Japanische Aktien: Lohnt sich ein Kauf in 2021 noch?

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Japan steht für Technologie, Industrie mit hohem Exportanteil und Gesundheit. Ganz offensichtlich hat das Land mit dieser Wirtschaftsausrichtung die Corona-Pandemie hervorragend gemeistert. Das eröffnet Chancen, mit japanische Aktien oder ETFs Gewinne zu realisieren.

Japanische Aktien: Lohnt sich ein Kauf in 2021 noch?

Angesichts der globalen Folgen der Corona-Krise ist es in diesem Jahr besonders schwer, erfolgreich an den Börsen zu agieren: Welche Aktien haben Potenzial? Ist es überhaupt sinnvoll, Einzelwerte zu kaufen - oder bringt es mehr in einen ETF zu investieren? Welche Märkte kommen in Frage? Wo liegen die größten Risiken? Ein guter Anhaltspunkt kann die Antwort auf die Frage sein: Wie kommen die einzelnen Volkswirtschaften durch die Corona-Krise? Und hier fällt Japan auf - mit den Infektionszahlen ebenso wie mit der wirtschaftlichen Entwicklung.

Das Jahr 2020 und seine Folgen für Japan

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie sind noch gar nicht in ihrer vollen Tragweite zu überblicken: Einerseits litten und leiden die Menschen unter den enormen Beschränkungen und Belastungen der Lockdowns, des Social Distancings und der Non-Pharma-Interventions - alles Begriffe, die vor Corona gar nicht in Gebrauch waren. Andererseits nahmen die Volkswirtschaften einen teilweise erheblichen Schaden, Unternehmen büßten Gewinne ein oder stehen ganz vor dem Aus. Der Aktienmarkt reagierte schon im Februar 2020 empfindlich - und das auch in Japan: Der TOPIX-Index verlor zu diesem Zeitpunkt zum Beispiel 28 Prozent. Allerdings legte der neben dem Nikkei 225 interessanteste Index eine beeindruckende Wende hin: Ausgehend vom Tiefpunkt konnte er bis Ende März 2020 wieder um 16 Prozent zulegen und bis zum Jahresende alle Verluste mehr als ausgleichen. Und damit blieb er nicht allein: Der Nikkei 225 markierte im November 2020 einen so hohen Stand, wie er ihn seit 1991 nicht mehr gesehen hatte.

Nikkei nach 30 Jahren wieder über 30.000 Punkte - Wie geht es weiter?
Seit mehr als 30 Jahren hat der japanische Leitindex Nikkei einen Höchststand von mehr als 30.000 Punkten erreicht. Trotz der weltweiten Corona-Pandemie hat die Wirtschaft in Japan einen gewaltigen Aufschwung verzeichnet. Lohnt sich jetzt die Investition in einen ETF auf diesen Index?

Natürlich spielte die Entwicklung der Impfstoffe gegen Covid-19 dabei eine Rolle, aber eben auch die Tatsache, dass Japan die Pandemie so außergewöhnlich gut meistern konnte - und das trotz alternder Bevölkerung und extrem dicht besiedelten Stadtgebieten. Und hier nimmt das Land durchaus eine besondere Position ein: Das japanische Gesundheitssystem ist hybrid organisiert, es gibt also sowohl öffentliche als auch private Gesundheitsdienstleister, deren Finanzierung über die Sozialversicherung gesichert ist. In diesem Zusammenspiel ist es gelungen, das Infektionsgeschehen und die Sterblichkeitsrate im Verhältnis niedrig zu halten.

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So kann sich die japanische Wirtschaft, angetrieben von der verarbeitenden Industrie und die wachsenden chinesischen Wirtschaftsaktivitäten, gut erholen. Ein ähnliches Bild zeigt sich auch bei der Entwicklung der Unternehmensgewinne in Japan: Viele Unternehmen präsentierten zum Ende des schwierigen Jahres 2020 erstaunlich solide Zahlen, sie übertrafen die Erwartungen nicht nur in Bezug auf die aktuelle Situation, sondern vor allem auf die sich eröffnende Perspektive.

