MSCI Information Technology ETF: Sinnvolle Investition?

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Kaum jemand wird daran zweifeln, dass der Technologie die Zukunft gehört - und sie maßgeblich prägen wird. Wie sinnvoll kann daher ein MSCI Information Technology ETF sein?

MSCI Information Technology ETF: Sinnvolle Investition?

Welche Technologie das nun genau ist, welche Unternehmen in der weiteren Entwicklung als klare Sieger hervorgehen und ähnliche Fragen, sind jedoch nur schwer zu beantworten. Es liegt als Anleger also nahe, stattdessen breitgestreut in einen Information Technology ETF zu investieren: kurz, einen "Tech ETF". Aber lohnen sich diese tatsächlich?

Viel Volatilität, großzügige Bewertungen und eine starke Rendite

Alle drei Aussagen treffen auf den Information Technology Sektor uneingeschränkt zu. Da befinden sich einige Vertreter der bekannten FAANG-Schwergewichte wie Apple und Microsoft, aber auch die zweite Riege des Tech-Sektors ist da vertreten: zum Beispiel mit einem Adobe, PayPal oder Visa. Außerdem gibt, es je nachdem wie der ETF angelegt ist, noch die dritte Riege. Das wiederum sind starke Wachstumsunternehmen, die teilweise Wachstumsraten von 15 bis 40 % pro Jahr, mitunter durch die Coronapandemie beschleunigt, vorweisen können.

Diese Zusammensetzung führt zwangsläufig zu einer hohen Volatilität, ebenso aber zu womöglich sehr hohen Renditen. In den letzten Jahren waren es die Tech-Werte und der NASDAQ, die die nicht nur die Renditen der breitgestreuten Welt-ETFs antrieben, sondern selbst auch kontinuierlich neuen Rekorden hinterherjagten. Wenn du dich für einen Information Technology ETF entscheidest, bekommst du also sowohl viele verschiedene Hyper-Wachstumsunternehmen, aber auch einige der größten und wertvollsten Konzerne überhaupt.

Kostenlose Wertpapierdepots für 2021 im Vergleich
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Das große Risiko solcher ETFs liegt in den Bewertungen der einzelnen Unternehmen. Diese haben mittlerweile schwindelerregende Höhen erreicht, ganz speziell was kleinere Wachstumsunternehmen mit vermeintlich großartigen Zukunftsaussichten angeht. Aber selbst die Bewertungen von Schwergewichten wie Apple konnten von vielen Experten zuletzt wenig bis gar nicht mehr gerechtfertigt werden. Wie immer gilt am Kapitalmarkt: Was in luftige Höhen schießt, könnte auch besonders tief fallen.

Was bilden solche ETFs genau ab?

Spricht man von "Information Technology ETFs", dann sind meistens Tech-ETFs gemeint - also eben solche, mit IT- und Tech-Unternehmen als Schwerpunkt. Nach dieser Definition könnte man auch einen NASDAQ-ETF dazuzählen, wobei das bei genauerer Betrachtung nicht richtig wäre.

Eigentlich sind damit Fonds gemeint, die den gleichnamigen "S&P Information Technology" Index (oder den von MSCI) abbilden. Dieser Index ist zwar dem NASDAQ ähnlich, Unterschiede gibt es aber dennoch. Sehr auffällig ist, wie unglaublich konzentriert dieser Index in der Praxis ist.

Die Top-5 setzt sich wie folgt zusammen:

  • Apple
  • Microsoft
  • NVIDIA
  • Visa
  • PayPal

Beachte: Die Top-5 variiert natürlich ständig. Wenn du diesen Artikel liest, könnte sie sich also aufgrund von Kursschwankungen schon wieder anders bilden.

Wie dir mit Sicherheit bereits aufgefallen ist, sind in dem eigentlichen Information Technology Index und damit auch dem ETF also gar nicht alle FAANG-Titel enthalten. Amazon gibt es genauso wenig wie Facebook, dafür befinden sich an der Speerspitze Microsoft und Apple. Aufgrund der stattlichen Marktkapitalisierung beider Unternehmen, entfallen allein rund 40 % solch eines ETFs auf diese beiden Unternehmen. Von einem Klumpenrisiko zu sprechen, wäre also fast schon ein "Understatement". Sowohl der Index als auch die dazugehörigen ETFs sind unglaublich konzentriert und damit auch eine starke Investition sowohl in Apple als auch Microsoft.

