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10.000 Euro mit ETFs anlegen: 4 Möglichkeiten im Vergleich (Update 2026)

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10.000 Euro sind eine Menge Geld: mit der du dir wahlweise besondere Wünsche erfüllen oder diese gewinnbringend beziehungsweise fürs Alter anlegen kannst. Hier erfährst du, wie du 10.000 Euro auf unterschiedliche Weise in ETFs investierst - mit langfristigem Anlagehorizont.

10.000 Euro mit ETFs anlegen: 4 Möglichkeiten im Vergleich (Update 2026)

Ist aktuell ein guter Zeitpunkt, um 10.000 Euro anzulegen?

Wir schreiben das Jahr 2026. Hinter uns liegt ein erfreuliches Börsenjahr 2025, das vielen Anlegern ein Lächeln ins Gesicht gezaubert hat. Gleichzeitig haben sich die Zinsen nach den turbulenten Vorjahren auf einem stabilen Niveau von rund 2 % eingependelt. In diesem Umfeld stellen sich viele Sparer zu Recht die Frage: Soll ich meine 10.000 Euro jetzt investieren oder lieber noch warten?

Diese Frage stellt sich jeder Anleger, vor allem dann, wenn die 10.000 Euro mühselig zusammengespart wurden. Jeder kennt das Horrorszenario, dass eine Investition im Hier und Jetzt ungefähr einer Investition kurz vor dem Zusammenbruch der DotCom-Blase oder der Finanzkrise 06/07 entsprechen könnte – und man dann Jahre oder Jahrzehnte benötigt, um das Kapital überhaupt erst einmal wieder "reinzuholen". Doch im Jahr 2026, mit einer stabilisierten Geldpolitik und soliden Unternehmensgewinnen, sieht die Welt anders aus als in diesen Krisenszenarien.

Trotzdem ist die Angst vor dem Allzeithoch, wie sie im Fachjargon gern bezeichnet wird, im Regelfall unbegründet. Natürlich kann es vorkommen: Du investierst heute deine 10.000 Euro, morgen passiert etwas Unvorhergesehenes und plötzlich hast du sechs Monate später -50 % im Depot stehen – die Hälfte des Geldes also buchmäßig verloren. Genauso ist das Gegenteil denkbar. Vielleicht investierst du das Kapital heute, es kommt noch viele Jahre zu keinem Crash und zu kaum merklichen Korrekturen und in ein paar Jahren hast du über +100 % im Depot stehen – und selbst mit einem Crash würdest du wohl nicht in die roten Zahlen rutschen.

Rein statistisch gesprochen, ist die Chance für das zweite Szenario weitaus höher. Außerdem zeigen Statistiken ebenfalls, dass erfolgreiches Markttiming sowieso primär Glückssache ist. Wie es Anleger-Legende Warren Buffett einmal formuliert: "Time in the market beats timing the market". Getreu diesem Motto ist dein Geld also immer "schnellstmöglich" am besten investiert – ohne Zeit zu verlieren, die man auf vermeintliche Crashs oder Korrekturen wartet.

Rechenbeispiel: Die Macht des Zinseszinses bis 2046

Um zu verdeutlichen, warum das Warten meist die schlechtere Option ist, lohnt sich ein Blick auf die Mathematik. Gehen wir von einer konservativen, durchschnittlichen Marktrendite von 7 % pro Jahr aus, wie sie der MSCI World oder der Vanguard All-World in den letzten Jahrzehnten im Schnitt geliefert haben. Wenn du heute, im Jahr 2026, deine 10.000 Euro anlegst und sie für 20 Jahre nicht anrührst:

  • Startkapital: 10.000 Euro
  • Laufzeit: 20 Jahre
  • Rendite p.a.: 7 %
  • Endkapital: ca. 38.697 Euro

Aus deinen 10.000 Euro werden also fast 39.000 Euro, allein durch die Kraft des Zinseszinses. Wer hingegen auf den "perfekten Einstieg" wartet und das Geld 5 Jahre lang unverzinst (oder zu mickrigen Zinsen unterhalb der Inflation) liegen lässt, verliert den wertvollsten Faktor beim Investieren: die Zeit. Selbst in einem Umfeld von 2 % Zinsen auf dem Tagesgeldkonto – was wir aktuell 2026 wieder sehen – kann die Kaufkraft deines Geldes durch die Inflation schleichend entwertet werden, wenn du nicht auch in Sachwerte wie Aktien investierst.

