Trading – welche Plattform ist die richtige?

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Trading – welche Plattform ist die richtige?

Die Frage „Welche Trading-Plattform ist die richtige?“ lässt sich ehrlicherweise nicht mit einem einzigen Namen beantworten. Der beste Broker für einen Buy-and-hold-Sparer, der monatlich 200 Euro in einen MSCI-World-ETF steckt, ist ein anderer als der beste Broker für jemanden, der mehrfach pro Woche aktiv Einzelaktien handelt. Dieser Ratgeber zeigt dir die Kriterien, auf die es wirklich ankommt, und ordnet ein, für welchen Anlegertyp welche Plattform passt.

Stand: Juli 2026. Alle genannten Konditionen haben wir zweiquellig geprüft; Broker ändern ihre Preise jedoch laufend. Verlass dich vor der Depoteröffnung immer auf das aktuelle Preisverzeichnis des Anbieters.

Zuerst: Wozu brauchst du die Plattform?

Bevor du Konditionen vergleichst, kläre deinen eigenen Bedarf. Genau daran entscheidet sich, welcher Broker „der beste“ für dich ist:

  • Sparplan-Anleger (Buy and hold): Du willst regelmäßig ETFs oder Aktien besparen und langfristig liegen lassen. Wichtig sind kostenlose Sparpläne, ein großes ETF-Angebot und eine einfache App.
  • Gelegenheits-Käufer: Du kaufst ab und zu größere Einmalbeträge. Hier zählen niedrige Ordergebühren und faire Handelsplatz-Kosten.
  • Aktive Trader: Du handelst häufig, brauchst viele Handelsplätze, differenzierte Ordertypen (Stop-Loss, Limit) und eine performante Oberfläche.

Wie du danach konkret vom Depot zum ersten Kauf kommst, erklärt unser Leitfaden ETF kaufen Schritt für Schritt.

Kriterium 1: Kosten – Order und Sparplan

Kosten sind der Hebel, den du am leichtesten selbst beeinflussen kannst. Bei Neobrokern sind Sparpläne heute fast durchweg kostenlos; bei Einzelorders und exotischen Handelsplätzen gibt es aber große Unterschiede. Ein Überblick über vier bekannte Anbieter (Stand: Juli 2026):

BrokerDepotgebührEinzelorderETF-Sparplan
Trade Republic0 €1 € (Bestpreis) bzw. 2 € bei Handelsplatzwahl0 € (rund 2.470 ETFs)
Scalable Capital (Free)0 €0,99 € pro Trade0 €
ING Direkt-Depot0 €4,90 € + 0,25 % (max. 69,90 €)0 €
Traders Place0 €ab 500 € über gettex 0 €, darunter 1 €0 € (Partner-ETFs), sonst 0,50 €

Rechne bei einem festen Handelsplatz nach, was eine typische Order dich kostet. Bei der ING sind die 4,90 € Grundgebühr bei kleinen Beträgen spürbar, bei größeren Summen dank der 0,25-%-Deckelung dagegen moderat. Für Anleger unter 28 Jahren bietet die ING mit dem Direkt-Depot Young pauschal 1,90 € pro Order. Wer viele kleine Beträge handelt, fährt mit einem Neobroker wie Trade Republic oder Scalable Capital in der Regel günstiger.

Ein Nebeneffekt des seit 1. Juli 2026 vollständig wirksamen EU-Verbots von Payment for Order Flow (PFOF): Neobroker verdienen heute stärker über Spreads, kleine Ordergebühren und Zinsen auf Guthaben statt über Rückvergütungen der Handelsplätze. Trade Republic zahlt aktuell 2,25 % Zinsen auf nicht investiertes Guthaben, Scalable bietet 2,50 % auf einem separaten Tagesgeldkonto. Solche Zinsen sind nett, sollten aber nicht das Hauptargument für die Brokerwahl sein, weil sie jederzeit angepasst werden können.

Kriterium 2: Produktangebot und Handelsplätze

Nicht jeder Broker führt jedes Produkt. Achte darauf, dass die Anlageklassen und Börsen abgedeckt sind, die du wirklich nutzt: ETFs, Einzelaktien, Fonds, gegebenenfalls Anleihen oder Krypto. Ebenso wichtig ist die Auswahl der Handelsplätze. Neobroker wie Trade Republic oder Scalable bündeln den Handel über wenige Plätze (etwa eigene MTFs, gettex oder die Scalable-Börse EIX), was günstig, aber weniger flexibel ist. Klassische Direktbanken wie die ING geben dir Zugang zu Xetra und mehreren Regionalbörsen.

Für aktive Trader mit Bedarf an vielen Börsenplätzen ist Traders Place interessant: Der Broker bietet neben gettex und Tradegate Zugang zu weiteren Plätzen und ein sehr breites Sparplan-Universum von über 2.300 ETFs. Grundsätzlich gilt: Mehr Handelsplätze bedeuten mehr Flexibilität, aber auch mehr Komplexität. Ein Sparer braucht sie selten, ein Trader oft.

