4 MDAX-ETFs im Vergleich

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MDAX-ETFs im Vergleich: Welche Fonds bilden die deutschen Nebenwerte effizient ab? Bei Kosten, Größe gibt es große Unterschiede.

4 MDAX-ETFs im Vergleich

Der MDAX bildet die mittelgroßen deutschen Unternehmen ab, die direkt unterhalb der 40 DAX-Konzerne rangieren. Seit der DAX-Aufstockung im September 2021 umfasst der Index nur noch 50 Werte statt zuvor 60, da die zehn größten Nebenwerte in den DAX aufgestiegen sind. Wer die deutschen MidCaps breit abbilden will, kann das weiterhin bequem mit einem ETF tun. In diesem Beitrag vergleichen wir die real handelbaren MDAX-ETFs nach Kosten, Größe, Abbildung und Ertragsverwendung. Stand: Juli 2026.

Zur aktuellen Situation nach der DAX-Anpassung

Zum 20. September 2021 wurde der DAX von 30 auf 40 Werte erweitert. Ehemalige Nebenwerte wie Airbus, Zalando oder Symrise stiegen damals aus dem MDAX auf. Seitdem wird der DAX zweimal jährlich statt nur einmal überprüft, was die Durchlässigkeit zwischen den Indizes erhöht hat. Für den MDAX bedeutete die Reform einen spürbaren Substanzverlust, da er seine wirtschaftlich stärksten und größten Unternehmen abgeben musste.

Trotzdem enthält der MDAX weiterhin 50 mittelgroße Unternehmen aus klassischen Branchen, viele davon international bekannte Industrie- und Technologiewerte. Zum Stand Juli 2026 notiert der MDAX bei rund 33.000 Punkten und hat auf Zwölfmonatssicht etwa 10,6 Prozent zugelegt (Quelle: onvista, Xetra-Kurs). Damit blieb er allerdings deutlich hinter dem DAX zurück, der im selben Zeitraum von einer Rally der großen Standardwerte profitierte und in Richtung Rekordniveau stieg. MidCaps hinken den Blue Chips also zuletzt hinterher. Langfristig sieht das Bild anders aus: Von 1999 bis 2026 erzielte der MDAX im Schnitt rund 7,7 Prozent pro Jahr gegenüber etwa 5,9 Prozent beim DAX (Quelle: Curvo/Statista). MidCaps können also Renditepotenzial bieten, kommen aber mit höherer Schwankungsbreite.

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MDAX oder DAX? So passt der Index ins Depot

Der MDAX ist kein Ersatz für ein weltweit gestreutes Depot, sondern eine gezielte Wette auf deutsche MidCaps. Wer bereits einen DAX-ETF hält, sollte bedenken, dass sich MDAX und DAX in einigen Branchen und Einzelwerten überschneiden und beide stark auf den Standort Deutschland konzentriert sind. Ein reines Deutschland-Depot ist damit alles andere als breit diversifiziert. Wer die deutsche Wirtschaft über den DAX hinaus abbilden möchte, findet in unserem Überblick zu Deutschland-ETFs auch Alternativen wie den SDAX, TecDAX oder All-Cap-Ansätze.

Steuerliche Behandlung der Dividenden im MDAX

Bevor wir die einzelnen Fonds betrachten, lohnt sich die Frage nach ausschüttend oder thesaurierend. Beim MDAX spielt das eine etwas größere Rolle, weil die enthaltenen Unternehmen in Deutschland ansässig sind und deutsche Dividenden für hierzulande steueransässige Anleger keiner ausländischen Quellensteuer unterliegen. Für Aktien-ETFs gilt zudem eine Teilfreistellung von 30 Prozent, und der Sparerpauschbetrag liegt bei 1.000 Euro pro Person (2.000 Euro bei Zusammenveranlagung). Wer diesen Freibetrag noch nicht ausschöpft, kann mit einem ausschüttenden Fonds Steuervorteile realisieren, sofern die Ausschüttungen den Freibetrag nicht übersteigen. Auf Gewinne oberhalb des Freibetrags fällt die Abgeltungsteuer von 25 Prozent zzgl. Solidaritätszuschlag an (effektiv 26,375 Prozent, ggf. plus Kirchensteuer). Bei thesaurierenden Fonds greift zusätzlich die Vorabpauschale, deren Basiszins für 2026 auf 3,20 Prozent festgelegt wurde (Quelle: BMF).

Zusammensetzung des MDAX

Da jeder MDAX-ETF denselben Index abbildet, unterscheiden sich die Fonds in ihrer Zusammensetzung praktisch nicht. Abweichungen entstehen vor allem durch unterschiedliche Tracking-Differenzen und den zeitlichen Versatz beim Rebalancing. Der MDAX ist branchenseitig klar industrielastig, dazu kommen nennenswerte Gewichtungen aus den Bereichen Immobilien, Chemie, Technologie und Finanzen. Zu den regelmäßig größeren Werten im Index zählen Namen wie Beiersdorf, Hannover Rück, Knorr-Bremse, Rheinmetall oder Commerzbank, wobei sich die konkrete Gewichtung durch Kursbewegungen und Index-Überprüfungen laufend verschiebt. Die tagesaktuelle Zusammensetzung und Gewichtung entnimmst du am besten den jeweiligen Factsheets der Anbieter.