Aktuelle Daten zeigen, dass ein 100%iges MSCI World Aktien-ETF-Portfolio in den letzten zehn Jahren eine kumulierte Wachstumsrate von über 200 % erzielt hat. Die besten ETFs auf den MSCI World bieten eine durchschnittliche Jahresrendite von etwa 13 % für den Zeitraum der letzten fünf Jahre bis 2025. Diese Zahlen verdeutlichen, dass langfristiges Investieren in den Markt, auch bei hohen Bewertungen, historisch gesehen fast immer die richtige Entscheidung war.

Zusätzlich ist es wichtig, die aktuellen makroökonomischen Entwicklungen zu berücksichtigen. Die Inflation hat sich in vielen Ländern normalisiert, und die Zentralbanken halten die Zinssätze stabil bei etwa 2 %, um die Wirtschaft zu stützen, ohne die Inflation neu zu entfachen. Dies schafft ein solides Fundament für Aktienmärkte. Daher bleibt die Empfehlung bestehen: Investiere langfristig und versuche nicht, den Markt zu timen. Mehr dazu findest du in unserem Artikel über Wirtschaftskrisen und wie sie vermieden werden können.


Online Broker Vergleich 2026: Bestes Depot für ETF & Aktien
Der Broker kann zwar nicht die Rendite deiner Aktien und ETFs beeinflussen, aber durch möglichst geringe Kosten exzellente Grundvoraussetzungen für eine positive Entwicklung schaffen. Hier zeigen wir dir, bei welchem Broker und in welchem Depot 2026 deine Aktien und ETFs am besten aufgehoben sind.

Strategien 2026: Wie du deine 10.000 Euro jetzt anlegst

Im Jahr 2026 haben sich drei dominante Strategien herauskristallisiert, je nachdem, wie viel Sicherheit du benötigst und wie viel Risiko du tragen kannst. Während Festgeld früher der Standard für Sicherheit war, bieten moderne ETFs heute flexiblere Lösungen, insbesondere da wir uns in einer Zinsphase von stabilen ~2 % bewegen.

Strategie 1: Safety First – 10.000 Euro im Geldmarkt-ETF (DBX0AN)

Für Anleger, die ihre 10.000 Euro vielleicht in 1-2 Jahren für eine Immobilienfinanzierung oder ein neues Auto benötigen, sind Aktien zu riskant. Doch das klassische Tagesgeldhopping ist mühsam. Die Lösung im Jahr 2026 heißt Geldmarkt-ETF, spezifisch der Xtrackers II EUR Overnight Rate Swap UCITS ETF (ISIN: LU0290358497), oft einfach kurz "DBX0AN" genannt.

Warum dieser ETF?
Dieser ETF bildet den sogenannten €STR (Euro Short-Term Rate) ab. Das ist der Zinssatz, zu dem sich Banken über Nacht Geld leihen. Da die EZB die Zinsen aktuell stabil hält, erhältst du mit diesem ETF quasi den "Bankenzins" von rund 2 % (abzüglich minimaler Kosten von 0,10 % TER), und das börsentäglich verfügbar.

Der Vorteil gegenüber Festgeld:
Während du bei Festgeld dein Kapital oft für 12 oder 24 Monate bindest, kannst du Anteile am DBX0AN jederzeit während der Börsenöffnungszeiten verkaufen. Du bist also liquide wie auf dem Tagesgeldkonto, bekommst aber oft bessere Konditionen als bei der Durchschnittsbank, die die Zinsen nicht immer 1:1 an die Kunden weitergibt. In einem Umfeld von 2 % Zinsen ist dies der ideale Parkplatz für den "risikofreien" Teil deines Portfolios.

Strategie 2: The Growth – 10.000 Euro in den Welt-Markt

Du brauchst das Geld die nächsten 15 Jahre nicht? Dann ist die reine Aktien-Strategie nach wie vor der Königsweg. Hierbei investierst du die vollen 10.000 Euro in einen weltweit gestreuten ETF. Der Klassiker bleibt auch 2026 der Vanguard FTSE All-World UCITS ETF.

