ETF Sparplan zu teuer? Muss nicht sein!
sparplanteuerKostenGebührenDepotvergleich
Möchtest Du langfristig mit geringen monatlichen Einzahlungen Vermögen aufbauen, eignet sich ein ETF-Sparplan. Glaubst Du, er ist zu teuer, dann solltest Du Dich über ETF-Sparpläne ohne Gebühren informieren. Die Kosten sind niedriger als bei Sparplänen auf Investmentfonds.
Stand: Juni 2026
Ein ETF-Sparplan gilt als günstigster Weg, mit kleinen Beträgen Vermögen aufzubauen. Trotzdem hält sich hartnäckig der Eindruck, das Ganze sei teuer. Die kurze Antwort vorweg: Bei den großen Neobrokern kostet die Ausführung eines ETF-Sparplans 2026 in aller Regel 0 Euro. Übrig bleiben nur kleine, oft unsichtbare Kostenarten. Welche das sind und wie hoch sie wirklich ausfallen, schauen wir uns hier im Detail an.
Warum viele einen ETF-Sparplan für zu teuer halten
Der Eindruck stammt häufig noch aus der Filialbank-Welt. Dort fielen früher Depotgebühren, Ausgabeaufschläge und prozentuale Orderprovisionen an. Wer einen Sparplan auf einen aktiv gemanagten Investmentfonds abschloss, zahlte schnell 5 Prozent Ausgabeaufschlag plus eine jährliche Verwaltungsgebühr von 1,5 Prozent und mehr. Diese Erfahrung sitzt tief.
Ein ETF funktioniert anders. Er wird nicht aktiv gemanagt, sondern bildet einen Index nach. Es gibt keinen Ausgabeaufschlag, und ein Depot bekommst Du bei den meisten Online-Brokern dauerhaft kostenlos. Filialbanken verlangen dagegen oft weiterhin eine Depotgebühr und teils auch eine Ausführungsgebühr pro Sparrate. Wo Du den Sparplan eröffnest, entscheidet deshalb maßgeblich darüber, ob er teuer ist oder nicht.
Die vier Kostenarten beim ETF-Sparplan im Überblick
Wer ehrlich rechnet, muss bei einem ETF-Sparplan vier Kostenarten auseinanderhalten. Sie unterscheiden sich stark in der Höhe und darin, ob Du sie überhaupt beeinflussen kannst.
- Ausführungsgebühr (Ordergebühr): fällt bei jeder Sparrate an. Bei den großen Neobrokern liegt sie 2026 bei 0 Euro, bei manchen Direktbanken bei rund 1,50 Euro oder 1 bis 1,5 Prozent der Sparrate.
- Depotgebühr: jährliche Pauschale für die Depotführung. Bei Neobrokern und den meisten Direktbanken entfällt sie, bei Filialbanken kann sie anfallen.
- Laufende Fondskosten (TER): die Gesamtkostenquote des ETFs selbst. Sie wird vom Emittenten direkt aus dem Fondsvermögen entnommen, nicht separat abgebucht. Typisch sind 2026 nur 0,05 bis 0,20 Prozent pro Jahr.
- Spread und Vorabpauschale: zwei kleine, indirekte Posten. Der Spread ist die Handelsspanne beim Kauf, die Vorabpauschale eine steuerliche Vorauszahlung. Mehr dazu weiter unten.
Die Ausführungsgebühr: 2026 meist 0 Euro
Die Ausführungsgebühr ist der Posten, der einen Sparplan früher teuer machen konnte. Sie fällt in jedem Sparintervall an. Wählst Du ein größeres Intervall, etwa vierteljährlich statt monatlich, zahlst Du sie zwar seltener, doch sollte das bei kostenlosen Anbietern kein Entscheidungskriterium sein. Für den langfristigen Vermögensaufbau ist ein monatliches Intervall meist die bessere Wahl.
Bei den beiden Marktführern unter den Neobrokern ist die Sparplanausführung 2026 komplett kostenlos. Trade Republic bietet rund 1.850 ETFs kostenlos besparbar an, ab einer Sparrate von nur 1 Euro und wahlweise wöchentlich, zweiwöchentlich, monatlich oder quartalsweise. Auch bei Scalable Capital kostet die Sparplanausführung 0 Euro, ebenfalls ab kleinen Sparraten. Beide Anbieter ermöglichen jeweils rund 3.000 kostenlose ETF-Sparpläne.
