Degiro: ETFs zu günstigen Konditionen

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Ein ETF-Sparplan ist eine gute Vorsorge für die Zukunft und eignet sich für den langfristigen Vermögensaufbau. Wie die Erfahrung zeigt, zeichnet sich Degiro durch niedrige ETF-Kosten aus. Einen echten Degiro ETF-Sparplan können Sie gegenwärtig noch nicht abschließen.

Degiro: ETFs zu günstigen Konditionen

Wer bei DEGIRO einen klassischen ETF-Sparplan sucht, wie ihn Trade Republic, Scalable Capital oder die Consorsbank anbieten, wird enttäuscht: Einen vollautomatischen Sparplan mit fester Rate und automatischer Ausführung gibt es bei DEGIRO bis heute nicht. Was der niederländische Broker bietet, ist günstiger ETF-Handel, mit dem sich ein Sparplan in Eigenregie nachbauen lässt. Seit der Preisreform vom 1. Oktober 2025 sieht die Gebührenstruktur außerdem deutlich anders aus als früher. Dieser Artikel bringt die Konditionen auf den Stand von Juni 2026 und zeigt, für wen sich der Aufwand lohnt.

Echter DEGIRO ETF-Sparplan: nach wie vor nicht verfügbar

DEGIRO ist ein Online-Broker mit Sitz in den Niederlanden, der seit Jahren für niedrige Handelskosten bekannt ist. Das Depot ist kostenlos, eröffnet wird es online über das Antragsformular. Nach der Verifizierung Ihrer Identität können Sie mit dem Handel beginnen.

Einen automatisierten ETF-Sparplan im engeren Sinn gibt es jedoch nicht. DEGIRO führt keine wiederkehrenden Käufe zu einem festen Termin aus. Sie können einen oder mehrere ETFs auswählen und regelmäßig besparen, müssen die Order aber jedes Mal selbst aufgeben. Eine automatische Ausführung an einem von Ihnen festgelegten Tag ist nicht möglich. Wer einen echten Automatik-Sparplan mit fester Rate sucht, ist bei Anbietern wie Trade Republic oder Scalable Capital besser aufgehoben, wo Sparpläne auf viele ETFs kostenlos laufen. Ein Blick auf ETF-Sparpläne mit automatischer Wiederanlage der Ausschüttungen hilft bei der Auswahl.

Kein automatischer Sparplan, dafür volle Flexibilität

Für erfahrene Anleger kann das Fehlen eines Automatik-Sparplans sogar ein Vorteil sein. Sie behalten die volle Kontrolle:

  • ETF-Anteile kaufen Sie genau dann, wann Sie möchten.
  • Keine Bindung an eine feste monatliche Sparrate.
  • Sie bestimmen den Betrag jeder einzelnen Order selbst.
  • In Monaten mit knapper Kasse setzen Sie einfach aus.
  • Höhere oder niedrigere Beträge sind jederzeit möglich.
  • Anteile mehrerer ETFs lassen sich in einem Depot kombinieren.
  • Verkaufen können Sie jederzeit zu Börsenzeiten.

Mit einem einzigen Depot bauen Sie sich so ein breit gestreutes Portfolio auf. Wer die Diversifikation über den Standard hinaus erweitern möchte, findet etwa in einem Emerging-Market-ETF ohne China eine Option, um politische Klumpenrisiken zu reduzieren. Bedenken Sie aber: Der manuelle Ansatz verlangt Disziplin. Wer das regelmäßige Ordern vergisst, verliert den größten Vorteil des Sparplan-Prinzips, das stupide Dranbleiben über Jahre.

Die große Änderung: neue ETF-Konditionen seit Oktober 2025

Hier liegt der wichtigste Punkt, der ältere Ratgeber überholt: Zum 1. Oktober 2025 hat DEGIRO seine ETF-Kernauswahl grundlegend umgebaut. Die frühere Regelung, bei der rund 200 ETFs einmal pro Kalendermonat kostenlos handelbar waren (erster Kauf und erster Verkauf gratis, Mindestvolumen 1.000 Euro), gibt es nicht mehr.

