Neue ETFs zur Digital Economy, Future Mobility & Disruptive Technologies
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MSCI ist schon ein Markenname, wenn es um Indizes für ETFs geht. Lyxor hat mit Lyxor MSCI Digital Economy ESG Filtered, Lyxor MSCI Disruptive Technologies ESG Filtered, Lyxor MSCI Future Mobility ESG Filtered und Lyxor MSCI Millennials ESG Filtered einige neue ETFs auf MSCI-Indizes herausgebracht.
Wer vor ein paar Jahren in die vier Lyxor-Themen-ETFs zur digitalen Wirtschaft, zu disruptiven Technologien, zur Zukunft der Mobilität oder zur Millennials-Generation investiert hat, sucht die Produkte heute vergeblich unter ihrem alten Namen. Die Marke Lyxor existiert nicht mehr. Geschlossen wurden die Fonds deshalb aber nicht: Sie laufen weiter, nur unter dem Dach von Amundi und teils mit neuem Namen. Dieser Beitrag ordnet ein, was aus den Produkten geworden ist, was sie heute kosten und für wen sie sich überhaupt eignen.
Stand: Juni 2026. Alle Kosten- und Volumenangaben haben wir mit den Amundi-Factsheets und justETF abgeglichen.
Was mit Lyxor passiert ist
Amundi, der größte Vermögensverwalter Europas, hat Lyxor 2021 übernommen. In den Jahren danach wurde die Produktpalette zusammengeführt und die Marke Lyxor schrittweise abgewickelt. Bis 2023/24 verschwand der Name Lyxor vollständig aus den ETF-Bezeichnungen. Die ehemaligen Lyxor-Thematic-ETFs tragen heute durchgängig „Amundi" im Namen, behalten aber ihre ursprüngliche ISIN und Wertpapierkennnummer. Wer die Fonds im Depot hat, musste nichts tun; die Umbenennung lief automatisch.
Ein Detail, das viele Anleger überrascht: Mit der Integration änderte sich auch die laufende Kostenquote. Die Factsheets aus der Auflagezeit nannten teils 0,15 Prozent. Heute liegt die Gesamtkostenquote aller vier Fonds bei 0,45 Prozent pro Jahr. Das sind 45 Euro jährlich pro 10.000 Euro Anlagesumme statt 15 Euro. Für Themen-ETFs ist das marktüblich, gegenüber einem breiten Welt-ETF mit 0,12 bis 0,20 Prozent aber spürbar teurer. Diesen Aufpreis zahlt man für die thematische Auswahl, nicht für eine bessere Wertentwicklung.
Die vier Fonds im Überblick
Alle vier ETFs basieren auf gefilterten Sub-Indizes des MSCI ACWI IMI, replizieren physisch und sind thesaurierend, schütten also keine Dividenden aus, sondern legen sie automatisch wieder an. Die wichtigsten Eckdaten:
| ETF (Stand 2026) | ISIN / WKN | TER p.a. | Fondsvolumen |
|---|---|---|---|
| Amundi MSCI Digital Economy UCITS ETF Acc | LU2023678878 / LYX0ZH | 0,45 % | ~103 Mio. € |
| Amundi MSCI Disruptive Technology UCITS ETF Acc | LU2023678282 / LYX0ZG | 0,45 % | ~152 Mio. € |
| Amundi MSCI Smart Mobility UCITS ETF Acc | LU2023679090 / LYX0ZJ | 0,45 % | ~199 Mio. € |
| Amundi MSCI Millennials UCITS ETF Acc | LU2023678449 / LYX0ZL | 0,45 % | ~19 Mio. € |
Eine Auffälligkeit gleich vorweg: Die Fondsvolumina sind über die Jahre gewachsen, bleiben für ETF-Verhältnisse aber klein. Vor allem der Millennials-Fonds dümpelt mit rund 19 Millionen Euro herum. Unter etwa 50 bis 100 Millionen Euro besteht immer das Risiko, dass der Anbieter einen Fonds irgendwann schließt oder verschmilzt, weil er sich nicht mehr rechnet. Genau das passiert mit Nischenprodukten regelmäßig. Wer hier investiert, sollte das im Hinterkopf behalten.
Amundi MSCI Digital Economy (LU2023678878)
Der Fonds wurde am 24. Februar 2020 aufgelegt und bildet inzwischen den MSCI ACWI IMI Digital Economy & Metaverse Filtered Index ab. Der Zusatz „Metaverse" ist neu; der Index wurde nachgeschärft, um auch das Metaverse-Ökosystem abzudecken. Enthalten sind Unternehmen aus Industrie- und Schwellenländern, deren Geschäftsmodell auf die digitale Wirtschaft ausgerichtet ist, gefiltert nach ESG-Kriterien. Das Fondsvolumen liegt bei rund 103 Millionen Euro.
