Aktienfonds kaufen mit diesen ETFs
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Möchtest Du in Aktien investieren und eine möglichst breite Risikostreuung erhalten, entscheidest Du Dich für einen Aktienfonds. Günstiger als ein aktiv gemanagter Fonds ist ein ETF. Du profitierst von niedrigen Kosten und von einer Dividende. Diese ETFs kannst Du auf zahlreiche Indizes kaufen.
Breite Risikostreuung mit einem Aktienfonds
Möchtest Du in Aktien investieren, ohne einzelne Titel selbst auswählen zu müssen, ist ein Aktienfonds der klassische Weg. Ein Fonds bündelt viele Aktien in einem Produkt und sorgt so für eine breite Risikostreuung: Fällt eine Aktie, kann das durch andere Werte aufgefangen werden. Für den Vermögensaufbau ist diese Diversifikation der entscheidende Vorteil gegenüber dem Kauf von Einzelaktien.
Bei einem Aktienfonds hast Du grundsätzlich zwei Möglichkeiten: Du investierst entweder in einen aktiv gemanagten Investmentfonds oder in einen passiv verwalteten ETF (Exchange Traded Fund). Beim aktiven Fonds trifft ein Fondsmanagement die Anlageentscheidungen und versucht, den Markt zu schlagen. Ein ETF dagegen bildet einfach einen Index nach – etwa den MSCI World, den S&P 500 oder den DAX – und entwickelt sich parallel zum Markt. Diese passive Struktur macht ETFs deutlich günstiger.
Beide Fondsarten kennen zwei Formen der Ertragsverwendung: ausschüttende und thesaurierende Fonds. Bei ausschüttenden Fonds wird die Dividende ausgezahlt – je nach Produkt jährlich, halbjährlich oder vierteljährlich –, was sich für ein laufendes Passiveinkommen eignet. Bei thesaurierenden Fonds wird die Dividende automatisch reinvestiert, was den Zinseszins-Effekt verstärkt und besonders beim langfristigen Sparen mit einem Sparplan wirkt.
Regulatorischer Rahmen (Stand: Juli 2026)
Der Anlegerschutz in der EU wird weiterhin maßgeblich durch die OGAW-Richtlinie (UCITS) geprägt. Die sogenannte 5-10-40-Regel zur breiten Streuung bleibt in Kraft: Nicht mehr als 10 Prozent des Fondsvermögens dürfen in Wertpapiere eines einzigen Emittenten investiert werden, und die Summe aller Positionen, die jeweils mehr als 5 Prozent ausmachen, darf 40 Prozent des Fondsvermögens nicht überschreiten. Diese Regeln gelten sowohl für aktive Fonds als auch für UCITS-ETFs und schützen Anleger vor Klumpenrisiken.
Aktiv gemanagter Aktienfonds vs. ETF: Warum ETFs meist die bessere Wahl sind
Der entscheidende Vorteil eines ETFs gegenüber einem aktiv gemanagten Aktienfonds liegt in den niedrigeren Kosten. Bei einem aktiven Fonds zahlst Du häufig einen Ausgabeaufschlag beim Kauf (oft bis zu 5 Prozent) und zusätzlich jährlich eine laufende Kostenquote, die deutlich höher ist als bei einem ETF. Diese Kosten mindern Deine Rendite Jahr für Jahr. Bei einem ETF entfällt der Ausgabeaufschlag, und Du zahlst lediglich eine jährliche Gesamtkostenquote (Total Expense Ratio, TER), die die wichtigsten Kosten des Emittenten abdeckt:
- Depotbankgebühren für die Verwahrung der Wertpapiere im Fonds
- Lizenzgebühren für die Nachbildung des Index
- Verwaltungsgebühren als Management- und Betriebskosten des Emittenten
- Vertriebs- und Betriebskosten, etwa für die Erstellung der Fondsdokumente
Breit gestreute Aktien-ETFs auf Standardindizes sind heute schon ab rund 0,05 bis 0,20 Prozent TER pro Jahr zu haben, während aktiv gemanagte Aktienfonds häufig 1,5 bis 2,0 Prozent pro Jahr kosten. Über einen langen Anlagehorizont summiert sich dieser Kostenunterschied zu Tausenden Euro Renditeverlust.