NASDAQ Next Generation 100 ETFs: Was bietet der neue Index?
Zum Ende des März 2021 feierte ein neuer Invesco-ETF sein Debüt an den Märkten: der NASDAQ Next Generation 100 ETF, der sich getreu seines Namens auf die Unternehmen von (über-)morgen fokussiert. Die Basis dafür liefert der gleichnamige Index, den der ETF physisch replizierend abbildet.

Während diese beiden Unternehmen, je nach aktuellem Kurs, rund 19 bis 22 % jeweils ausmachen, ist schon ab dem dritten Rang ein starker Abfall (von der Gewichtung her) zu erkennen. Ein NVIDIA erreicht nicht einmal mehr 5 %, PayPal kommt gerade einmal auf etwas mehr als 3 %. Außerhalb der Top-10 werden die Prozente, wie zu erwarten ist, kontinuierlich kleiner. Im Ergebnis lässt sich damit festhalten: sobald Microsoft und/oder Apple eine schlechte Kursentwicklung zeigen, wird auch ein Information Technology ETF Federn lassen. Entwickeln sich die Kurse beider Unternehmen hingegen großartig, wird auch solch ein ETF sehr, sehr gute Renditen abliefern, die den Markt aller Voraussicht nach deutlich schlagen.

Wie lässt sich ein Information Technology ETF ins Depot integrieren?

Eine weitere Hürde erwartet Anleger, wenn es darum geht, wie solch ein Fonds überhaupt ins Portfolio "passt". Verkompliziert wird das Unterfangen durch die Zusammensetzung solcher Fonds. Das Apple- und Microsoft-Klumpenrisiko haben wir bereits im vorherigen Abschnitt erwähnt, dazu kommt außerdem, dass solche Fonds sehr USA-lastig sind. Liegt dem Fonds tatsächlich der S&P Information Technology Index zu Grunde sowieso, denn das ist ein amerikanischer Index. Manchmal wird "Information Technology" aber auch als Oberbegriff genutzt und die Fonds sind als "World"-ETFs aufgelegt - dann mit MSCI World Index. Selbst in diesen, wie wir dir später noch detailliert aufzeigen, nimmt die USA aber mehr als 85 % ein.

Ebenfalls zu berücksichtigen ist die bisherige Zusammenstellung deines Depots und Portfolios. Wenn du zum Beispiel schon einen World-ETF besparst oder etwas stärker in diesen investiert bist, wirst du mit einem Information Technology ETF fortan noch stärker Apple und Microsoft übergewichten - weil sie im Tech-ETF die größten Positionen ausmachen und auch in den World-ETFs in den Top-10 stehen. Zudem enthalten alle ETFs, die in irgendeiner Art und Weise die "Welt" inklusive der USA abbilden, eine sehr starke Gewichtung auf FAANG-Aktien, sofern nach Marktkapitalisierung gewichtet wird und keine Caps existieren.

Wenn du dir solch einen Information Technology ETF ins Depot legen möchtest, solltest du also schauen, was du bisher schon da hast: nicht nur welche ETFs, sondern was wirklich zu hohen Anteilen in diesen enthalten ist. Es mag verlockend sein, solche stetigen Kursgewinner wie Apple und Microsoft exorbitant hoch zu gewichten. Das geht aber eben nur so lange gut, wie diese Unternehmen auch die stetigen Kursgewinner bleiben. Besonders dann, wenn für dich Diversifizierung keine leere Worthülse ist, solltest du aufpassen. Mitunter sieht dein Depot durch verschiedene ETFs zwar sehr breitgestreut aus, das bringt aber nur wenig, wenn in jedem davon zu 30 bis 40 % Microsoft und Apple enthalten sind - dann liegt dein Depot im Endeffekt nämlich auch zu 30 bis 40 % bei diesen zwei Unternehmen.

