Dividendenrendite: Welche ETFs eignen sich für eine Dividendenstrategie?

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Passives Einkommen, während zeitgleich das eigene Vermögen aktiv am Aktienmarkt arbeitet? Vielleicht sind es auch die moderaten Bewertungen, gepaart mit dem vermeintlich unterdurchschnittlichen Risiko, welche den Ausschlag für eine Dividendenstrategie liefern?

Dividendenrendite: Welche ETFs eignen sich für eine Dividendenstrategie?

Sich auf einzelne Unternehmen zu fokussieren ist möglich: aber auch so manch ETF bringt eine starke Dividendenrendite mit. Wir zeigen dir, welche Fonds das sind und wie du deine eigene Dividendenstrategie umsetzen kannst.

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Für eine hohe Dividendenrendite, braucht es Dividenden-ETFs

Kurz noch einmal zur Erinnerung: Die Dividendenrendite ergibt sich, indem die Höhe der Auszahlung dem Preis einer Aktie gegenübergestellt wird. Kostet eine Aktie also beispielsweise 100 Euro, während du mit der gleichen Aktie Anspruch auf eine Dividende in Höhe von 5 Euro hast, würde die Rendite dann 5 % betragen. Aber nicht vergessen: nach der Auszahlung wird die Dividende aus dem Kurs herausgerechnet, es ist also keinesfalls eine "geschenkte" Rendite!

Wie du mit Sicherheit weißt, schüttet selbst der All-World von Vanguard, der hierzulande wohl beliebteste ETF überhaupt, eine Dividendenrendite aus: in der Praxis bewegt sich diese meist zwischen 1,5 und 2,5 %. Was für die meisten Anleger wohl als stattlicher Wert interpretiert werden würde, ist für Dividenden-Jäger oft nicht ausreichend.

Wenn du eine im Vergleich hohe Ausschüttungsquote möchtest, benötigst du also einen spezialisierten ETF, der auch konkret nur solche interessanten Dividendentitel abbildet. An dieser Stelle ergibt sich dann eine weitere Unterscheidung, die du ebenfalls berücksichtigen musst, denn sie kann sich maßgeblich auf deine Rendite auswirken.

Entscheidung: Hohe Dividenden oder  Dividendenaristokraten?

Beides geht in der Praxis tatsächlich meistens eben nicht "Hand in Hand". Für die "Aristokraten" gibt es zwar keine in Stein gemeißelte Definition, normalerweise zählen aber Unternehmen dann als solche, wenn sie seit mindestens 10 Jahren die eigene Dividende konstant halten oder kontinuierlich erhöhen. Manchmal werden auch Zeiträume wie 5, 7 oder 15 Jahre angesetzt. Das Prinzip bleibt aber gleich: ein Aristokrat zahlt seine Dividende ohne Wenn und Aber, normalerweise steigert sich diese zudem kontinuierlich.

Solche Unternehmen, die sehr hohe Dividenden ausschütten, können das normalerweise nicht über 10 oder 15 Jahre beibehalten. Zwar sieht eine vermeintliche Dividendenrendite von 7 oder 9 % da im marktweiten Vergleich immer sehr attraktiv aus, es ist aber keinesfalls sicher, wie "sicher" eben diese Dividende ist. Häufig sind es Unternehmen aus der Immobilienbranche oder Minenunternehmen, die sehr hohe Dividenden zahlen, die aber genauso schnell wieder verpuffen, wenn eine Mine ein schlechtes Ergebnis abwarf oder das Unternehmen einige Immobilien nur unter dem erwarteten Wert auf den Markt brachte.

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Bei der Wahl deiner ETFs ist das ansatzweise wichtig: einige Fonds fokussieren sich auf wirklich hohe Ausschüttungen, was zur Folge hast, dass du viele der enthaltenen Unternehmen gar nicht kennen wirst. Andere konzentrieren sich auf relativ gute Dividenden, die dann meist von großen Konzernen kommen, die du definitiv kennen solltest. Wirklich Ausreißer nach oben werden durch den Korb an Aktien aber sowieso verwässert.

