VL Sparen 2026: Was bringen vermögenswirksame Leistungen & Top-Anbieter im Vergleich
Vermögenswirksame Leistungenvl-sparencomdirectebaseGinmon
Vermögenswirksame Leistungen, dafür steht die Abkürzung "VL", sind für Arbeitnehmer ein weiteres Instrument zum effizienten Vermögensaufbau - diesmal mit finanzieller Hilfe durch den Arbeitgeber. Maximal 40 Euro gibt es pro Monat. Wie du diese einsetzt, bleibt zumindest teilweise dir überlassen.
Was ist VL Sparen?
Wenn dein Arbeitgeber dir vermögenswirksame Leistungen (VL) anbietet oder sogar komplett finanziert, darfst du dich glücklich schätzen. Auch im Jahr 2026 ist dies keine gesetzliche Selbstverständlichkeit, wenngleich VL mittlerweile fester Bestandteil vieler Tarifverträge sind. Arbeitgeber nutzen dieses Instrument zunehmend als attraktiven Benefit, um qualifizierte Fachkräfte langfristig an sich zu binden. Besonders in Zeiten des Fachkräftemangels ist das „Geschenk vom Chef“ ein wichtiges Argument in Gehaltsverhandlungen.
Die Funktionsweise vom VL-Sparen ist dabei denkbar einfach und für dich als Arbeitnehmer äußerst lukrativ: Du schließt bei einem geeigneten Finanzinstitut einen speziellen VL-Vertrag ab. In diesen Vertrag zahlt dein Arbeitgeber dann monatlich einen festen Betrag ein – in der Regel bis zu 40 Euro. Es gibt jedoch keine feste Obergrenze; einige großzügige Arbeitgeber zahlen sogar mehr, wobei der steuerliche Vorteil auf die üblichen Rahmenbedingungen begrenzt ist. Was genau das für ein Vertrag ist, bleibt weitgehend dir überlassen, solange er die gesetzlichen Anforderungen erfüllt. Optionen dahingehend sind beispielsweise:
- Aktienfonds beziehungsweise ETF Sparpläne (die renditestärkste Variante)
- Bausparverträge (der Klassiker für Immobilienplaner)
- Baufinanzierungen (zur direkten Tilgung)
- Banksparpläne (aufgrund niedriger Zinsen oft weniger attraktiv)
- Tilgung von Baukrediten
Den abgeschlossenen Vertrag mit dem jeweiligen Anbieter und seinem Produkt legst du anschließend deinem Arbeitgeber vor. Wichtig ist, dass es sich tatsächlich um einen zertifizierten VL-Vertrag handelt, anderenfalls ist die direkte Überweisung und die mögliche staatliche Bezuschussung nicht möglich. Die Laufzeit solcher Verträge bemisst sich klassischerweise auf sieben Jahre: Du zahlst sechs Jahre lang ein, darauf folgt ein sogenanntes Ruhejahr (Sperrfrist), in dem das Geld im Vertrag verbleibt, aber weiter für dich arbeiten kann. Bereits nach sechs Jahren kannst du einen neuen Vertrag abschließen, um nahtlos weiter von den Leistungen zu profitieren. Normalerweise ist das auch im Interesse der Anbieter, weshalb sie dir rechtzeitig neue Angebote unterbreiten. Du bist jedoch flexibel und kannst den Anbieter oder die Anlageform für den nächsten Zyklus wechseln.
Eine Ausnahme bilden hierbei die Bausparverträge: Hier entfällt das Ruhejahr oft zugunsten einer längeren Einzahlungsphase oder flexibleren Zuteilung. Das in den Verträgen angesammelte Guthaben kannst du nach Ablauf der Frist frei verwenden – sei es zur weiteren Altersvorsorge, für einen Immobilienkauf, eine Weltreise oder schlichtweg als finanzielles Polster.
Der Gamechanger: Neue Einkommensgrenzen seit 2024
Das VL-Sparen hat in den letzten Jahren eine enorme Aufwertung erfahren. Der Grund ist eine massive Gesetzesänderung, die zum 1. Januar 2024 in Kraft trat und auch für 2026 unverändert gilt. Der Staat fördert das VL-Sparen mit der sogenannten Arbeitnehmersparzulage. Diese Förderung war lange Zeit ein Nischenprodukt für Geringverdiener, da die Einkommensgrenzen extrem niedrig angesetzt waren. Das hat sich grundlegend geändert.