Falls dein Depot aus Sektor- oder Faktor-ETFs besteht, fällt die Integration womöglich leichter. Dann solltest du aber auch bedenken, welchen Information Technology ETF du wählst und ob nicht mitunter ein NASDAQ-ETF die bessere Option wäre. In diesem wären nämlich auch Titel wie Amazon, Netflix und Facebook enthalten, die du im Information Technology S&P Index nicht vorfindest.

Nachfolgend möchten wir dir zwei Optionen vorstellen, wie du in den Information Technology Sektor beziehungsweise Index investieren kannst.

iShares S&P 500 Information Technology Sector UCITS ETF USD (Acc) (ISIN: IE00B3WJKG14)

Dieser ETF von BlackRock/iShares bildet tatsächlich den gleichnamigen S&P-Index ab. Mit einer TER von 0,15 % ist er recht günstig, enthalten sind 74 Positionen, wovon die Top-10 allein aber mehr als 67 % ausmachen. Spitzenreiter sind, wie mehrfach in diesem Artikel erwähnt, Apple und Microsoft mit zusammen mehr als 40 %. Amazon und Co. sind, die Gründe haben wir ebenfalls dargelegt, nicht enthalten. Der ETF setzt auf eine physische Abbildung des Index und thesauriert die Erträge. Zum aktuellen Zeitpunkt sind darin mehr als 2.300 Millionen Euro investiert.

Xtrackers MSCI World Information Technology UCITS ETF (ISIN: IE00BM67HT60)

Dieser Fonds trägt zwar ebenfalls den Namen "Information Technology", bildet aber den MSCI- und nicht den S&P-Index ab. Auf die USA entfallen demnach nicht fast 100 %, dafür aber immer noch mehr als 85 %. Zumindest knapp 6 % werden von der Eurozone, etwas mehr als 4 % von Japan und knapp 2 % von Kanada eingenommen. In der Top-10 sind aber, bis auf ASML Holding NV aus den Niederlanden, nur amerikanische Unternehmen vertreten. Apple und Microsoft machen hier zumindest noch rund 34 % aus.

Das Klumpenrisiko auf die zwei Schwergewichte fällt in dem MSCI World Information Technology Fonds also etwas geringfügiger aus, ist aber immer noch vorhanden, ebenso die Übergewichtung der USA. Die etwas stärkere Diversifizierung "bezahlst" du mit einer höheren TER, nämlich von 0,25 %. Dafür sind aktuell 189 Positionen enthalten und die Top-10 macht "nur" knapp 55 % des Fondsvermögens aus. Abgebildet wird erneut physisch, ebenso werden die Erträge thesauriert. Titel wie Facebook oder Amazon sind aber auch in diesem ETF nicht enthalten.

Die Alternative: iShares NASDAQ 100 UCITS ETF (ISIN: IE00B53SZB19)

Vorweg: Dieser ETF ist kein Information Technology Fonds, sondern ein ETF auf den NASDAQ - wo aber eine enorm große Überschneidung besteht. Anders als in den Information Technology Varianten, hast du bei diesem auch Amazon, Facebook, Alphabet und beispielsweise Tesla enthalten. Zumindest bei den ergänzenden FAANG-Titeln würden die meisten Anleger behaupten, sie fallen voll ins Raster der "Information Technology". Apple und Microsoft machen hier "nur" noch knapp 22 % aus.

Die TER ist dafür höher, beziffert sich auf 0,33 % bei einer TD von 0,18 %. Enthalten sind die 100/102 NASDAQ-Werte bei physischer Abbildung und thesaurierender Ertragsverwendung. Wenn "Information Technology" für dich mehr als hauptsächlich Apple und Microsoft ist, könnte dieser ETF (oder eine vergleichbare Alternative) eine gute Option für dein Depot darstellen.

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Entscheiden Sie sich für einen Sparplan auf den US-amerikanischen Aktienindex Nasdaq 100, partizipieren Sie an der Wertentwicklung der 100 größten US-amerikanischen Unternehmen. Der Index listet so bedeutende Unternehmen wie Amazon, Apple, Facebook oder Microsoft.
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