Dieser ETF enthält über 3.700 Unternehmen aus Industrie- und Schwellenländern. Du kaufst mit einer einzigen Transaktion quasi die "Welt AG". Nach dem guten Börsenjahr 2025 sind die Kurse zwar gestiegen, aber langfristig folgen die Aktienkurse den Unternehmensgewinnen. Wer heute investiert, setzt darauf, dass die Weltwirtschaft auch in den 2030er Jahren weiter wachsen wird.

  • Ausschüttende Variante (Dist): ISIN IE00B3RBWM25 – Ideal, um den Steuerfreibetrag (Sparerpauschbetrag) von 1.000 Euro auszunutzen.
  • Thesaurierende Variante (Acc): ISIN IE00BK5BQT80 – Ideal, wenn du dich um nichts kümmern willst und der Zinseszinseffekt automatisch wirken soll.

Strategie 3: The Balanced – Das 70/30 "Core-Satellite" Portfolio

Vielen Anlegern sind 100 % Aktien zu schwankungsintensiv, aber 100 % Geldmarkt zu renditeschwach. Die goldene Mitte im Jahr 2026 ist eine moderne Interpretation des klassischen Portfolios: 70 % Welt-ETF und 30 % Geldmarkt-ETF.

Anstatt wie früher auf Anleihen-ETFs zu setzen, die in Zeiten steigender Zinsen Kursverluste erleiden können, nutzt man heute den stabilen Geldmarkt als "Sicherheitsanker".

So sieht die Aufteilung für 10.000 Euro aus:

  • 7.000 Euro in den Vanguard FTSE All-World (Der Wachstumsmotor).
  • 3.000 Euro in den DBX0AN (Der Stabilitätsanker).

Das Ergebnis: Wenn der Aktienmarkt um 20 % einbricht (dein 7.000 € Anteil fällt auf 5.600 €), bleibt dein 3.000 € Anteil stabil und wirft sogar weiter 2 % Zinsen ab. Dein Gesamtportfolio schwankt also deutlich weniger. Zudem hast du mit den 3.000 Euro im Geldmarkt immer "Dry Powder" (trockenes Pulver), um im Falle eines Crashs günstig Aktien nachzukaufen (Rebalancing).

Broker-Empfehlungen 2026: Wo solltest du investieren?

Die Wahl des richtigen Depots ist entscheidend, um Kosten zu minimieren und von modernen Features zu profitieren. Im Jahr 2026 haben sich zwei Anbieter besonders hervorgetan, die wir für deine 10.000-Euro-Anlage empfehlen.

Trade Republic: Der Allrounder für Zinsjäger

Trade Republic hat sich von einem reinen Neobroker zu einer vollwertigen Bank entwickelt. Für deine 10.000 Euro ist dies oft die erste Wahl, besonders wegen der Zins-Komponente.

  • 2 % Zinsen auf Cash: Auch wenn du nicht sofort alles investierst, erhältst du auf dein nicht investiertes Guthaben solide 2 % Zinsen p.a. (Stand 2026). Das ist ideal, wenn du dich für eine gestaffelte Investition entscheidest.
  • Saveback-Feature: Ein einzigartiges Feature ist das "Saveback". Wenn du die Trade Republic Karte zum Bezahlen im Alltag nutzt, erhältst du 1 % deiner Ausgaben als Bonus direkt in einen Sparplan deiner Wahl investiert. Bei monatlichen Ausgaben von 1.500 Euro kommen so 15 Euro geschenktes Investmentkapital zusammen – jeden Monat.
  • Kosten: Sparpläne sind komplett kostenlos ausführbar. Einmalkäufe kosten fremdkostenpauschal nur 1 Euro, egal ob du für 100 oder 10.000 Euro kaufst.

Traders Place: Der Profi-Neobroker

Ein weiterer starker Player ist Traders Place. Dieser Broker positioniert sich genau zwischen den ultra-günstigen Neobrokern und den klassischen Banken.

  • Handelsplätze: Während viele Neobroker nur einen Handelsplatz bieten, hast du bei Traders Place Zugriff auf alle relevanten Börsen (gettex, Xetra, Tradegate, etc.). Das garantiert dir auch in turbulenten Marktphasen immer den besten Kurs für deine 10.000 Euro Order.
  • Kostenstruktur: Über den Premium-Partner "gettex" sind Orders ab 500 Euro Ordervolumen oft komplett provisionsfrei (zzgl. marktüblicher Spreads). Für deine 10.000 Euro Einmalanlage zahlst du hier also im Idealfall 0,00 Euro Ordergebühren.
  • Zinsen: Auch Traders Place bietet attraktive Guthabenzinsen, die sich oft dynamisch am EZB-Leitzins orientieren und somit eine echte Konkurrenz zum Tagesgeld darstellen.

