DAX ETF: Deutsche Aktien mit diesen 7 Fonds
Der DAX ist der deutsche Leitindex und das Börsenbarometer. Er listet die 30 deutschen Unternehmen mit dem höchsten Börsenwert. Du musst nicht die einzelnen Aktien dieser Unternehmen kaufen. In alle diese Unternehmen kannst Du investieren, indem Du Dich für einen ETF auf diesen Index entscheidest.
Stand: Juli 2026. Alle Angaben zu Kosten (TER), Fondsvolumen und ISIN wurden mit justETF und den Emittenten-Datenblättern gegengeprüft. Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung.
Der DAX als Leitindex für den deutschen Aktienmarkt
Der DAX ist der wichtigste deutsche Aktienindex und wurde im Juli 1988 eingeführt. Seit dem 20. September 2021 sind in ihm 40 deutsche Unternehmen mit dem höchsten Börsenwert gelistet, nachdem die Anzahl ursprünglich bei 30 lag. Diese Erweiterung zum DAX 40 ermöglicht eine breitere Risikostreuung und eine bessere Repräsentation des deutschen Aktienmarktes. Der Börsenwert wird ermittelt, indem die Anzahl der frei handelbaren Aktien mit dem aktuellen Aktienkurs multipliziert wird. Du musst nicht die einzelnen Aktien dieser Unternehmen kaufen. An deren Wertentwicklung kannst Du partizipieren, indem Du in einen ETF auf den deutschen Leitindex investierst. Als Börsenbarometer informiert der DAX über die allgemeine Stimmung am Aktienmarkt, nicht nur in Deutschland, sondern auch in Europa, auch wenn es für Europa den Euro Stoxx 50 gibt. Der Index repräsentiert rund 80 Prozent der Marktkapitalisierung der börsennotierten deutschen Aktiengesellschaften.
Performanceindex statt Kursindex: der entscheidende Unterschied
Wenn in den Medien vom DAX-Stand die Rede ist, ist fast immer der DAX-Performanceindex gemeint. Das ist die zentrale Besonderheit des deutschen Leitindex und für ETF-Anleger wichtig zu verstehen. Ein Performanceindex rechnet die Dividenden der enthaltenen Unternehmen rechnerisch wieder in den Index ein (Total Return). Der DAX-Kursindex hingegen bildet nur die reine Kursentwicklung ab, ohne Dividenden.
Der Unterschied ist erheblich: Über lange Zeiträume liegt der Performanceindex mehrere tausend Punkte über dem Kursindex, weil die reinvestierten Dividenden Jahr für Jahr mitwachsen. Das erklärt auch, warum ein direkter Vergleich des DAX mit ausländischen Kursindizes wie dem Dow Jones oder dem S&P 500 (beide Kursindizes) irreführend ist. Fast alle großen ETFs bilden den DAX-Performanceindex ab, egal ob sie thesaurieren oder ausschütten.

Aktueller DAX-Stand 2026
Der DAX zeigt sich 2026 in starker Verfassung. Anfang Juli 2026 notierte der deutsche Leitindex bei rund 25.800 Punkten und markierte in der ersten Juliwoche ein neues Allzeithoch von knapp 25.900 Punkten. Getrieben wurde die Rally unter anderem von robusten Konjunkturdaten. Solche Rekordstände sagen jedoch nichts über die künftige Entwicklung aus. Der DAX bleibt ein vergleichsweise volatiler Index, und wer investiert, sollte einen langen Anlagehorizont mitbringen und zwischenzeitliche Rücksetzer aushalten können.
Auswahlkriterien für die Aufnahme von Unternehmen
Für die Aufnahme in den deutschen Leitindex müssen Unternehmen im Prime Standard des regulierten Marktes gelistet sein. Darüber hinaus müssen die Aktien fortlaufend an der Xetra gehandelt werden. Die Unternehmen müssen ihren Sitz in Deutschland oder einem anderen EU-Land und den Schwerpunkt ihres Handelsumsatzes an der Frankfurter Börse haben. Zusätzlich erfolgt die Auswahl nach der Streubesitz-Marktkapitalisierung.