Kriterium 3: Sparplanfähigkeit

Für den langfristigen Vermögensaufbau ist die Sparplanfähigkeit oft wichtiger als die Ordergebühr. Prüfe drei Punkte:

  • Anzahl der besparbaren ETFs: Trade Republic (rund 2.470) und Traders Place (über 2.300) bieten eine sehr große Auswahl; die ING deckt über 1.100 ETF-Sparpläne ab.
  • Mindestsparrate und Intervalle: Ab 1 Euro pro Ausführung ist heute Standard; Traders Place erlaubt zusätzlich zweimonatliche, quartalsweise oder jährliche Intervalle.
  • Ausführungskosten: Bei den meisten Anbietern 0 Euro. Achte auf Ausnahmen, etwa 0,50 Euro bei Nicht-Partner-ETFs von Traders Place.

Kriterium 4: App und Usability

Die beste Konditionsliste nützt wenig, wenn du dich in der App nicht zurechtfindest. Neobroker wie Trade Republic und Scalable setzen auf schlanke, mobile-first Oberflächen, die Einsteiger schnell verstehen. Klassische Direktbanken bieten dafür oft mehr Funktionen am Desktop, ausführlichere Kursdaten und umfangreichere Ordermasken, was erfahrenen Anlegern entgegenkommt. Teste im Zweifel beide Welten: Viele Anbieter lassen sich ohne Verpflichtung ausprobieren, und ein zweites Depot ist schnell eröffnet.

Kriterium 5: Regulierung, Einlagensicherung und Sondervermögen

Sicherheit ist bei Geld die Grundvoraussetzung. Drei Begriffe solltest du kennen:

  • Regulierung: Wähle einen Broker mit Zulassung einer anerkannten europäischen Aufsicht (in Deutschland die BaFin).
  • Einlagensicherung: Dein Bar-Guthaben ist über die gesetzliche EU-Einlagensicherung bis 100.000 Euro pro Kunde und Bank geschützt. Wichtig ist, bei welcher Partnerbank dein Verrechnungskonto liegt.
  • Sondervermögen: Deine Wertpapiere und ETF-Anteile gehören rechtlich dir, nicht dem Broker. Bei einer Insolvenz des Brokers fallen sie nicht in die Insolvenzmasse, sondern werden auf ein anderes Depot übertragen.

Gerade bei jungen Neobrokern lohnt ein genauer Blick, wie Guthaben und Depot konkret abgesichert sind. Details dazu findest du in unserem Beitrag Neobroker: Wie sicher ist dein Depot?

Kriterium 6: Service und Erreichbarkeit

Im Alltag selten gebraucht, im Ernstfall entscheidend. Prüfe, über welche Kanäle der Support erreichbar ist (Chat, E-Mail, Telefon) und ob es deutschsprachige Hilfe gibt. Klassische Direktbanken wie die ING punkten hier meist mit Telefon-Hotline und langjähriger Erfahrung, während reine Neobroker den Support oft auf App-Chat und E-Mail beschränken. Für Einsteiger, die Fragen haben, kann ein gut erreichbarer Service ein echtes Argument sein.

Welcher Broker für welchen Typ?

Es gibt keinen Universalsieger. Als grobe Orientierung (Stand: Juli 2026):

  • Der ETF-Sparer: Kostenlose Sparpläne, große Auswahl, einfache App. Trade Republic und Scalable Capital sind hier stark aufgestellt.
  • Der sicherheitsorientierte Anleger: Etablierte Bank mit Filial-Backing und Telefon-Service. Das ING Direkt-Depot ist ein solider Klassiker.
  • Der aktive Trader: Viele Handelsplätze, günstige Einzelorders. Traders Place ist auf diese Zielgruppe zugeschnitten.

Fazit

„Die beste Trading-Plattform“ gibt es nicht als Pauschalantwort. Sie hängt davon ab, ob du langfristig sparen oder aktiv handeln willst, wie oft und in welchen Beträgen du kaufst und wie wichtig dir Service und Auswahl sind. Definiere zuerst deinen Bedarf, prüfe dann Kosten, Angebot, Sparplanfähigkeit, App, Sicherheit und Service, und vergleiche die Konditionen am aktuellen Preisverzeichnis des Anbieters. Ein zweites Depot bei einem weiteren Broker ist übrigens jederzeit möglich, falls sich dein Bedarf später ändert.


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"Kostenlose ETF-Sparpläne" bezieht sich auf die Ausführung der Sparpläne. Es entstehen ggfs. weitere Produktkosten und Zuwendungen. Bei Aktionsangeboten gelten die Teilnahmebedingungen des jeweiligen Anbieters.

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