DAX ETF - Investment in größte deutsche Unternehmen
Das wichtigste deutsche Aktienbarometer ist der DAX. Er enthält die 40 größten deutschen Aktiengesellschaften, gemessen an Marktkapitalisierung und Liquidität. Wer an deren Entwicklung teilhaben möchte, kann in einen ETF auf den DAX 40 investieren. Es gibt eine ganze Reihe solcher ETFs auf den deutschen Leitindex, und ein Fonds streut das Risiko breiter als der Kauf einzelner DAX-Aktien.
Stand: Juni 2026. Alle Gebühren, Fondsvolumina und Indexdaten haben wir zum genannten Zeitpunkt geprüft. Börsenkurse und Fondsgrößen ändern sich täglich.
DAX 40 statt DAX 30: was sich geändert hat
Lange umfasste der DAX nur 30 Werte. Seit dem 20. September 2021 sind es 40. Die Deutsche Börse nahm damals zehn neue Unternehmen auf, darunter Airbus, Zalando, Porsche Automobil Holding, Sartorius, Symrise und Siemens Healthineers. Hintergrund waren Reformen nach dem Wirecard-Skandal: Der Index sollte die deutsche Wirtschaft breiter abbilden und strengere Qualitätskriterien erfüllen. Ältere Texte und Grafiken, die noch von einem "DAX 30" sprechen, sind damit überholt. Wer heute einen DAX-ETF kauft, kauft Anteile an 40 Unternehmen.
Überlegungen für ein Investment in einen DAX-40-ETF
Im deutschen Leitindex sind die 40 größten Unternehmen verschiedener Branchen gelistet. Wer einzelne dieser Aktien kauft, kann eine gute Rendite erzielen, ist aber Einzelrisiken ausgesetzt: Der Abgasskandal bei Volkswagen oder die Pandemie haben gezeigt, wie schnell einzelne Titel einbrechen können. Investieren Sie stattdessen in einen ETF auf den DAX 40, halten Sie anteilig alle 40 Werte. Verluste bei einigen Aktien können durch Gewinne bei anderen ausgeglichen werden, und die verschiedenen Branchen sorgen für eine gewisse Streuung.
Ein DAX-ETF entwickelt sich praktisch im Gleichschritt mit dem Index. Steigt der DAX, profitieren Sie, fällt er, tragen Sie die Verluste mit. Das gilt für Krisen jeder Art, von der Finanzkrise 2008/2009 über die Corona-Einbrüche 2020 bis zu den geopolitischen Spannungen und der Energiekrise der vergangenen Jahre.

Wo steht der DAX gerade?
Im Januar 2026 markierte der DAX mit rund 25.500 Punkten ein Allzeithoch, ein Plus von etwa 80 Prozent gegenüber dem Niveau von Anfang 2021. Danach setzte eine Konsolidierung ein. Anfang Juni 2026 bewegte sich der Index um die 24.500 Punkte (Quelle: finanzen.net, Statista, Stand Juni 2026). Diese Zahlen sind eine grobe Momentaufnahme, kein Kursziel. Für Sparplan-Anleger ist der einzelne Tagesstand ohnehin zweitrangig, weil sie über viele Jahre zu unterschiedlichen Kursen kaufen.
Performanceindex statt Kursindex: der entscheidende Unterschied
Der DAX ist eine internationale Ausnahme: Er wird vor allem als Performanceindex veröffentlicht. Das heißt, Dividenden werden rechnerisch wieder angelegt und fließen in den Indexstand ein. Die meisten großen Indizes wie der S&P 500 sind dagegen Kursindizes, die nur die reine Kursentwicklung abbilden. Dadurch sieht der DAX im direkten Vergleich oft stärker aus, als er es ohne Dividenden wäre. Es gibt den DAX auch als Kursindex, der über lange Zeiträume deutlich niedriger notiert, weil die Dividendenrendite von grob 3 Prozent pro Jahr fehlt. Wer DAX-Renditen mit anderen Indizes vergleicht, sollte darauf achten, Performanceindex nicht mit Kursindex zu verwechseln. Die gängigen DAX-ETFs bilden den Performanceindex ab.
DAX 40: vergleichsweise geringe Streuung
Investieren Sie in einen ETF auf den MSCI World oder den S&P 500, ist die Risikostreuung deutlich breiter. Der MSCI World enthält die Aktien von rund 1.300 bis 1.600 Unternehmen aus 23 Industrieländern, der S&P 500 die 500 größten US-Konzerne. Der DAX bündelt dagegen nur 40 deutsche Werte. Konzentration ist hier das Stichwort.