Beide Broker sind sicher, reguliert und bieten eine Einlagensicherung bis 100.000 Euro auf das Verrechnungskonto. Deine Entscheidung hängt davon ab, ob du eher den "Lifestyle-Banking"-Ansatz mit Karte und Saveback (Trade Republic) oder den "Trading-Fokus" mit maximaler Börsenauswahl (Traders Place) bevorzugst.

Ausschüttend oder thesaurierend? Steuerliche Aspekte 2026

Eines von beidem ist ein ETF zwangsläufig. Ausschüttend bedeutet, die Erträge aus Dividenden und Sonderausschüttungen werden regelmäßig an dich ausgezahlt, beispielsweise halbjährlich, einmal im Jahr oder je Quartal. Bei einem thesaurierenden Fonds erhältst du die Erträge ebenfalls, aber sie verbleiben im ETF, da sie vom Emittenten direkt reinvestiert werden. Das wiederum unterstützt den Zinseszinseffekt, der langfristiges Anlegen überhaupt erst so rentabel werden lässt.

Möchtest du langfristig anlegen und außerdem noch möglichst effizient mit deiner zu erwartenden Steuerlast umgehen, lohnt es sich den Sparerpauschbetrag im Auge zu behalten. Dieser beziffert sich für alleinstehende Personen auch im Jahr 2026 auf 1.000 Euro im Jahr, das Doppelte (2.000 Euro) für Verheiratete. Alle Kapitalerträge unter diesen 1.000 Euro sind für dich steuerfrei, die 25 % Kapitalertragssteuer (plus Soli und ggf. Kirchensteuer) fällt also nicht an. Es ist steuerlich ratsam, diesen Freibetrag jedes Jahr möglichst auszuschöpfen. So "entlastest" du deine Steuerlast in der Zukunft fortlaufend schon ein wenig.

Die Faustformel für deine 10.000 Euro:
Bei einer angenommenen Dividendenrendite von ca. 2 % (typisch für Welt-ETFs) würdest du bei 10.000 Euro Anlagevolumen etwa 200 Euro Ausschüttungen pro Jahr erhalten. Das liegt weit unter dem Freibetrag von 1.000 Euro. Daher ist für diese Summe ein ausschüttender ETF oft die psychologisch nettere Wahl, da du erste Erfolge auf dem Konto siehst, ohne Steuern zu zahlen. Sobald dein Depot jedoch die 50.000-Euro-Marke knackt, solltest du auf thesaurierende ETFs umschwenken.

Es ist auch wichtig zu beachten, dass sich die steuerlichen Rahmenbedingungen ändern können. Daher ist es ratsam, regelmäßig die steuerlichen Entwicklungen zu verfolgen. Weitere Tipps zur Steueroptimierung findest du in unserem Artikel über Steuertricks für ETF-Sparer.

Einmalanlage oder gestaffelt?

Diesem Thema haben wir uns im Ansatz schon im Abschnitt zur "Angst vor Allzeithochs" gewidmet. Statistisch gesprochen ist die Situation ganz klar: die kompletten 10.000 Euro sofort reinzustecken bringt historisch die beste Rendite. Der Grund ist simpel: Aktienmärkte steigen öfter, als sie fallen. Jeder Tag, an dem dein Geld nicht investiert ist, ist ein Tag mit entgangener Rendite (Opportunitätskosten).

Doch wir sind keine Roboter. Wenn du den psychologischen Effekt einer solchen Anlage abschwächen möchtest – etwa weil du Sorge hast, genau vor einem Knick zu kaufen – kannst du die Investition auch staffeln:

  • Variante A (Der Kompromiss): Investiere sofort 5.000 Euro. Die restlichen 5.000 Euro legst du auf das verzinstes Verrechnungskonto (z.B. bei Trade Republic für 2 %) und investierst sie über die nächsten 10 Monate in Raten von je 500 Euro per Sparplan.
  • Variante B (Der Vorsichtige): Du richtest einen Sparplan über 1.000 Euro monatlich ein. Nach 10 Monaten ist das Geld voll investiert.

