Vorabpauschale berechnen: Steuern bei ETFs & Aktien-Fonds

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Steuern sind ein komplexes Thema bei der Investition in ETFs, auch wenn mit der Investmentsteuerreform 2018 einiges vereinfacht wurde. Investierst Du in einen thesaurierenden ETF, wird eine Vorabpauschale erhoben. Mit einem Rechner im Internet kannst Du die Steuer berechnen.

Vorabpauschale berechnen: Steuern bei ETFs & Aktien-Fonds

Vorabpauschale - was ist das?

Als ob die Steuern auf ETFs nicht schon kompliziert genug sind, musst Du Dich bei einem thesaurierenden ETF auch noch mit der Vorabpauschale besch├Ąftigen. Du kannst sie mit einem kostenlosen Rechner im Internet einfach berechnen. Der Jahreswechsel ist ein wichtiges Datum, wenn es um die Vorabpauschale geht. Sie wird in jedem Jahr zum Jahresbeginn festgelegt. Diese Pauschale wurde mit der Investmentsteuerreform 2018 eingef├╝hrt, die einiges vereinfachen soll. Sie wird seit Januar 2019 auf thesaurierende und teilaussch├╝ttende ETFs ehoben. In jedem Jahr wird sie von den Banken ermittelt und als fiktiver Ertrag angenommen.

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Der Grund daf├╝r ist ganz einfach: Investierst Du in einen aussch├╝ttenden ETF, bekommst Du die Dividende ausgezahlt. Ist diese Auszahlung entsprechend hoch, musst Du eine Abgeltungssteuer zahlen. Bei einem thesaurierenden ETF ist das nicht m├Âglich. Die Ertr├Ąge werden immer wieder in Wertpapiere reinvestiert. Damit die Bank auch daf├╝r die Steuer berechnen kann, legt sie die Vorabpauschale als fiktiven Betrag f├╝r die Gewinne fest. Sie sieht eine pauschale Wertsteigerung als Bemessungsgrundlage vor. Auf diese Vorabpauschale wird die Abgeltungssteuer erhoben.

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Du musst allerdings nicht immer diese Steuer zahlen. Hast Du einen Freistellungsauftrag an die depotf├╝hrende Bank erteilt und liegen die Ertr├Ąge unter dem im Freistellungsauftrag festgelegten Betrag, bleiben Dir die Steuern erspart.

Vorabpauschale auf ETF berechnen - so geht es

Du musst keine komplizierten Berechnungen vornehmen, wenn Du auf einen ETF die Vorabpauschale berechnen m├Âchtest. Die Banken berechnen diese Pauschale einmal im Jahr und ermitteln auf deren Grundlage die Abgeltungssteuer. M├Âchtest Du wissen, welche steuerliche Belastung bei Deinem ETF auf Dich zukommt, kannst Du sie mit einem kostenlosen Rechner im Internet berechnen. Du musst die Eingabefelder des Rechners nur mit einigen Angaben f├╝ttern:

  • Fondswert am Jahresanfang: Du musst den Wert Deiner Anteile in Deinem Depot vom 1. Januar des Vorjahres angeben.
  • Fondswert am Jahresende: Hier gibst Du den Wert Deiner Anteile in Deinem Depot am 31. Dezember des Vorjahres an.
  • Aussch├╝ttungen: Hier tr├Ągst Du ein, ob Dein ETF im vergangenen Jahr Ertr├Ąge erwirtschaftet hat
  • Art des ETFs: Du gibst an, ob es sich um einen Aktienfonds mit mindestens 51 Prozent Aktien, einen Mischfonds mit 25 bis 50 Prozent Aktien oder einen sonstigen Fonds mit weniger als 25 Prozent Aktien handelt.

Nun kannst Du die Berechnung starten.

Die Vorabpauschale ist auf die Wertsteigerung innerhalb eines Jahres begrenzt. Sie kann durch tats├Ąchlich geleistete Aussch├╝ttungen vermindert werden. Das ist bei ETFs mitunter der Fall, wenn ein Teil der Ertr├Ąge an die Anleger ausgesch├╝ttet und der andere Teil thesauriert wird.


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Investierst Du in einen ETF, kannst Du zwischen aussch├╝ttenden und thesaurierenden Fonds w├Ąhlen. Thesauriert ein Fonds, wird die Dividende in Fondsverm├Âgen reinvestiert. Du profitierst mit Thesaurierung vom Zinseszins. Thesaurierende Fonds sind daher f├╝r den langfristigen Verm├Âgensaufbau geeignet.

