Die 4 besten Emerging Markets ETF - Der Renditeturbo?
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Für viele Aktionäre ist der MSCI World das Maß aller Dinge. Wer etwas tiefer in die Materie eintaucht, wird allerdings immer wieder auf das Thema Emerging Markets stoßen.
Stand: Juli 2026. Dieser Beitrag ist eine redaktionelle Einordnung und keine Anlageberatung. Einzelne Links zu Brokern sind Affiliate-Links; für dich entstehen dadurch keine Mehrkosten.
Wer ein weltweit gestreutes Portfolio aufbaut, kommt an den Schwellenländern kaum vorbei. Ein reiner MSCI World ETF deckt nur die 23 klassischen Industrieländer ab und lässt damit einen wachsenden Teil der Weltwirtschaft aus. Emerging-Markets-ETFs schließen diese Lücke. Dieser Artikel konzentriert sich auf eine Frage, die in vielen Ratgebern untergeht: Welchen Index bildet dein EM-ETF eigentlich ab, MSCI oder FTSE, und welche Fonds sind 2026 die günstigsten und breitesten. Die grundsätzliche Strategiefrage MSCI EM klassisch gegen Ex-China vertiefen wir separat in unserem Überblick zu MSCI Emerging Markets ETFs.
MSCI Emerging Markets oder FTSE Emerging: der entscheidende Unterschied
Bei breiten Schwellenländer-ETFs stehen zwei Indexfamilien im Wettbewerb: der MSCI Emerging Markets und der FTSE Emerging. Für Anleger klingen beide identisch, sie unterscheiden sich aber in Punkten, die spürbar auf die Länderzusammensetzung durchschlagen.
Der wichtigste Unterschied ist die Einordnung von Südkorea. MSCI führt Südkorea weiterhin als Schwellenland und hat diesen Status auch in der jährlichen Überprüfung im Juni 2026 ausdrücklich bestätigt. Als Begründung nennt MSCI unter anderem die eingeschränkte Konvertierbarkeit des Won am Offshore-Devisenmarkt sowie Beschränkungen im Marktzugang. FTSE Russell stuft Südkorea dagegen seit Jahren als entwickelten Markt ein. Praktische Folge: In einem MSCI-EM-ETF ist Südkorea mit rund 22 Prozent eines der größten Ländergewichte, in einem FTSE-Emerging-ETF fehlt es komplett.
Ein zweiter, kleinerer Unterschied betrifft Polen: FTSE führt Polen seit 2018 als entwickelten Markt, MSCI weiterhin als Schwellenland. Auch bei der Zahl der enthaltenen Titel und der genauen Gewichtung chinesischer A-Aktien gibt es Abweichungen. Für die Praxis heißt das: Wer Südkorea in einem separaten Depotbaustein ohnehin abgedeckt hat, kann bewusst zu FTSE greifen. Wer eine möglichst klassische EM-Definition sucht, ist mit MSCI gut bedient. Ein Fehler ist keiner von beiden.
Drei breite Emerging-Markets-ETFs im Vergleich (2026)
Statt einer möglichst langen Liste konzentrieren wir uns auf drei kostengünstige, große und dauerhaft handelbare Bausteine. Alle Angaben nach Anbieter- und Datenbankquellen (justETF, extraETF, Anbieter-Factsheets) mit Stand 2026; TER, Fondsvolumen und Ländergewichte können sich ändern.
iShares Core MSCI EM IMI UCITS ETF (MSCI, breiteste Streuung)
Der iShares Core MSCI EM IMI (ISIN IE00BKM4GZ66, WKN A111X9) bildet nicht nur große und mittelgroße, sondern über den Zusatz IMI (Investable Market Index) auch kleine Unternehmen ab. Damit ist er einer der am breitesten gestreuten EM-ETFs überhaupt und hält rund 3.000 Titel. Die Gesamtkostenquote (TER) liegt bei sehr günstigen 0,18 Prozent pro Jahr, der Fonds repliziert physisch und thesauriert die Erträge. Mit einem Volumen von rund 37 Milliarden Euro ist er zudem sehr groß und liquide. Die größten Ländergewichte sind aktuell Taiwan (rund 26 Prozent), Südkorea (rund 22 Prozent), China (rund 17 Prozent) und Indien (rund 10 Prozent).
Vanguard FTSE Emerging Markets UCITS ETF (FTSE, ohne Südkorea)
Der Vanguard FTSE Emerging Markets UCITS ETF folgt dem FTSE-Emerging-Index und lässt Südkorea daher bewusst außen vor. Die TER liegt bei niedrigen 0,17 Prozent pro Jahr, repliziert wird physisch. Vanguard bietet den Fonds in zwei Varianten an: ausschüttend (ISIN IE00B3VVMM84, WKN A1JX51) und thesaurierend (ISIN IE00BK5BR733, WKN A2PLTC). Weil Südkorea fehlt, verteilt sich dessen Gewicht auf die übrigen Länder: Taiwan liegt hier bei rund 32 Prozent, China bei rund 24 Prozent und Indien bei rund 13 Prozent. Wer die Vanguard-typische Kostenphilosophie und einen FTSE-Zuschnitt bevorzugt, findet hier einen soliden Kern.
Amundi Prime Emerging Markets UCITS ETF (Preis-Fokus)
Aus der Prime-Reihe von Amundi kommt mit einer TER von nur 0,10 Prozent pro Jahr einer der günstigsten breiten EM-ETFs am Markt (ISIN LU2300295123, WKN A3CM5D, thesaurierend, physisch replizierend). Wichtig zur Einordnung: Der Fonds bildet weder MSCI noch FTSE ab, sondern den Solactive GBS Emerging Markets Index. Dieser stuft Südkorea wie MSCI als Schwellenland ein, weshalb Südkorea hier mit rund 22 Prozent enthalten ist. Die Länderstruktur ähnelt damit eher dem MSCI-Ansatz. Für kostenbewusste Anleger, die einen thesaurierenden Baustein suchen und mit dem kleineren Fondsvolumen (rund 0,8 Milliarden Euro) leben können, ist der Fonds einen Blick wert.