Du solltest aber auch immer bedenken: Wenn du bei einem Broker bist, wo dich solche Transaktionen Geld (Gebühren) kosten, verlierst du so weitere Rendite. Bei modernen Brokern wie Trade Republic oder Traders Place sind Sparpläne jedoch meist kostenlos, weshalb diese Strategie finanziell kaum Nachteile hat – außer der potenziell verpassten Rendite, wenn die Kurse in diesen 10 Monaten stark steigen.

Ein weiterer Vorteil der gestaffelten Investition ist der sogenannte Durchschnittskosteneffekt (Cost-Averaging-Effekt). Dieser besagt, dass du durch regelmäßige Investitionen zu unterschiedlichen Kursen im Durchschnitt einen glatteren Einstiegspreis erzielst. Dies kann besonders in volatilen Marktphasen von Vorteil sein und dich ruhiger schlafen lassen.

Detaillierte ETF-Strategien im Vergleich

Auf die weitere, steuerliche Unterscheidung gehen wir der Übersichtlichkeit ab hier an nicht mehr ein. Nun geht es um das eigentliche Herzstück deiner Anlage: nämlich welche ETFs du dafür auswählst. Wir stellen dir einige der allgemeinen und bewährten Strategien vor, letztlich liegt die Entscheidung aber bei dir - und es ist keinesfalls ein Unding, wenn du aufgrund bestimmter Interessen oder Präferenzen die nachfolgenden Strategien etwas veränderst, anders gewichtest oder ergänzt.

#1 - Der einfachste Standard-Weg: Vanguard FTSE All-World UCITS ETF

Es gibt wohl keinen bekannteren ETF als den Vanguard All-World (ISIN: IE00B3RBWM25). Du bildest damit den Kapitalmarkt der großen und mittelgroßen Unternehmen aus Industrie- und Schwellenländern ab. Weil der ETF Erträge ausschüttet, ist er auch noch wunderbar für dich geeignet, wenn du deinen Steuerfreibetrag noch nicht ausschöpfst. Außerdem sparst du dir Brokergebühren, weil du theoretisch die kompletten 10.000 Euro mit nur 1 Auftrag in den Markt bringst.

Diese Lösung passt zu dir, wenn du keine Lust hast, dich ständig mit dem Markt zu beschäftigen oder wenn du die Sichtweise vertrittst, dass die Märkte sowieso effizient arbeiten und Markttiming eher Glückssache ist. Die Ansicht ist, historisch, wissenschaftlich und statistisch gesprochen, tatsächlich auch die, die der Wahrheit entspricht. In den letzten Jahrzehnten gelang es keinem aktiv gemanagten Fonds die Durchschnittsmarktrendite, die dieser ETF hier abbildet, nachhaltig zu schlagen. Mehr zu dieser Strategie findest du in unserem Artikel über die Core Satellite Strategie.

#2 Industrie- und Schwellenländer flexibler gewichten (70/30 Classic)

Dafür brauchst du zwei ETFs. Diese Strategie war lange Zeit der Goldstandard "70/30", ist aber 2026 etwas in die Kritik geraten, da die Schwellenländer in den letzten Jahren underperformt haben. Dennoch schwören viele Anleger auf das Rebalancing-Potenzial:

Wie du unschwer erkennen kannst, bildet der eine ETF die Industrieländer ab, der andere die Schwellenländer (EM). Wenn du beide kaufst, hast du also ebenso alle Werte und Länder im Depot, wie mit unserer Lösung #1. Die Besonderheit hier ist, dass du die zwei Bereiche "Industrieländer" und "Schwellenländer" frei gewichten kannst.

Glaubst du beispielsweise, dass die Schwellenländer (Indien, China, Brasilien) in einer guten Position für starke Renditen sind, die Industrieländer (besonders die USA) aber schon sehr, sehr hoch bewertet sind, könntest du mit deinen 10.000 Euro proportional mehr vom EM-ETF und weniger vom World-ETF kaufen. Aber Vorsicht: Das erhöht auch das Risiko und den Verwaltungsaufwand (Rebalancing).

