Japan-ETFs im Vergleich - erfolgreich positionieren im Land der aufgehenden Sonne

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Japan galt unter Anlegern lange Zeit bestenfalls als kleine Randnotiz. Verantwortlich waren natürlich die "verlorenen Jahrzehnte", trotzdem kann sich eine ETF-Beimischung lohnen: Wir verraten dir, welche dafür in Frage kommen und worin sie sich unterscheiden.

Japan-ETFs im Vergleich - erfolgreich positionieren im Land der aufgehenden Sonne

Der japanische Kapitalmarkt wird wieder interessanter

Diese Überschrift lässt sich sowohl als Frage als auch Aussage interpretieren - je nachdem, wie der Gefragte dem Japaner Aktien- und Kapitalmarkt gegenübersteht. Lange Zeit galt Japan unter vielen Anlegern als Tabu, verantwortlich hierfür war natürlich die fehlgeschlagene Intervention der Notenbank, die zu Beginn der 90er-Jahre den Aktienmarkt kollabieren ließ - und zwar in einem derartig gravierenden Umfang, dass er sich bis heute nicht davon erholte.

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Für Anleger im Land der aufgehenden Sonne trat damit ein Horrorszenario ein. Wer zum Ende der 80er- beziehungsweise zum Beginn der 90er-Jahre investierte, steht heute immer noch in den roten Zahlen - tatsächlich ist der Nikkei 225 auch mehr als drei Jahrzehnte später noch ein gutes Stück vom damaligen Allzeithoch entfernt. Ein derartiger Crash hat Japan für viele Anleger als "No-Go-Zone" gebrandmarkt. Zumal es sich da keinesfalls um einen Flash-Crash mit einigermaßen anständigem Rebound handelte. Tatsächlich befand sich der japanische Nikkei von 1990 bis etwa 2014 kontinuierlich im Sinkflug. Selbst hartnäckige Anleger, die regelmäßig weiteres Kapital investierten und damit "Dollar-Cost-Averaging" betrieben, erzielten also keine Rendite, dafür weitere Verluste.

Gewendet hat sich das Blatt erst ab etwa 2014/2015. Seither kann der Nikkei fast jedes Jahr auf stattliche Zuwächse blicken. Mittlerweile steht er auch schon wieder deutlich höher als beispielsweise 1995 und zumindest sporadisch minimal höher als etwa 91/92. Ein langer Atem war also gefragt. Die Anleger, die am Tiefpunkt 04/05 und 13/14 investierten, sind mit ihren Investitionen auch schon deutlich in der grünen Zone.

Wenn du in einen Japan-ETF investieren möchtest, entscheidest du dich also für eine einfache Strategie: Du glaubst daran, dass der Nikkei und vergleichbare Indizes ihren Aufschwung fortsetzen und auch die bisherige Höchstmarke von 1990 deutlich übertreffen. Tatsächlich hat der Nikkei, wenn man seine Rendite ab 1980 bis 1990 anschaut, nämlich viel aufzuholen - und bietet demzufolge auch positives Potential für Anleger.

Den passenden Index für deine Strategie wählen

ETFs bilden bekanntlich Indizes ab - das ist bei einer Investition in Japan nicht anders. Du solltest dich also vorab mit den unterschiedlichen Indizes befassen und für dich selbst herausfinden, welche davon für dein Depot geeignet sind. Glücklicherweise haben wir diese Arbeit für dich abgenommen. Nachfolgend stellen wir dir einige Indizes vor, die teilweise unterschiedliche japanische Unternehmen abbilden oder sich in ihrer Größe unterscheiden. Damit bekommst du ein erstes Gefühl, was du für dich als eine gute Wahl empfindest. Danach stellen wir dir natürlich auch noch ETFs vor, die eben diese Indizes abbilden.

Japanische Indizes in der Übersicht

Wir möchten nicht pauschal alle Indizes vorstellen, das würde den Umfang des Artikels sprengen, sondern dir eine ausgewogene Auswahl mit auf den Weg geben.

MSCI Japan

Das ist der größte und wohl bekannteste Index, verwaltet von MSCI, die du auch schon von anderen ETFs und Indizes kennen dürftest. Enthalten sind etwa 272 Unternehmen, folglich also nur die größten und umsatzstärksten des Landes. Dieser Index kommt nur für dich in Frage, wenn du primär Blue Chips und einige Mid Caps (von immer noch stattlicher Größe) suchst.

