Schwere Zeiten für Anleger: Was ist die beste Geldanlage momentan? 7 Optionen

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Russland befindet sich seit der Nacht zum 24. Februar offiziell in einem Krieg gegen die Ukraine: Die Märkte antworten darauf mit großen Kursverlusten, die sich zu den bisherigen Verlusten seit dem Jahreswechsel noch addieren. Anleger fragen sich daher: Wo soll mein Kapital nun noch hin?

Schwere Zeiten für Anleger: Was ist die beste Geldanlage momentan? 7 Optionen

Wie zur Zeit investieren?

Eine Investition ohne Risiko gibt es nicht. In diesen Zeiten noch viel weniger als zuvor. Der Tech-Index NASDAQ hat seit dem Jahreswechsel 21/22 rund 22 % abgegeben und befindet sich damit offiziell in einem Bärenmarkt - beim weiter gefassten S&P 500 oder dem deutschen DAX sieht es nicht viel besser aus. Seit Kriegsausbruch in der Ukraine ist nicht abwegig, dass auch diese beiden Indizes in den nächsten Tagen und Wochen noch die Schwelle zum Bärenmarkt passieren.

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Daher fragen sich momentan viele Anleger, wie sie die beste Geldanlage für das aktuelle Marktumfeld finden und ob überhaupt noch Renditechanchen kurzfristig möglich sind. Nachfolgend sollen einmal ganz unterschiedliche Optionen vorgestellt werden, die sich häufig auch miteinander kombinieren lassen. Ohne Risiko sind diese weder generell noch zur Zeit. Du solltest dir also immer bewusst sein, dass wir in sehr unsicheren und problematischen Zeiten leben, was auf die Kapitalmärkte zweifelsfrei großen Einfluss nimmt.

Was sind die Unsicherheiten?

  • der Krieg in der Ukraine
  • die daraus resultierenden Spannungen zwischen Ost und West
  • Sanktionen, die die Wirtschaft belasten
  • eine bereits seit mehr als einem Jahr historisch hohe Inflationsrate
  • eine straffere Geldpolitik der Notenbanken, um der Inflation Herr zu werden

Besonders gefährlich wird von Experten momentan dieser Umstand eingeschätzt: Während die Ukraine wirtschaftlich keinen nennenswerten Einfluss auf die internationalen Kapitalmärkte hat, trifft das auf Russland nicht zu. Bereits seit einem Jahr steigen die Energiepreise drastisch an. Mit einem Wegfall der Lieferungen Russlands zum Westen ist da keine Erholung, sondern eine Verschärfung in Sicht. Die durch den Kriegszustand anziehenden Energiepreise könnten also die Inflation noch weiter verschärfen, trotz allen Maßnahmen der Notenbanken.


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Hast Du Dir für 2021 vorgenommen, zu sparen, um für das Alter vorzusorgen, kommt es auf die richtige Geldanlage an. Tagesgeld, Festgeld und Sparbücher sind zwar sicher, doch bringen sie kaum Erträge. Besser kann ein ETF sein, der eine gute Rendite verspricht. Wie sieht es mit Gold aus?
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Möchtest Du in ETFs, Aktien oder andere Wertpapiere investieren, benötigst Du ein Wertpapierdepot. Bei den Online-Banken und Online-Brokern wird es meistens kostenlos angeboten. Hast Du ein solches Depot, kannst Du zumeist auch Sparpläne eröffnen. Der Vergleich informiert über die Konditionen.

Simultan droht aus diesem Grund zur Zeit ein weiteres Risiko: das der Stagflation. Dieser Umstand bezeichnet eine grassierende Inflation in Kombination mit einer schrumpfenden Wirtschaft - also die schlechteste Situation aller denkbaren Optionen. Nach der Corona-Pandemie ist die Weltwirtschaft weiterhin fragil, die Lieferketten längst nicht vollständig wieder hergestellt.

Käme es nun durch Krieg und damit verbundenen Sanktionen zu einer (deutlich) reduzierten Weltwirtschaftsleistung, während sich die Inflation weiterhin auf hohem Niveau hält oder sogar noch verschlimmert, könnte eine Stagflation zu einer ausgewachsenen Weltwirtschaftskrise führen - und die Notenbanken hätten der, aufgrund des sowieso schon historisch niedrigen Leitzinses, nur wenig entgegenzusetzen.

Was also ist die beste Geldanlage, vielleicht sogar ohne Risiko, zur Zeit?

Option A: Die beste Geldanlage ohne Risiko - und ohne Rendite

Die erste Option, die momentan in Frage kommt, ist gar nichts zu tun. Das Geld kann entweder in Cash beziehungsweise auf dem Sparbuch oder Tagesgeldkonto geparkt werden. In allen drei Situationen wird es gar keine Rendite erzielen oder zumindest keine, die ihren Namen verdient hätte. Aufgrund des historisch niedrigen Leitzinses werden Sparbuch und Tagesgeld nicht oder nur sehr geringfügig verzinst, Bargeld selbst rentiert sowieso nicht.