Die Einkommensgrenzen für die Arbeitnehmersparzulage wurden auf 40.000 Euro für Alleinstehende und 80.000 Euro für Verheiratete oder eingetragene Lebenspartner angehoben. Wichtig dabei: Es handelt sich um das zu versteuernde Einkommen, nicht um das Bruttoeinkommen. Das Bruttoeinkommen kann also deutlich höher liegen (durchaus im Bereich von 50.000 bis 60.000 Euro brutto für Singles), und du bist dennoch förderberechtigt. Durch diese Anpassung haben nun Millionen von Arbeitnehmern in Deutschland Anspruch auf staatliches Geld, die vorher leer ausgegangen sind.
Aktuell gelten diese Grenzen und Förderhöhen:
- Aktienfonds & ETFs:
- Einkommensgrenze: 40.000 € (Single) / 80.000 € (Paare)
- Förderung: 20 % auf maximal 400 € Einzahlung pro Jahr
- Maximaler Bonus: 80 € (Single) / 160 € (Paare) pro Jahr
- Bausparverträge:
- Einkommensgrenze: 40.000 € (Single) / 80.000 € (Paare)
- Förderung: 9 % auf maximal 470 € Einzahlung pro Jahr
- Maximaler Bonus: 43 € (Single) / 86 € (Paare) pro Jahr
Wenn du also deine vermögenswirksamen Leistungen in einen ETF-Sparplan investierst und innerhalb der Einkommensgrenzen liegst, schenkt dir der Staat jedes Jahr 80 Euro dazu. Über die Laufzeit von sechs Jahren sind das allein 480 Euro geschenktes Geld – plus die Rendite, die darauf erwirtschaftet wird.
ETFs im Kontext der vermögenswirksamen Leistungen
Wenn du dich mit Geldanlage beschäftigst, wirst du die Vorzüge von ETFs (Exchange Traded Funds) bereits kennen: niedrige Kosten, breite Diversifikation und hohe Liquidität. VL-Sparen mit ETFs ist die modernste und oft rentabelste Form, das Geld vom Chef anzulegen. Während Bausparverträge oft nur minimale Zinsen abwerfen, partizipierst du mit einem ETF-Sparplan direkt an der Entwicklung der weltweiten Kapitalmärkte.
Warum ETFs die beste Wahl für VL sind, lässt sich leicht begründen:
- Renditechance: Historisch gesehen bieten Aktienmärkte (z.B. MSCI World) über Zeiträume von 7 Jahren und mehr deutlich höhere Renditen als festverzinsliche Produkte. Dies ist der einzige effektive Weg, um der Inflation entgegenzuwirken.
- Kosten: ETFs haben eine sehr niedrige Kostenquote (TER). Auch die VL-Depots für ETFs sind im Vergleich zu den Abschlussgebühren von Bausparverträgen oft günstiger.
- Diversifikation: Mit einem einzigen ETF kannst du in Tausende Unternehmen weltweit investieren.
- Flexibilität: Nach Ablauf der Sperrfrist kannst du die ETF-Anteile entweder verkaufen, in dein privates Depot übertragen oder einfach weiterlaufen lassen.
Natürlich unterliegen ETFs Schwankungen. Da du beim VL-Sparen jedoch monatlich einen festen Betrag investierst, profitierst du vom sogenannten Cost-Average-Effekt (Durchschnittskosteneffekt). In Zeiten niedriger Kurse kaufst du mehr Anteile für deine 40 Euro, was sich bei steigenden Märkten später positiv bemerkbar macht.
Welche Anbieter gibt es für VL Sparen? (Vergleich 2026)
Der Markt für VL-Sparen hat sich gewandelt. Einige klassische Banken ziehen sich aus dem Geschäft zurück oder bieten es nur noch indirekt an. Gleichzeitig drängen moderne Fintechs und Robo-Advisor auf den Markt, die mit einfacher Bedienung punkten. Hier ist ein detaillierter Blick auf die besten Optionen für 2026.
Grundsätzlich musst du dich entscheiden: Willst du die volle staatliche Förderung und maximale Kontrolle (Do-It-Yourself) oder möchtest du maximalen Komfort, verzichtest dafür aber eventuell auf den Staatsbonus?
