Cloud Computing ETF: In den digitalen Wandel investieren
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Datenverwaltung und Software-Angebote werden immer häufiger in eine virtuelle Datenwolke verlagert. Du musst die Software nicht selbst kaufen. Die Rede ist von Cloud Computing, das mehr und mehr an Bedeutung gewinnt. Du kannst in einen ETF darauf investieren.
Stand: Juli 2026. Cloud Computing ist längst das Rückgrat der digitalen Wirtschaft: Von Streaming über Online-Banking bis zu KI-Anwendungen läuft nahezu alles über Rechenzentren, die IT-Ressourcen wie Speicher, Software und Rechenleistung über das Internet bereitstellen. Wer an diesem Wachstum teilhaben möchte, kann in spezialisierte Cloud-Computing-ETFs investieren. In diesem Ratgeber zeigen wir Dir die aktuell in Deutschland handelbaren UCITS-ETFs, ihre Kosten, ihre größten Positionen und die Risiken, die Du kennen solltest.
Cloud Computing: Was steckt dahinter?
Unternehmen und Privatpersonen nutzen IT-Ressourcen wie Speicherkapazität, Software oder Rechenleistung über das Internet, ohne selbst in teure Hardware investieren zu müssen. Diese Ressourcen liegen in der sogenannten Cloud, also in großen Rechenzentren, die von überall aus erreichbar sind. Ein verbreitetes Modell ist "Software as a Service" (SaaS): Die Software wird nicht gekauft, sondern gegen eine laufende Gebühr genutzt und ist stets auf dem aktuellen Stand.
Für Unternehmen bedeutet das geringere Fixkosten, hohe Flexibilität und weniger Wartungsaufwand. Sicherheit ist dabei ein zentrales Thema: Anbieter setzen auf moderne Verschlüsselung und Sicherheitsprotokolle, um Daten vor unberechtigtem Zugriff und Ausfällen zu schützen. Wenn Du Dich grundsätzlich für regelmäßiges Investieren interessierst, ist auch ein Blick auf ETF-Sparpläne mit automatischer Wiederanlage der Ausschüttungen lohnenswert.
Der Wachstumsmarkt Cloud Computing
Cloud Computing gilt weiterhin als einer der wichtigsten Wachstumsmärkte. Treiber sind die fortschreitende Digitalisierung, der Ausbau von 5G und vor allem der enorme Bedarf an Rechenleistung durch künstliche Intelligenz. Große Anbieter wie Amazon Web Services (AWS), Microsoft Azure und Google Cloud dominieren die Infrastruktur, während zahlreiche kleinere Software- und SaaS-Firmen spezialisierte Cloud-Dienste liefern.
Die typischen Vorteile von Cloud-Diensten für Unternehmen im Überblick:
- Einsparung von Speicherkapazität und teurer Hardware
- Software ist immer aktuell, Updates übernimmt der Anbieter
- Wartung von Software und Rechenleistung liegt beim Cloud-Anbieter
- Hohe Flexibilität und Skalierbarkeit je nach Bedarf
- Zugriff von überall über mobile Endgeräte
Cloud-Computing-ETFs: Abgrenzung zu breiten Tech-ETFs
Ein Cloud-Computing-ETF ist kein breiter Technologie-ETF. Breite Tech-Indizes wie der Nasdaq-100 werden von wenigen Schwergewichten wie Apple, Microsoft und Nvidia dominiert. Cloud-ETFs setzen dagegen gezielt auf Unternehmen, die einen Großteil ihres Umsatzes mit Cloud-Bereitstellungsmodellen erzielen, und gewichten häufig gleichmäßiger. Das Ergebnis ist ein kleinerer, spezialisierter und oft deutlich schwankungsanfälligerer Aktienkorb mit hohem Anteil an mittelgroßen SaaS-Wachstumswerten.