Als "beste Geldanlage" qualifizieren sich alle drei Optionen sicherlich nicht, aber sie sind zumindest ohne Risiko eines Verlustes. Selbiger manifestiert sich bei den drei Varianten ausschließlich im Verlust der Kaufkraft, also das, was die Inflation auffrisst. Im übertragenen Sinne wäre die Rendite also der Teil, den man zwischen Inflation und Kursverlusten bei anderen Geldanlagen verliert.

Investierst du beispielsweise breitgestreut in einen All World Index und der fällt von heute an um weitere 20 %, während die Inflation aber nur 6 % deines Geldes auf dem Tagesgeldkonto frisst, dann hasst du im Endeffekt fast so etwas wie eine Rendite erzielt - indem du deine Verluste um die Differenz (14 %) minimiert und deine Kaufkraft folglich stärker erhalten hast.

Option B: Rohstoffe und Edelmetalle

Gold ist für viele Befürworter sowieso die beste Geldanlage, ganz besonders seit der längste Bullrun aller Zeiten für stolze Bewertungen an den westlichen Aktienmärkten sorgte. In Kriegs-, Krisen- und Inflationszeiten ist Gold aber auch historisch eine sehr gute Wahl. Dabei musst du dir generell die Frage stellen, für welchen "Ernstfall" du dich wappnest.

Gold im Depot, zum Beispiel über XETRA-Gold, ist sehr günstig und nach einem Jahr sogar steuerfrei. Viele Gold-Befürworter, insbesondere zur Zeit, halten aber nur wenig von dem Papiergold im Depot. Die Argumentation ist dann, dass Gold eine Absicherung gegen den ernstesten aller Fälle ist und es nichts bringt, wenn es nur in Papierform bei der Bank liegt. Diese Anleger argumentieren folglich, dass nur eine Investition in physisches Gold in Frage kommt - also in Form von Barren oder Münzen.

Gold ist nicht ohne Risiko, selbiges ist aber überschaubar. Gold hat über Jahrzehnte und -hunderte bewiesen, dass es die Kaufkraft verlässlich hält. Die tatsächliche Rendite nach Inflation ist entsprechend gering und kaum vorhanden. In Krisenzeiten ist es manchmal aber besser, einfach nur weniger Kaufkraft zu verlieren als der Rest.

Rohstoffe kommen ebenso in Frage, vor allem für Anleger, die die momentan beste Geldanlage für einen kurz- bis mittelfristigen Zeitraum suchen. Russland ist auf globaler Ebene ein wichtiger Rohstofflieferant, unter anderem von Palladium, Öl und Gas. Durch Sanktionen und politische Eingriffe wird der Westen fortan folglich mit weniger Energie auskommen müssen, was das Angebot-Nachfrage-Verhältnis zu Gunsten der großen westlichen Energiekonzerne verschiebt.

Rohstoff-ETFs im Vergleich: Wertentwicklung breit abbilden
Rohstoffe sind vielseitig - und befinden sich mitunter erst am Anfang einer mehrjährigen Boomphase. Rohstoff-ETFs und ETCs bieten eine gute Möglichkeit breit gestreut zu investieren.

Diese könnten mit steigendem Energiebedarf, attraktiven Bewertungen und einer anständigen Dividende auch für Anleger interessant bleiben, die ihr Depot momentan etwas passiver und mehr in Richtung kontinuierlicher Erträge aufstellen möchten.

Option C: Immobilien als beste Geldanlage ohne Risiko?

Manch Anleger bevorzugt in diesen fordernden Zeiten "etwas" in der Hand zu haben: zum Beispiel das vermeintliche "Betongold". Traditionell sind Immobilien eine relativ sichere Anlage, zur Zeit ist aber auch hier zu bedenken, dass der Immobilienmarkt enorm überhitzt ist. Die Bundesbank warnte kürzlich von Überbewertungen bis zu 40 %. Gepaart mit einem schon baldig steigenden Leitzins, könnte das neue Betongold-Eigentümer schon bald vor Probleme stellen, wenn sich die Rate bei einer Refinanzierung nach Ablauf der Zinsbindung plötzlich um mehrere hundert Euro steigert - und simultan der Wert der Immobilie nach unten korrigiert.

Immobilien-ETF: Dividenden kassieren mit Betongold
Ein ETF auf Immobilien verspricht eine gute Rendite. Was Du für Deine Investition bekommst, hängt vom gewählten Immobiliensektor und der Anlageregion ab. Ein ETF bietet den Vorteil, dass Du keine einzelnen Immobilien erwerben musst und schon vergleichsweise geringe Beträge investieren kannst.