Vergleichstabelle: Finvesto, Oskar und Ginmon
| Merkmal | Finvesto (Empfehlung DIY) | Oskar (Managed) | Ginmon (Managed) |
|---|---|---|---|
| Typ | Selbstentscheider (Depot) | Robo-Advisor (Vermögensverwaltung) | Robo-Advisor (Vermögensverwaltung) |
| Kosten (Depot/Service) | ca. 10–12 € pro Jahr | ca. 1 % p.a. des Depotwerts | 0,75 % p.a. des Depotwerts |
| Transaktionskosten | 0,2 % je Ausführung | Keine (in Servicegebühr enthalten) | Keine (in Servicegebühr enthalten) |
| Arbeitnehmersparzulage | ✅ Ja, möglich | ❌ Nein (aktuell nicht unterstützt) | ❌ Nein (aktuell nicht unterstützt) |
| ETF-Auswahl | Riesig (500+ ETFs, inkl. MSCI World) | Festes Portfolio (10 ETFs) | Festes Portfolio (apeiron) |
| Zielgruppe | Alle, die den Bonus wollen & Kosten sparen | Besserverdiener, die Komfort suchen | Besserverdiener, die Komfort suchen |
Finvesto: Die Top-Wahl für die meisten Anleger
Finvesto (eine Marke der FNZ Bank) ist der Platzhirsch beim VL-Sparen mit ETFs. Der entscheidende Vorteil: Hier bekommst du die Arbeitnehmersparzulage. Finvesto stellt dir am Ende des Jahres die nötige Bescheinigung für das Finanzamt aus (oft elektronisch übermittelt). Zudem hast du die volle Kontrolle und kannst aus hunderten ETFs wählen – vom klassischen MSCI World bis hin zu nachhaltigen Themen-ETFs. Die Kosten sind mit rund 10 bis 12 Euro Depotgebühr pro Jahr fix und damit bei höheren Sparsummen prozentual sehr günstig.
Oskar und Ginmon: Komfort-Lösungen
Die Robo-Advisor OSKAR und Ginmon bieten ebenfalls VL-Produkte an. Der Ansatz ist hier ein anderer: Du wählst keinen spezifischen ETF, sondern eine Anlagestrategie, und der Anbieter kümmert sich um den Rest. Das ist extrem bequem. Allerdings haben beide Anbieter einen gravierenden Nachteil für Durchschnittsverdiener: Sie unterstützen aktuell oft nicht die Beantragung der Arbeitnehmersparzulage. Wenn du also unter den Einkommensgrenzen von 40.000/80.000 Euro liegst, verschenkst du hier bares Geld vom Staat. Verdienst du deutlich mehr, sind Oskar und Ginmon aufgrund ihrer Benutzerfreundlichkeit und App-Steuerung jedoch hervorragende Alternativen.
Was ist mit der comdirect?
Die comdirect bietet für Neukunden keine eigene, direkte VL-Lösung mehr an, sondern verweist für das „VL-FondsDepot“ auf ihren Partner, die FNZ Bank (ehemals ebase). Da Finvesto ebenfalls eine Marke der FNZ Bank ist, landest du im Hintergrund beim gleichen Abwickler. Es ist daher oft einfacher und transparenter, das VL-Depot direkt über Finvesto zu eröffnen, um Zwischenschritte zu vermeiden.


Schritt-für-Schritt: So kommst du an dein Geld
Viele Arbeitnehmer lassen die VL verfallen, weil ihnen der Papierkram zu kompliziert erscheint. Dabei ist der Prozess in wenigen Schritten erledigt. Hier ist dein Fahrplan:
- Prüfung: Wirf einen Blick in deinen Arbeitsvertrag oder frage in der Personalabteilung nach: „Habe ich Anspruch auf vermögenswirksame Leistungen und wenn ja, wie hoch?“ Selbst wenn die Antwort „Nein“ oder „0 Euro“ lautet, darfst du VL nutzen, indem du das Geld von deinem eigenen Gehalt überweisen lässt (wichtig für die staatliche Förderung!).
- Anbieterwahl: Entscheide dich für ein Produkt. Wir empfehlen für die meisten Fälle ein VL-Depot bei Finvesto mit einem breit gestreuten ETF (z.B. MSCI World oder FTSE All-World).
- Eröffnung: Eröffne das Depot online. Im Antragsprozess wählst du den ETF aus. Klicke unbedingt auf „VL-Sparen“ und nicht auf einen normalen Sparplan.
- Bescheinigung: Nach erfolgreicher Eröffnung erhältst du von der Bank eine „Bescheinigung für den Arbeitgeber“ (Arbeitgeberbescheinigung). Darauf stehen die IBAN und der Verwendungszweck des VL-Kontos.
- Abgabe: Gib diesen Zettel bei deiner Personalabteilung oder Lohnbuchhaltung ab.