Kosten allein sind nicht das ganze Bild: die SPIVA-Daten
Höhere Kosten wären verkraftbar, wenn aktive Fonds sie durch bessere Ergebnisse ausgleichen würden. Genau das gelingt den meisten aber nicht. Die halbjährlich veröffentlichte SPIVA-Studie von S&P Dow Jones Indices vergleicht seit Jahren die Wertentwicklung aktiver Fonds mit ihren Vergleichsindizes – mit einem sehr klaren Ergebnis:
- In den USA schnitten laut SPIVA U.S. Year-End 2024 rund 65 Prozent aller aktiv gemanagten Large-Cap-Aktienfonds im Jahr 2024 schlechter ab als der S&P 500.
- Über längere Zeiträume verschärft sich das Bild: Über 15 Jahre lagen rund 90 Prozent der aktiven US-Large-Cap-Fonds hinter dem S&P 500 – in keiner der untersuchten US-Aktienkategorien schlug eine Mehrheit der Manager ihren Index.
- Auch in Europa ist das Muster ähnlich: Laut SPIVA Europe (Mid-Year 2025) unterlagen rund 61 Prozent der europäischen aktiven Aktienfonds im Betrachtungszeitraum ihrem Vergleichsindex.
Die Kernaussage: Je länger der Anlagehorizont, desto seltener schlagen aktive Fonds den Markt. Für langfristig orientierte Anleger sind kostengünstige Index-ETFs daher in den meisten Fällen die statistisch bessere Wahl. Quellen: SPIVA U.S. Scorecard (S&P Dow Jones Indices) und SPIVA Europe Scorecard.
Aktiv oder passiv: Was der Unterschied im Alltag bedeutet
Ein aktiv gemanagter Aktienfonds kann in einzelnen Jahren höhere Gewinne erzielen als ein passiver ETF – aber ebenso höhere Verluste. Der Fondsmanager wählt gezielt Aktien aus, die er für vielversprechend hält. Eine Garantie für Outperformance gibt es nicht, und wie die SPIVA-Daten zeigen, gelingt sie über längere Zeiträume nur einer Minderheit. Ein ETF bildet dagegen einfach den Markt ab: Er entwickelt sich parallel zum Index, kann diesen aber definitionsgemäß auch nicht schlagen. Für die meisten Privatanleger überwiegt der Vorteil aus niedrigen Kosten und Planbarkeit.
Charakteristisch für ETFs ist der Börsenhandel: Du kannst Anteile jederzeit während der Handelszeiten über einen Online-Broker kaufen und verkaufen. Anteile aktiv gemanagter Fonds sind ebenfalls über Banken und Broker erhältlich, meist jedoch zu höheren Gebühren und teils nur einmal täglich zum festgestellten Anteilswert.
Wie kaufe ich einen Aktien-ETF? In drei Schritten
Der Kauf eines ETFs ist unkomplizierter, als viele denken. Du brauchst dafür nur ein Wertpapierdepot:
- 1. Depot eröffnen: Ein günstiges Depot bekommst Du bei einem Neobroker wie Trade Republic oder Scalable Capital, die den ETF-Handel und ETF-Sparpläne besonders kostengünstig anbieten. Wer lieber bei einer klassischen Bank bleibt, findet auch bei Direktbanken wie der ING ein Depot mit breitem ETF-Angebot.
- 2. ETF auswählen: Entscheide Dich für einen breit gestreuten Index (z. B. MSCI World oder S&P 500) und achte auf TER, Fondsvolumen und die Ausschüttungsart (ausschüttend oder thesaurierend).
- 3. Kaufen oder Sparplan einrichten: Du kannst einmalig eine größere Summe investieren oder einen ETF-Sparplan einrichten, der automatisch monatlich einen festen Betrag anlegt. Der Sparplan glättet Einstiegszeitpunkte und eignet sich ideal für den langfristigen Vermögensaufbau.
Dividende mit einem ETF als Aktienfonds erzielen
ETFs gibt es in vielen Anlageklassen, wobei Aktien die am häufigsten gehandelte Klasse sind. Unternehmen sind nicht verpflichtet, Dividenden zu zahlen – darüber entscheiden die Hauptversammlungen. Deutsche Aktiengesellschaften zahlen häufig einmal jährlich, US-amerikanische Unternehmen tendenziell mehrmals im Jahr.
Für Anleger, die gezielt auf Ausschüttungen setzen, gibt es Dividenden-ETFs, die auf einem Dividendenindex basieren und die dividendenstärksten Aktien bündeln. An deutschen Börsen sind zahlreiche Dividenden-ETFs handelbar. Eine negative Marktentwicklung kann allerdings auch die Rendite eines Dividenden-ETFs belasten. Hier zwei Beispiele:
iShares DivDAX UCITS ETF (DE) ISIN DE0002635273, WKN 263527 mit den 15 Aktien mit der höchsten Dividendenrendite aus dem DAX. Die Dividende wird mindestens einmal jährlich ausgezahlt.
iShares MSCI World Quality Dividend UCITS ETF ISIN IE00BYYHSQ67, WKN A2DRG5 mit Aktien aus Industrieländern weltweit von Unternehmen, die sich durch eine hohe Dividendenzahlung auszeichnen. Die Auszahlung erfolgt halbjährlich.