Ohne Risiko sind Immobilien also keinesfalls. Eigentümer, die sich mit großzügigen Fremdkapital- oder sogar 100-Prozent-Finanzierungen übernommen haben, könnten in den nächsten Jahren vor der Zwangsversteigerung stehen, wenn die eigene Liquidität den reduzierten Buchwert und steigende Refinanzierungskosten nicht mehr auffangen kann. Simultan stehen bis zur nächsten Refinanzierung mitunter kostspielige energetische Modernisierungen auf dem Programm, die die amtierende Regierung vorschreibt. Eigentümer müssen dafür, simultan zu allen anderen Kosten, also auch noch eine Rücklage bilden.

Option D: Defensive Aktien

Inflation, steigende Zinsen und Krieg sind für Aktien generell nicht gut, sie sind aber weniger schlecht für defensive Werte, die idealerweise bereits seit Jahrzehnten fest im Sattel sitzen und eine steigende Dividende zahlen. Die hohen Energiekosten werden aber auch an deren Margen knabbern. Trotzdem ist ein defensiv aufgestelltes Portfolio in Krisenzeiten relativ interessant für alle Anleger, die investiert bleiben möchten und langfristig denken.

Zu den defensiven Titeln gehören Unternehmen wie Coca Cola, die Allianz oder beispielsweise Johnson & Johnson, wobei speziell die Medizin- und Pharmabranche zuletzt aufgrund von Corona bereits recht gut lief. Große Ketten, wie Walmart, oder kleinere Einzelhändler kämen ebenso in Frage.

Option E: Weiterhin marktbreit investieren

Alle Anleger, die pauschal der Markteffizienzhypothese vertrauen, könnten weiterhin marktbreit investieren. Langfristig hat sich das bisher seit es den Kapitalmarkt gibt immer ausgezahlt. ETFs wie der Vanguard All-World, iShares World oder der Emerging Markets ETF von iShares haben zur Zeit, aufgrund der fallenden Indizes, deutlich Federn gelassen.

Das könnte für Anleger, die momentan Geld investieren möchten, also eine gute Einstiegsgelegenheit abgeben. Die Rendite für das gesteigerte Risiko könnten sie dann, wenn die Welt ihre Krisen überwunden hat, in einigen Jahren einfahren. Trotzdem braucht es dafür auch ein robustes Nervengerüst, denn aktuell ist gar nicht abzusehen, wie weit die Märkte und damit auch diese marktbreiten ETFs noch korrigieren.

Option F: Kryptowährungen

Ohne Risiko sind die sicherlich nicht, die beste Geldanlage wohl auch eher nicht. Momentan befinden sich Bitcoin, Ethereum und Co. zudem im freien Fall. Zur Zeit musst du also mit Verlusten rechnen, denn es ist sehr unwahrscheinlich, dass du mit deinem Investment exakt den Boden triffst.

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Der Bitcoin (BTC) gilt nach wie vor als die Nummer Eins unter den digitalen Devisen. Der Kurs ist mittlerweile wieder deutlich gestiegen. Das macht ihn für Anleger wieder attraktiv. Die digitale Devise kannst Du direkt kaufen, doch gibt es auch börsengehandelte Produkte.

Wenn sich die explosiven Wert- und Kurssteigerungen der Kryptowährungen in einigen Jahren fortsetzen sollten, wärst du aber der große Profiteur. Auch diese Geldanlage kommt daher nur in Frage für Anleger, die gewillt sind eine potentiell hohe Rendite mit einem hohen Risiko zu zahlen.

Option G: Anleihen

Unternehmensanleihen von finanziell gut aufgestellten Unternehmen oder Staatsanleihen sind weitere Optionen. Letztere verzinsen aber nur sehr schlecht und schlagen nicht einmal die Inflation. Unternehmensanleihen für gewöhnlich auch nicht. Ein Risiko gibt es zumindest bei Staatsanleihen in großen, stabilen Weststaaten kaum, bei Unternehmensanleihen ist es schon höher. Du würdest dann zur Zeit sehr defensiv investieren und müsstest dir überlegen, ob du die Anleihen in einigen wenigen Jahren profitabel loswirst oder bis zum letzten Coupon wartest.

Momentan kämen Anleihen daher nur für Anleger in Frage, die gern auf künftige Rendite verzichten, ihren eigenen Kaufkraftverlust durch die Inflation minimieren und zugleich nur ein sehr geringes Risiko tragen möchten.

Was also bleibt, ist die momentane Unsicherheit: Und die wird so schnell nicht verschwinden, wenn im Osten Europas weiter Krieg herrscht und simultan Inflation grassiert.

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