Goldminen-Aktien und ETFs: Investieren in verborgene Schätze

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Goldminen-Aktien waren zuletzt zwar rückläufig, für viele Anleger bleibt Gold aber ein wichtiger Bestandteil des Depots.

Goldminen-Aktien und ETFs: Investieren in verborgene Schätze

Nicht zuletzt aufgrund der expansiven Geldpolitik der Notenbanken, haben Goldminen-Aktien und generell der Goldpreis in den letzten Jahren Rückenwind erhalten - was sich in deutlichen Kursgewinnen zeigte.

Gold ist der bewährteste Schutz gegenüber Inflation

Das wertvolle Edelmetall hat zwar überschaubare Verwendungszwecke, hat sich als Inflationsschutz aber über Jahrhunderte bewährt - und genießt in der Menschheitsgeschichte generell eine ganz besondere Stellung. In den jüngsten Jahren, vor allem 2020 und 2021, ist das Thema Inflationsschutz wieder stärker in den Fokus von Anlegern gerückt - offensichtlich aufgrund der aktuell stark anziehenden Inflation. Die beziffert sich im laufenden Jahr 2021 auf rund 4 % in Deutschland und etwas mehr als 5 % in den USA. Zu berücksichtigen sind natürlich Sondereffekte, beispielsweise die Mehrwertsteuernormalisierung in Deutschland zurück auf 19 %, generell aber sind am Markt ganz klar inflationäre Tendenzen zu beobachten.

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Mit dem dadurch steigenden Goldpreis ist das Edelmetall für Anleger attraktiv geworden, vor allem für solche, die weite Teile des Aktienmarktes bereits stark überbewertet sehen. Neben einer Direktinvestition in Gold, wahlweise über einen ETC oder in Form von Barren und Münzen, haben Anleger aber noch andere Optionen. So beispielsweise Einzelinvestitionen in Aktien von Goldminen-Betreibern oder eine breite Abdeckung des kompletten Sektors über einen Goldminen-ETF. In allen Bereichen herrscht große Vielfalt, allein ein ETF kann zwischen 6 beziehungsweise 8, je nach Zählweise, Goldminen-Indizes wählen. Als Pro-Argument für eine Investition in Goldminen wird zudem immer wieder vorgebracht, dass die Aktien nahezu allesamt sehr moderat bewertet sind.

Fundamentaldaten sind nicht alles!

Kaum überraschend korreliert die Bewertung dieser Aktien zumindest teilweise mit dem Goldpreis. In der Theorie ist das Prinzip simpel: Steigt der Goldpreis an, verdienen die Minenbetreiber mehr Geld mit ihrem geschöpften Gold, was wiederum ein Kursplus bei diesen rechtfertigt. In der Praxis zeigt ein Blick in die Geschichte, dass Minen-Aktien aber auch ein kleiner Stolperstein für Anleger sind.

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Häufig steigen die Förderkosten nämlich simultan mit dem Goldpreis an. Speziell in inflationären Zeiten ist das nicht überraschend, denn inflationäre Preissteigerungen, von Material- bis hin zu Personalkosten, erreichen natürlich auch die Minenbetreiber. Des Weiteren haben viele Minenbetreiber eine eher unrühmliche Geschichte, wenn es darum geht positive Entwicklungen des Goldpreises an den Anleger weiterzureichen. Goldminen-Aktien beziehungsweise die dazugehörigen Unternehmen führen notorisch häufig Kapitalerhöhungen durch. Diese Verwässerung von Altaktionären, die meist aufgrund der immensen Kosten zur Erschließung einer Mine notwendig sind, gilt als großer Nachteil.

Unter Investoren in Goldminen gilt daher seit jeher folgende Prämisse: Noch wichtiger als in anderen Sektoren ist es, entweder zielsicher die "Rosinen" zu picken oder anderenfalls das Risiko zu reduzieren und den Sektor lieber ganzheitlich abbilden. Letzteres gelingt effektiv mit einem passenden ETF.