Das neue Modell ist einfacher und für aktive Sparplan-Anleger oft günstiger:

  • Alle ETFs, ETCs und ETNs, die an der Tradegate Exchange notiert sind, kosten pauschal 1 Euro pro Order.
  • Das betrifft rund 1.500 Produkte, deutlich mehr als die alte Kernauswahl.
  • Die frühere Fair-Use-Policy wurde abgeschafft. Es gibt keine Begrenzung mehr auf einen kostenlosen Handel pro Monat.

Im Gegenzug ist der Handel nicht mehr komplett gratis: Statt 0 Euro fällt nun 1 Euro je Order an. Wer früher nur einen einzigen kostenlosen Trade pro Monat machte, zahlt also etwas mehr. Wer öfter kauft, fährt mit dem neuen Modell günstiger, weil jede weitere Order ebenfalls nur 1 Euro kostet statt der früheren regulären Gebühr.

ETFs, die nicht an Tradegate gehandelt werden, kosten weiterhin 2 Euro Provision plus 1 Euro Bearbeitungsgebühr, also 3 Euro pro Order. Für einen selbstgebauten Sparplan sollten Sie daher gezielt Tradegate-ETFs wählen.

Aktuelle Gebührenstruktur bei DEGIRO (Stand: Juni 2026)

DEGIRO arbeitet mit einer Provision plus einer pauschalen Bearbeitungsgebühr von 1 Euro pro Trade. Die wichtigsten Konditionen im Überblick:

  • Depotführung: 0 Euro, keine Grundgebühr.
  • ETF-Kernauswahl (Tradegate): 1 Euro pro Order (0 Euro Provision + 1 Euro Bearbeitung).
  • Übrige ETFs: 2 Euro Provision + 1 Euro Bearbeitung = 3 Euro pro Order.
  • Deutsche Aktien (Xetra): 3,90 Euro Provision + 1 Euro Bearbeitung = 4,90 Euro pro Order.
  • US-Aktien: 1 Euro Provision + 1 Euro Bearbeitung = 2 Euro pro Order.
  • Anschlussprovision (Konnektivitätsgebühr): 0,25 Prozent des an der jeweiligen Börse gehaltenen Depotwerts, maximal 2,50 Euro pro Kalenderjahr und Börse. Xetra ist davon ausgenommen.

Realtime-Kurse sind nicht durchgängig gratis: Standardmäßig werden Kurse mit etwa 15 Minuten Verzögerung angezeigt, Echtzeitdaten lassen sich kostenpflichtig hinzubuchen. Wer ohnehin langfristig spart, kann auf Echtzeitkurse meist verzichten. Wer auch den US-Markt im Blick hat, profitiert von den niedrigen US-Aktiengebühren; zum Vergleich verschiedener Modelle lohnt ein Blick auf Robin Hood Trading.

Wichtig: Total Expense Ratio kommt zur Ordergebühr hinzu

Unabhängig von den DEGIRO-Gebühren tragen Sie bei jedem ETF die laufenden Fondskosten, die Total Expense Ratio (TER). Diese zieht der Fondsanbieter direkt aus dem Fondsvermögen ab, DEGIRO hat darauf keinen Einfluss. Die TER enthält Verwaltungs- und Lizenzgebühren und liegt bei breiten Welt- oder Standard-Indizes häufig zwischen rund 0,05 und 0,25 Prozent pro Jahr, bei Spezial- oder Themen-ETFs auch höher. Achten Sie bei der Auswahl also nicht nur auf die Ordergebühr, sondern ebenso auf die TER, denn diese fällt jedes Jahr aufs Neue an.

Nur Börsenhandel: kein außerbörslicher Handel bei DEGIRO

DEGIRO führt Orders ausschließlich über Börsen aus. Einen außerbörslichen Handel (OTC) direkt mit einem Emittenten, wie ihn manche deutschen Neobroker anbieten, gibt es nicht. Dafür stehen zahlreiche internationale Handelsplätze zur Verfügung. Beim Routing unterscheidet DEGIRO zwischen Direct to Market, bei dem die Order direkt an den Ausführungsort geht, und Smart Order Routing, bei dem mehrere Handelsplätze geprüft werden. Für einen kostengünstigen Sparplan ist der Handel über Tradegate in der Regel die beste Wahl.