Konkret heißt das: Ein Cloud-ETF ist ein Themen- beziehungsweise Sektorbaustein, kein Basisinvestment. Er eignet sich als Beimischung zu einem breit gestreuten Weltportfolio, nicht als dessen Ersatz. Wer sein Depot ohnehin schon breit über einen Welt-ETF abdeckt, sollte den Cloud-Anteil bewusst klein halten. Interessierst Du Dich für andere Nischen, kann etwa ein UmweltBank ETF oder ein FTSE 100 ETF eine Alternative sein.
Aufnahmekriterien der Cloud-Indizes
Die spezialisierten Cloud-Indizes definieren klare Aufnahmekriterien. Beim BVP Nasdaq Emerging Cloud Index, den der WisdomTree-ETF abbildet, orientieren sich die Regeln an den von Bessemer Venture Partners (BVP) entwickelten Kriterien:
- Das Unternehmen muss auf Cloud Computing ausgerichtet sein und einen wesentlichen Teil seines Umsatzes über ein Cloud-Bereitstellungsmodell erwirtschaften.
- Es ist ein attraktives Umsatzwachstum erforderlich. Neuaufnahmen müssen in den letzten Geschäftsjahren zweistellig gewachsen sein; für Bestandswerte gelten niedrigere Schwellen.
- Es gelten Mindestanforderungen an Marktkapitalisierung und tägliches Handelsvolumen, um ausreichende Liquidität sicherzustellen.
Der First Trust Cloud Computing UCITS ETF bildet dagegen den ISE Cloud Computing Index ab, der ähnliche, aber nicht identische Kriterien nutzt. Die genaue Zusammensetzung unterscheidet sich daher spürbar zwischen den ETFs. Ein Blick in das jeweilige Factsheet vor dem Kauf lohnt sich.
Handelbare Cloud-Computing-ETFs im Überblick (Stand: Juli 2026)
In Deutschland sind derzeit vor allem zwei etablierte, ausreichend liquide UCITS-ETFs auf Cloud Computing handelbar. Beide sind physisch replizierend und thesaurierend (Erträge werden automatisch wieder angelegt). Die folgenden Werte haben wir über justETF sowie die Emittenten- und Datenanbieter-Angaben (extraETF, Finanzfluss) geprüft.
First Trust Cloud Computing UCITS ETF, ISIN IE00BFD2H405 (WKN A2N9EF)
Der 2018 aufgelegte ETF ist mit einem Fondsvolumen von rund 320 Millionen Euro der größte in dieser Auswahl. Er bildet den ISE Cloud Computing Index physisch ab, ist thesaurierend und hält rund 62 Titel. Der US-Anteil liegt bei etwa 83 Prozent. Zu den größten Positionen zählen DigitalOcean, Oracle, Dell Technologies, Nutanix, Amazon, IBM und Alphabet. Die Gesamtkostenquote (TER) beträgt 0,60 Prozent pro Jahr.
WisdomTree Cloud Computing UCITS ETF, ISIN IE00BJGWQN72 (WKN A2PQVE)
Dieser 2019 aufgelegte ETF bildet den BVP Nasdaq Emerging Cloud Index physisch ab und ist thesaurierend. Das Fondsvolumen liegt bei rund 240 Millionen Euro, die TER bei 0,40 Prozent pro Jahr und damit unter der des First-Trust-Produkts. Der Index setzt stark auf mittelgroße, schnell wachsende Cloud- und SaaS-Werte und wird annähernd gleichgewichtet. Zu den Positionen zählen unter anderem DigitalOcean, Datadog, CrowdStrike, Palo Alto Networks, Snowflake und Twilio. Die deutsche Handelslinie DE000A2PQ364 bezieht sich auf denselben Fonds (identische WKN A2PQVE).
Kleiner und weniger liquide: Global X Cloud Computing UCITS ETF, ISIN IE00BMH5YF48
Neben den beiden Schwergewichten gibt es den Global X Cloud Computing UCITS ETF (TER 0,55 Prozent, physisch, thesaurierend). Sein Fondsvolumen ist mit einem einstelligen bis niedrigen zweistelligen Millionenbetrag jedoch sehr klein. Das bedeutet größere Handelsspannen und ein latentes Risiko einer Fondsschließung. Für die meisten Anlegerinnen und Anleger sind die beiden größeren ETFs daher die naheliegendere Wahl.
