Gold Sparplan: Diese ETFs & ETCs gibt es

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Gold gilt als beständig und auch in Krisenzeiten als sichere Geldanlage. Um in Gold zu investieren, müssen Sie keine wertvollen goldenen Schmuckstücke, keine Goldmünzen und keine Goldbarren kaufen. Für den langfristigen Vermögensaufbau eignet sich ein Sparplan mit einem ETF oder ETC auf Gold.

Gold Sparplan: Diese ETFs & ETCs gibt es

Gold sparplanmäßig ansparen: das Wichtigste vorweg

Wer Gold nicht in einem Schließfach lagern, sondern bequem über das Wertpapierdepot ansparen möchte, hat in Deutschland zwei praktikable Wege: physisch besicherte Gold-ETCs, die den Goldpreis nahezu eins zu eins abbilden, und Goldminen-ETFs, die in Aktien von Minenunternehmen investieren. Beide lassen sich per Sparplan mit kleinen Raten besparen. Sie verhalten sich aber sehr unterschiedlich und werden steuerlich nicht gleich behandelt.

Ein Sparplan glättet den Einstiegszeitpunkt: Sie kaufen automatisch mal teurer, mal günstiger ein und müssen den Markt nicht timen. Gerade beim schwankungsanfälligen Goldpreis ist dieser Durchschnittskosteneffekt ein Argument. Mehr zum grundsätzlichen Vorgehen lesen Sie in unserer ETF-Sparplan-Übersicht.

Stand: Juni 2026. Alle Werte können sich ändern; prüfen Sie Konditionen vor dem Kauf beim Anbieter.

Warum es in Deutschland keinen klassischen physischen Gold-ETF gibt

Ein ETF muss nach europäischem Recht (UCITS) breit gestreut sein. Ein Fonds, der ausschließlich ein einziges Edelmetall hält, erfüllt diese Streuungsvorgabe nicht und ist deshalb als UCITS-ETF in Deutschland nicht zugelassen. Den Weg über physisches Gold gehen Anbieter daher über ETCs (Exchange Traded Commodities). Mehr zur Funktionsweise von Fonds lesen Sie in unserem Beitrag Was ist ein ETF und wie funktioniert er?

Ein ETC ist rechtlich eine Schuldverschreibung des Emittenten, kein Sondervermögen. Theoretisch trägt man damit ein Emittentenrisiko. Die hier vorgestellten Produkte mindern dieses Risiko, indem sie zu 100 Prozent mit echtem, eingelagertem Gold hinterlegt sind und einen Anspruch auf physische Auslieferung verbriefen. Im Insolvenzfall steht hinter dem Papier also reales Metall. Mehr dazu im Glossar unter Kreditrisiko.

Sparplanfähige physisch besicherte Gold-ETCs

Für das sparplanmäßige Ansparen von Gold sind zwei physisch besicherte ETCs besonders verbreitet. Beide werden über deutsche Börsenplätze gehandelt und sind bei mehreren Brokern als Sparplan ab 1 Euro Rate verfügbar.

  • Xetra-Gold (ISIN DE000A0S9GB0): vollständig mit physischem Gold hinterlegt, je Anteil rund ein Gramm Gold. Anleger können sich das Gold gegen Gebühr physisch ausliefern lassen. Statt einer klassischen TER fällt ein Verwahrentgelt an, das aktuell rund 0,025 Prozent des Bestands pro Monat zuzüglich Umsatzsteuer beträgt, also grob 0,36 Prozent pro Jahr. Mehr zur Besteuerung im Detail in unserem Artikel zur Steuerpflicht von Xetra-Gold.
  • EUWAX Gold II (ISIN DE000EWG2LD7): ebenfalls zu 100 Prozent physisch besichert, je Anteil ein Gramm Gold, eingelagert in Deutschland. Eine laufende Verwahrpauschale wird hier nicht erhoben; die Kosten stecken im Handelsspread. Die physische Auslieferung ist innerhalb Deutschlands ab 100 Gramm kostenfrei. Das Fondsvolumen liegt im Milliardenbereich, das Produkt ist also liquide.

Der zentrale Unterschied im Alltag: EUWAX Gold II hat keine laufende Lagerpauschale und liefert ab 100 Gramm kostenlos, während Xetra-Gold ein monatliches Verwahrentgelt berechnet und die Auslieferung kostenpflichtig ist. Xetra-Gold ist dafür das ältere und größte Produkt mit sehr hoher Liquidität. Für reine Sparpläne, bei denen man ohnehin selten ausliefern lässt, ist die laufende Pauschale der relevantere Posten.

Neben diesen beiden gibt es weitere physisch besicherte Gold-ETCs etwa von WisdomTree oder Invesco. Achten Sie immer darauf, dass das Papier tatsächlich physisch hinterlegt ist und einen Lieferanspruch verbrieft. Davon hängt die steuerliche Behandlung ab.

Goldminen-ETFs als Alternative

Wer nicht den Goldpreis selbst, sondern die Unternehmen dahinter abbilden möchte, kann zu Goldminen-ETFs greifen. Diese investieren in Aktien von Minenbetreibern und sind echte UCITS-ETFs mit Sondervermögensstatus. Dafür schwanken sie deutlich stärker als der Goldpreis, weil zusätzlich Produktionskosten, Energiepreise, Verschuldung und länderspezifische Risiken der Minen einfließen. Ein Goldminen-ETF ist also kein Eins-zu-eins-Ersatz für physisches Gold, sondern eine eigene, riskantere Wette.