Amundi MSCI Disruptive Technology (LU2023678282)
Aufgelegt am 2. März 2020, bildet dieser ETF den MSCI ACWI IMI Disruptive Technology Filtered Index mit aktuell rund 216 Aktien ab. Im Fokus stehen Unternehmen, deren Geschäft auf bahnbrechende Technologien setzt, von künstlicher Intelligenz bis zu neuen Zahlungssystemen. Mit rund 152 Millionen Euro ist es der zweitgrößte der vier Fonds.
Amundi MSCI Smart Mobility (LU2023679090, ehemals Future Mobility)
Hier gab es die deutlichste Änderung: Der frühere „Lyxor MSCI Future Mobility" beziehungsweise „Amundi MSCI Future Mobility ESG Screened" wurde zum 25. Juni 2025 in Amundi MSCI Smart Mobility UCITS ETF Acc umbenannt. Die ISIN LU2023679090 blieb gleich. Der zugrunde liegende MSCI ACWI IMI Future Mobility Filtered Index deckt Elektrofahrzeuge, autonomes Fahren, Batterietechnik und geteilte Mobilität ab. Mit rund 199 Millionen Euro ist es der größte der vier Fonds, hält aber mit etwa 87 Titeln das konzentrierteste Portfolio.
Amundi MSCI Millennials (LU2023678449)
Der am 10. März 2020 aufgelegte Fonds setzt auf Unternehmen, die vom Konsumverhalten der Millennials-Generation profitieren, von Social Media über Reisen bis zu Wohnen und Fitness. Er bildet den MSCI ACWI IMI Millennials Filtered Index mit rund 223 Aktien ab. Mit etwa 19 Millionen Euro ist er der mit Abstand kleinste der vier und damit auch der wackeligste Kandidat.
Für wen sich diese ETFs eignen
Themen-ETFs sind keine Basis für ein Depot, sondern Beimischung. Wer den Kern seines Portfolios mit einem breiten Welt-ETF abdeckt und an einen bestimmten Megatrend glaubt, kann mit einem dieser Fonds gezielt eine Wette daraufsetzen. Sinnvoll ist das aber nur mit einem überschaubaren Anteil, oft nennt man 5 bis 10 Prozent des Aktienanteils als Obergrenze. Der höhere Preis von 0,45 Prozent und die thematische Konzentration bedeuten höheres Risiko und höhere Schwankungen als beim breiten Markt.
Ein ehrlicher Punkt zur Bespartauglichkeit: Wegen der geringen Fondsvolumina und der Spezialisierung würden wir diese ETFs eher als bewusste Einmalanlage oder kleine Sparplanposition sehen, nicht als Dauer-Sparplan über Jahrzehnte. Beim Millennials-Fonds ist das Schließungsrisiko real genug, um ihn nur mit offenen Augen zu kaufen.
So kaufst oder besparst du die Fonds
Alle vier ETFs sind an deutschen Börsen wie Xetra handelbar und bei den gängigen Brokern verfügbar. Wer kostengünstig und unkompliziert einsteigen will, fährt mit einem Neobroker am besten: Bei Trade Republic und Scalable Capital lassen sich ETFs ohne oder mit minimalen Ordergebühren kaufen, viele ETF-Sparpläne sind kostenlos. Ob ein bestimmter Amundi-Fonds dort sparplanfähig ist, hängt vom jeweiligen Angebot ab; das prüfst du am einfachsten direkt in der Suche des Brokers über die ISIN. Eine breitere Gegenüberstellung findest du in unserem ETF-Broker-Vergleich sowie im Neobroker-Vergleich.
Du bist unsicher, ob ein Themen-ETF überhaupt zu deiner Strategie passt? Dann hilft ein Blick in unseren ETF-Ratgeber, oder du lässt dein Geld automatisiert anlegen; einen Überblick gibt unser Robo-Advisor-Vergleich. Wie sich unterschiedliche Renditen langfristig auswirken, kannst du mit unserem Rendite-Rechner durchspielen.
Fazit
Die vier ehemaligen Lyxor-Themen-ETFs leben weiter, heute als Amundi-Fonds. Wer sie im Depot hat, muss sich keine Sorgen um eine Schließung machen, sollte aber zwei Dinge auf dem Schirm haben: Die Kostenquote liegt mit 0,45 Prozent höher als bei breiten Welt-ETFs, und die Fondsvolumina sind teils klein, beim Millennials-Fonds sogar grenzwertig. Als kleine, bewusste Beimischung zu einem soliden Welt-Portfolio können die Fonds Sinn ergeben, wenn man an den jeweiligen Trend glaubt. Als alleinige Anlage taugen sie nicht.
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