Vorteile von Goldminen-Aktien

  • Sie bieten einen relativ zuverlässigen Inflationsschutz und sind häufig nicht nur auf Gold spezialisiert, sondern schöpfen auch Silber und andere Bodenschätze ab.
  • Minenbetreiber haben in der Regel gute Fundamentaldaten mit Hinblick auf ihre Bewertung, was zumindest in der Theorie in einer möglichen Unterbewertung resultiert.
  • Minenbetreiber zahlen häufig eine überdurchschnittlich hohe Dividende.
  • Bei einer positiven Entwicklung des Goldpreises könnten Minen-Aktien als effektiver Hebel agieren, deren Rendite dann die des "gewöhnlichen" Goldpreises übersteigt.

Nachteile von Goldminen-Aktien:

  • Missmanagement ist in der Branche keine Seltenheit.
  • Minenbetreiber neigen häufig dazu Erschließungen neuer Minen über die Verwässerung ihres Aktienbestandes (Kapitalerhöhungen) zu finanzieren.
  • Da sich viele Minen in Schwellen- und Entwicklungsländern befinden, existiert ein politisches Risiko.
  • Aktien von Minenbetreibern können schnell einbrechen, sollte es zu (schweren) Unfällen in Minen kommen.
  • Die Branche ist insgesamt nicht unbedingt transparent, insbesondere nicht mit Hinblick auf die kleineren Miner.

Die Nachteile wurden über die vergangenen Jahrzehnte auch zusehends in die Bewertung der Minenbetreiber eingepreist. Gut erkennbar ist das an der Relation vom Goldpreis zu den Bewertungen der Minenbetreiber, man spricht von der "Goldminenaktien-Goldpreis-Ratio". Da erreichten die Minenbetreiber zwischen 2002 und 2005 ihr vorläufiges Hoch, indem sie mit einer Ratio von 0,5 oder sogar kurzfristig höher bewertet wurden. Mittlerweile rangieren Minen nur noch um eine Ratio zwischen 0,1 und 0,2. Selbst wenn der Goldpreis stabil bleibt, wären anhand dieser Ratio also Kursgewinne zwischen 200 und 300 % möglich.

Möglichkeiten für eine Direktinvestition: ein Überblick über diverse Minenbetreiber

Minenbetreiber gibt es weltweit in großer Zahl. Sie alle hier aufzulisten, würde den Rahmen dieses Artikels sprengen. Stattdessen möchten wir uns ein paar bekannte Namen anschauen. Die großen Minenbetreiber haben zwar meist nicht unbedingt das explosive Renditepotential wie Junior-Minenbetreiber, das Risiko einer Pleite, wenn eine Minenerkundung nicht erfolgreich war, ist aber ebenso geringer wie das einer Verwässerung.

Newmont Corp (ISIN: US6516391066)

Newmont darf als größter Goldproduzent weltweit in dieser Liste nicht fehlen. Im Jahr 2020 wurden rund 5,9 Millionen Unzen Gold produziert, außerdem eine Reihe von Nebenprodukten. Das Unternehmen kommt auf eine Marktkapitalisierung von aktuell rund 39 Milliarden Euro und ein KGV von etwa 17. Wie volatil Newmont und generell der Sektor ist, zeigt sich schon anhand der historischen Entwicklung. Seit dem Jahr 2003 hat die Aktie eine Rendite von rund 100 % erzielt, wobei sie noch im Jahr 2020 lediglich um etwa 16 % Rendite rangierte. Während dieser Jahre hat der Minenbetreiber aber natürlich Dividenden ausgeschüttet, die nun nicht mehr in der Kursentwicklung enthalten sind.

Die aktuelle Dividendenrendite beziffert sich auf 3,58 %, was insgesamt ganz stattlich ist.

Barrick Gold Corp (ISIN: CA0679011084)

Die Kanadier mit Sitz in Toronto zählen zu den größten Goldschöpfern der Welt. Sie erreichen eine Marktkapitalisierung von etwa 28 Milliarden Euro bei einem KGV von rund 13. Barrick sind ebenfalls ein gutes Stück von ihrem Allzeithoch entfernt, seit dem Jahr 2011 hat sich der Kurs halbiert. Die bereits häufiger angesprochenen Verwässerungen spielten dabei eine Rolle. Barrick kommt aktuell auf eine Jahresdividende von etwa 1,86 %, was nicht unbedingt viel für die Branche ist.