Zu den Aufnahmekriterien gehören ein nachweislich positives EBITDA über zwei Jahre, geprüfte Geschäftsberichte und Quartalszahlen sowie eine Mindestliquidität. Eine Anpassung erfolgt jährlich im September. Gehören Unternehmen nach Marktkapitalisierung nicht mehr zu den größten, werden sie aus dem Index genommen, während Unternehmen mit höherer Kapitalisierung neu aufgenommen werden.
Der Streubesitz bildet die Grundlage für die Marktkapitalisierung. Aktien im Streubesitz befinden sich nicht in der Hand von Großaktionären. Du kannst diese Aktien frei kaufen. Besser geeignet für die meisten Anleger sind jedoch ETF-Anteile, da Du keine Einzelaktien kaufen musst und an allen 40 Unternehmen im Leitindex partizipieren kannst.
Gewichtung im DAX
An der Xetra kann es zu kurzfristigen Kursveränderungen kommen, genau wie sich Veränderungen im Streubesitz ergeben können. Um zu verhindern, dass sich solche Veränderungen unmittelbar auf die Zusammensetzung des DAX auswirken, erfolgt eine Gewichtung nach vorgegebenen Regeln. Neben der ordentlichen Anpassung einmal jährlich im September werden vierteljährlich Überprüfungen vorgenommen. Seit dem 18. März 2024 ist die maximale Gewichtung einer Indexkomponente im DAX auf 15 Prozent begrenzt, was zu einer ausgewogeneren Verteilung führt.
Die Deutsche Börse hat im Laufe der Jahre zahlreiche Unternehmen ausgetauscht. Verschiedene davon haben ihre Eigenständigkeit durch Übernahmen verloren. Einige mussten den DAX vorübergehend verlassen, andere wurden wieder aufgenommen. Auch Insolvenzen, etwa bei Wirecard, führten dazu, dass Unternehmen den Index verließen. Umsatzschwache Unternehmen werden gegen umsatzstärkere mit höherer Kapitalisierung ausgetauscht, damit die gelisteten Werte rund vier Fünftel des zugelassenen Börsenkapitals in Deutschland repräsentieren.
Es gibt Unternehmen, die die DAX-Konzerne in ihrer Größe übertreffen. Firmen wie ALDI, REWE oder Lidl sind nicht an der Börse gelistet und daher nicht im deutschen Leitindex vertreten.
Risiken bei DAX-ETFs
Möchtest Du in einen ETF auf den DAX investieren, musst Du keine Einzelaktien der gelisteten Unternehmen kaufen. DAX-ETFs sind bei deutschen Anlegern beliebt, weil sie mit einem Produkt in eine ganze Reihe deutscher Aktien investieren können. Genau hier liegt jedoch schon das erste Risiko. Mit nur 40 gelisteten Unternehmen ist die Risikostreuung im deutschen Leitindex vergleichsweise gering. Gewinnchancen, aber auch Verlustrisiken verteilen sich auf lediglich 40 Unternehmen. Die Erhöhung von 30 auf 40 Konstituenten hat die Streuung verbessert, doch die Konzentration auf Branchen wie Software, Industrie, Chemie/Pharma und Versicherungen bleibt bestehen.
Ein großer Teil der Indexgewichtung entfällt auf wenige Schwergewichte. Zu den größten DAX-Werten zählen typischerweise:
- SAP (Software)
- Siemens (Industrie/Elektrotechnik)
- Allianz (Versicherungen)
- Deutsche Telekom (Telekommunikation)
- Airbus (Luftfahrt)
- Münchener Rück (Rückversicherung)
- Deutsche Bank (Finanzen)
Kommt es bei diesen Schwergewichten zu Kursverlusten, spüren Anleger das deutlich. Umgekehrt kann eine solche Konzentration auch überdurchschnittliche Gewinne bringen, wenn diese Werte gut laufen. Die exakte Zusammensetzung und Gewichtung ändert sich laufend und kann tagesaktuell beim Indexanbieter oder im ETF-Factsheet nachgeschaut werden.
Investierst Du in einen DAX-ETF, bedeutet das nicht automatisch, dass Du auf die Entwicklung der gesamten deutschen Wirtschaft setzt. Viele große deutsche Unternehmen sind nicht börsennotiert, und zahlreiche DAX-Konzerne erwirtschaften den Großteil ihrer Umsätze im Ausland.
