Gesundheits-ETFs: Eine spannende Branchen-Wette?

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Der Gesundheitssektor gilt als solider Ertragsbringer, gerade angesichts der Corona-Krise. Es mag sinnvoll erscheinen, in einen ETF auf die Gesundheit zu investieren. Aktuell gibt es viele ETFs zu diesem Thema. Wie werden sich diese ETFs langfristig entwickeln und wie sinnvoll ist die Investition?

Gesundheits-ETFs: Eine spannende Branchen-Wette?

Warum ist die Investition in einen ETF auf die Gesundheit sinnvoll?

Nicht erst seit der Corona-Pandemie ist die Gesundheit zu einem wichtigen Thema geworden und auch ein wichtiger Trend fĂŒr die Investition in einen ETF. Es gibt viele GrĂŒnde, die fĂŒr die Investition in einen ETF auf die Gesundheit sprechen. Der demographische Wandel macht sich mit einer immer Ă€lter werdenden Gesellschaft in den Industriestaaten, nicht nur in Deutschland, bemerkbar. Die Ă€lteren Menschen benötigen eine medizinische Versorgung. Da die Lebenserwartung steigt, treten mit zunehmendem Alter verschiedene Erkrankungen verstĂ€rkt auf, fĂŒr die medizinische Versorgung, Medikamente und verschiedene Hilfsmittel benötigt werden.

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Verschiedene Zivilisationskrankheiten breiten sich mit dem steigenden Wohlstand in den Industriestaaten aus, beispielsweie Diabetes, Bluthochdruck oder Adipositas. Auch psychische Erkrankungen wie Burnout nehmen zu. Das fĂŒhrt zu einem unglaublichen Potential bei ETFs zum Thema Gesundheit. Der Gesundheitssektor ist ein Wachstumssektor. Du könntest alternativ dazu auch in Einzelaktien aus der Pharma-Branche investieren. Das ist jedoch deutlich risikoreicher. Ein ETF auf den Gesundheitssektor enthĂ€lt eine Vielzahl an Aktien und bietet eine breite Streuung.

Gute Risikostreuung mit einem ETF auf die Gesundheit

Investierst Du in Einzelaktien aus dem Pharma-Sektor, besteht die Gefahr von Verlusten, wenn gegen das Unternehmen geklagt wird und es einen Imageschaden erleidet, beispielsweise, da Nebenwirkungen von Medikamenten nicht bekannt waren und es zu TodesfÀllen kam. Da in einem ETF auf die Gesundheit noch weitere Aktien enthalten sind, beispielsweise von Unternehmen der Gesundheitstechnik, der Biotechnologie oder der medizinischen Forschung, werden Kursverluste bei einzelnen Aktien durch Kursgewinne bei anderen Aktien ausgeglichen. Wie viele Aktien enthalten sind und aus welchen Bereichen sie stammen, hÀngt vom jeweiligen ETF ab. Bei Aktien aus dem Pharma-Sektor kann es zu hohen Gewinnen kommen, beispielsweise, wenn ein Medikament gegen eine bislang nicht heilbare Krankheit entwickelt wurde. Andererseits sind diese Aktien vor Verlusten nie vollstÀndig sicher. Daher ist es wichtig, dass Aktien zu verschiedenen Themen aus dem Bereich Gesundheit enthalten sind. Das Klumpenrisiko von einzelnen Bereichen wie der Pharmabranche wird reduziert.

Gesundheitssektor ziemlich unabhÀngig von der Konjunktur

Möchtest Du in einen Gesundheits-ETF investieren, entwickelt sich der zugrundeliegende Index weitgehend unabhĂ€ngig von der Konjunktur. Patienten, die Medikamente benötigen, mĂŒssen sie unabhĂ€ngig von der Konjunktur kaufen, auch unabhĂ€ngig von der Corona-Krise. Die Corona-Krise fĂŒhrt zwar dazu, dass verschiedene Operationen und medizinische Behandlungen aufgeschoben werden, da die Betten fĂŒr die Corona-Patienten benötigt werden und die Ärzte mit deren Versorgung beschĂ€ftigt sind, doch irgendwann können die Behandlungen, beispielsweise von Krebspatienten oder von Patienten mit Gelenkbeschwerden, nicht mehr warten. Medikamente, medizinische GerĂ€te oder verschiedene Hilfsmittel werden daher immer gebraucht. In Krisenzeiten kann ein ETF auf die Gesundheit daher eine gute Performance zeigen, wĂ€hrend bei anderen Sektoren Kursverluste zu verzeichnen sind.

