ETF

ETF oder Fonds? Was ist wirklich besser?

Veröffentlicht am

Zwischen einem ETF und aktiv gemanagten Fonds gibt es Überschneidungen - aber ebenso Unterschiede. Sie zu kennen, bevor du dich für eine der beiden Varianten (oder einen Mix) entscheidest, ist für eine durchdachte Anlageentscheidung und langfristiges Denken zwangsläufig nötig.

ETF oder Fonds? Was ist wirklich besser?

Was sind Fonds?

Mit der Bezeichnung sind eigentlich immer "aktiv gemangte" Fonds gemeint, was zugleich ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal gegenüber ETFs sind. Das sind zwar genauso Aktienfonds, sie werden aber nicht aktiv von einem Fondsmanager und seinem Team verwaltet, sondern bilden nur den jeweiligen Index ab.

Aktien & ETFs günstig traden bei Scalable Capital

Investmentfonds replizieren nicht einfach nur einen Index, sondern haben eine bestimmte Anlagestrategie, die wiederum von eben diesem Fondsmanager und seinem Team umgesetzt wird. Es arbeiten also aktiv Personen an der Zusammenstellung des Fonds, nutzen oftmals ganz unterschiedliche Investmentinstrumente und sind zudem meist nicht nur auf eine Richtung (Long) beschränkt.

Insbesondere Hedgefonds, die auch zu den aktiv gemangten Anlageoptionen zählen, haben ihre Bezeichnung nicht grundlos zu erhalten: Sie "hedgen" eine Position durch bestimmte Gegenpositionen, sind also sowohl "short" (setzen auf fallende Kurse) als auch "long" (hoffen auf steigende Kurse) im Markt vertreten.

ETF Sparplan Vergleich 2022: Welcher Anbieter ist der Beste?
Mit einem ETF-Sparplan kannst Du mit geringen monatlichen Einzahlungen langfristig ein gutes Vermögen aufbauen. Der Vergleich hilft Dir, den für Dich besten Sparplan auszuwählen. Neben geringen Kosten kommt es auf die enthaltenen Leistungen an.

Solche Investmentfonds teilen ihre Strategie vorab Interessierten mit, teilweise finden sich unter dem gleichen Dach auch verschiedene Fondsprodukte, die sich mit Hinblick auf ihre Strategie unterscheiden.

Unterscheidungsmerkmale zwischen Fonds gibt es reichlich, darunter diese:

  1. Welche Instrumente nutzt der Investmentfonds (Short, Long, Aktien, Derivate etc.)
  2. Wird nur in bestimmten Branchen und Anlagegüter investiert? (zum Beispiel nur Rohstoffe oder nur bestimmte geografische Märkte)
  3. Mit welchem Benchmark vergleicht sich der Fonds? (Technologiefonds würden sich beispielsweise eher mit dem Nasdaq vergleichen als solche, die primär Rohstofftermingeschäfte abwickeln)
  4. Welches Anlagefenster deckt der Fonds ab? (Es gibt sowohl kurzfristige, besonders liquide Investmentfonds als auch solche, bei denen der Anleger sein Geld über Jahre bindet)

Außerdem gibt es noch die sogenannten "Dachfonds". Das sind solche, die wiederum in verschiedene andere Investmentfonds investieren. Die grundlegende Risikodifferenzierung ist ein weiteres charakteristisches Merkmal, das sich zwischen solchen Investmentfonds unterscheidet. Es gibt jene für konservative Anleger, die oftmals als eigene Benchmark nur das Schlagen der Inflation plus eventuell eine kleine Rendite haben. Sie richten sich vor allem an vermögende Personen, die ihr Vermögen und ihren Wohlstand möglichst risikoarm und schwankungsfrei erhalten wollen.

