BlackRock: Welche iShares-ETFs begeistern Anleger rund um den Globus?
BlackRock ist mit der Marke iShares der größte ETF-Anbieter der Welt und verwaltet rund 13,9 Billionen US-Dollar. Doch Anbietergröße ist nicht gleich bester ETF: Wir zeigen die bekanntesten iShares-Core-ETFs und worauf du bei TER und Tracking-Differenz achten solltest. Stand: Juli 2026.
BlackRock ist mit seiner ETF-Marke iShares der mit Abstand größte ETF-Anbieter der Welt. Doch Anbietergröße bedeutet nicht automatisch, dass jeder iShares-ETF auch der beste seiner Kategorie ist. In diesem Artikel schauen wir uns an, wie mächtig BlackRock wirklich ist, welche iShares-Core-ETFs Anleger rund um den Globus tatsächlich nutzen und worauf du bei der Auswahl achten solltest. Stand: Juli 2026.

BlackRock: der größte Vermögensverwalter der Welt
Der 1988 gegründete Vermögensverwalter wird wegen seiner schieren Größe häufig als eines der mächtigsten Unternehmen der Welt bezeichnet. Zum Ende des ersten Quartals 2026 verwaltete BlackRock rund 13,9 Billionen US-Dollar an Kundenvermögen (Stand: 31. März 2026). Damit ist BlackRock der größte Asset-Manager der Welt. Wichtig zur Einordnung: Dieses Geld gehört den Kunden und wird lediglich im Auftrag verwaltet, es ist kein Eigenvermögen von BlackRock.
Neben den passiven iShares-ETFs bietet das Unternehmen aktive Fonds, das Risikomanagement-System Aladdin und eine ganze Reihe weiterer Finanzdienstleistungen an. Für Privatanleger ist vor allem die ETF-Sparte relevant.
iShares: klarer Marktführer bei ETFs
iShares ist Ende April 2026 mit rund 6,06 Billionen US-Dollar und einem Marktanteil von etwa 27,7 % der größte ETF-Anbieter weltweit. Zum Vergleich: Vanguard folgt mit etwa 4,69 Billionen US-Dollar (rund 21,4 %) und State Street mit seinen SPDR-ETFs mit etwa 2,16 Billionen US-Dollar (rund 9,9 %). Diese drei Anbieter zusammen decken damit fast 60 % des gesamten globalen ETF-Marktes ab, der Ende April 2026 laut ETFGI ein Volumen von rund 21,9 Billionen US-Dollar erreichte.
iShares hat den ETF nicht erfunden und auch nicht revolutioniert. Der Erfolg beruht auf einer sehr breiten, gut handelbaren Produktpalette, hoher Liquidität und einer starken Präsenz in Europa. Genau hier lohnt aber der kritische Blick.
Anbietergröße ist nicht gleich bester ETF
Nur weil der größte Vermögensverwalter der Welt hinter einem Produkt steht, ist es nicht automatisch die günstigste oder beste Wahl. Entscheidend sind für dich zwei Kennzahlen:
- TER (Gesamtkostenquote): die laufenden Kosten pro Jahr.
- Tracking-Differenz (TD): wie genau der ETF seinen Index nach allen Kosten abbildet, in der Praxis oft aussagekräftiger als die TER allein, weil hier Effekte wie Wertpapierleihe und Quellensteuer-Optimierung einfließen.
Bei den großen Standardindizes wie MSCI World oder S&P 500 liegen iShares und die Konkurrenz (etwa Vanguard, Amundi, SPDR, Xtrackers) sehr eng beieinander. Ein Anbietername ersetzt also nie den Vergleich der konkreten Kennzahlen. Prüfe TER und TD immer produktbezogen, statt dich allein auf die Marke zu verlassen. Übrigens: Die frühere Marke Lyxor gehört inzwischen vollständig zu Amundi, der zweitgrößte europäische ETF-Anbieter.