Zwei sparplanfähige Beispiele:

  • VanEck Gold Miners UCITS ETF (ISIN IE00BQQP9F84): bildet große, international tätige Goldminenunternehmen ab. Die Gesamtkostenquote (TER) liegt bei rund 0,53 Prozent pro Jahr.
  • iShares Gold Producers UCITS ETF (ISIN IE00B6R52036): orientiert sich am S&P Commodity Producers Gold Index und streut über Goldproduzenten weltweit. Die TER beträgt rund 0,55 Prozent pro Jahr.

Mehr Hintergrund zu dieser Anlageklasse finden Sie in unserem Beitrag zu Goldminen-Aktien und ETFs. Wer es auf laufende Erträge anlegt, sollte beachten: Gold selbst zahlt keine Zinsen oder Dividenden. Wer Ausschüttungen sucht, schaut sich besser eine Dividendenstrategie mit Aktien-ETFs an.

Steuer: zwei völlig unterschiedliche Welten

Hier liegt der wichtigste Unterschied zwischen den beiden Wegen, und er ist bares Geld wert.

Physisch besicherte Gold-ETCs mit Lieferanspruch werden steuerlich wie physisches Gold behandelt. Der Bundesfinanzhof hat das für Xetra-Gold entschieden; nach gängiger Auslegung gilt dasselbe für vergleichbar konstruierte ETCs wie EUWAX Gold II. Konkret heißt das: Verkaufen Sie nach mehr als einem Jahr Haltedauer, ist der Gewinn als privates Veräußerungsgeschäft nach Paragraf 23 EStG steuerfrei. Verkaufen Sie innerhalb eines Jahres, ist der Gewinn mit Ihrem persönlichen Einkommensteuersatz zu versteuern (eine Freigrenze von 1.000 Euro pro Jahr gilt). Die Kehrseite: Verluste außerhalb der Jahresfrist lassen sich steuerlich nicht mit anderen Kapitalerträgen verrechnen.

Goldminen-ETFs sind dagegen normale Aktien-ETFs. Gewinne und Ausschüttungen unterliegen unabhängig von der Haltedauer der Abgeltungsteuer von 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Die einjährige Steuerfreiheit gibt es hier nicht. Bei thesaurierenden Fonds greift zudem die jährliche Vorabpauschale.

Wer in einem Sparplan über viele Jahre ansparen will und auf den langfristigen Goldpreis setzt, profitiert bei physisch besicherten ETCs nach Ablauf der Jahresfrist also von der Steuerfreiheit. Das ist ein echter Vorteil gegenüber Minen-ETFs. Hinweis: Das ersetzt keine Steuerberatung, individuelle Fälle können abweichen.

Bei welchen Brokern lassen sich Gold-ETC-Sparpläne einrichten

Nicht jeder Broker bietet jeden Gold-ETC im Sparplan an, und die Konditionen unterscheiden sich. Drei verbreitete Anbieter, bei denen sich physisch besicherte Gold-ETCs sparplanmäßig ansparen oder kaufen lassen:

  • Trade Republic: kostenlose Sparplanausführung ohne Orderprovision, Raten ab 1 Euro, breites ETC- und ETF-Angebot inklusive Rohstoffprodukten.
  • Scalable Capital: sehr großes Sparplanuniversum ab 1 Euro Rate, viele Sparpläne dauerhaft kostenfrei, je nach Preismodell.
  • justTRADE: handelt Gold-ETCs zu niedrigen Orderkosten; das Sparplanangebot ist kleiner als bei den beiden Neobrokern, dafür gibt es oft keine separate Ausführungsgebühr.

Prüfen Sie vor dem Start, ob Ihr Wunsch-ETC beim jeweiligen Broker konkret sparplanfähig ist und ob die Ausführung kostenlos erfolgt. Mindestsparraten liegen heute meist bei 1 bis 25 Euro, Intervalle (monatlich, zweiwöchentlich, quartalsweise) und das Pausieren oder Beenden sind in der Regel flexibel. Achten Sie außerdem auf die laufenden Depotgebühren und die handelsplatzbedingten Spreads. Falls Ihnen ein bestehender Sparplan zu teuer erscheint, hilft unser Ratgeber ETF-Sparplan zu teuer? Muss nicht sein.

Risiken ehrlich benannt

  • Kursrisiko: Der Goldpreis schwankt erheblich und kann über Jahre seitwärts oder abwärts laufen. Gold wirft keine laufenden Erträge ab; die gesamte Rendite hängt am Preis.
  • Währungsrisiko: Gold wird in US-Dollar gehandelt. Ein erstarkender Euro kann Kursgewinne aus Eurosicht schmälern, auch wenn der Goldpreis in Dollar steigt.
  • Emittentenrisiko bei ETCs: ETCs sind kein Sondervermögen. Die physische Besicherung samt Lieferanspruch reduziert das Risiko deutlich, beseitigt es aber nicht vollständig.
  • Höhere Schwankung bei Minen-ETFs: Goldminen-ETFs reagieren oft stärker als der Goldpreis, in beide Richtungen. Sie eignen sich eher als beigemischte Renditechance, nicht als sicherer Hafen.

Fazit

Gold lässt sich in Deutschland gut per Sparplan ansparen. Wer den Goldpreis möglichst direkt und steuerlich attraktiv abbilden will, fährt mit einem physisch besicherten ETC wie Xetra-Gold oder EUWAX Gold II am besten: nach einem Jahr Haltedauer sind Gewinne steuerfrei. Goldminen-ETFs bieten zusätzliche Renditechancen, schwanken aber stärker und genießen keine Steuerbefreiung. In beiden Fällen gilt: kleine, regelmäßige Raten glätten den Einstieg, und Gold sollte eine Beimischung bleiben, kein Kerninvestment. Vergleichen Sie vor dem Start Sparplankosten und laufende Gebühren beim Broker Ihrer Wahl.


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