Breites Anlagespektrum mit ETFs als Aktienfonds
Ein ETF bietet ein breites Spektrum an Anlagemöglichkeiten, da Du in zahlreiche Indizes investieren kannst. Neben Dividenden-ETFs gibt es eine große Auswahl auf deutsche und internationale Aktienindizes. Der MSCI World Index umfasst rund 1.400 bis 1.500 Aktien aus 23 Industrieländern und gehört zu den beliebtesten Basisinvestments. Ein Beispiel für einen entsprechenden ETF:
iShares Core MSCI World UCITS ETF USD (Acc) ISIN IE00B4L5Y983, WKN A0RPWH
Es handelt sich um einen thesaurierenden Fonds; die Erträge werden also nicht ausgeschüttet, sondern reinvestiert. Das aktuelle Fondsvolumen und die Kennzahlen findest Du im folgenden Snapshot.
Marktindizes und Sektor-ETFs
Globale Indizes wie der MSCI World und der S&P 500 bleiben die Basis vieler Portfolios, weil sie über tausende Aktien, viele Länder und Branchen streuen und so Einzelrisiken minimieren. Wer gezielter investieren möchte, kann auch einzelne Sektoren abbilden, beispielsweise:
- Gesundheitswesen, z. B. Amundi MSCI Europe Healthcare UCITS ETF EUR (C), ISIN FR0010688192, WKN A0REJ2
- Energie, z. B. Xtrackers MSCI World Energy UCITS ETF 1C, ISIN IE00BM67HM91, WKN A113FF
- Technologie, z. B. First Trust Cloud Computing UCITS ETF Acc, ISIN IE00BFD2H405, WKN A2N9EF
Sektor-ETFs sind fokussierter und damit schwankungsanfälliger als breite Weltindizes. Sie eignen sich eher als Beimischung, nicht als alleinige Basis eines Depots.
Worauf Du bei der Auswahl eines Aktien-ETFs achten solltest
Bei der ETF-Auswahl zählt nicht nur der abgebildete Index. Achte auch auf ein ausreichendes Fondsvolumen (als Faustregel mindestens rund 100 bis 200 Millionen Euro), um das Risiko einer wirtschaftlichen Schließung des Fonds zu verringern. Vergleiche Produkte anhand von TER, Replikationsmethode (physisch oder synthetisch), Ausschüttungsart und historischer Wertentwicklung. Vergangene Renditen sind allerdings keine Garantie für die Zukunft.
Volatilität und Marktrisiken
Volatilität bleibt ein zentraler Faktor: Kursschwankungen bieten Chancen, bergen aber ebenso das Risiko von Verlusten. Aktien-ETFs können in Krisen deutlich an Wert verlieren – wer breit streut und einen langen Anlagehorizont mitbringt, kann solche Phasen besser aussitzen. Investiere nur Geld, das Du über viele Jahre nicht benötigst.
Nachhaltige Investitionen
Der Trend zu nachhaltigen und ESG-orientierten Investitionen hält an. Viele Emittenten bieten ETFs an, die ökologische, soziale und ethische Kriterien berücksichtigen. Anleger sollten dabei genau auf die zugrunde liegende Methodik und die tatsächlichen Kriterien achten, da "nachhaltig" je nach Produkt sehr unterschiedlich definiert wird.
Fazit: ETFs als kostengünstiger Aktienfonds mit guter Risikostreuung
Wenn Du in Aktien investieren möchtest, sind breit gestreute ETFs für die meisten Anleger die günstigere und langfristig meist erfolgreichere Alternative zu aktiv gemanagten Fonds. Sie bieten eine gute Risikostreuung, niedrige Kosten und – je nach Auswahl – auch Dividendenerträge. Die SPIVA-Daten zeigen deutlich, dass es aktiven Fondsmanagern nur selten gelingt, über lange Zeiträume ihren Vergleichsindex zu schlagen. Achte bei der Auswahl auf TER, Fondsvolumen und die Ausschüttungsart und bedenke, dass Faktor- und ESG-Strategien zusätzliche Chancen, aber auch eigene Risiken mit sich bringen. Stand: Juli 2026.
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