Die Branchenmischung ist trotzdem recht breit. Im DAX 40 finden sich unter anderem:
- Software (SAP)
- Industrie und Elektrotechnik (Siemens, Siemens Energy, MTU Aero Engines, GEA)
- Rüstung (Rheinmetall)
- Versicherungen und Rückversicherung (Allianz, Münchener Rück, Hannover Rück)
- Automobil und Zulieferer (BMW, Mercedes-Benz Group, Volkswagen, Porsche, Continental, Daimler Truck)
- Chemie und Pharma (BASF, Bayer, Merck, Symrise, Brenntag)
- Konsumgüter (Adidas, Beiersdorf, Henkel)
- Banken und Börsen (Deutsche Bank, Commerzbank, Deutsche Börse)
- Luftfahrt und Logistik (Airbus, Deutsche Post/DHL Group)
- Telekommunikation (Deutsche Telekom)
- Versorger (E.ON, RWE)
- Gesundheit (Fresenius, Fresenius Medical Care, Siemens Healthineers, Qiagen, Sartorius)
- Baustoffe (Heidelberg Materials)
- Halbleiter (Infineon)
- Immobilien (Vonovia)
- Online-Handel (Zalando, HelloFresh)
Der Industriegase-Konzern Linde, früher ein DAX-Schwergewicht, hat den Index 2023 verlassen, nachdem die Aktie aus dem Frankfurter Handel genommen wurde. An die Spitze gerückt sind in den vergangenen Jahren vor allem SAP sowie zeitweise Rheinmetall.
Entscheidend ist nicht nur die Vielfalt der Branchen, sondern deren Gewichtung. Ein erheblicher Teil des Indexgewichts entfällt auf wenige Schwergewichte. SAP, die großen Industrie- und Versicherungstitel sowie die Autobauer dominieren. Schon eine Handvoll Unternehmen macht einen Großteil des Index aus. Diese Konzentration ist beim DAX deutlich stärker ausgeprägt als beim breit gestreuten MSCI World. Hinzu kommt: Der DAX ist stark von der Weltkonjunktur abhängig, weil die gelisteten Konzerne den Großteil ihrer Umsätze im Ausland erwirtschaften.
Mit einem DAX-40-ETF die Risikostreuung ergänzen
Ein DAX-40-ETF eignet sich gut als Beimischung für ein breiter aufgestelltes Portfolio. Viele dieser ETFs sind sparplanfähig, sodass Sie schon mit kleinen monatlichen Raten regelmäßig investieren können. Sinnvoll ist es, einen DAX-ETF mit global oder europäisch streuenden Bausteinen zu kombinieren, etwa einem ETF auf den S&P 500, den MSCI World oder den EURO STOXX 50 mit den 50 größten Unternehmen der Eurozone.
Der DAX im Vergleich zum Weltaktienindex
Behalten Sie im Auge, wie sich der DAX gegenüber dem MSCI World schlägt. Der Weltindex bildet rund 1.300 bis 1.600 Aktien aus den großen Industrieländern ab und bietet damit eine deutlich bessere Streuung, die sich gerade in Krisenzeiten bemerkbar macht. Allerdings dominieren im MSCI World inzwischen US-Werte mit deutlich mehr als 60 Prozent Gewicht, was eine eigene Form von Klumpenrisiko bedeutet. Breitere Streuung heißt in der Regel: geringere Schwankungen. Über lange Zeiträume haben global streuende Indizes den DAX häufig übertroffen, garantiert ist das aber nicht.
Was DAX-ETFs auszeichnet: niedrige Kosten
Ein großer Vorteil von DAX-ETFs sind die niedrigen laufenden Kosten. Die Gesamtkostenquote (TER) liegt meist zwischen 0,08 und 0,16 Prozent pro Jahr. Die folgende Übersicht zeigt gängige DAX-ETFs mit ISIN, TER und Ausschüttungsart (Stand Juni 2026, Quellen: justETF, extraETF, Anbieter-Factsheets):
| ISIN | Name | TER p.a. | Ausschüttungsart | Fondsvolumen (ca.) |
| DE0005933931 | iShares Core DAX UCITS ETF (DE) | 0,16 % | thesaurierend | 8,6 Mrd. EUR |
| LU0274211480 | Xtrackers DAX UCITS ETF 1C | 0,09 % | thesaurierend | 7,0 Mrd. EUR |
| DE000ETFL011 | Deka DAX UCITS ETF | 0,15 % | thesaurierend | 1,8 Mrd. EUR |
| LU0252633754 | Amundi DAX II UCITS ETF (Acc) | 0,15 % | thesaurierend | 1,3 Mrd. EUR |
Da der DAX nur 40 Werte umfasst, replizieren diese ETFs den Index in der Regel vollständig physisch. Der Anbieter kauft also tatsächlich alle 40 Aktien. Bei der Ausschüttungsart haben Sie die Wahl: Thesaurierende ETFs legen die Dividenden automatisch wieder an und eignen sich gut für den langfristigen Vermögensaufbau im Sparplan. Ausschüttende ETFs zahlen die Erträge aus, was etwa zur Ausnutzung des Sparer-Pauschbetrags praktisch sein kann. Die DAX-Konzerne schütten ihre Dividenden überwiegend einmal jährlich im Frühjahr aus.