Schritt für Schritt: DEGIRO ETF-Sparplan selbst aufbauen

Da DEGIRO keinen Automatik-Sparplan anbietet, richten Sie Ihren Sparplan manuell ein. So gehen Sie vor:

  • Depot bei DEGIRO kostenlos eröffnen und Identität verifizieren.
  • Geld per SEPA-Überweisung auf das Depotkonto einzahlen.
  • Einen passenden, an Tradegate gelisteten ETF auswählen, um die 1-Euro-Konditionen zu nutzen.
  • Im gewählten Intervall (zum Beispiel monatlich) eine Kauforder über Ihren Sparbetrag aufgeben.

Sie entscheiden selbst, ob Sie monatlich, quartalsweise oder halbjährlich kaufen. Weil keine feste Rate vorgegeben ist, können Sie den Betrag jederzeit anpassen oder pausieren. Wer thematisch breiter streuen möchte, kann sein Portfolio etwa mit einem Wasserstoff-Sparplan oder einem Cloud-Computing-ETF ergänzen, sollte solche Themen-ETFs aber bewusst als Beimischung und nicht als Basis verstehen.

Depottypen und Ordertypen

DEGIRO bietet verschiedene Depotprofile an, die sich vor allem im erlaubten Risiko unterscheiden. Das Profil Basic eignet sich für Einsteiger und reicht für einen selbst gebauten ETF-Sparplan vollkommen aus. Wer das Depot bei einem anderen Anbieter eröffnen möchte, findet in unserem Überblick zu Depotwechsel-Prämien Hinweise auf mögliche Wechselangebote.

Beim Kauf stehen Ihnen mehrere Ordertypen zur Verfügung. Mit einer Market Order wird so schnell wie möglich zum nächsten verfügbaren Kurs ausgeführt. Mit einer Limit Order legen Sie einen Höchst- oder Mindestpreis fest und vermeiden Ausführungen zu ungünstigen Kursen. Mit einer Stop-Loss-Order begrenzen Sie mögliche Verluste. Für einen langfristigen Sparplan genügt in der Regel eine einfache Market- oder Limit-Order.

Die richtigen ETFs auswählen

Niedrige Ordergebühren oder die 1-Euro-Kernauswahl sind nur ein Kriterium. Wichtiger für den langfristigen Erfolg ist eine breite Streuung. Achten Sie auf einen sinnvollen, breit aufgestellten Index, ein ausreichend großes Fondsvolumen und eine moderate TER. Wenn Sie zwischen einem an Tradegate für 1 Euro handelbaren ETF und einem ansonsten gleichwertigen Produkt zu 3 Euro Ordergebühr wählen können, spricht bei einem Sparplan mit vielen kleinen Käufen vieles für die günstigere Variante. Über viele Jahre macht der Kostenunterschied einen spürbaren Teil der Rendite aus.

Fazit: günstiger ETF-Handel statt echtem Sparplan

Einen automatisierten ETF-Sparplan bietet DEGIRO auch 2026 nicht. Sie können sich aber mit überschaubaren Kosten einen Sparplan in Eigenregie zusammenstellen. Seit Oktober 2025 sind alle Tradegate-ETFs für pauschal 1 Euro pro Order ohne Fair-Use-Begrenzung handelbar, das Depot bleibt kostenlos. Wer bereit ist, jede Order selbst aufzugeben, bekommt einen sehr günstigen Zugang zu rund 1.500 ETFs. Wer dagegen Bequemlichkeit und echte Automatik schätzt, fährt mit einem klassischen Sparplan-Broker wie Scalable Capital oder Trade Republic besser. Welcher Weg passt, hängt davon ab, ob Ihnen Flexibilität und niedrige Stückkosten oder Komfort und Disziplin durch Automatik wichtiger sind.


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Unser Tipp: Bei Scalable Capital kannst Du rund 1700 PRIME ETFs - darunter iShares, Xtrackers und Amundi - von 7:30 bis 23 Uhr gebührenfrei handeln und dauerhaft kostenlos besparen. Monatliche Sparraten schon ab 1 €.

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