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5 DAX ETFs im Vergleich - bald mit noch mehr Aktien im Fonds!

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Der DAX dürfte hierzulande selbst vielen Menschen bekannt sein, die sich sonst kaum mit Kapitalanlagen beschäftigen. Mit einem ETF lässt sich der deutsche Leitindex einfach abbilden - auch nach seiner baldigen Erweiterung! Hier erfährst du mehr über die verschiedenen Optionen.

5 DAX ETFs im Vergleich - bald mit noch mehr Aktien im Fonds!

Was holst du dir mit dem DAX ins Depot?

"DAX" ist die Abkürzung für "Deutsche Aktienindex" - zugleich ist das der wichtigste Index hier in Deutschland, der nach aktuellem Stand die 30 größten Unternehmen nach Marktkapitalisierung gewichtet enthält. In diesem Index findest du verschiedene namhafte deutsche Unternehmen, die auch weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt sind - so beispielsweise:

  • unsere Autobauer Daimler/Mercedes, BMW und VW
  • Pharmaunternehmen wie Bayer
  • das aktuell einzige IT-Unternehmen SAP
  • Chemieunternehmen wie BASF
  • Versicherer wie die Allianz und Münchener Rück
  • Bekleidungshersteller wie Adidas

Außerdem gibt es da beispielsweise noch die Deutsche Wohnen, Vonovia und RWE, mit Delivery Hero ist seit einiger Zeit auch eines der deutschen Start-Ups vertreten. Wesentlich spannender wird es im kommenden September, wenn der DAX seine historische Erweiterung spendiert bekommt - und fortan nicht mehr 30, sondern 40 Titel enthält.

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In Stein gemeißelt, welche 10 Unternehmen den "Aufstieg" schaffen, ist übrigens keinesfalls. Es gibt aber zumindest einige sichere Kandidaten, wie beispielsweise Siemens Healthineers, Porsche und Airbus. Außerdem könnte Deutschlands bekanntester Modehändler Zalando den Aufstieg schaffen. Ob die Erweiterung generell sinnvoll ist, daran scheiden sich die Geister - ist für dich aber eher irrelevant. Trotzdem muss dir natürlich bewusst sein, dass du mit deinem ETF künftig eben nicht mehr "nur" Anteile an 30, sondern 40 Unternehmen erwirbst.

Spezielle Sondereffekte für die Unternehmen, die den Aufstieg schaffen, sind übrigens nicht zu erwarten. Immer noch spekulieren einige Anleger darauf, dass eine Aufnahme in einen höheren Index und damit die Integration in weitere (große) ETFs einen starken Kurseffekt auf Einzelpapiere hat. Mittlerweile werden solche asymmetrischen Marktanpassungen aber lange Zeit im Voraus antizipiert, weshalb Kurseffekte quasi immer ausbleiben. Für dich gibt es demnach auch keinen Grund, deine Entscheidung vorzuziehen oder weiter nach hinten zu verlagern.

Welche Unterschiede kannst du bei den ETFs erwarten?

Wenn du dich fest entschlossen hast, einen ETF auf den deutschen Leitindex zu erwerben, dann musst du zwischen diesen Fonds keine nennenswerten Unterschiede erwarten. Das liegt schon allein daran, dass es sich eben um einen "echten" Index handelt, ähnlich beispielsweise dem Dow Jones 30. Es ist jederzeit bekannt, welche Unternehmen enthalten sind, welche Marktkapitalisierung diese haben und wie sie sich im Handel kurstechnisch bewegen.

Unterscheidungen zwischen verschiedenen Indizes, wie du sie beispielsweise bei EM- oder World-ETFs hast, gibt es hier also nicht. Der Index wird nicht von FTSE oder MSCI gebildet, es gibt keine Unterschiede hinsichtlich der Anzahl enthaltener Werte oder bestimmte Auflagen.