Auf die Fondsgröße achten
Eine wichtige Rolle spielt das Fondsvolumen. Je größer der Fonds, desto unwahrscheinlicher ist es, dass er mangels Wirtschaftlichkeit geschlossen wird. Die größten DAX-ETFs sind hier klar im Vorteil.
Der Amundi DAX II UCITS ETF (LU0252633754, früher Lyxor) besteht bereits seit 2006, ist thesaurierend, kostet 0,15 Prozent TER und kommt auf rund 1,3 Milliarden Euro Fondsvolumen.
Noch deutlich größer ist der Xtrackers DAX UCITS ETF 1C (LU0274211480) mit einem Fondsvolumen von rund 7 Milliarden Euro. Die Gesamtkostenquote liegt bei nur 0,09 Prozent, der Fonds ist thesaurierend und damit gut für Sparpläne geeignet.
Das größte Fondsvermögen unter den DAX-ETFs hat der iShares Core DAX UCITS ETF (DE) (DE0005933931) mit rund 8,6 Milliarden Euro. Er wurde bereits Ende 2000 aufgelegt, ist thesaurierend und sparplanfähig. Die TER beträgt 0,16 Prozent, die höchste in unserer Übersicht, dafür ist es der mit Abstand liquideste und älteste DAX-ETF.
So kaufst oder besparst du einen DAX-ETF
Einen DAX-ETF kaufst du über ein Wertpapierdepot, entweder als Einmalanlage oder als monatlichen Sparplan. Wichtig sind dabei die Ausführungskosten des Sparplans und die Ordergebühren. Bei Trade Republic und Scalable Capital sind ETF-Sparpläne in der Regel kostenlos, beide Neobroker haben sich als günstige Einstiegspunkte etabliert. Wer ein klassisches Filialbank-Depot bevorzugt, findet bei der ING ein breites Sparplanangebot. Ein Vergleich der ETF-Sparpläne hilft dir, den passenden Anbieter zu finden. Achte beim Vergleich nicht nur auf die jüngste Rendite, sondern auch auf die durchschnittliche Wertentwicklung über mehrere Jahre.
Alternativen zum DAX
Wer Alternativen zum reinen DAX sucht, hat viele Möglichkeiten. ETFs auf den MDAX oder SDAX bilden mittelgroße und kleinere deutsche Unternehmen ab und ergänzen damit den Large-Cap-DAX. Internationale Anleger greifen oft zum iShares MSCI Germany ETF. Wer breiter streuen will, kombiniert den DAX mit einem europäischen oder globalen Index. Selbstverständlich lassen sich auch einzelne DAX-Aktien direkt kaufen, das erhöht aber das Einzelrisiko deutlich.
Was in Deutschland steckt
Deutschland ist die größte Volkswirtschaft Europas und eine der größten der Welt. Das Land ist stark exportorientiert: Die im DAX gelisteten Konzerne erwirtschaften Schätzungen zufolge rund 75 Prozent ihrer Umsätze im Ausland. Das macht den Index für internationale wie inländische Anleger interessant, sorgt aber auch für eine hohe Abhängigkeit von der Weltkonjunktur und vom globalen Handel.
Diese Exportstärke ist Chance und Risiko zugleich. Handelskonflikte, eine schwächelnde Nachfrage aus China oder Energiepreise wirken sich überdurchschnittlich auf deutsche Industrie- und Autowerte aus. Wer in einen DAX-ETF investiert, setzt also indirekt auch auf die Verfassung der Weltwirtschaft, nicht nur auf die deutsche Binnenkonjunktur.
Fazit: DAX-ETF als Beimischung, nicht als alleiniges Investment
Mit einem ETF auf den DAX nehmen Sie an der Entwicklung der 40 größten deutschen Unternehmen teil, zu sehr niedrigen Kosten und mit hoher Transparenz. Der Haken: Die Streuung ist vergleichsweise gering. Ein paar Branchen und einige wenige Schwergewichte wie SAP, die Versicherer und die Autobauer bestimmen einen Großteil des Indexgewichts. Hinzu kommt die starke Abhängigkeit von Exporten und Weltkonjunktur. Ein DAX-ETF eignet sich deshalb gut als Baustein, sollte aber selten das ganze Depot sein. In Kombination mit einem breit streuenden Welt-ETF lässt sich die Konzentration entschärfen. Denken Sie außerdem an den Unterschied zwischen Performance- und Kursindex, wenn Sie Renditen vergleichen, und prüfen Sie bei der Fondsauswahl TER, Ausschüttungsart und Fondsvolumen.
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