Die iShares-Core-Serie: das Fundament fürs Depot
Die mit "Core" gekennzeichneten ETFs bilden das kostengünstige Fundament der iShares-Palette. Sie decken die großen, breiten Weltindizes zu niedrigen Kosten ab und eignen sich für den langfristigen Vermögensaufbau. Wir stellen dir die drei bekanntesten Core-Bausteine vor, alle Kennzahlen zweiquellig (justETF und iShares) verifiziert.
iShares Core MSCI World UCITS ETF (ISIN: IE00B4L5Y983)
Der in Deutschland wohl bekannteste ETF überhaupt. Der Core MSCI World bildet rund 1.300 Aktien der Industrieländer physisch ab und thesauriert die Erträge, reinvestiert sie also automatisch im Fonds. Die wichtigsten Eckdaten (Stand: Juli 2026):
- ISIN: IE00B4L5Y983
- TER: 0,20 % p.a.
- Replikation: physisch (optimiertes Sampling)
- Fondsvolumen: rund 124 Mrd. Euro
- Ertragsverwendung: thesaurierend
Der MSCI World Index ermöglicht dir, an der Entwicklung der Industrieländer teilzuhaben. Schwellenländer sind nicht enthalten, das passende Gegenstück kommt aber ebenfalls von iShares.
iShares Core MSCI EM IMI UCITS ETF (ISIN: IE00BKM4GZ66)
Statt der Industrieländer erfasst dieser Fonds die Schwellenländer (Emerging Markets), also unter anderem China, Taiwan, Südkorea, Indien und Brasilien. "IMI" (Investable Market Index) bedeutet, dass neben großen und mittleren auch kleine Unternehmen (Small Caps) enthalten sind. Die wichtigsten Merkmale (Stand: Juli 2026):
- ISIN: IE00BKM4GZ66
- TER: 0,18 % p.a.
- Replikation: physisch (vollständige Replikation)
- Fondsvolumen: rund 38 Mrd. Euro
- Ertragsverwendung: thesaurierend
- Fondswährung: US-Dollar
Interessant: Anders als früher üblich, ist dieser EM-Fonds mit 0,18 % sogar minimal günstiger als der Core World. Wer World und EM kombiniert, erhält mehr Kontrolle über die geografische Gewichtung. Eine gängige Aufteilung sind rund zwei Drittel Industrieländer und ein Drittel Schwellenländer.
Tipp für alle, die es simpler mögen: Statt zwei ETFs zu kombinieren, gibt es mit dem iShares MSCI ACWI UCITS ETF (ISIN: IE00B6R52259) auch eine Ein-Fonds-Lösung. Der ACWI deckt Industrie- und Schwellenländer in einem Produkt ab (TER 0,20 % p.a., thesaurierend, rund 30 Mrd. Euro Volumen, Stand: Juli 2026). Der Nachteil: Du kannst die EM-Quote nicht selbst steuern.
iShares Core S&P 500 UCITS ETF (ISIN: IE00B5BMR087)
Einer der größten iShares-ETFs überhaupt. Er bietet Zugang zum S&P 500, in dem die 500 größten börsennotierten US-Unternehmen enthalten sind. Sinnvoll ist das etwa, wenn du gezielt die USA übergewichten oder ein Länder-Portfolio aus mehreren ETFs bauen möchtest. Die Eckdaten (Stand: Juli 2026):
- ISIN: IE00B5BMR087
- TER: 0,07 % p.a.
- Replikation: physisch
- Fondsvolumen: rund 132 Mrd. Euro
- Ertragsverwendung: thesaurierend
Ein gewisses Klumpenrisiko bringt der S&P 500 mit: Die zehn größten Positionen, überwiegend große Technologiekonzerne, machen einen erheblichen Teil des Fonds aus. Das gilt allerdings für praktisch jeden marktbreiten US-Index. Wenig sinnvoll ist es, den S&P 500 zusätzlich zum Core World ins Depot zu holen, da sich die US-Werte stark überschneiden. Für viele Anleger, die es einfach und effektiv mögen, ist der Core World allein die passendere Basis.
Übrigens: iShares bietet solche reinen Index-ETFs nicht nur für den S&P 500 an, sondern auch für den Nasdaq oder den DAX (seit September 2021 mit 40 statt 30 Werten). Diese reinen Länder- und Themenfonds sind Ergänzungen, keine Basisinvestments. Genau darum geht es im nächsten Abschnitt.