Im Vergleich zum Weltaktienindex bietet der DAX eine deutlich geringere Risikostreuung. Rund 1.400 bis 1.500 Unternehmen aus 23 Industrieländern sind im MSCI World Index gelistet. Möchtest Du in einen DAX-ETF investieren, ist die Volatilität in der Regel höher als beim MSCI World, und Kursverluste können entsprechend heftiger ausfallen. Ein DAX-ETF eignet sich daher eher als Baustein neben einem breit gestreuten Welt-ETF als für ein Gesamtdepot.
Die größten und günstigsten DAX-ETFs 2026
Es gibt mehrere ETFs auf den DAX. Da sie denselben Performanceindex nahezu 1:1 physisch abbilden, ist ihre Wertentwicklung sehr ähnlich. Die Auswahl solltest Du vor allem anhand von Fondsvolumen, Gesamtkostenquote (TER) und Ertragsverwendung (thesaurierend oder ausschüttend) treffen. Die folgenden Eckdaten sind mit justETF und den Emittenten-Datenblättern gegengeprüft (Stand: Juli 2026):
iShares Core DAX UCITS ETF (DE) – ISIN DE0005933931, WKN 593393
Der Klassiker unter den DAX-ETFs, aufgelegt bereits im Dezember 2000. Mit einem Fondsvolumen von rund 8,6 Milliarden Euro ist er der mit Abstand größte DAX-ETF. Die TER liegt bei 0,16 Prozent pro Jahr. Der Fonds repliziert vollständig physisch, ist thesaurierend und sparplanfähig.
Xtrackers DAX UCITS ETF 1C – ISIN LU0274211480, WKN DBX1DA
Mit rund 7,0 Milliarden Euro Fondsvolumen der zweitgrößte DAX-ETF und zugleich einer der günstigsten: Die TER beträgt nur 0,09 Prozent pro Jahr. Aufgelegt im Januar 2007, physisch replizierend, thesaurierend und sparplanfähig.
Deka DAX UCITS ETF – ISIN DE000ETFL011, WKN ETFL01
Der ETF des deutschen Anbieters Deka verwaltet rund 1,8 Milliarden Euro. Die TER liegt bei 0,15 Prozent pro Jahr. Er wurde 2008 aufgelegt, repliziert vollständig physisch, ist thesaurierend und sparplanfähig.
Amundi ETF DAX UCITS ETF DR – ISIN FR0010655712, WKN A0REJQ
Der ETF des größten europäischen Vermögensverwalters kommt auf rund 1,4 Milliarden Euro Fondsvolumen bei einer TER von 0,10 Prozent pro Jahr. Physische Replikation (DR = Direct Replication), thesaurierend und sparplanfähig.
Für die meisten Anlegerinnen und Anleger sind der Xtrackers 1C (günstigste TER) und der iShares Core DAX (höchste Liquidität) die naheliegendsten Wahlmöglichkeiten. Bei den geringen Kostenunterschieden entscheidet in der Praxis oft die Verfügbarkeit als kostenloser Sparplan beim eigenen Broker.
Ausschüttend oder thesaurierend?
Wer den Zinseszinseffekt maximal nutzen und Dividenden automatisch reinvestieren möchte, greift zu einem thesaurierenden ETF wie dem iShares Core DAX oder dem Xtrackers 1C. Wer dagegen regelmäßige Ausschüttungen bevorzugt, etwa als passives Zusatzeinkommen, findet auch ausschüttende DAX-ETFs (unter anderem der Xtrackers DAX Income 1D, ISIN LU0838782315). Da alle den DAX-Performanceindex abbilden, ist die Gesamtrendite vor Steuern langfristig vergleichbar. Der Unterschied liegt vor allem in der steuerlichen Handhabung und im persönlichen Cashflow-Bedürfnis.
Weitere Wege in deutsche Aktien: die DAX-Familie
Der DAX 40 ist nicht der einzige Weg, in deutsche Aktien zu investieren. Wer breiter streuen möchte, findet in der DAX-Familie weitere Indizes: den MDAX (mittelgroße Werte), den SDAX (kleinere Werte) und den TecDAX (Technologiewerte). Einen umfassenden Überblick über deutsche Indizes und passende Fonds gibt unser Ratgeber Deutschland-ETF. Wenn Du gezielt die Auswahlmethodik und konkrete Produkte für den Leitindex vergleichen möchtest, hilft der vertiefende Beitrag ETF auf den DAX weiter.