Die Aussch├╝ttungen, die Du im Rechner angeben musst, sind nicht nur Dividenden auf Aktien-ETFs. Zu den Aussch├╝ttungen z├Ąhlen auch Zinsen bei Anleihen-ETFs und Mieten bei Immobilien ETFs.

Die Vorabpauschale ergibt sich, indem der R├╝cknahmepreis des Fondsanteils zum Jahresanfang mit 70 Prozent des Basiszinssatzes laut Bundesbank multipliziert und dann die etwaigen Aussch├╝ttungen davon subtrahiert werden.

Warum wird die Vorabpauschale berechnet?

Die Vorabpauschale dient seit der Investmentsteuerreform 2018 zur Besteuerung von aussch├╝ttungsgleichen Ertr├Ągen und soll die Nutzung von ETFs als Steuerstundungsmodell verhindern. Ein thesaurierender ETF genie├čt jedoch weiterhin einen Steuerstundungseffekt. Ein Vorteil f├╝r Dich als Anleger besteht darin, dass Du Deine Ertr├Ąge nicht in der Steuererkl├Ąrung angeben musst. Deine depotf├╝hrende Bank muss die Pauschale berechnen und darauf die Abgeltungssteuer ermitteln, die sie dann an das Finanzamt abf├╝hrt.

Jedes Jahr im Januar m├╝ssen die depotf├╝hrenden Banken diese Pauschale berechnen. Auf deren Basis muss die Depotbank die f├╝r das vergangene Jahr angefallenen Steuern festlegen.

Im Detail ist es kompliziert, die Vorabpauschale zu ermitteln. Der Fiskus will jedoch in jedem Fall bei einem thesaurierenden ETF Steuern kassieren. Er hat daher die Pauschale als Berechnungsgrundlage f├╝r die Abgeltungssteuer bei thesaurierenden ETFs eingef├╝hrt.

Was hat es mit dem Basiszins auf sich?

Wichtige Gr├Â├čen, um die Vorabpauschale zu berechnen, sind der Basiszins und der Basisertrag.

Der Basiszins wird vom Bundesfinanzministerium zu Beginn eines jeden Jahres festgelegt. Die Grundlage daf├╝r ist der Zinssatz, der von der Deutschen Bundesbank anhand der Zinsstrukturdaten immer am ersten B├Ârsentag eines Jahres errechnet wird. Er leitet sich aus der langfristig erzielbaren Rendite von deutschen Bundesanleihen ab. Er soll den risikofreien Zins am Markt angeben. Der Basiszins f├╝r 2020 lag bei 0,07 Prozent.

Bei der Ermittlung der Vorabpauschale werden nur 70 Prozent des Basiszinses kalkuliert. Der Basisertrag ist ein Vorabpauschalmaximum und auf die tats├Ąchliche Wertsteigerung des ETFs begrenzt. Die Aussch├╝ttungen sind in der Wertsteigerung enthalten. Ist bei einem ETF die Wertentwicklung negativ, liegt der Basisertrag bei Null. Steuern fallen lediglilch auf etwaige Aussch├╝ttungen an. Der Basisertrag ist der maximal zu besteuernde Betrag. Hat der ETF keine Gewinne gemacht, f├Ąllt kein Basisertrag an.

Einfach gesagt, ist die Vorabpauschale der Basisertrag, der um die Aussch├╝ttungen vermindert wird.

Welche Bedeutung hat die Teilfreistellungsquote?

Bevor endg├╝ltig die Abgeltungssteuer auf die Vorabpauschale errechnet wird, kann die Vorabpauschale noch um die Teilfreistellungsquote vermindert werden. Das macht es noch schwieriger, sie f├╝r Deinen ETF zu berechnen. Du musst Dich darum jedoch nicht k├╝mmern, da das Deine depotf├╝hrende Bank erledigt.

Die Teilfreistellungsquote stellt eine Entsch├Ądigung f├╝r Anleger bei der Besteuerung deutscher Fonds auf Fondsebene dar. Aufgrund dieser Teilfreistellungsquote m├╝ssen nicht die gesamten 100 Prozent der Pauschale versteuert werden. Die Teilfreistellung ist ein Ausgleich f├╝r bereits anderweitig vorhandene steuerliche Belastungen. Kompliziert wird es noch bei einem ausl├Ąndischen ETF. Anleger sollen bei einem ausl├Ąndischen ETF mit der Teilfreistellungsquote eine Entsch├Ądigung f├╝r den Wegfall der Anrechenbarkeit der Quellensteuer bekommen.