- Lehnen Sie sich zurück: Ab dem nächsten Monat überweist dein Arbeitgeber das Geld direkt in dein Depot. Du musst dich um nichts weiter kümmern.
Häufige Fragen & Strategische Details
Was passiert bei einem Jobwechsel?
Wechselst du den Arbeitgeber, nimmst du deinen VL-Vertrag einfach mit. Du legst dem neuen Arbeitgeber die Bescheinigung vor, und er zahlt weiter ein. Gibt es eine Lücke (z.B. Arbeitslosigkeit oder Pause), ruht der Vertrag. Du kannst die Beiträge auch privat weiterzahlen, um die Sparziele zu erreichen, verlierst für diese Zeit aber meist den Anspruch auf die Arbeitnehmersparzulage, da diese an die Einzahlung durch den Arbeitgeber (vom Gehalt) geknüpft ist.
Kann ich den Betrag aufstocken?
Absolut, und das ist oft sehr ratsam! Zahlt dein Chef beispielsweise nur 6,65 Euro (typisch im öffentlichen Dienst), fehlen dir 33,35 Euro bis zur vollen Summe von 40 Euro. Du kannst deine Personalabteilung anweisen, die Differenz direkt von deinem Nettogehalt abzuziehen und zusammen mit dem Chef-Anteil auf das VL-Konto zu überweisen. So sicherst du dir die volle Summe für den Zinseszins und vor allem die volle Basis für die 20 % staatliche Förderung.
Wie funktioniert das mit der Steuer?
Die 40 Euro vom Chef sind Teil deines Bruttolohns. Das bedeutet, du zahlst darauf ganz normal Lohnsteuer und Sozialabgaben. Netto kommen also (je nach Steuerklasse) vielleicht nur 20 bis 25 Euro bei dir an, wenn du sie ausgezahlt bekämst. Da sie aber investiert werden, landen die vollen 40 Euro im Depot. Du tauschst also ca. 20 Euro Nettoverzicht gegen 40 Euro Sparsumme – ein Tausch, den du immer machen solltest.
Vermögenswirksame Leistungen bei Bausparverträgen
Die eigene Immobilie ist ein wichtiger Baustein im Portfolio vieler Deutscher. Bausparverträge erhalten zwar oft keine nennenswerte Verzinsung in der Ansparphase, trotzdem kann sich VL Sparen hier lohnen, wenn du konkret planst, in einigen Jahren zu bauen oder zu kaufen. Du sicherst dir damit heute die Zinsen für das spätere Darlehen. Zudem sind die Einkommensgrenzen für die Wohnungsbauprämie ebenfalls interessant, auch wenn sie niedriger sind als für die Arbeitnehmersparzulage.
Die Kredittilgung von bereits gekauften Immobilien ist eine weitere Option. Die Stiftung Warentest weist jedoch regelmäßig darauf hin, dass viele Banken dies bei bestehenden Krediten ungern nachträglich einrichten, da der Verwaltungsaufwand für die kleinen monatlichen Beträge hoch ist. Frage hierzu proaktiv bei deiner finanzierenden Bank nach.
Fazit: Ein unterschätzter Baustein
"Kleinvieh macht auch Mist" – dieses Sprichwort trifft perfekt auf vermögenswirksame Leistungen zu. Natürlich wirst du allein von 40 Euro im Monat kein Millionär. Aber: Über sieben Jahre kommen bei voller Ausnutzung und einer realistischen ETF-Rendite von z.B. 6–7 % schnell Summen von 4.000 bis 5.000 Euro zusammen. Und das oft komplett ohne oder mit nur sehr geringem Eigenaufwand.
Durch die Erhöhung der Einkommensgrenzen auf 40.000 € / 80.000 € ist das Thema VL-Sparen im Jahr 2026 für fast jeden Arbeitnehmer relevant geworden. Wer dieses Geld auf der Straße liegen lässt, verschenkt Rendite und staatliche Zuschüsse. Der beste Weg ist für die meisten der Griff zum ETF-Sparplan via Finvesto, um Kosten zu minimieren und Erträge zu maximieren.
Unser Tipp: Bei Scalable Capital kannst Du rund 1700 PRIME ETFs - darunter iShares, Xtrackers und Amundi - von 7:30 bis 23 Uhr gebührenfrei handeln und dauerhaft kostenlos besparen. Monatliche Sparraten schon ab 1 €.
Mehr zum Thema:
Vermögenswirksame Leistungenvl-sparencomdirectebaseGinmon