MSCI Japan Large Cap

Suchst du nur Blue Chips und große Konzerne/Unternehmen, dann nimmt dieser Index eine weitere Filterung vor. Enthalten sind nur noch 104 Werte.

Nikkei 225

Der Nikkei ist quasi das Gegenstück zum S&P 500 beziehungsweise zum DAX. Erfasst werden da die 225 meistgehandelten Aktien der Börse Tokio, sofern diese dem ersten Handelssegment zugeordnet werden können. Das ist ein Unterschied: Es handelt sich nicht um die 225 größten (nach Marktkapitalisierung) Unternehmen, sondern die 225 meistgehandelten - aber eben aus der "ersten Riege".

TOPIX

Der TOPIX ist ein breiter gefasster Index, der knapp 2.200 Titel enthält. Diese werden nach Umsatz und Größe sortiert.

FTSE Japan

Von FTSE, ebenfalls ein bekannter Name in der Kapitalmarktwelt, gibt es noch diesen Index. Hier sind große und mittlere Titel enthalten, weshalb sich die Anzahl der vertretenen Unternehmen quasi immer minimal über 500 bewegt.

MSCI Japan ESG Screened

Wenn du vor hast nachhaltig zu investieren, empfiehlt sich ein ESG-ETF. Dieser Index enthält 265 Titel und schließt die typischen Branchen aus, die nicht mit den ESG-Kriterien in Einklang zu bringen sind.

MSCI Japan Small Cap

Hast du Interesse an Unternehmen mit geringer Marktkapitalisierung, bildet diese dieser Index hier ab. Er enthält aktuell 931 japanische Unternehmen und deren Aktien.

Diese ETFs kommen für eine Japan-Investition in Frage:

Xtrackers MSCI Japan UCITS ETF (ISIN: LU0274209740)

Anhand der Bezeichnung des ETFs weißt du praktischerweise sofort, welcher Index hier abgebildet wird: nämlich der eben erwähnte MSCI. Dieser Fonds hat einen großen Vorteil, er ist im direkten Vergleich zur Konkurrenz nämlich relativ günstig. Während die meist eine TER von rund 0,3 bis 0,6 % verlangen, kommt dieser Xtrackers ETF schon mit 0,20 % aus. Damit ist er ungefähr auf dem Preisniveau wie die weiter verbreiteten World- und EM-ETFs angesiedelt.

Ein paar weitere wichtige Infos in der Kurzübersicht:

  • 0,47 % TD
  • 272 Positionen
  • Top 10 macht 22,5 % rund aus
  • 2,16 Milliarden Euro Fondsgröße
  • thesaurierende Ertragsverwendung
  • physische Abbildung

Rein renditetechnisch haben wir eingangs schon viel in Bezug auf Japan gesagt. Das zeigt sich natürlich auch hier an der historischen Performance. Die letzten 5 Jahre hat der ETF 7,15 % p.a. gemacht, was unterhalb der durchschnittlichen Marktrendite liegt. Seit seiner Auflage im Januar 2007 hat er 3,43 % Rendite gemacht, was ebenfalls kein starker Wert ist - andererseits hat der ETF in dem Sinne das "Unglück", kurz vor der Weltwirtschaftskrise 2008 aufgelegt worden zu sein.

Die Branchen verteilen sich wie folgt (und sind in den nachfolgenden ETFs ebenfalls sehr ähnlich):

  • rund 21 % Industrieunternehmen
  • rund 17,5 % Tech-Unternehmen
  • rund 16 % zyklische Konsumgüter
  • rund 10 % Gesundheitswesen
  • rund 9 % Finanzunternehmen
  • rund 8 % Kommunikationsunternehmen

Die größte Position entfällt auf den Toyota-Konzern, gefolgt von Sony, Keyence und SoftBank. Ebenfalls in den Top-10 sind bekannte Namen wie Hitachi, Nintendo und Mitsubishi enthalten.

Vanguard FTSE Japan UCITS ETF (Dist) (ISIN: IE00B95PGT31)

Von Vanguard gibt es eine Alternative, die diesmal den breiter aufgestellten FTSE Index abbildet. Enthalten sind da bekanntlich 507 Positionen, du bekommst also eine etwas größere Diversifikation - und sparst sogar noch an der TER, die hier nur 0,15 % beträgt. Seit seiner Auflage erzielte dieser Fonds eine Rendite von 7,30 %, was erneut nicht den Markt geschlagen hat. Die Gründe sind aber natürlich nicht beim ETF, sondern der vergangenen japanischen Kapitalmarktentwicklung geschuldet.