Wichtig zu wissen: Diese kostenlosen Angebote sind kein Naturgesetz. Die EU hat im Zuge der Kleinanlegerstrategie über ein Verbot von Rückvergütungen (Kickbacks) für reine Ausführungsgeschäfte diskutiert. Setzt sich ein solches Verbot durch, könnten einzelne Broker das Geschäftsmodell hinter den 0-Euro-Sparplänen überdenken müssen. Aktuell (Stand Juni 2026) bleibt der 0-Euro-Sparplan bei den Neobrokern aber Standard. Ein Blick in den Sparplan-Vergleich zeigt Dir jederzeit, welcher Broker welchen ETF zu welchen Konditionen anbietet.
Die TER: laufende Fondskosten von 0,05 bis 0,20 Prozent
Die Gesamtkostenquote (Total Expense Ratio, TER) ist die einzige Gebühr, die Du auch beim günstigsten Broker nicht umgehst. Sie deckt die Kosten des Emittenten ab und wird laufend direkt aus dem Fondsvermögen entnommen. Du bekommst dafür keine separate Rechnung, der Wert ist bereits im Kurs berücksichtigt. Bei breiten Standard-ETFs liegt die TER 2026 typischerweise zwischen 0,05 und 0,20 Prozent pro Jahr.
Die TER beinhaltet unter anderem:
- Verwaltungsgebühren des Emittenten, etwa für Portfolio-Management, Wirtschaftsprüfung und Revision
- Depotbankgebühren für die Verwahrung der Wertpapiere
- Lizenzgebühren für die Nachbildung des Index
- Vertriebs- und Verwaltungskosten, etwa für Fondsunterlagen
Ob Dein Broker den ETF kostenlos bespart oder nicht, ändert an der TER nichts. Sie hängt allein vom ETF ab. Zwei Beispiele für besonders günstige ETFs:
Invesco S&P 500 UCITS ETF Acc, ISIN IE00B3YCGJ38, WKN A1CYW7
Dieser sparplanfähige ETF bildet den US-Aktienindex S&P 500 nach, also die 500 größten börsennotierten US-Unternehmen. Die TER liegt bei nur 0,05 Prozent und gehört damit zu den niedrigsten am Markt. Der Fonds ist thesaurierend, Ausschüttungen werden also automatisch wieder angelegt, was den Zinseszinseffekt unterstützt. Die Replikation erfolgt synthetisch über einen Swap. Hinweis: Der ETF wurde im Dezember 2025 im Verhältnis 100:1 gesplittet, der Anteilspreis liegt seither niedriger, ohne dass sich am Wert Deiner Anlage etwas ändert.
iShares MSCI EMU ESG Enhanced UCITS ETF EUR (Acc), ISIN IE00BHZPJ015, WKN A2PCB1
Wer beim Sparplan Wert auf Nachhaltigkeit legt, findet hier einen ETF auf große Aktien aus der Eurozone, ausgewählt nach Kriterien aus Umwelt, Soziales und Unternehmensführung. Mehr dazu in unserem ESG-Glossar. Im Fokus stehen der Verzicht auf fossile Brennstoffe und die Reduktion von Treibhausgasen. Die TER liegt bei 0,12 Prozent, der Fonds ist ebenfalls thesaurierend. ESG-Strategien können in einzelnen Marktphasen vom breiten Markt abweichen, das gehört zum Ansatz dazu.
Der Spread: kleine Handelsspanne beim Kauf
Der Spread ist die Differenz zwischen An- und Verkaufskurs an der Börse. Er ist keine Gebühr im klassischen Sinn, sondern eine Handelsspanne, die Du indirekt trägst. Bei liquiden Standard-ETFs wie auf den S&P 500 oder den MSCI World ist er sehr klein und liegt je nach Handelsplatz und Tageszeit oft im Bereich von etwa 0,03 bis 0,08 Prozent.
Praktisch bedeutet das: Wer zu üblichen Handelszeiten an einem etablierten Handelsplatz kauft, zahlt einen vernachlässigbaren Spread. Größer wird er bei exotischen oder wenig gehandelten ETFs sowie außerhalb der Haupthandelszeiten. Für einen klassischen Welt- oder US-Sparplan ist der Spread daher in der Praxis kaum spürbar.
Die Vorabpauschale: Steuer statt Gebühr
Streng genommen ist die Vorabpauschale keine Gebühr, sondern eine steuerliche Vorauszahlung. Sie betrifft vor allem thesaurierende ETFs und soll verhindern, dass Anleger Steuern dauerhaft aufschieben, nur weil ihr Fonds keine Dividenden ausschüttet. Wir erwähnen sie hier, weil sie beim Thema Kosten oft übersehen wird.
