NASDAQ Next Generation 100 ETF: Was bietet der neue Index?
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Zum Ende des März 2021 feierte ein neuer Invesco-ETF sein Debüt an den Märkten: der NASDAQ Next Generation 100 ETF, der sich getreu seines Namens auf die Unternehmen von (über-)morgen fokussiert. Die Basis dafür liefert der gleichnamige Index, den der ETF physisch replizierend abbildet.
Die meisten Anleger denken beim Nasdaq 100 an die Schwergewichte: Apple, Microsoft, Nvidia, Amazon und Co. dominieren den Index. Doch was ist mit den Unternehmen, die sich gerade auf dem Weg dorthin befinden? Genau hier setzt der Nasdaq Next Generation 100 an: Er bildet die 101. bis 200. größten Nicht-Finanzunternehmen der Nasdaq ab – also die potenziellen Aufsteiger von morgen.
Ist dieser ETF eine starke Ergänzung fürs Depot? Oder sind bekanntere Alternativen die bessere Wahl? Dieser Artikel ordnet den Index ein, prüft das handelbare Produkt und benennt die Risiken ehrlich.
Stand: Juli 2026.
Was ist der Nasdaq Next Generation 100 Index?
Der Nasdaq Next Generation 100 Index umfasst die 101. bis 200. größten Unternehmen der Nasdaq – ausschließlich Nicht-Finanzwerte. Vereinfacht gesagt: Sobald ein Wert groß genug ist, um in den Nasdaq 100 aufzusteigen, verlässt er den Next-Generation-Index. Und umgekehrt rutschen absteigende Nasdaq-100-Titel hier hinein.
Der Index versteht sich damit als eine Art „Ausbildungsliga“ der Nasdaq: Er sammelt Mid-Cap-Wachstumswerte ein, während sie sich noch in einer dynamischen Wachstumsphase befinden und auf ihrem Weg in Richtung Nasdaq 100 sind. Die Trennung ist trennscharf – es gibt keine Überschneidung mit dem Nasdaq 100.
Branchen und Länder
Wie beim großen Bruder dominiert die Technologie: Der IT-Sektor stellt die größte Gewichtung (rund ein Drittel des Index), gefolgt von Gesundheit und Industrie. Die USA machen mit knapp 68 % erwartungsgemäß den Löwenanteil aus. Interessant: Auch einzelne nicht-amerikanische Werte finden sich unter den größeren Positionen, etwa der GPS- und Wearables-Spezialist Garmin.
Das handelbare Produkt: Invesco Nasdaq Next Generation 100 UCITS ETF
Für deutsche Anleger relevant ist die in Europa zugelassene UCITS-Variante von Invesco. Die wichtigsten Eckdaten (Stand: Juli 2026):
- ISIN: IE00BMD8KP97 (WKN: A2QPVX, Ticker: EQQJ)
- TER: 0,25 % p. a.
- Replikation: physisch, vollständig
- Ertragsverwendung: thesaurierend
- Fondswährung: USD
- Fondsdomizil: Irland
- Auflagedatum: 22. März 2021
- Positionen: rund 100
- Fondsvolumen: rund 40 Mio. Euro
Ein Punkt verdient besondere Ehrlichkeit: Mit einem Fondsvolumen von nur rund 40 Mio. Euro ist dieser ETF sehr klein. Fonds unter der kritischen Schwelle von etwa 100 Mio. Euro tragen ein erhöhtes Schließungsrisiko, weil sie sich für den Anbieter womöglich nicht wirtschaftlich betreiben lassen. Das ist kein K.-o.-Kriterium, sollte aber bewusst eingeplant werden.
Performance und Risiko realistisch einordnen
Seit der Auflage 2021 hat der ETF Phasen deutlicher Stärke, aber auch spürbare Rücksetzer erlebt – typisch für ein Mid-Cap-Segment. Genau darin liegt der Kern: Mittelgroße Wachstumswerte bieten Chancen auf Überrendite, sind aber deutlich schwankungsanfälliger als etablierte Schwergewichte.
Diese Unternehmen sind längst nicht so gefestigt wie Apple oder Microsoft. In schwachen Marktphasen fallen Mid-Caps oft stärker, in Erholungen können sie überproportional zulegen. Wer investiert, sollte diese höhere Volatilität aushalten und einen langen Anlagehorizont mitbringen. Zudem ist das Produkt weniger bekannt und weniger breit gehandelt als die großen Nasdaq-100-ETFs.

Alternativen: Nasdaq 100 statt Next Generation?
Die naheliegende Alternative ist der klassische Nasdaq 100. Er bündelt die etablierten, meist finanzstarken Schwergewichte. Ein gängiges UCITS-Produkt dafür ist:
- iShares Nasdaq 100 UCITS ETF (ISIN: IE00B53SZB19)
Vorteil des Nasdaq 100: etablierte Unternehmen, deutlich höheres Fondsvolumen und höhere Liquidität. Wer beide Segmente abdecken will, kann Next Generation 100 und Nasdaq 100 kombinieren – sollte dabei aber die daraus resultierende USA- und Technologie-Übergewichtung im Blick behalten.
Wo kann ich den ETF besparen?
Der Invesco Nasdaq Next Generation 100 ist bei vielen Neobrokern sparplanfähig. Wer ein günstiges Depot mit breitem ETF-Sparplan-Angebot sucht, findet etwa bei Trade Republic oder Scalable Capital passende Konditionen. Prüfe vor dem Kauf, ob der ETF im jeweiligen Sparplan-Angebot enthalten ist – bei kleineren Fonds ist das nicht immer garantiert.

Fazit
Der Nasdaq Next Generation 100 ist ein spannendes, aber nischiges Investment: Er bietet Zugang zu den Nasdaq-Aufsteigern von morgen und damit echtes Renditepotenzial – erkauft mit höherer Volatilität und dem Schließungsrisiko eines sehr kleinen Fonds. Als Beimischung für risikobewusste Anleger mit langem Horizont kann er sinnvoll sein. Als Basisinvestment eignet sich der breiter aufgestellte Nasdaq 100 oder ein Welt-ETF besser.
Für weitere Einblicke lohnt ein Blick auf unsere Vergleiche zu MDAX-ETFs, Solarenergie-ETFs und Wasser-ETFs.
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