Die MDAX-ETFs im Vergleich

Nachfolgend beleuchten wir die vier handelbaren MDAX-ETFs. Da sich die Portfolios kaum unterscheiden, achten wir vor allem auf diese Kriterien:

  • die Kostenquote (TER) und die Tracking-Differenz
  • die Fondsgröße und damit die Liquidität
  • die Ertragsverwendung (thesaurierend oder ausschüttend)
  • die Art der Indexabbildung (physisch oder synthetisch)

Alle vier Fonds sind UCITS-ETFs mit deutschem PRIIP-Basisinformationsblatt und für Privatanleger in Deutschland handelbar. Die folgenden Kennzahlen sind zweiquellig geprüft (justETF und Emittent), Stand Juli 2026.

iShares MDAX UCITS ETF (DE), ISIN DE0005933923

Der Klassiker von iShares ist der mit Abstand älteste und zugleich mit einer TER von 0,51 Prozent p.a. der teuerste MDAX-ETF (Quelle: justETF und iShares). Dafür ist er mit einem Fondsvolumen von rund 1,6 Milliarden Euro der mit Abstand größte und liquideste Fonds im Feld. Er bildet den Index physisch durch Vollreplikation ab, thesauriert die Erträge und ist in Deutschland domiziliert. Die höheren laufenden Kosten schlagen sich tendenziell in einer höheren Tracking-Differenz nieder, also einer etwas größeren Abweichung zur Indexrendite. Wer maximale Liquidität und ein deutsches Fondsdomizil sucht, findet hier den Platzhirsch, zahlt dafür aber einen Aufpreis.

Deka MDAX UCITS ETF, ISIN DE000ETFL441

Die Lösung der Deka bildet den Index ebenfalls physisch ab, thesauriert die Erträge und ist in Deutschland ansässig. Mit einer TER von 0,30 Prozent p.a. ist sie klar günstiger als iShares (Quelle: justETF und Deka). Das Fondsvolumen liegt bei rund 380 bis 385 Millionen Euro und damit deutlich unter dem iShares-Fonds, für Sparpläne und normale Ordergrößen ist die Liquidität aber ausreichend. Für Anleger, die Wert auf ein deutsches Domizil und physische Replikation legen, aber weniger als bei iShares zahlen möchten, ist der Deka-ETF ein solider Kompromiss.

Amundi MDAX UCITS ETF Dist (ehemals Lyxor), ISIN FR0011857234

Dieser Fonds firmierte früher als Lyxor German Mid-Cap MDAX UCITS ETF. Nachdem Amundi Lyxor übernommen und die Marke Lyxor eingestellt hat, läuft er heute unter dem Namen Amundi MDAX UCITS ETF Dist, die ISIN FR0011857234 ist gleich geblieben (Quelle: justETF und Amundi ETF). Mit einer TER von 0,20 Prozent p.a. gehört er zu den günstigsten Anbietern. Zwei Besonderheiten unterscheiden ihn von der Konkurrenz: Er bildet den Index synthetisch über einen Swap ab und schüttet die Dividenden aus. Das Fondsdomizil liegt in Frankreich, das Fondsvolumen bei rund 300 Millionen Euro. Für Anleger, die einen ausschüttenden MDAX-ETF suchen, ist er derzeit die naheliegendste Wahl. Wer physische Replikation und ein deutsches Domizil bevorzugt, sollte die synthetische Abbildung als Abwägungspunkt im Blick behalten.

Invesco MDAX UCITS ETF Acc, ISIN IE00BHJYDV33

Der Invesco-ETF ist mit einer TER von 0,19 Prozent p.a. der günstigste MDAX-ETF im Vergleich (Quelle: justETF und Invesco). Erträge werden thesauriert, die Aktien physisch gehalten, das Fondsdomizil liegt in Irland. Das Fondsvolumen hat sich zuletzt kräftig entwickelt und liegt inzwischen bei rund 750 Millionen Euro, womit der Fonds zum zweitgrößten im Feld aufgestiegen ist. Für kostenbewusste Anleger, die einen thesaurierenden MDAX-ETF suchen, ist Invesco damit der aktuell preiswerteste Weg in den Index.

Fazit: Kleine, aber relevante Unterschiede

Mit iShares, Deka, Amundi und Invesco sind alle relevanten MDAX-ETFs abgedeckt. Da das Portfolio identisch ist, entscheiden vor allem Kosten, Replikationsart, Ertragsverwendung und Liquidität. Beim Preis liegen Invesco (0,19 Prozent) und Amundi (0,20 Prozent) vorn, der teure iShares-Fonds (0,51 Prozent) punktet dafür mit der mit Abstand höchsten Liquidität. Wer ausschütten möchte, greift derzeit zum Amundi-ETF, wer thesaurieren will, hat mit Invesco die günstigste Option. Ob physische oder synthetische Abbildung sinnvoller ist, hängt von den eigenen Präferenzen ab.

Ehrlich bleibt: Ein MDAX-ETF ist ein konzentriertes Investment in einen einzelnen Länderindex mit nur 50 Werten, hoher Deutschland- und Industrielastigkeit und einer höheren Schwankungsbreite als große Standardwerte. Zuletzt hat der MDAX den DAX klar unterperformt. Als Kernbaustein eignet sich ein breit gestreutes Weltportfolio besser, der MDAX kann als Beimischung mit MidCap-Fokus dienen, sollte aber bewusst dosiert werden.

Wo kannst du MDAX-ETFs kaufen?

Die vorgestellten ETFs sind bei den meisten Online-Brokern handel- und sparplanfähig. Wer besonders günstig einsteigen will, findet zum Beispiel bei Trade Republic und Scalable Capital breite ETF-Sparplanangebote zu niedrigen Kosten. Welcher Broker für dein Depot am besten passt, zeigt unser Online Broker Vergleich.


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