Investiert sind hier bereits rund 1,74 Milliarden Euro, die Tracking-Difference bezifferte sich zuletzt auf 0,20 %. Die Top 10 nimmt in diesem ETF rund 20,20 % vom Fondsvermögen ein. Hast du kein Problem damit, auch Unternehmen von mittlerer Größe indirekt mit in dein Depot zu nehmen, ist dieser ETF durchaus eine sehr gute, mitunter auch eine bessere Lösung als der auf den Index von MSCI. Die Diversifikation ist breiter, was eigentlich immer ein Pro-Argument ist, außerdem ist die TER geringer.

Die Erträge werden hier ausgeschüttet, du solltest also die steuerlichen Implikationen dessen, gemessen an deiner Depotgröße und bisherigen Ausschüttungen, berücksichtigen. Es gibt diesen ETF auch noch als thesaurierende Option, die im direkten Vergleich aber weitaus illiquider ist.

Xtrackers Nikkei 225 UCITS ETF (ISIN: LU0839027447)

Wie der Name schon verrät, bildest du mit diesem ETF direkt den Nikkei 225 ab. Eine Besonderheit ist, dass der ETF in der japanischen Landeswährung JPY geführt wird. Wenn du jemand bist, der verstärkt auf Faktoren wie ein Währungsrisiko achtest, kannst du das also definitiv berücksichtigen. Die TER ist außerdem sehr niedrig und beziffert sich nur auf 0,09 %. Der Anteil der Top-10 fällt dafür sehr üppig aus, er beziffert sich auf knapp 40 %. Folglich solltest du dir genau überlegen, ob der Nikkei 225 wirklich der Index ist, in den du investieren möchtest. Sowohl bei den bisher genannten FTSE- als auch MSCI-Optionen erhältst du eine breitere Streuung bei zeitgleich geringerem Klumpenrisiko. Traditionell sind so große Indizes (wie der DAX, S&P oder eben hier der Nikkei) von der TER her aber günstiger.

iShares MSCI Japan Small Cap UCITS ETF USD (Dist) (ISIN: IE00B2QWDY88)

Eine Option für alle, die es etwas risikobehafteter mögen. Der Small Cap ETF hat seit Auflage eine etwas bessere Rendite als die großen Indizes (knapp 8 %), enthalten sind hier 931 Werte, die Top-10 macht nur rund 5 % aus. Dafür zahlst du aber eine recht üppige TER von 0,58 % bei einer TD von 0,57 %. Eine gute Beimischung kann der ETF aber allemal sein, da in den anderen gängigen ETFs keine Unternehmen mit geringer Marktkapitalisierung erfasst werden.

ETF-Japan: Wie sinnvoll sind MSCI Japan und Nikkei im Depot?
Japan hat sich zur drittgrößten Volkswirtschaft der Welt entwickelt und steht auf dem 10. Platz in der Liste der bevölkerungsreichsten Länder. Möchtest Du in das Land investieren, ist ein ETF eine gute Möglichkeit. Von den Indizes ist der Nikkei am bekanntesten.

Unser Tipp: Bei Scalable Capital kannst Du rund 1900 ETFs von iShares, Lyxor, Xtrackers, WisdomTree und Amundi von 7:30 bis 23 Uhr für nur 0,99 € handeln und dauerhaft kostenlos besparen. Monatliche Sparraten schon ab 1 €.

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Rechtliche Hinweise: Die in den Artikeln erwähnten ETFs und anderen Finanzprodukte stellen keine Kaufempfehlung dar. Wir können keine Finanzberatung oder ähnliches anbieten. Der Wert von Aktien, ETFs und ETCs, die über ein Wertpapierdepot gekauft wurden, kann sowohl steigen als auch fallen. Börsengeschäfte stellen ein erhebliches Risiko dar, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. etf.capital haftet nicht für materielle und/oder immaterielle Schäden, die durch Nutzung oder Nichtnutzung der Inhalte oder durch die Nutzung fehlerhafter und unvollständiger Inhalte verursacht wurden. Der Autor besitzt keinen der genannten ETFs. Keiner der Inhalte stellt ein Angebot zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar. Kryptoassets sind hochvolatile unregulierte Anlageprodukte. Es existiert kein EU-Anlegerschutz.

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