Dazu trägt mit Sicherheit auch die politisch-stabile Situation bei, die nicht durch den Wechsel an der Spitze, der dem gesundheitsbedingten Rücktritt des Premierministers Shinzo Abe im August geschuldet war, gelitten hat. Abe hatte das Abenomics-Programm verantwortet, das vor allem mit einer lockeren Geldpolitik, strukturellen Reformen und fiskalischen Anreizen eine wachstumsorientierte Wirtschaftspolitik fördert. Mit Yoshihide Suga trat der langjährige Kabinettschef von Abe die Nachfolge an - der erdrutschartige Sieg im September, den die regierende Liberaldemokratische Partei erzielen konnte, dürfte als stabile Grundlage für die künftige Politik taugen. Suga setzte bereits eigene Zeichen, er will die Emissionen von Treibhausgas auf null reduzieren, die Kohleverstromung ändern und erneuerbare Energie fördern sowie eine höhere Geburtenrate unterstützen. Die Zeichen stehen also auf Wachstum - und das in jeder Hinsicht.

Japanische Aktien - wie sind die Aussichten?

Natürlich gibt es Unsicherheiten, die nicht von der Hand zu weisen sind: Impfstoffentwicklung, Wirkung der Maßnahmen des Gesundheitswesens und künftiges Infektionsgeschehen - es gibt auch in Japan durchaus Unwägbarkeiten. Trotzdem sollte sich hier im Laufe des Jahres eine relative Normalisierung einstellen. Wahrscheinlich ist, dass sich die einzelnen Sektoren jedoch unterschiedlich entwickeln: Der größte Handelspartner Japans ist China - und dort konnte das BIP im 3. Quartal 202 bereits um 4,9 Prozent zulegen. Hier zeigen sich die Vorteile der Exportorientierung vieler Unternehmen in Japan, die von diesem starken Partner profitieren. Auch wenn das weitere Wachstum natürlich davon abhängig ist, wie sich Lieferung oder Lagerung von Impfstoffen technisch organisieren lassen, unterstützen die Export-Erfolge die Erholung der verschiedenen Dienstleistungsbereiche - einschließlich Gastronomie und Finanzwesen.

Wenn Du Dich dafür interessierst, japanische Aktien zu kaufen oder in einen relevanten ETF zu investieren, solltest Du zunächst noch mit einigen Schwankungen rechnen. Die qualitativ hochwertigen Growth-Aktien haben sich während der Pandemie noch weiter verteuert, während sich bei den in den letzten zehn Jahren verlustreichen Value-Aktien - insbesondere seit Juli 2020 - ganz sporadisch Rotationen gezeigt haben, die jedoch nur von kurzer Dauer waren. Doch alles in allem kannst Du als Anleger von einigen Entwicklungen profitieren, die sich in den letzten Jahren in Japan vollzogen haben:

1. Wachstum
Grundsätzlich zählt Japan zu den wachstumsorientierten Ländern, was nicht zuletzt an der im Vergleich zu Europa oder den Schwellenländern stärkeren Fokussierung der Unternehmen auf Technologie, Export-Industrie und Gesundheitswesen liegen dürfte. Mit dem geringeren Anteil an Unternehmen in sensiblen Branchen wie Energie, Rohstoffe oder Finanzen sinkt auch die Abhängigkeit von der Zinsentwicklung.

2. Gesundheitssektor
Die wegen der alternden Gesellschaft steigenden Kosten im Gesundheitskosten werden als Chancen verstanden: Die erfolgreichen Unternehmen in den Wachstumssparten Pharmazie, Plattformen und medizintechnische Geräte tragen zur Reduzierung der finanziellen Belastung bei.

3. Small Caps
Japans Wirtschaft wird nicht von hochkapitalisierten Wachstumskonzernen dominiert. Hier treiben vor allem kleinere Unternehmen das Wachstum an, die - wegen der weniger stark ausgeprägten Investorenfinanzierung - im Verhältnis früh an die Börse streben. So verzeichnet Japan jährlich zwischen 70 und 90 IPOs.

4. Dienstleistungssektor
Der japanische Dienstleistungssektor ist ausgesprochen stark - weltweit nimmt der Inlandsmarkt Japans den dritten Rang in puncto Investitionen ein. So ließen sich auch die temporären Gewinnverluste der Export-Unternehmen ausgleichen.

5. Bewertung
Im Vergleich sind japanische Unternehmen noch günstig bewertet - und die Aktien zum entsprechenden Preis zu haben. Daran hat auch die Verbesserung der Gewinnprofile in den letzten zehn Jahren nichts geändert. Einen guten Anhaltspunkt gibt die Eigenkapitalrendite, an der viele Unternehmen erfolgreich gearbeitet haben.