Aus diesem Grund solltest du dir vor deiner Investition unter anderem diese Fragen stellen:

  • Suche ich einen thesaurierenden Fonds, der die Dividenden reinvestiert oder einen ausschüttenden ETF?
  • Wo befindet sich das Fondsdomizil?
  • Wie liquide ist der Fonds am Markt? (Was nur für Anleger mit größeren Summen relevant ist.)
  • Hat mein Broker eventuell Sparpläne oder andere Aktionen auf einen bestimmten ETF?
  • Bei welchem ETF sind Tracking-Differenz und die Kosten (TER) möglichst niedrig?
  • Wie repliziert er den DAX, physisch oder synthetisch?

Die DAX-Erweiterung kommt selbstverständlich bei allen ETFs "an". Speziell die Behandlung der Erträge ist interessant für Anleger, da DAX-Unternehmen traditionell eine großzügige Dividendenpolitik verfolgen, während sich simultan kaum überhaupt Wachstumsunternehmen im DAX befinden. Hinsichtlich der Rendite und auch der Steuerlast ist also durchaus entscheidend, ob du die Dividenden/Erträge ausgezahlt bekommen möchtest oder ob diese reinvestiert werden.

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Achtung: Seit jeher verfolgt der DAX eine Praxis, die unter vielen Anlegern umstritten ist. In seinem Kursverlauf erfasst er nämlich automatisch ausgeschüttete Dividenden, statt diese rauszurechnen, wie es beispielsweise beim S&P 500 die Praxis ist. Wenn du dir also die Renditen/den Kursverlauf vom DAX anschaust musst du wissen, dass dieser inklusive und ohne bereinigte Dividendenzahlungen gebildet wird. Das ist übrigens eine Praxis, die eigentlich nur der DAX (beziehungsweise die dafür verantwortliche Deutsche Börse) so handhabt.

Deine ETF-Möglichkeiten im direkten Vergleich

Nachfolgend stellen wir dir einige ETFs auf den DAX vor, wie sie aktuell bestehen. Beachte bitte, dass sich vor allem die Anzahl der Werte und der Anteil der Top-10 im Herbst verändern werden, wenn der deutsche Leitindex dann auf 40 Werte hochgestuft wird.

iShares Core DAX UCITS ETF (Acc) (DE) (ISIN: DE0005933931)

BlackRock beziehungsweise iShares haben den Platzhirsch, gemessen am investierten Kapital, im Programm. Von steuerlichem Vorteil hinsichtlich der Dividendenerträge aus dem Index ist der Umstand, dass der Fonds sein Domizil in Deutschland hat. Damit entfallen schon einmal die Quellensteuern, die Emittenten zwar normalerweise anteilig zurückholen, aber deutsche Dividenden auch in einen in Deutschland aufgesetzten Fonds ausgeschüttet zu bekommen, ist immer noch die optimale Lösung - insbesondere für Anleger.

Enthalten sind, wenig überraschend und wie bei allen nachfolgenden ETFs ebenso, 30 Werte - eben die aus dem DAX. Die Top-10, auch darin wird sich keiner der Fonds unterscheiden, macht aktuell stattliche 64,44 % vom Fonds aus. Dir muss also bewusst sein, dass ein Investment in den deutschen Leitindex immer sehr "top-heavy" ist, was sich durch die Erweiterung aber zumindest ein klein wenig aufweichen wird.

Geführt wird der ETF in Euro, seine TER beziffert sich auf 0,16 % und die TD auf 0,21 %. Erträge werden reinvestiert, alle Aktien physisch gehalten/abgebildet. Gewichtet werden die ETFs immer so, wie auch der DAX gewichtet - also nach Marktkapitalisierung im Streubesitz. Das ist auch der Grund, warum Konzerne wie Volkswagen zumindest in der Anzeige nicht die größte Position ausmachen - zumal speziell Volkswagen auch noch eine Teilung nach Stamm- und Vorzugsaktien vornimmt.

Die größte Position in dem Fonds (und allen anderen) ist Linde plc, die genau genommen ein Unternehmen aus Großbritannien sind, seit der Fusion mit der deutschen Linde AG aber im DAX geführt werden. Auf den Rängen danach findest du SAP, Siemens, Allianz, BASF, Deutsche Telekom, Daimler, Deutsche Post, adidas und Bayer - in der genannten Reihenfolge. Je nach Kursschwankungen kann sich diese natürlich verändern.