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Die Ratingagentur Scope Analysis hat die Entwicklung des Gesundheitssektors ĂŒber vier Krisen aus der jĂŒngsten Vergangenheit untersucht. Die Ergebnisse zeigten, dass sich der Bereich Gesundheit in drei von vier Krisen außerordentlich robust entwickelte. WĂ€hrend der weltweiten Finanzkrise 2008/09 musste auch der Gesundheitssektor massive Verluste verkraften. Die Untersuchungen ergaben, dass die Verluste im Gesundheitssektor bei 25,6 Prozent lagen. Das ist das zweitbeste Ergebnis aller Branchen. Andere Branchen mussten ungefĂ€hr die doppelten Verluste verbuchen. (Quelle)

Faktoren, die sich positiv auf den Gesundheitssektor auswirken

Es gibt verschiedene Faktoren, die das Wachstum auf dem Healthcare-Sektor ankurbeln können. Der grĂ¶ĂŸte Gesundheitsmarkt weltweit sind die USA, die ungefĂ€hr 40 Prozent des weltweiten Marktes ausmachen. Der neue US-PrĂ€sident Joe Biden will eine neue Gesundheitsreform auf den Weg bringen und dabei auch Pflege und Gesundheit berĂŒcksichtigen. Das fĂŒhrt zu einer steigenden Nachfrage nach Produkten und Leistungen aus dem Gesundheitssektor. Das GeschĂ€ft wird aber auch durch die Verbraucher gestĂŒtzt, deren Bewusstsein fĂŒr die eigene Gesundheit wĂ€hrend der Corona-Krise gestiegen ist.

Die Corona-Krise wirkt sich kurzfristig positiv aus, was zu einem Kursanstieg bei einem ETF auf den Gesundheitssektor fĂŒhrt. Allerdings kann die Corona-Krise das Gesundheitswesen auch langfristig verĂ€ndern. Ein Beispiel dafĂŒr ist die Telemedizin, die sich auch nach der Krise durchsetzen wird, wenn fĂŒr ein Rezept oder eine medizinische Nachfrage nicht unbedingt ein Arztbesuch erforderlich ist.

Zusammensetzung von Gesundheits-ETFs

Möchtest Du in einen ETF zum Thema Gesundheit investieren, findest Du aktuell ungefÀhr 25 ETFs von verschiedenen Emittenten und auf verschiedene Indizes, die an deutschen Börsen gehandelt werden. Die ETFs können sich auf verschiedene Regionen beziehen:

  • Global
  • Europa
  • USA.

Du kannst auch verschiedene Sektoren aus dem Bereich Gesundheit wÀhlen, beispielweise Gesundheit allgemein (Healthcare), Biotechnologie, Healthcare Technologie und Innovation, Telemedizin und digitale Gesundheit oder alternde Generation. Wie gut die Risikostreuung ist, hÀngt von der Region und vom Sektor ab. WÀhlst Du einen ETF allgemein zum Thema Gesundheit, ist die Risikostreuung am besten, da Aktien aus verschiedenen Bereichen enthalten sind.

Aktien von Pharmakonzernen können in einem ETF auf den Gesundheitssektor ebenso enthalten sein wie Aktien von Herstellern medizinischer GerĂ€te oder GesundheitsausrĂŒstungen. Auch die Medizintechnik, die Gesundheitsversorgung, die Forschung und die Wissenschaft können vertreten sein. Zu einem geringen Teil sind mitunter auch Aktien von KrankenhĂ€usern, Altenheimen oder Pflegeeinrichtungen enthalten. Einen neuen Bereich, der zum Gesundheitssektor gezĂ€hlt wird, nehmen Cannabis-Aktien ein. Dabei handelt es sich um medizinisches Cannabis.