Themen-ETFs von iShares: spannend, aber mit höherem Risiko
Neben den günstigen Core-Bausteinen bietet iShares auch Themen- und Sektor-ETFs an. Sie sind teurer, deutlich konzentrierter und schwankungsanfälliger. Als Beimischung können sie interessant sein, als Fundament sind sie nicht gedacht.
iShares Automation & Robotics UCITS ETF (ISIN: IE00BYZK4552)
Dieser ETF widmet sich zwei Zukunftsthemen: Automatisierung sowie Robotik und KI. Enthalten sind sowohl große, bekannte Konzerne als auch kleinere Innovationstreiber, auch aus Japan. Die Eckdaten (Stand: Juli 2026):
- ISIN: IE00BYZK4552
- TER: 0,40 % p.a.
- Fondsvolumen: rund 4,4 Mrd. Euro
- Positionen: rund 160 Titel
- Ertragsverwendung: thesaurierend
Der US-Anteil ist mit über der Hälfte des Fonds hoch, danach folgt Japan. Eine TER von 0,40 % ist bei Sektor-ETFs üblich. Wichtig: Themen-ETFs schwanken deutlich stärker als ein breiter Welt-ETF, und vergangene Renditen sind keine Garantie für die Zukunft. Wer an diese Zukunftsthemen glaubt, aber nicht auf einzelne Aktien wie Apple setzen möchte, findet hier eine breiter gestreute Alternative.
iShares Healthcare Innovation UCITS ETF (ISIN: IE00BYZK4776)
Ein ETF rund um medizinische Innovation. Der US-Anteil ist hoch, was ein Klumpenrisiko bedeutet, sich bei innovationsgetriebenen Sektoren aber kaum vermeiden lässt. Die Eckdaten (Stand: Juli 2026):
- ISIN: IE00BYZK4776
- TER: 0,40 % p.a.
- Fondsvolumen: rund 0,9 Mrd. Euro
- Replikation: physisch (optimiert)
- Ertragsverwendung: thesaurierend
Da viele Wachstums- und Biopharma-Unternehmen enthalten sind, ist der Fonds vergleichsweise volatil. Die Ausschläge nach oben wie nach unten können deutlich stärker ausfallen als bei einem breiten Standard-ETF. Als kleine Beimischung für überzeugte Anleger kann er passen, als Basisbaustein ist er ungeeignet.
iShares Global Clean Energy Transition UCITS ETF (ISIN: IE00B1XNHC34)
Dieser ESG-nahe Fonds (mittlerweile in "Global Clean Energy Transition" umbenannt) setzt auf erneuerbare Energien. Er zählt seit jeher zu den schwankungsintensivsten iShares-Produkten und hat immer wieder starke Kursverluste erlebt. Der Clean-Energy-Sektor ist von ausgeprägten Auf- und Abwärtsphasen geprägt. Die Eckdaten (Stand: Juli 2026):
- ISIN: IE00B1XNHC34
- TER: 0,65 % p.a.
- Fondsvolumen: rund 3,2 Mrd. Euro
- Ertragsverwendung: ausschüttend
Die höhere TER von 0,65 % ist der Nischenstrategie geschuldet. Wir empfehlen diesen ETF nur, wenn du ein echtes, langfristiges Interesse an der Thematik hast und die hohe Schwankungsbreite tragen kannst. Als Kerninvestment ist er nicht geeignet.
Wo kannst du iShares-ETFs kaufen?
Alle hier genannten iShares-ETFs sind UCITS-Fonds und für Privatanleger in Deutschland regulär handelbar, unter anderem als Sparplan. Bei den meisten günstigen Neobrokern und Direktbanken bekommst du sie kostengünstig oder sogar sparplanfrei. Beliebte Anbieter sind zum Beispiel Trade Republic, Scalable Capital und die ING. Achte beim Vergleich auf Sparplankosten, Ordergebühren und das jeweilige ETF-Angebot.
Fazit
BlackRock ist mit iShares unangefochten der größte ETF-Anbieter der Welt, und die Core-Serie liefert sehr solide, günstige Basisbausteine für den langfristigen Vermögensaufbau. Für die meisten Anleger reicht ein breiter Welt-ETF wie der Core MSCI World oder eine Ein-Fonds-Lösung wie der MSCI ACWI als Fundament. Themen-ETFs wie Robotics, Healthcare oder Clean Energy können als kleine Beimischung reizvoll sein, bringen aber deutlich höhere Kosten und Risiken mit. Und der wichtigste Grundsatz: Die Größe des Anbieters ersetzt nie den Blick auf TER und Tracking-Differenz des konkreten Produkts.
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