Ebenso gibt es natürlich risikobehaftete Fonds, die sich selbst hohe Benchmarks setzen, Anleger aber eben auch einem entsprechend hohen Risiko aussetzen. Generell ist es in der Welt der Kapitalmärkte so, dass ein gesteigertes Risiko in einer höheren möglichen Rendite resultiert.

Ebenfalls wichtig: Aktiv verwaltete Fonds werden nicht direkt an der Börse gehandelt, sondern direkt von der jeweiligen Gesellschaft oder beispielsweise über Banken vertrieben. Das darin investierte Geld kurzfristig zu liquideren, ist also meistens nicht möglich, denn der Fondsmanager muss dafür erst Positionen verkaufen. Das unterscheidet solche aktiv verwalteten Investmentfonds zugleich von Holding-Gesellschaften, wie es beispielsweise Berkshire Hathaway von Warren Buffett ist. Diese wird freilich an der Börse gehandelt, ist aber auch nicht direkt ein aktiv verwalteter Fonds - selbst wenn hier die jeweiligen Manager gezielt in Unternehmensbeteiligen investieren.

Was sind ETFs?

Die ETF Akademy von VanEck erklärt es so:

Kurz gesagt sind ETF die einfachste Möglichkeit, um „den Index zu kaufen”, da ein ETF in einer einzigen Transaktion an der Börse erworben werden kann. Ein ETF auf den DAX Index bzw. MSCI World Index kauft z.b. alle im DAX Index oder MSCI World enthaltenen Aktien in der gleichen Gewichtung.

Ein ETF ist im direkten Vergleich zu Investmentfonds wesentlich eindimensionaler, was in diesem Kontext aber nicht negativ ist, sondern sich für viele Privatanleger eher in einem erheblichen Vorteil manifestieren dürfte. Die Abkürzung "ETF" steht für "Exchange Traded Fund", was bereits impliziert, dass diese eben an der Börse gehandelt werden - investiertes Kapital zügig zu liquidieren, ist im Regelfall also gar kein Problem.

Was ist ein ETF und wie funktioniert er? | Definition
Ein ETF wird auch als Indexfonds bezeichnet, da er einen kompletten Index abbildet. Es gibt zahlreiche Anbieterbörsengehandelter Fonds. Die Kosten sind geringer als bei einem aktiv gemanagten Investmentfonds. Möchtest Du langfristig Vermögen aufbauen, kannst Du in einen Sparplan investieren.

Weiterhin haben diese ETFs keinen Fondsmanager und kein Team, was für seine Arbeit entlohnt werden möchte. Stattdessen findet alles vollautomatisch statt, indem der ETF einfach nur einen Index nachbildet und in festen Zeitintervallen, zum Beispiel alle sechs Monate, ein sogenanntes Re-Balancing durchführt. Die meisten ETFs sind nach Marktkapitalisierung des Streubesitzes gewichtet. Besonders wertvolle und große Unternehmen erhalten also einen größeren Anteil als kleine Unternehmen.

ETFs werden ebenfalls von Fondsgesellschaften ausgegeben, die beispielsweise so heißen:

  • iShares
  • Lyxor
  • Vanguard

Wie schon aktiv verwaltete Fonds, decken ETFs ganz unterschiedliche Branchen, Länder, Märkte und Sektoren ab. Es gibt marktbreit gestreute, die beispielsweise in alle mittleren und großen Titel in Industrieländern und/oder Schwellenländern investieren wie MSCI World ETFs, genauso aber solche, die beispielsweise nur in Unternehmen aus dem Gesundheitswesen, der verarbeitenden Industrie oder dem Tech-Sektor investieren.

Generell gilt: Überall da, wo es einen Index gibt, kann auch ein entsprechender ETF aufgelegt werden. Gibt es den Index noch nicht, kann ihn die Fondsgesellschaft zudem einfach selbst erstellen.

Wichtige Unterscheidungsmerkmale: Was ist besser?

Um festzustellen, was von beidem besser ist, ist es nur sinnvoll, beide nach bestimmten Kriterien gegenüberzustellen. Das möchten wir für dich nachfolgend machen.