Rund 17 % entfallen jeweils auf Unternehmen aus der Grundmaterialien-Branche sowie der der zyklischen Konsumgüter. Die Industrie nimmt etwa 14 % ein, Tech-Unternehmen ebenso 14 % - wobei das eigentlich nur SAP ist und Delivery Hero, die ebenfalls dazu gezählt werden. Im Fonds investiert sind knapp 7 Milliarden Euro.

DAX 40: Welche Unternehmen schaffen den Aufstieg?
Ab September 2021 gibt es keinen DAX 30 mehr, sondern einen DAX 40. Fortan sind im deutschen Leitindex 40 Unternehmen enthalten. Noch steht nicht fest, welche Unternehmen aufgenommen werden. Es hängt vom Kurs der jeweiligen Aktie ab. Ein ETF auf den DAX bietet künftig eine noch bessere Streuung.

Xtrackers DAX UCITS ETF (ISIN: LU0274211480)

Der Fonds hat sein Domizil in Luxemburg und zeichnet sich vor allem durch seine sehr günstige TER von lediglich 0,09 % aus. Die TD ist dafür höher und erreicht 0,32 %. Erträge werden ebenfalls thesauriert und Aktien physisch abgebildet. Die Fondsgröße beziffert sich auf rund 4,19 Milliarden Euro, geführt wird der ETF in Euro.

Die Hauptunterscheidung also: das Fondsdomizil und die Kostenquote sowie TD. Der Xtrackers ETF erreichte die letzten 5 Jahre eine Rendite von 7,90 %, der von iShares 7,95 %. Trotz der höheren Kostenquote performte die Option von iShares also minimal besser.

Auf die Zusammensetzung und Verteilung werden wir hier und bei allen weiteren Fonds nicht mehr eingehen, da sie sowieso zwischen allen identisch ist.

Deka DAX UCITS ETF (ISIN: DE000ETFL011)

Von der deutschen Deka gibt's den deutschen Fonds mit physischer Abbildung, thesaurierender Erträge und einer aktuellen Fondsgröße von 1,13 Milliarden Euro. Die TER liegt unter iShares aber über Xtrackers und beläuft sich auf 0,15 %, die TD ist dafür im Vergleich zu Xtrackers etwas niedriger mit 0,21 %.

Hinsichtlich seiner Rendite erreicht der Deka-Fonds zunächst nur den dritten Platz, die letzten fünf Jahre gab es für Anleger inklusive Dividenden 7,89 % p.a. Obwohl der iShares-Fonds die höchsten Kosten (TER) hatte, liefert er also nach wie vor die beste Rendite.

Lyxor DAX (DR) UCITS ETF (Acc) (ISIN: LU0252633754)

Lyxor liefert eine Option mit thesaurierenden und eine mit ausschüttenden Erträgen. Hier soll es zunächst um den thesaurierenden Fonds gehen. Der hat eine TER von 0,15 % aber eine recht hohe TD von 0,48 %. Die Fondsgröße beziffert sich auf moderate rund 720 Millionen Euro. Die Rendite die letzten 5 Jahre beziffert sich auf 7,85 % p.a., womit er aktuell das Schlusslicht bildet. Fondsdomizil ist Luxemburg, die Abbildung erfolgt physisch.

Lyxor Core DAX (DR) UCITS ETF (ISIN: LU0378438732)

Das ausschüttende "Gegenstück" ist günstiger, hat nur eine TER von 0,08 % und eine TD von 0,32 %. Die 5-Jahres-Rendite fällt aber ab, da die Erträge nicht mehr reinvestiert werden und diese beim DAX eine wichtige Komponente sind. Inklusive Ausschüttungen aber ohne Reinvestition kam der Fonds in 5 Jahren auf durchschnittlich 7,48 % p.a. Damit bleibt, rein objektiv und auf die Rendite betrachtet, die iShares-Option weiterhin eine Spitzenwahl, gefolgt vom Xtrackers-ETF.

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