Steuerlich zu erfassende Ertr├Ąge sind mit der Teilfreistellungsquote in einem bestimmten Umfang f├╝r die Anleger steuerfrei. Die Teilfreistellungsquote unterscheidet sich, abh├Ąngig von der Art des Fonds:

  • Aktienfonds mit einer Aktienquote von mindestens 51 Prozent: 30 Prozent
  • Mischfonds mit einer Aktienquote von 25 bis 50 Prozent: 15 Prozent
  • Sonstiger Fonds mit einer Aktienquote von weniger als 25 Prozent: 0 Prozent

Du musst diese Teilfreistellung nicht berechnen, da auch das von der Depotbank erledigt wird.

Was ist die Abgeltungssteuer?

Hat die depotf├╝hrenden Bank die Vorabpauschale ermittelt und davon gegebenenfalls die Teilfreistellungsquote abgezogen, kann sie die Abgeltungssteuer berechnen. Sie liegt bei 25 Prozent auf die Vorabpauschale. Auch bei den Gewinnen aus der Ver├Ąu├čerung von ETFs und bei Auszahlungen von ETFs wird die Abgeltungssteuer von 25 Prozent erhoben. Geh├Ârst Du der Kirche an, wird auf die Abgeltungssteuer noch die Kirchensteuer von 8 oder 9 Prozent berechnet. Ein Solidarit├Ątszuschlag f├Ąllt nur noch f├╝r Anleger mit einem hohen Einkommen an. Er liegt bei 5,5 Prozent auf die Abgeltungssteuer.

Damit Du die Abgeltungssteuer gar nicht oder nicht in voller H├Âhe zahlen musst, solltest Du einen Freistellungsauftrag an Deine Depotbank nicht vergessen. Du kannst darin Deinen Sparerpauschbetrag von 801 Euro pro Jahr geltend machen. Die Bundesregierung will diesen Sparerpauschbetrag 2023 auf 1.000 Euro erh├Âhen. Bist Du verheiratet und wirst Du mit Deinem Ehepartner zusammen veranlagt, kannst Du den Sparerpauschbetrag von 1.602 Euro und dann ab 2023 wahrscheinlich von 2.000 Euro aussch├Âpfen.

Was tun beim Verkauf von ETF-Anteilen?

Nun kannst Du Deine ETF-Anteile verkaufen. Hast Du eine Rendite erzielt, musst Du darauf ebenfalls die Abgeltungssteuer zahlen. Hier kann wieder Dein Freistellungsauftrag greifen, sodass Du nur dann eine Abgeltungssteuer zahlst, wenn Dein Verkaufsgewinn den Betrag im Freistellungsauftrag ├╝bersteigt. Wurde f├╝r Deinen ETF in den vergangenen Jahren eine Vorabpauschale berechnet, wird sie bei den Wertgewinnen beim Verkauf Deiner ETF-Anteile ber├╝cksichtigt. Sie wird angerechnet und mindert den zu versteuernden Betrag.

Keine Vorabpauschale f├╝r 2022

F├╝r Dich als Anleger gibt es f├╝r 2022 und wahrscheinlich auch f├╝r 2023 gute Nachrichten, wenn Du in einen thesaurierenden ETF investiert hast. Der Basiszins ist in den letzten Jahren immer weiter gesunken. Rutscht er ins Minus, wird keine Vorabpauschale erhoben. Das ist jetzt der Fall, denn der Basiszins ist negativ. Du musst also keine Steuern auf die Ertr├Ąge eines thesaurierenden ETFs zahlen, da die Vorabpauschale wegf├Ąllt.

Fazit: Vorabpauschale ist kompliziert

Bei einem thesaurierenden ETF werden die Ertr├Ąge immer wieder in Fondsverm├Âgen angelegt. Der Fiskus m├Âchte diese Ertr├Ąge besteuern, auch wenn Du dar├╝ber noch gar nicht verf├╝gst. Daher wurde mit der Investmentsteuerreform 2018 die Vorabpauschale eingef├╝hrt.

Sie wird auf die Ertr├Ąge von thesaurierenden und teilaussch├╝ttenden ETFs ermittelt. Die depotf├╝hrende Bank muss sie berechnen, um dann auf deren Grundlage die Abgeltungssteuer zu ermitteln. Eine wichtige Gr├Â├če bei der Ermittlung der Vorabpauschale ist der Basiszins, der in jedem Jahr neu festgelegt wird. Er ist in den letzten Jahren immer weiter gesunken und f├╝r 2022 negativ. Das bedeutet, dass 2022 die Vorabpauschale wegf├Ąllt.

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