Die Kosten

Anhand der Erläuterungen zu beiden Produkten hast du mitunter schon selbst einige Vor- und Nachteile identifiziert. Der größte Vorteil von einem ETF ist zweifelsohne, dass er einfach viel weniger kostet. Fondsmanager, Anlageexperten und Analysten verdienen gut. Das können sie deshalb, weil sie ihre eigenen Produkte teuer verkaufen. Da ein ETF keine derartigen Personalkosten decken muss, kann er weitaus günstiger angeboten werden.

Zum Vergleich: Der marktbreit gestreute, in Deutschland sehr beliebte All World ETF von Vanguard hat eine TER/Kostenquote von 0,22 %. Branchentypisch für aktiv gemanagte Fonds sind dagegen Kosten in Höhe von etwa 0,5 bis 2,5 %. Dazu kommen meist noch weitere Kosten, zum Beispiel Ausgabenaufschläge beim Kauf von 2 bis 6 % oder Gebühren für die Auszahlung von 1 bis 4 %.

Hinsichtlich der Kosten geht der ETF ganz klar als Sieger hervor, daran gibt es nichts rütteln.

Die Rendite

An dieser Stelle wird es schon wesentlich problematischer. Während die Kosten gesetzt sind und sich leicht vergleichen lassen, liegt die Rendite in der ungewissen Zukunft. Bestenfalls lässt sich also die vergangene Rendite vergleichen, wobei diese keinesfalls Rückschlüsse auf die Zukunft zulässt. Du könntest die Renditechancen vergleichen, aber das kommt eher einem Ratespiel gleich.

Normalerweise ist das Argument für aktiv gemanagte Fonds dieses: Da hier ein Fondsmanager und sein erfahrenes Team aktiv handeln, sollten oder möchten sie zumindest die Rendite des breiten Marktes schlagen. Sie möchten sich ihr Geld (die höheren Kosten des Fonds) also mit einer Überrendite verdienen, so dass der Anleger (du) am Ende mehr raushat als bei einem ETF.

Idealerweise ist der Fondsmanager also so schlau und talentiert, dass er ständig gute Aktien wählt und starke Renditen erzielt. Simultan erkennt er Krisen, Crashs und Korrekturen idealerweise frühzeitig und minimiert in diesen Phasen die Verluste. Fondsmanager und Team handeln also vorausschauend, ein ETF macht in gar keiner der Phasen irgendetwas, außer weiterhin den Index nachzubilden.

In der Praxis funktioniert das oben genannte Konzept aber oftmals eher schlecht als recht. Ein Großteil der Fondsmanager schafft es nicht den Markt zu schlagen. Selbst wenn sie ihn minimal schlagen, bleibt für dich am Ende wegen der hohen Kostenquote weniger Geld, als du nach Kosten in einem ETF erzielt hättest.

Es ist sogar durchaus möglich, dass der Fondsmanager schlechter als der Markt performt und simultan noch höhere Kosten entstehen - dann hättest du gleich doppelt verloren. Diese Ungewissheit hinsichtlich der Rendite wird durch historische Statistiken gestützt. Demnach gelingt es nur sehr wenigen aktiven Fonds den Markt zu schlagen und das meist nur über wenige Jahre, aber nicht dauerhaft.

Die Flexibilität

Unglück kommt immer unverhofft. Zwar hast du vielleicht einen ganz genauen Plan, der bringt dir aber nichts, wenn du plötzlich dringend an deine Rücklagen musst. Diese Flexibilität hast du bei einem aktiv gemangten Fonds nicht. Anteile davon lassen sich nur schwer zurückgeben, oftmals musst du mit Monaten die währenddessen verstreichen rechnen. Mitunter ist das Kapital sogar auf Jahre gebunden und du müsstest weitere Kosten leisten, wenn du frühzeitig "raus" willst.