Vorteile einer Dividendenstrategie via ETF

  • du bist breit gestreut investiert
  • ETFs sind "pflegeleichter", da du nicht konsequent das Unternehmen analysieren musst, in dem dein ganzes oder viel deines Kapitals liegt
  • der Broker prüft die Ausschüttungen, was dir etwas Arbeit abnimmt
  • hinsichtlich der Märkte, Unternehmensgrößen, und Ausschüttungen selbst bleibst du wie gewohnt flexibel
  • du könntest eine Dividendenstrategie theoretisch mit thesaurierenden Fonds fahren und die Dividenden reinvestieren, das ist aber seltener und steuerlich nicht attraktiv
  • die Dividenden aus ausschüttenden Fonds gewährleisten dir ein passives Einkommen, das in der Regel auch in schlechteren Marktphasen bestehen bleibt

Nachteile der Dividendenstrategie via ETFs

  • die Dividendenrendite ist, aufgrund des breiteren Mix, eigentlich immer niedriger als wenn du Einzeltitel speziell mit hoher Ausschüttung wählst
  • die Kosten für den Fonds reduzieren natürlich deine Rendite etwas

Vergleich: Welcher ETF bringt welche Dividendenrendite mit?

Nun möchten wir uns ETFs widmen, die deiner Anlagestrategie entsprechen - also solchen, die Dividenden ausschütten. An dieser Stelle möchten wir dir einen bunten Mix präsentieren, du bist also definitiv nicht nur auf einen ETF angewiesen. Tatsächlich ist es sogar sehr empfehlenswert, zwei oder drei der nachfolgenden ETFs miteinander zu kombinieren, da sie oftmals nur bestimmte geografische Regionen oder bestimmte Unternehmensgrößen abbilden. Zudem ist insbesondere bei Dividenden-ETFs wichtig, eine breite Streuung zu bekommen, ohne Überschneidungen zu generieren - anderenfalls tut es dir gleich doppelt weh, wenn ein Unternehmen die Dividende streicht.

Vanguard FTSE All-World High Dividend Yield UCITS ETF (Dist) (ISIN: IE00B8GKDB10)

Dieser ETF ist der einzige seiner Art, den du nicht mit anderen kombinieren solltest. Er ist das Dividenden-Gegenstück zum All-World von Vanguard, hat also einen Fokus auf Dividendentitel. Seine Dividendenrendite bezifferte sich vor Corona auf rund 3,3 % im laufenden Durchschnitt, seit Corona auf rund 2,8 %. Damit erhältst du effektiv ungefähr 1 % mehr ausgeschüttet als beim klassischen All-World, was du wiederum mit einer etwas höheren TER (0,29 %) zahlst.

Enthalten sind Unternehmen (große und mittelgroße) aus der ganzen Welt, insgesamt gibt es 1.579 Positionen. Dieser ETF ist im Vergleich also eine gute Wahl, wenn du eigentlich die "Standard" All-World-Strategie beibehalten, aber etwas stärker auf Dividenden und Ausschüttungen gehen möchtest, ohne dich komplett darauf einzustellen.

SPDR S&P Global Dividend Aristocrats UCITS ETF (ISIN: IE00B9CQXS71)

In der jüngeren Vergangenheit konnte dieser ETF im Vergleich mit einer guten Performance auftrumpfen. Er zeigt aber auch, welche nicht zu vernachlässigenden "Schwächen" solche spezialisierten ETFs mitbringen. Sein Ziel ist nämlich Dividend-Aristokraten rund um den Globus abzubilden, diese müssen:

  • eine positive Eigenkapitalrendite haben
  • die Dividende aus dem positiven operativen Cashflow zahlen können
  • seit zehn Jahren die Dividende erhöht oder konstant gehalten haben

Zwar ist der Fonds global, rund die Hälfte der Titel ist aber "Made in USA". Enthalten sind eigentlich fast nur große Schwergewichte, beispielsweise Versorger, Pharmakonzerne, Konglomerate oder Nahrungsmittelunternehmen. Insgesamt kommt der ETF aber eben nur auf 97 Titel, was nicht unbedingt eine breitgestreute Diversifizierung ist.

Solch eine Konzentration hat aber auch eine hohe Ausschüttung zur Folge: vor Corona bezifferte sie sich auf rund 3,6 %, für 2021 werden sogar 4,5 % prognostiziert, bedingt durch die inflationären Tendenzen, die "klassischen" Unternehmen Rückenwind verleihen.

