Welche Aktien-ETFs kaufen?

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Für die langfristige Geldanlage sind ETFs als börsengehandelte Fonds geeignet, da sie eine breite Risikostreuung bieten. Bei den meisten ETFs handelt es sich um Aktien-ETFs, doch gibt es auch andere Anlageklassen. Möchtest Du Anteile an einem Aktien-ETF kaufen, brauchst Du ein Depot.

Welche Aktien-ETFs kaufen?

Ein Aktien-ETF kauft dir mit einem einzigen Wertpapier Anteile an Hunderten oder Tausenden Unternehmen gleichzeitig. Statt einzelne Aktien herauszupicken und auf das richtige Pferd zu setzen, kaufst du den Markt als Ganzes. Genau das macht diese Fondsgattung für den langfristigen Vermögensaufbau so brauchbar. Dieser Ratgeber erklärt, wie Aktien-ETFs funktionieren, warum sie den meisten Einzelaktien-Strategien überlegen sind und warum ein breit gestreuter Welt-ETF für die allermeisten Anleger die sinnvolle Basis ist. Stand: Juni 2026.

Was ist ein Aktien-ETF?

ETF steht für Exchange Traded Fund, also einen börsengehandelten Fonds. Ein Aktien-ETF bildet einen Aktienindex möglichst exakt nach und du kannst seine Anteile wie eine Aktie über die Börse kaufen und verkaufen. Bildet ein ETF zum Beispiel den MSCI World ab, hältst du anteilig alle Unternehmen, die in diesem Index enthalten sind. Steigt der Index um drei Prozent, steigt der ETF näherungsweise ebenfalls um drei Prozent, abzüglich der laufenden Kosten.

Der entscheidende Unterschied zu einem klassischen, aktiv gemanagten Fonds: Ein Aktien-ETF versucht nicht, den Markt zu schlagen. Er bildet ihn nur ab. Kein Fondsmanager wählt einzelne Titel aus, deshalb fallen die Kosten deutlich niedriger aus. Die jährliche Gesamtkostenquote (TER) liegt bei breiten Aktien-ETFs heute oft zwischen 0,10 und 0,25 Prozent. Beim SPDR MSCI World (ISIN IE00BFY0GT14) sind es 0,12 Prozent, also 12 Euro pro 10.000 Euro Anlagesumme und Jahr. Aktiv gemanagte Aktienfonds verlangen häufig das Zehnfache.

Wie ein Aktien-ETF funktioniert

Damit der ETF dem Index folgt, hält der Anbieter die Aktien entweder tatsächlich im Fondsvermögen (physische Replikation) oder bildet die Wertentwicklung über ein Tauschgeschäft mit einer Bank nach (synthetische Replikation). Für Einsteiger ist die physische Variante meist die einfachere Wahl, weil transparent ist, was im Fonds steckt.

Ein zweiter Punkt betrifft die Erträge. Aktien werfen Dividenden ab, und ein ETF geht damit auf zwei Arten um. Ein thesaurierender ETF legt die Dividenden automatisch wieder an, dein Kapital wächst durch den Zinseszinseffekt ohne dein Zutun. Ein ausschüttender ETF zahlt sie dir aufs Verrechnungskonto aus. Für den langfristigen Vermögensaufbau ist die thesaurierende Variante in der Regel die bequemere Lösung. Wer ein regelmäßiges passives Einkommen möchte, greift zur ausschüttenden Variante.

Dein ETF-Vermögen ist als Sondervermögen geschützt. Geht der Fondsanbieter pleite, gehören die enthaltenen Aktien weiterhin dir und fallen nicht in die Insolvenzmasse. Das ist ein gewichtiger Unterschied etwa zu Zertifikaten, bei denen du das Ausfallrisiko des Emittenten trägst.

Aktien-ETF oder Einzelaktien?

Wer Einzelaktien kauft, wettet auf das Schicksal einzelner Firmen. Das kann aufgehen, schiefgehen kann es genauso. Selbst große, scheinbar solide Konzerne können einbrechen oder ganz verschwinden, man denke an Wirecard, Nokia oder die Deutsche Bank im Vergleich zu ihren Hochs. Wer sein Geld auf wenige Titel konzentriert, trägt ein Risiko, für das ihn der Markt langfristig nicht zusätzlich entlohnt. Dieses unsystematische Risiko lässt sich durch Streuung schlicht wegdiversifizieren.

Genau hier liegt die Stärke des Aktien-ETFs. Mit einem einzigen Welt-ETF verteilst du dein Geld auf weit über tausend Unternehmen aus Dutzenden Ländern und Branchen. Geht ein Unternehmen unter, fällt das im Gesamtportfolio kaum ins Gewicht. Du brauchst weder Bilanzen zu lesen noch den Markt zu timen. Studien zeigen seit Jahrzehnten, dass die große Mehrheit aktiver Fondsmanager den Vergleichsindex über lange Zeiträume nicht schlägt. Für Privatanleger ist die Aussicht, das selbst dauerhaft zu schaffen, noch geringer.

Das heißt nicht, dass Einzelaktien tabu sind. Wer Spaß an einzelnen Werten hat, kann einen kleinen Teil des Depots dafür reservieren. Das Fundament aber sollte ein breit gestreuter Aktien-ETF bilden, nicht ein Korb aus fünf Lieblingsaktien.