Wichtig zu wissen: Der früher ebenfalls verfügbare Fidelity Cloud Computing UCITS ETF (ehemalige ISINs IE00BMYDBM76 bzw. IE000M0ZXLY9) wurde inzwischen aufgelöst beziehungsweise verschmolzen und ist nicht mehr handelbar. Achte deshalb immer auf die aktuelle ISIN und den Handelsstatus, bevor Du eine Order aufgibst.
Diese Risiken solltest Du kennen
So aussichtsreich das Thema ist: Cloud-ETFs sind risikoreiche Nischeninvestments. Die wichtigsten Punkte ehrlich benannt:
- Themen- und Klumpenrisiko: Der Fokus auf einen einzigen Sektor bündelt das Risiko. Läuft die Branche schwach, gibt es kaum Ausgleich durch andere Bereiche.
- Hohe Bewertungen: Viele Cloud- und SaaS-Aktien werden mit hohen Umsatzmultiplikatoren gehandelt. Enttäuschen Wachstum oder Zinsumfeld, können die Kurse deutlich fallen.
- Hohe Volatilität: Cloud-ETFs schwanken spürbar stärker als breite Weltindizes. Größere zwischenzeitliche Verluste sind normal und wurden in der Vergangenheit auch erreicht.
- Regionen- und Währungsrisiko: Der sehr hohe US-Anteil bringt ein erhebliches Dollar-Währungsrisiko mit sich.
- Liquiditäts- und Schließungsrisiko: Kleine Fonds können geschlossen werden, wie das Beispiel Fidelity zeigt.
Als Faustregel gilt: Ein Cloud-ETF gehört, wenn überhaupt, als kleine Beimischung ins Depot und braucht einen langen Anlagehorizont sowie die Bereitschaft, starke Schwankungen auszuhalten.
Wie Du einen Cloud-Computing-ETF kaufst
Cloud-Computing-ETFs kaufst Du wie jeden anderen ETF über ein Wertpapierdepot, per Einmalanlage oder als Sparplan. Für regelmäßige Sparpläne bieten sich moderne Neobroker an. Bei Trade Republic etwa lassen sich viele ETFs sparplanfähig und kostengünstig besparen; auch Scalable Capital ist eine verbreitete Wahl für ETF-Sparpläne. Prüfe vor der Eröffnung stets, ob der gewünschte ETF (per ISIN) beim jeweiligen Broker sparplan- und handelbar ist sowie welche Ordergebühren anfallen. Einen Überblick über passende Apps findest Du in unserem Vergleich der besten mobilen Apps für ETFs und Sparpläne.
Fazit: Chancenreiche Beimischung mit hohem Risiko
Cloud Computing bleibt ein struktureller Wachstumsmarkt, zusätzlich befeuert durch den KI-Boom. Für Anlegerinnen und Anleger, die gezielt darauf setzen wollen, sind der First Trust Cloud Computing UCITS ETF (0,60 Prozent TER, größeres Volumen) und der günstigere WisdomTree Cloud Computing UCITS ETF (0,40 Prozent TER) die beiden zentralen, handelbaren Optionen. Beide sind aber ausdrücklich Themenbausteine mit Klumpenrisiko, hoher Bewertung und starker Volatilität, keine Basisanlage. Sinnvoll sind sie am ehesten als kleine, langfristige Beimischung zu einem breit gestreuten Weltportfolio. Interessierst Du Dich für weitere Bausteine, kann auch ein Platin ETF als Diversifikation einen Blick wert sein.
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Unser Tipp: Bei Scalable Capital kannst Du rund 1700 PRIME ETFs - darunter iShares, Xtrackers und Amundi - von 7:30 bis 23 Uhr gebührenfrei handeln und dauerhaft kostenlos besparen. Monatliche Sparraten schon ab 1 €.
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