So funktioniert die Berechnung für 2026:
- Der Basiszins für 2026 beträgt 3,20 Prozent (vom Bundesfinanzministerium festgelegt) und ist damit der höchste seit Einführung der Vorabpauschale.
- Der Basisertrag ergibt sich aus: Fondswert am Jahresanfang × 3,20 Prozent × 0,7.
- Versteuert wird der niedrigere der beiden Werte aus Basisertrag und tatsächlicher Wertsteigerung im Jahr. Fällt der Kurs, fällt keine Vorabpauschale an.
- Auf den steuerpflichtigen Betrag wirken bei Aktien-ETFs die 30 Prozent Teilfreistellung sowie Dein Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro (2.000 Euro bei gemeinsamer Veranlagung).
Die für 2026 berechnete Vorabpauschale gilt steuerlich Anfang Januar 2027 als zugeflossen und wird dann von Deinem Broker abgeführt, sofern ein Freistellungsauftrag nicht greift. Für die meisten Sparplan-Anleger bleibt die Belastung dank Teilfreistellung und Sparerpauschbetrag überschaubar. Wichtig: Achte darauf, dass auf Deinem Verrechnungskonto Anfang des Jahres genug Guthaben liegt, damit der Broker die Steuer einziehen kann. Dies ist keine Steuerberatung; im Zweifel hilft eine Steuerberaterin oder ein Steuerberater weiter.
So wählst Du einen geeigneten ETF
Niedrige Kosten sind wichtig, aber nicht das einzige Kriterium. Bevor Du in einen Sparplan investierst, solltest Du außerdem auf folgende Punkte achten:
- Breite Risikostreuung: Ein Index wie der S&P 500 mit den 500 größten US-Unternehmen oder der MSCI World mit über 1.300 Aktien aus 23 Industrieländern verteilt das Risiko auf viele Werte.
- Fondsvolumen: Ab etwa 200 Millionen Euro besteht kaum Gefahr, dass ein ETF mangels Wirtschaftlichkeit geschlossen wird.
- Historie: Ein Fonds, der schon einige Jahre läuft, lässt sich besser einschätzen als ein ganz neuer.
- Ausschüttend oder thesaurierend: Thesaurierer legen Erträge automatisch wieder an, Ausschütter zahlen sie aus. Beides hat steuerliche und praktische Folgen.
Wie sich kleine Sparraten über die Jahre entwickeln können, kannst Du mit unserem kostenlosen Sparplanrechner durchspielen. Und mit dem Sparplan-Vergleich findest Du den passenden Broker inklusive Angaben zu Depotgebühr, Ausführungsgebühr und Mindestsparrate, die bei manchen Anbietern schon bei 1 Euro liegt.
Fazit: Mit dem richtigen Broker ist der ETF-Sparplan günstig
Teuer ist ein ETF-Sparplan 2026 vor allem dann, wenn man ihn bei der falschen Bank abschließt. Bei den großen Neobrokern ist die Ausführung kostenlos, ein Depot gibt es gratis, und die laufenden Fondskosten liegen bei breiten ETFs nur zwischen 0,05 und 0,20 Prozent pro Jahr. Hinzu kommen ein kleiner, meist vernachlässigbarer Spread und die Vorabpauschale, die durch Teilfreistellung und Sparerpauschbetrag für die meisten Anleger gut zu verkraften ist. Unterm Strich bleibt der ETF-Sparplan eine der kostengünstigsten Möglichkeiten, langfristig Vermögen aufzubauen. Wer Kosten sparen will, vergleicht vorab die Konditionen und behält die EU-Regulierung im Blick.
Transparenzhinweis: Dieser Beitrag enthält Affiliate-Links (mit /og/ gekennzeichnet). Schließt Du über einen solchen Link ein Produkt ab, erhalten wir unter Umständen eine Provision. Für Dich entstehen dadurch keine Mehrkosten. Auf unsere redaktionelle Einschätzung hat das keinen Einfluss. Der Beitrag ist keine Anlage- oder Steuerberatung.
Unser Tipp: Bei Scalable Capital kannst Du rund 1700 PRIME ETFs - darunter iShares, Xtrackers und Amundi - von 7:30 bis 23 Uhr gebührenfrei handeln und dauerhaft kostenlos besparen. Monatliche Sparraten schon ab 1 €.
Mehr zum Thema:
sparplanteuerKostenGebührenDepotvergleich