Leider ist der ETF aber auch recht teuer und hat mit einer krassen Tracking-Differenz zu kämpfen: die TER beziffert sich auf 0,45 %, die TD auf -0,90 %.

iShares STOXX Global Select Dividend 100 UCITS ETF (DE) (ISIN: DE000A0F5UH1)

Eine ähnliche Strategie wie der vorherige ETF, im Vergleich aber mit etwas veränderten Kriterien. Die Dividende der enthaltenen Titel darf in den vergangenen fünf Jahren nicht gesunken sein, außerdem existieren harte Obergrenzen, in welchem Verhältnis zum Gewinn je Region sich die Dividende bewegen darf. Enthalten sind 100 Positionen, der ETF hat eine TER von 0,46 % und die Top-10 macht rund 18 % aus.

Insbesondere die Beschränkungen zum Gewinn je Region sorgen dafür, dass Positionen häufiger ausgetauscht werden, was sich auch in der Volatilität der Dividendenrendite zeigt. In den letzten fünf Jahren bezifferte sich die in der Spitze auf etwas mehr als 5,5 %, zuletzt aber nur noch auf rund 3,5 %. Einen Pluspunkt könnten die steuerlichen Vorteile sein, da das Fondsdomizil in Deutschland liegt. Vertreten sind übrigens am häufigsten Unternehmen aus der Immobilien- oder Finanzbranche, auch Versorger gibt es genügend. Die Kriterien sorgen zudem dafür, dass du die Unternehmen mitunter nicht unbedingt kennst: Oder sagt dir die größte Position im Fonds, Fortescue Metals Group, wirklich etwas?

WisdomTree Emerging Markets SmallCap Dividend ETF (ISIN: IE00BQZJBM26)

Im Vergleich zu den bisher genannten Fonds belegt der hier in jedem Fall eine Nische und ist außerdem definitiv für eher risikofreudige Anleger geeignet. Der große Vorteil: du kannst ihn flexibel mit allen bisher genannten Fonds kombinieren, auch in ein klassisches All-World-Depot passt er gut.

Der ETF bildet fundamental gewichtet Dividendentitel ab - aber nur aus Schwellenländern und nur solche von geringer Marktkapitalisierung. Du bekommst also quasi die volle Risiko-Breitseite: einerseits Emerging Markets, andererseits hohe Ausschüttungen und zuletzt noch solche von kleinen Unternehmen. Da kann viel schiefgehen, weshalb schon einmal löblich ist, dass in dem Fonds mehr als 900 Titel enthalten sind.

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Die Dividendenrendite bezifferte sich in den letzten fünf Jahren auf durchschnittlich 2,8 %, was nicht unbedingt großartig ist. Ebenso die TER von 0,54 % und die verhältnismäßig überschaubare Fondsgröße von 30 Millionen Euro. In den letzten fünf Jahren erzielte der Fonds inklusive Dividende eine Rendite von 7,69 % p.a. - was ebenfalls weniger als die des Marktes ist. Deshalb bleibt dieser ETF nur dann eine Alternative, wenn du kleine Unternehmen aus Schwellenländern im Depot haben möchtest - die in den anderen klassischen Fonds nämlich nicht vertreten sind.

iShares European Property Yield UCITS ETF (Dist) (ISIN: IE00B0M63284)

Hier findest du alle großen europäischen Vermieter, von Vonovia und Deutsche Wohnen bis hin zu Gecina (Frankreich) und Swiss Prime (Schweiz). Möchtest du stärker in Immobilien und Immobilienerträge investiert sein, käme dieser spezialisierte ETF in Frage.

Seine Dividendenrendite ist im Vergleich aber nicht höher als die der großen Indizes, durchschnittlich betrug sie in den letzten fünf Jahren rund 3 %. Enthalten sind insgesamt 51 Positionen, wobei die Top-10 aber rund 60 % ausmacht. Die TER beläuft sich auf 0,40 % und ist für einen spezialisierten ETF damit nicht unbedingt teuer, aber auch nicht sonderlich günstig.

Fazit: Viele Möglichkeiten, überschaubare Unterschiede

Die ganz großen Dividendenrenditen, wie du sie durch ausgewählte Einzelaktien erzielst, wirst du mit einem ETF nicht erhalten - denn solche sind eben die Ausnahme und werden in einem "ETF-Korb" automatisch verwässert. Tatsächlich bewegen sich die Dividenden bei nahezu allen Kandidaten in allen Regionen zwischen 3 und 4 %, kurzfristige Ausschläge gibt es immer. Gemeinsam haben sie aber auch, dass ihre Performance allesamt stark der des Marktes hinterherhängt. Weshalb Dividenden eben vor allem interessant für jene sind, die auf passive Erträge angewiesen sind.

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