Mit einem großen ETF kann dir all das ziemlich egal sein. Vor allem marktbreite ETFs wie der Vanguard All-World ETF, aber selbst die mittleren und sogar kleineren ETFs, sind ausgesprochen liquide. Wenn du an dein Geld möchtest, loggst du dich kurz in dein Depot ein und verkaufst die gewünschte Summe an Anteilen - fertig.

Die Transparenz

Wie schon mehrfach dargelegt: Der ETF investiert in einen Index. Den kannst du ständig einsehen. In dieser Hinsicht besitzt der ETF eine Maximaltransparenz, denn du weißt schon im Vorfeld ganz genau, in was du investierst und du weißt, was sich verändert, wenn sich am Index etwas ändert. Hat zum Beispiel eine Aktie enorme Kurssteigerungen, dann wird sie aufgrund der Marktkapitalisierungsgewichtung fortan etwas stärker gewichtet sein. Verliert sie hingegen überdurchschnittlich, werden auch die Anteile im Vergleich zum Rest reduziert.

Bei einem aktiv gemangten Fonds sitzen hingegen Menschen: Und die machen jeweils das, was sie gerade für richtig halten. Zwar bekommst du auch da regelmäßige Reportings, aber tagesaktuell kannst du kaum nachvollziehen, was diese Menschen gerade mit deinem Geld machen.

Fazit: ETFs sind für Privatanleger attraktiver

Die historische Unfähigkeit von aktiven Fonds den Markt zu schlagen, niedrigere Kosten bei den ETFs und eine weitaus höhere Flexibilität sowie Transparenz, gepaart mit sehr niedrigen Einstiegshürden, machen den ETF zu einer weitaus besseren Lösung für Privatanleger. Viele wissen das nur nicht: Denn an ETFs verdienen Banken recht wenig, an aktiv gemanagten Fonds hingegen umso mehr - deshalb ist jede Beratung einer Bank hinsichtlich ihrer Objektivität grundsätzlich in Frage zu stellen.

Unser Tipp: Bei Scalable Capital kannst Du rund 1900 ETFs von iShares, Lyxor, Xtrackers, WisdomTree und Amundi von 7:30 bis 23 Uhr für nur 0,99 € handeln und dauerhaft kostenlos besparen. Monatliche Sparraten schon ab 1 €.

Kostenloses eBook: “Think long-term”
Sichere dir jetzt unseren kostenlosen, 60-seitigen ETF-Ratgeber: Think long-term! Sicherer Vermögensaufbau mit ETFs in Zeiten von Nullzins. Mehr als 2500 Downloads!

Mehr zum Thema:






Rechtliche Hinweise: Die in den Artikeln erwähnten ETFs und anderen Finanzprodukte stellen keine Kaufempfehlung dar. Wir können keine Finanzberatung oder ähnliches anbieten. Der Wert von Aktien, ETFs und ETCs, die über ein Wertpapierdepot gekauft wurden, kann sowohl steigen als auch fallen. Börsengeschäfte stellen ein erhebliches Risiko dar, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. etf.capital haftet nicht für materielle und/oder immaterielle Schäden, die durch Nutzung oder Nichtnutzung der Inhalte oder durch die Nutzung fehlerhafter und unvollständiger Inhalte verursacht wurden. Der Autor besitzt keinen der genannten ETFs. Keiner der Inhalte stellt ein Angebot zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar. Kryptoassets sind hochvolatile unregulierte Anlageprodukte. Es existiert kein EU-Anlegerschutz.

Die mit einem Sternchen (*) oder versehenen Links oder farblich hervorgehobenen Schaltflächen sind i.d.R. bezahlte Produktplatzierung zur Finanzierung dieser Website. Dir entstehen dadurch keinerlei Nachteile. Du unterstützt damit unsere Arbeit.

ETF oder Fonds? Was ist wirklich besser?
Teilen
Twitter icon Facebook icon