Breite Streuung: das wichtigste Prinzip

Diversifikation ist der einzige kostenlose Vorteil an der Börse. Je breiter du streust, desto stabiler wird dein Depot, ohne dass du dafür auf Rendite verzichten musst. Ein ETF auf den DAX enthält nur 40 deutsche Unternehmen und hängt damit stark an der Konjunktur eines einzigen Landes. Ein MSCI World-ETF verteilt dein Geld dagegen auf rund 1.300 Unternehmen aus 23 Industrieländern (Stand: MSCI-Factsheet Mai 2026).

Noch breiter geht es mit Welt-Indizes, die auch Schwellenländer einschließen. Der FTSE All-World deckt rund 4.200 Unternehmen aus über 45 Industrie- und Schwellenländern ab und repräsentiert damit etwa 90 bis 95 Prozent der weltweit investierbaren Marktkapitalisierung. Ein ETF auf den MSCI Emerging Markets lässt sich ergänzend beimischen, schwankt aber stärker, weil diese Märkte krisenanfälliger sind.

Ein Hinweis zur Ehrlichkeit: Auch ein breit gestreuter Aktien-ETF schützt nicht vor Kursverlusten. In einer weltweiten Krise fallen alle Märkte gemeinsam. 2022 verlor der MSCI World zeitweise rund 20 Prozent. Streuung senkt das Risiko einzelner Pleiten, nicht das allgemeine Marktrisiko. Wer dieses Schwanken nicht aushält, sollte seine Aktienquote senken, nicht auf einen vermeintlich sichereren Einzeltitel ausweichen.

Der Welt-ETF als Basis

Für die allermeisten Privatanleger ist ein einzelner, weltweit streuender Aktien-ETF das sinnvolle Fundament des Depots. Er ist günstig, breit gestreut und erfordert kaum Pflege. Drei Indizes haben sich als Basis etabliert:

  • MSCI World: rund 1.300 Unternehmen aus 23 Industrieländern. Klassiker, aber ohne Schwellenländer.
  • FTSE All-World: rund 4.200 Unternehmen aus über 45 Industrie- und Schwellenländern. Die wohl breiteste Standardlösung in einem ETF.
  • MSCI ACWI: Industrie- plus Schwellenländer in einem Index, ähnlich breit wie der FTSE All-World.

Welcher davon es wird, ist weniger wichtig als die Tatsache, dass du überhaupt breit und günstig startest. Mehr Hilfe bei der konkreten Auswahl bietet unser Ratgeber Welchen ETF kaufen?. Wie du auf einen Welt-ETF einen Sparplan aufsetzt, zeigt der ETF-Sparplan-Vergleich.

Worauf du bei der Auswahl achtest

Hast du dich für einen Index entschieden, gibt es meist mehrere ETFs darauf. Diese Kriterien helfen bei der Wahl:

  • Kosten (TER): Bei Welt-ETFs sind 0,10 bis 0,20 Prozent pro Jahr üblich. Günstig ist gut, sollte aber nicht das einzige Kriterium sein.
  • Fondsvolumen: mindestens rund 100 bis 200 Millionen Euro, damit der ETF wirtschaftlich läuft und nicht geschlossen wird.
  • Replikationsmethode: physisch ist transparenter, synthetisch oft minimal günstiger.
  • Ertragsverwendung: thesaurierend fürs Anhäufen, ausschüttend für regelmäßige Auszahlungen.
  • Handelbarkeit: Der ETF sollte bei deinem Broker sparplanfähig und an einem liquiden Handelsplatz verfügbar sein.

Den passenden ETF auf einen Index findest du über unseren ETF-Ratgeber. Die voraussichtliche Wertentwicklung deines Sparplans kannst du mit dem Rendite-Rechner grob abschätzen.

So kaufst du einen Aktien-ETF

Um ETF-Anteile zu halten, brauchst du ein Wertpapierdepot bei einem Online-Broker. Die Eröffnung ist kostenlos und in wenigen Minuten online erledigt. Anschließend kannst du entweder einmalig eine Summe investieren oder einen Sparplan einrichten, der monatlich automatisch Anteile kauft. Gerade Sparpläne nehmen dir die Entscheidung über den richtigen Einstiegszeitpunkt ab und glätten die Kaufkurse über die Zeit.

Bei den Brokern gibt es spürbare Unterschiede bei Depotgebühren, Ordergebühren und sparplanfähigen ETFs. Drei in Deutschland weit verbreitete Anbieter mit kostenlosem Depot und großem ETF-Sparplan-Angebot:

  • Trade Republic punktet mit einer einfachen App und sehr günstigen ETF-Sparplänen.
  • Scalable Capital bietet ein großes ETF-Universum und je nach Modell viele kostenlose Sparpläne.
  • ING kombiniert das Wertpapierdepot mit klassischem Banking aus einer Hand.

Welcher Broker zu dir passt, hängt von deinem Anlagestil ab. Ein systematischer ETF-Broker-Vergleich hilft bei der Entscheidung, der ETF-Sparplan-Vergleich speziell beim Sparplan.

Fazit

Ein Aktien-ETF ist das einfachste und zugleich eines der wirkungsvollsten Werkzeuge für den langfristigen Vermögensaufbau. Er nimmt dir die Titelauswahl ab, kostet wenig und streut dein Risiko über Hunderte oder Tausende Unternehmen. Für die meisten Anleger ist ein breit gestreuter Welt-ETF auf MSCI World, FTSE All-World oder MSCI ACWI die richtige Basis, idealerweise thesaurierend und über einen Sparplan bespart. Einzelaktien dürfen Beiwerk sein, das Fundament sollten sie nicht bilden. Wer noch unsicher ist, findet im ETF-Ratgeber und unter Welchen ETF kaufen? weitere Orientierung.


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