Wheaton Precious Metals Corp (ISIN: CA9628791027)

Ein weiteres kanadisches Unternehmen, welches aber hauptsächlich im Direktankauf (Streaming) tätig ist und daher nicht zu den klassischen Minern gezählt wird. Das zeigt auch das höhere KGV von 27 bei einer Marktkapitalisierung von etwa 15 Milliarden. Vorteilhaft ist bei Wheaton, dass sie als Streamer nicht das vollständige Risiko tragen, wie es bei Minern der Fall ist. Die Dividende beziffert sich auf rund 1,37 %.

Anglogold Ashanti Ltd (ADR) (ISIN: US0351282068)

Ein südafrikanischer Miner, der neben Gold auch Silber und Schwefelsäure abbaut. Der Großteil der Einnahmen wird in Zentralafrika erwirtschaftet, was unter anderem das niedrigere KGV von etwa 8 untermauert. Der Markt preist hier also ein höheres politisches und wirtschaftliches Risiko ein, da Anglogold vermehrt in Entwicklungsländern agiert. Die Aktie hat eine Marktkapitalisierung von rund 6,5 Milliarden Euro und zahlt eine Dividende von etwa 2,84 %. Ein ständiges Auf und Ab ist der Kurs, wie bei allen anderen Minern ebenfalls, hier genauso. Das Allzeithoch liegt im Jahr 2006 bei rund 45 Euro, der aktuelle Kurs beziffert sich lediglich auf rund 16,50 Euro.

Polymetal International PLC (ISIN: JE00B6T5S470)

Polymetal ist ein russisch-kasachischer Minenbetreiber, der unter Anlegern aus zwei Gründen einen guten Ruf genießt. Zunächst einmal gehört Polymetal zu den wenigen Minenbetreibern, deren Aktie historisch konsequent eine recht gute Kursentwicklung offenbart. Was ein Stück weit aber auch daran liegt, dass die Aktie erst seit 2013 gelistet ist. Andererseits unterhält Polymetal eine sehr anlegerfreundliche Dividendenpolitik. Die hohen Ausschüttungen an Anleger werden von eben diesen wenig überraschend sehr positiv bewertet. Da der Minenbetreiber in Russland und Kasachstan tätig ist, kannst du damit außerdem einen Teil der Welt abdecken, der in vielen Depots völlig fehlt.

Xetra Gold oder EUWAX? Was ist besser?
Für viele Anleger gilt Gold als sicherer Hafen. Wer nicht in das Edelmetall in physischer Form investieren will, kann sich für einen ETC als Wertpapier entscheiden, der in das Edelmetall umgewandelt werden kann. Solche ETCs werden bei der Xetra oder von EUWAX angeboten.

Aufgrund des politischen Risikos (Russland) hat die Aktie trotz dieser Vorteile nur eine günstige Bewertung mit einem KGV von etwa 7 bei einer Marktkapitalisierung von rund 7,3 Milliarden Euro. Ausgeschüttet wurde zuletzt eine Dividendenrendite von knapp 7 %. Neben Einzelaktien eignen sich Gold-ETFs als risikoärmere Investition.

Statt in Einzelaktien breitgefächert investieren: mit einem Goldminen-ETF

iShares Gold Producers UCITS ETF USD (Acc) (ISIN: IE00B6R52036)
Dieser ETF von iShares/BlackRock ist mit einer Fondsgröße von 1,55 Milliarden Euro schon das Steckenpferd der Branche. Aktien werden in diesem ETF physisch abgebildet und Dividenden thesauriert. Insgesamt enthält er 61 Positionen, die Top-10 macht aber satte 60 % des Fondsvermögens aus.

Die TER beziffert sich auf 0,55 % bei einer TD von zuletzt 0,50 %. Die eben genannten großen Miner, abzüglich Polymetal, sind in diesem ETF in der Top-10 vertreten. Die Rendite bleibt überschaubar: seit Auflage erzielte der Fonds -33,55 %, nur in den letzten 5 Jahren dafür +38 %.

VanEck Vectors Junior Gold Miners UCITS ETF (ISIN: IE00BQQP9G91)

Risikoreicher aber auch mehr Potential sind/haben die kleinen Minenbetreiber. Der ETF mit einer TER von 0,55 % und einer Fondsgröße von 400 Millionen Euro enthält 97 solcher Junior-Miner, die Top-10 macht am Fondsvermögen 36 % aus. Der ETF existiert nur knapp über 5 Jahre. In den letzten 5 Jahren hat er eine Rendite von 10,20 % erzielt. Dividenden werden auch hier thesauriert.

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