Langfristiger Vermögensaufbau mit einem Sparplan
Möchtest Du langfristig mit deutschen Aktien Vermögen aufbauen, musst Du keine Einzeltitel kaufen, sondern kannst in einen ETF-Sparplan investieren. Alle großen DAX-ETFs sind sparplanfähig. Für den Vermögensaufbau mit kleinen monatlichen Raten ist ein Sparplan ideal. Du solltest die Online-Broker vergleichen, denn viele bieten kostenlose Sparpläne an.
Besonders günstig fahren Sparplan-Anleger derzeit bei den großen Neobrokern. Bei Trade Republic und Scalable Capital lassen sich DAX-ETF-Sparpläne in der Regel gebührenfrei ausführen. Wer eine klassische Direktbank bevorzugt, findet mit ING ebenfalls ein breites, sparplanfähiges ETF-Angebot. Welcher Anbieter am besten passt, hängt von Depotgebühren, Sparplan-Konditionen und der ETF-Auswahl ab – ein Blick in den Broker-Vergleich lohnt sich vor der Entscheidung.
Zu welcher Strategie passen DAX-Fonds?
Wie unterscheiden sich traditionelle Investmentfonds strategisch gegenüber einem passiven DAX-ETF? Aktive Investmentfonds werben damit, den Markt schlagen zu können, verlangen dafür aber deutlich höhere Gebühren und schaffen die Outperformance über lange Zeiträume meist nicht. DAX-ETFs sind für alle interessant, die mit der durchschnittlichen deutschen Marktperformance zufrieden sind und daran glauben, dass der Index langfristig über dem heutigen Kursstand liegt.
Vorteile von DAX-ETFs
Einen Index kann man nicht direkt an der Börse kaufen, jedoch kann man mit einem ETF das eigene Depot um deutsche Aktienwerte erweitern. Ein ETF, also ein passiver Indexfonds, bildet den Index so genau wie möglich nach. Neben der Transparenz eines DAX-ETFs gibt es den Vorteil der niedrigen Kosten: ETFs sind deutlich günstiger als aktiv gemanagte Investmentfonds.
Alternativen zu DAX-ETFs
Wer viel Kapital in deutsche Blue Chips investieren möchte, kann als Alternative zu ETFs auch versuchen, die DAX-40-Aktien selbst zu kaufen. Der unmittelbare Vorteil eines solchen Selfmade-DAX-Depots sind die eingesparten ETF-Gebühren. Alle DAX-Aktien selbst zu halten hat jedoch Nachteile: Es ist aufwendig in Umsetzung und Rebalancing und verursacht höhere Transaktionskosten. Für die meisten Anleger bleibt der ETF die praktischere Lösung.
Fazit: DAX-ETFs bleiben ein solider Baustein für deutsche Aktien
Da die DAX-ETFs den deutschen Leitindex nahezu 1:1 abbilden, unterscheiden sie sich in ihrer Rendite nur geringfügig. Ausschlaggebend sind vor allem Kosten, Fondsgröße und Ertragsverwendung. Mit einem DAX-ETF bekommst Du alle 40 Werte des Index anteilig, ohne Einzelaktien kaufen zu müssen. Wichtig bleibt: Der DAX ist konzentriert und volatil und sollte in einem gut diversifizierten Depot eher als Ergänzung zu einem breiten Welt-ETF dienen. Wer das im Blick behält, findet in den großen, günstigen DAX-ETFs von iShares, Xtrackers, Deka und Amundi solide Bausteine für den langfristigen Vermögensaufbau.
ETF auf DAX-Werte: In deutsche Aktien investieren
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Unser Tipp: Bei Scalable Capital kannst Du rund 1700 PRIME ETFs - darunter iShares, Xtrackers und Amundi - von 7:30 bis 23 Uhr gebührenfrei handeln und dauerhaft kostenlos besparen. Monatliche Sparraten schon ab 1 €.
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