Einige Highlights: eindeutige Gewinner der Corona-Krise in Japan

Besonders widerstandsfähige und vor allem innovative Unternehmen in Japan konnten während der Corona-Krise nicht nur ihre im Vergleich hohe Eigenkapitalrendite aufrechterhalten, sondern gingen beeindruckend gestärkt aus dieser Zeit hervor. Dazu hat naturgemäß beigetragen, dass die Corona-Pandemie einigen bereits existierende Trends einen enormen Aufschub gegeben hat, wie zum Beispiel dem E-Commerce, der Automatisierung und Digitalisierung, den Umwelt- und vor allem den Kommunikationstechnologien. Wie sonst sollte die Arbeit von zu Hause aus erfolgen? Diese Trends werden also anhalten, zumal derzeit noch nicht sicher ist, dass das Infektionsgeschehen effektiv eingedämmt ist. Es sind also mit großer Wahrscheinlichkeit die innovativen, widerstandsfähigen und thematisch gut ausgerichteten Unternehmen, die sich hier erfolgreich behaupten werden.

Keyence
Das Unternehmen gehört zu den weltweit führenden Anbietern Sensoren und Messgeräte, die für die Fabrikautomation entscheidend sind. Es liegt auf der Hand, dass die Nachfrage in Zeiten von Social Distancing steigt, denn ein höherer Automatisierungsgrad stellt auch dann die Produktionen sicher. Keyence beeindruckt insbesondere mit maßgeschneiderten Lösungen - und einer daraus folgenden hohen Gewinnmarge.

Daikin
Als Hersteller von weltweit gefragten Lüftungsprodukten setzt auch dieses Unternehmen auf ein wichtiges Thema: Auch nach der Pandemie wird die Qualität der Innenraumluft eine große Rolle spielen. Da Daikin passende Antworten auf die veränderte Nachfrage zur Luftqualität gefunden hat, ist das Unternehmen mit Geräten, die Lüftung, automatische Desinfektion und Reinigung wahlweise kombinieren können, hervorragend aufgestellt. Vor allem die Möglichkeit, antibakterielle Lüftungsgeräte für Pharmazie- und Medizinbereiche sowie Klimageräte mit automatischer Reinigung und Desinfektion bereitstellen zu können, dürfte zusätzlich für steigende Nachfrage sorgen.

Fazit: Japanische Aktien sind 2021 besonders interessant!

Japan beeindruckt in verschiedener Hinsicht: Trotz der alternden Gesellschaft schafft es das Land, einerseits die Corona-Krise erfolgreich zu meistern, andererseits die anfänglichen wirtschaftlichen Verluste schnell wieder auszugleichen. Insbesondere die Struktur der Wirtschaft, die weniger hochkapitalisierte Wachstumsunternehmen aufweist, dürfte dazu beigetragen haben: Das Wachstum kommt aus den zahlreichen Unternehmen des Mittelstandes. Doch hier liegt für Dich als Anleger natürlich das Problem, wenn Du Aktien kaufen willst: Du müsstest Dich intensiv mit den einzelnen Unternehmen befassen, um eine tragfähige Entscheidung treffen zu können.

Nikkei 225 ETF prozentuale Entwicklung seit 2013

Eine sinnvolle Alternative kann ein ETF sein - und hier kommen einige in Frage: Einerseits kannst Du natürlich einen ETF kaufen, der einen der großen japanischen Indizes wie Nikkei 225 oder TOPIX abbildet. Andererseits kommt auch ein ETF auf den MSCI Japan Small Cap  in Frage, der sich insbesondere auf die interessanten Small Caps fokussiert. Legst Du Wert auf Dividenden-Aktien, kannst Du Dir beispielsweise den ETF WisdomTree Japan Dividend UCITS TR USD genauer anschauen. Mit einem ETF kannst Du gleichzeitig Anteile verschiedenster Unternehmen in Japan kaufen, was das Risiko deutlich reduziert und dir enorme Gewinnchancen eröffnet. Gleichzeitig sparst Du im Vergleich zu klassischen Investmentfonds die enormen Kosten für das Fondsmanagement - Du schlägst also mehre Fliegen mit einer Klappe.

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