eBook: “Think long-term”
Sichere dir jetzt unseren kostenlosen, 60-seitigen ETF-Ratgeber: Think long-term! Sicherer Vermögensaufbau mit ETFs in Zeiten von Nullzins. Mehr als 2500 Downloads!

Mehr zum Thema:






Rechtliche Hinweise: Die in den Artikeln erwähnten ETFs und anderen Finanzprodukte stellen keine Kaufempfehlung dar. Wir können keine Finanzberatung oder ähnliches anbieten. Der Wert von Aktien, ETFs und ETCs, die über ein Wertpapierdepot gekauft wurden, kann sowohl steigen als auch fallen. Börsengeschäfte stellen ein erhebliches Risiko dar, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. etf.capital haftet nicht für materielle und/oder immaterielle Schäden, die durch Nutzung oder Nichtnutzung der Inhalte oder durch die Nutzung fehlerhafter und unvollständiger Inhalte verursacht wurden. Der Autor besitzt keinen der genannten ETFs. Keiner der Inhalte stellt ein Angebot zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar. Kryptoassets sind hochvolatile unregulierte Anlageprodukte. Es existiert kein EU-Anlegerschutz.

Die mit einem Sternchen (*) oder versehenen Links oder farblich hervorgehobenen Schaltflächen sind i.d.R. bezahlte Produktplatzierung zur Finanzierung dieser Website. Dir entstehen dadurch keinerlei Nachteile. Du unterstützt damit unsere Arbeit.

Dividenden Aristokraten: Rendite dank verlässlich steigender Dividenden?
Teilen
Twitter icon Facebook icon