Zusammenstellung der Indizes und Auswahl der Unternehmen

Mit einem ETF auf den Gesundheitssektor investierst Du in einen Sektor der Volkswirtschaft. Um Sektor-Indizes, darunter auch fĂŒr den Gesundheitssektor, zusammenzustellen, mĂŒssen die Indexanbieter Unternehmen und ihre GeschĂ€ftsfelder analysieren. Die Unternehmen, die in einem ETF auf den Gesundheitssektor enthalten sind, mĂŒssen ihre UmsĂ€tze nicht ausschließlich auf diesem Sektor erzielen. Sie können beispielsweise zusĂ€tzlich auf dem Gebiet der Lebensmittelchemie forschen und die entsprechenden Produkte herstellen. Die Unternehmen mĂŒssen allerdings einen Großteil ihrer UmsĂ€tze und Gewinne auf dem Gebiet der Gesundheit erzielen. Auch die Positionierung und die öffentliche Wahrnehmung der Unternehmen werden berĂŒcksichtigt, bevor eine Aufnahme in einen Index erfolgt.

Die wichtigsten ETFs aus dem Gesundheitssektor

Es gibt eine Vielzahl von ETFs auf den Gesundheitssektor. Du kannst ETF-Anteile mit einer Einmalanlage erwerben, doch kannst Du auch in einen Sparplan investieren und langfristig Vermögen aufbauen. Es gibt verschiedene Indizes, von denen der MSCI World Health Care die beste Risikostreuung bietet und mit einer guten Entwicklung der Rendite ĂŒberzeugt. Hier sind einige ETFs auf die Gesundheit.

Xtrackers MSCI World Health Care UCITS ETF 1C ISIN IE00BM67HK77, WKN A113FD

Dieser ETF auf den MSCI World Health Care hat mit 1.704 Millionen Euro das grĂ¶ĂŸte Fondsvolumen. Er ist sparplanfĂ€hig und hat eine Gesamtkostenquote von 0,25 Prozent. Er wurde im MĂ€rz 2016 aufgelegt und repliziert physisch durch optimiertes Sampling.

Die VolatilitÀt liegt bei 10,49 Prozent. Der Fonds ist thesaurierend. Die Rendite rutschte zwar im MÀrz 2021 kurzfristig knapp unter Null, doch inzwischen kann sie sich mit 26,47 Prozent wirklich sehen lassen.

Amundi ETF MSCI Europe Healthcare UCITS ETF EUR (C) ISIN FR0010688192, WKN A0REJ2

Mit diesem Fonds von Amundi investierst Du in den MSCI Europe Healthcare Index, einen Index, der Aktien von europÀischen Unternehmen zum Thema Gesundheit enthÀlt. Dieser Fonds ist sparplanfÀhig und hat eine Gesamtkostenquote von 0,25 Prozent.

Er wurde zwar schon im Dezember 2008 aufgelegt, doch hat er nur ein Fondsvolumen von 44 Millionen Euro. Er repliziert synthetisch, hat eine VolatilitÀt von 12,05 Prozent und ist thesaurierend. Die Rendite brach auch hier im MÀrz 2021 kurzzeitig ein und rutschte etwas unter Null, doch inzwischen liegt sie bei 21,55 Prozent.

iShares STOXX Europe 600 Health Care UCITS ETF (DE) ISIN DE000A0Q4R36, WKN A0Q4R3

Mit diesem ETF investierst Du in den STOXX Europe 600 Health Care Index, der Zugang zum europÀischen Gesundheitssektor bietet. Der ETF ist sparplanfÀhig und hat eine Gesamtkostenquote von 0,46 Prozent.

Er wurde im April 2001 aufgelegt und hat ein Volumen von 813 Millionen Euro. Er repliziert vollstÀndig physisch, ist thesaurierend und hat eine VolatilitÀt von 11,74 Prozent. Auch bei diesem Fonds fÀllt auf, dass die Rendite im MÀrz 2021 kurzfristig knapp unter Null gefallen ist. Aktuell liegt sie bei 22,27 Prozent.

Fazit: Gute Wachstumschancen mit einem Healthcare-ETF

Mit einem ETF auf den Sektor der Gesundheit kannst Du von einer guten Entwicklung der Rendite profitieren. Die Gesundheit umfasst Unternehmen aus der Pharmabranche, Hersteller von Medizintechnik, Unternehmen aus der Forschung, aber auch KrankenhĂ€user und Pflegeeinrichtungen. Die Gesundheitsbranche entwickelt sich weitgehend unabhĂ€ngig von der Konjunktur. Ein Fonds auf den Gesundheitssektor ĂŒberzeugt mit einer breiten Streuung. Du kannst in Unternehmen aus dem Gesundheitssektor aus der ganzen Welt, aber auch aus Europa investieren.

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