Hinweis zu Nachhaltigkeits-Varianten
Neben den klassisch marktbreiten Fonds gibt es von iShares auch gescreente EM-ETFs, die einzelne Unternehmen aus Nachhaltigkeits- oder Governance-Gründen ausschließen. Zwei Beispiele: der iShares MSCI EM IMI ESG Screened UCITS ETF (ISIN IE00BFNM3P36, TER 0,18 Prozent) mit einem breiten, aber gefilterten Universum sowie der deutlich strenger selektierende iShares MSCI EM SRI UCITS ETF (ISIN IE00BYVJRP78, TER 0,25 Prozent), der nur einen kleinen Teil der Unternehmen hält. Solche Produkte sind kein reiner Marktdurchschnitt: Durch die Ausschlüsse weichen Zusammensetzung und Wertentwicklung teils spürbar vom Standardindex ab. Das kann gewollt sein, sollte aber eine bewusste Entscheidung sein.
Das Klumpenrisiko China: der wichtigste Risikofaktor
Emerging Markets sind nicht gleichbedeutend mit maximaler Streuung. In klassischen MSCI-EM- und FTSE-Emerging-Indizes entfällt zusammen mit Taiwan und Indien oft weit mehr als die Hälfte des Portfolios auf nur drei Länder. China zählt dabei traditionell zu den größten Gewichten. Interessant ist die Verschiebung der letzten Jahre: Nach dem starken Anstieg der Technologie- und Halbleitertitel in Taiwan und Südkorea 2025 und 2026 ist Chinas Anteil im MSCI EM auf rund 17 bis 19 Prozent gesunken, während Taiwan zum größten Ländergewicht aufgestiegen ist. In der FTSE-Variante ohne Südkorea liegt China dagegen weiterhin bei rund einem Viertel.
Das bedeutet konkret: Ein regulatorischer Eingriff in Peking, eine Zuspitzung im Verhältnis zwischen China und Taiwan oder eine Abwertung einzelner Währungen schlägt überproportional auf den gesamten EM-ETF durch. Wer dieses Konzentrationsrisiko gezielt reduzieren möchte, findet in unserem Überblick zu MSCI Emerging Markets ETFs auch die Ex-China-Variante als Alternative.
Weitere Risiken ehrlich benannt
- Währungsrisiko: EM-ETFs notieren zwar oft in Euro oder US-Dollar, das eigentliche Risiko steckt aber in den lokalen Währungen. Wertet der brasilianische Real, die indische Rupie oder der südafrikanische Rand gegenüber dem Euro ab, mindert das deine Rendite unabhängig von der Kursentwicklung der Aktien.
- Politisches und regulatorisches Risiko: Schwellenländer sind anfälliger für staatliche Eingriffe, Kapitalverkehrskontrollen und schwache Corporate Governance. Der Ausschluss Russlands aus den großen Indizes ab 2022 hat gezeigt, wie schnell ein ganzer Markt praktisch wertlos werden kann.
- Höhere Schwankungen: Emerging Markets schwanken stärker als Industrieländer. Ein langer Anlagehorizont und ein Sparplan glätten diese Ausschläge, verhindern zwischenzeitliche Buchverluste aber nicht.
Wo kann ich Emerging-Markets-ETFs kaufen?
Breite EM-ETFs lassen sich bei praktisch jedem Online-Broker sowohl als Einmalanlage als auch im Sparplan besparen, oft schon ab kleinen Beträgen und teils kostenfrei. Zwei in Deutschland weit verbreitete Anbieter sind:
- Trade Republic: mobiler Broker mit großem, überwiegend kostenfreiem ETF-Sparplan-Angebot.
- Scalable Capital: Broker mit Flatrate-Modell und breiter ETF-Auswahl inklusive Sparplänen.
Achte beim Kauf weniger auf kurzfristige Ranglisten der "besten" Fonds und mehr auf Index, Kosten, Fondsgröße und ob der ETF thesaurierend oder ausschüttend ist. Wer noch am Anfang steht, findet Grundlagen in unserem ETF-Ratgeber und kann mögliche Erträge im Rendite-Rechner durchspielen. Passende Sparplan-Konditionen zeigt der ETF-Sparplan-Vergleich.
Fazit
Emerging-Markets-ETFs sind eine sinnvolle Ergänzung zu einem Industrieländer-Depot, aber kein Selbstläufer. Die wichtigste Entscheidung fällt schon bei der Indexwahl: MSCI und Solactive inklusive Südkorea oder FTSE ohne Südkorea. Danach zählen Kosten, Fondsgröße und die ehrliche Auseinandersetzung mit dem China-Klumpenrisiko sowie den Währungs- und Politikrisiken. Ein günstiger, breiter Baustein wie der iShares Core MSCI EM IMI, der Vanguard FTSE Emerging Markets oder der Amundi Prime Emerging Markets deckt den Schwellenländer-Teil eines Weltportfolios verlässlich ab, den Rest erledigen Geduld und ein langer Atem.
Unser Tipp: Bei Scalable Capital kannst Du rund 1700 PRIME ETFs - darunter iShares, Xtrackers und Amundi - von 7:30 bis 23 Uhr gebührenfrei handeln und dauerhaft kostenlos besparen. Monatliche Sparraten schon ab 1 €.
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