#3 Faktor-Strategie mit ETFs

Noch mehr Freiraum hast du mit einer Faktor-Strategie. Faktoren gibt es reichlich, meist spricht man von diesen vier:

  • Value (Günstig bewertete Firmen)
  • Quality (Firmen mit stabilen Bilanzen)
  • Small Cap/Size (Kleine Unternehmen)
  • Momentum (Aktien, die gerade gut laufen)

Indem du ETFs aus verschiedenen dieser Sektoren holst, erhältst du eine ganz eigene Gewichtung im Depot. Abgesehen davon, dass du dir für alle Faktoren einzelne ETFs heraussuchen könntest, besteht auch die Möglichkeit, sich für Multi-Faktor-ETFs zu entscheiden. Diese enthalten schon einige dieser Faktoren und gewichten entsprechend. Für 10.000 Euro ist diese Strategie oft zu komplex, weil du in der Regel mehrere ETFs kaufen und diese regelmäßig neu balancen musst, was Transaktionskosten verursacht. Bei größeren Anlagesummen und etwas mehr Erfahrung könnte sie sich lohnen – eine Evidenz, dass Faktor-Portfolios die All-World-Rendite langfristig nach Kosten schlagen, ist umstritten. Mehr zu den verschiedenen Faktoren findest du in unserem Artikel über Factor ETFs.

Factor ETFs: Value, Growth, Momentum & mehr: Unterschiede & Besonderheiten
ETF: In diesem Artikel beschäftigen wir uns u. a. mit den Themen Factor, Value sowie Growth

#4 10.000 Euro in Dividenden-ETFs investieren

Dividenden sind psychologisch wertvoll, aber steuerlich oft ineffizient. Aufgrund der Steuerlast (Kapitalertragssteuer, wenn Freibetrag ausgeschöpft) mindern hohe Ausschüttungen den Zinseszinseffekt stärker als thesaurierende Fonds. Trotzdem kann es Sinn machen, Dividenden-ETFs zu holen: beispielsweise als Ergänzung zum Gehalt oder im Rentenalter.

Mögliche Lösungen wären hierfür beispielsweise:

Diese ETFs fokussieren sich auf Unternehmen, die ihre Dividenden seit Jahren steigern oder stabil halten. Bei 10.000 Euro Investment kannst du hier mit ca. 300 bis 400 Euro Ausschüttung pro Jahr rechnen.

Fazit: Machen, nicht warten!

Die Frage, ob es aktuell ein guter Zeitpunkt ist, um 10.000 Euro anzulegen, lässt sich auch 2026 mit einem klaren "Ja" beantworten. Wenn du langfristig denkst, ist der Einstiegszeitpunkt fast irrelevant. Die Märkte haben sich historisch immer wieder erholt, und langfristiges Investieren in breit gestreute ETFs wie den MSCI World oder den Vanguard FTSE All-World hat sich als sehr rentabel erwiesen. Wer vor 10 Jahren mutig war, freut sich heute über Renditen im dreistelligen Prozentbereich.

Zusammenfassung der Strategien für 2026:

  • Sicherheit (Safety First): Parke das Geld im DBX0AN Geldmarkt-ETF. Du erhältst stabile ~2 % Zinsen bei täglicher Verfügbarkeit.
  • Wachstum (Growth): Alles in den Vanguard FTSE All-World. Maximale Diversifikation, maximale Chancen, aber auch Schwankungen.
  • Balance: Kombiniere beide Welten mit 7.000 € im World-ETF und 3.000 € im Geldmarkt-ETF.

Ob du dich für eine Einmalanlage oder eine gestaffelte Investition entscheidest, hängt von deiner Risikobereitschaft ab. Wichtig ist, dass du anfängst. Nutze moderne Broker wie Trade Republic (für das Saveback und die Zinsen) oder Traders Place (für die professionelle Handelsvielfalt), um deine Kosten niedrig zu halten.

Unabhängig davon, ob du dich für eine einfache Lösung wie den Vanguard FTSE All-World ETF oder eine komplexere Strategie mit mehreren ETFs entscheidest, ist es wichtig, dass du deine Anlageziele und Risikobereitschaft berücksichtigst. Eine breite Diversifikation und eine langfristige Perspektive sind der Schlüssel zu einer erfolgreichen Geldanlage. Lass deine 10.000 Euro für dich arbeiten, anstatt sie von der Inflation auffressen zu lassen.

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