Dividenden-ETFs: Aristokraten, High-Yields und Co. im Vergleich

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Ein Dividenden-ETF kann dir ein kontinuierliches passives Einkommen ermöglichen, während du zugleich in vielen soliden, oftmals seit Jahrzehnten bestehenden Unternehmen investiert bist. Dafür musst du dich nicht zwangsläufig für einzelne Unternehmen entscheiden.

Dividenden-ETFs: Aristokraten, High-Yields und Co. im Vergleich

ETFs mit Dividenden-Titel: der Reiz der kontinuierlichen Ausschüttungen

Unternehmen, die Dividenden zahlen, sind häufig sehr solide aufgestellt. Es handelt sich dabei meist nicht mehr um Wachstumsunternehmen, insbesondere Industriekonzerne sind für ihre kontinuierlichen, oftmals konsequent steigenden, Dividendenzahlungen bekannt. Das bedeutet aber ebenso nicht, dass du pauschal auf Wachstum verzichten müsstest. Selbst typische Tech-Highflyer wie Microsoft zahlen mittlerweile eine Dividende - die sogar noch jährlich steigt.

Ebenso muss dir aber bewusst sein, dass du bei einem Dividenden-ETF nicht die breite Streuung erhältst, die dir beispielsweise ein All-World oder EM-ETF ermöglicht. Small-Caps und Wachstumstitel sind da nur selten vertreten, ebenso zahlen einige der finanzstärksten Konzerne pauschal keine Dividende: zum Beispiel Amazon. Seit 2011 schnitten solche Dividenden-Titel im Schnitt zudem schlechter als der Markt ab. Das muss aber keine Prognose für die Zukunft sein. Historisch bewegt sich der Markt in Zyklen: es könnte also durchaus sein, dass diese Titel in den nächsten Jahren oder Jahrzehnten aufholen - nicht zuletzt aufgrund ihrer moderaten Bewertung gegenüber Wachstumstiteln.

Dividenden-Weltportfolio mit fünf ETFs
Den richtigen Dividenden-ETF zu finden ist nicht einfach. Nur wenige Unternehmenschütten regelmäßig Dividenden aus und können die Ausschüttungen auch noch Jahrfür Jahr steigern ohne dabei an die Substanz zu gehen. Dividenden-ETFs bildenoft nur eine kleine Menge von Aktien in nicht sehr liquiden M…

Wie hoch deine Ausschüttungen aus solchen ETFs sind, hängt von den darin abgebildeten Unternehmen ab. Dabei gibt es durchaus große Unterschiede. Einige der ETFs fokussieren sich beispielsweise auf High-Yield-Titel, also Unternehmen mit überdurchschnittlich hohen Dividendenzahlungen, während wiederum andere ETFs eher Aristokraten abbilden - das sind Unternehmen, die ohne Unterbrechung und mit steigender Rendite an Aktionäre ausschütten. Außerdem gibt es noch Select-ETFs, wo die Titel nach bestimmten Kriterien gefiltert werden.

Grund genug, einmal genauer hinzuschauen! Hier erfährst du, worin sich die bekanntesten Dividenden-ETFs unterscheiden, welche Ausschüttungen du erwarten darfst und was es zur Gewichtung sowie den laufenden Kosten zu sagen gibt. Bedenke aber vorweg: Dividenden sind nicht "gratis", sondern werden nach Ausschüttung (Ex-Dividend) aus dem Kurs herausgerechnet. Die Kursentwicklung ist bei solchen Titeln daher oft deutlich schlechter als bei Wachstumstiteln. Du solltest also immer die Gesamt-Performance betrachten.

Kostenlose Wertpapierdepots für 2021 im Vergleich
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iShares STOXX Global Select 100 (ISIN: DE000A0F5UH1) - der Branchenführer und größte Dividenden-ETF

Von BlackRock kommt der Branchenführer, der zum aktuellen Zeitpunkt stattliche 1,7 Milliarden Euro in sich bündelt. Er enthält, wie sein Name schon verrät, 100 Titel aus Europa, Asien und Amerika - und zwar jeweils die, mit der höchsten Dividendenrendite. Besonders gut geeignet ist dieser ETF für dich also dann, wenn du einerseits einen großen, stabilen ETFvon einem mehr als renommierten Emittenten und andererseits ein besonders hohes passives Einkommen, aufgrund der stattlichen Dividendenrenditen, suchst. Ein weiterer Vorteil ist das Fondsdomizil in Deutschland, das erleichtert dir nämlich den Umgang mit der Quellensteuer und verhindert zudem eine effektive Doppelbesteuerung - was bei einem ausschüttenden ETF, der zugleich noch hohe Ausschüttungen wegen der Dividende vorzuweisen hat, von großer Wichtigkeit ist.

Einige Basisdaten zum ETF bekommst du hier auf einen Blick:

  • mindestens einmal jährlich ausschüttend
  • vollständige, physische Replikation
  • existiert seit 25. September 2009
  • historische Ausschüttungsrendite zwischen 3,5 und 5,5 %
  • wird in Euro geführt
  • laufende Kosten (TER): 0,46 %

Um dir eine möglichst stabile Ausschüttung zu gewährleisten, stellt der ETF einige Regeln auf. So sind nur Unternehmen enthalten, die ihre Dividende je Aktie in den letzten fünf Jahren nicht reduziert haben. Außerdem darf das Dividende-Gewinn-Verhältnis nicht zu stark geografisch konzentriert sind, um etwaige Ausfälle zu vermeiden. Gewichtet wird der Index, der dem ETF zu Grunde liegt, nach Höhe der Netto-Dividendenrendite. Zur Abbildung wird der STOXX Global 1800 Index herangezogen.

Übrigens: dieser ETF existiert auch noch in einer "kleineren" Variante mit lediglich 30 Titeln. Im Sinne einer möglichst breiten Diversifizierung ist aber nicht überraschend, dass die hier vorgestellte, "größere" Variante zum Branchenführer avancierte. Auffällig ist der geografische Schwerpunkt: die USA und Europa teilen sich hier ungefähr gleichmäßig 22 %, auf Asien entfallen rund 15 %. Der Fonds wäre also eine Alternative für dich, wenn du den US-Markt anderweitig schon stark gewichtet hast oder generell niedriger gewichten möchtest.

Vanguard FTSE All-World High Dividend (ISIN: IE00B8GKDB10) - der besonders stark diversifizierte ETF

Vanguard ist ein weiterer namhafter, sogar der weltweit größte Emittent. Die Fondsgröße kann sich mit rund 1,4 Milliarden Euro ebenfalls sehen lassen, aufgelegt wurde der ausschüttende Fonds in Irland. Sein Ziel ist ebenfalls, die Unternehmen mit besonders hoher, mindestens überdurchschnittlicher Dividendenrendite abzubilden. Er geht dabei aber einen etwas anderen Weg, denn enthalten sind hier zu jedem Zeitpunkt etwa 1.400 Titel - also das Vierzehnfache des eben genannten Branchenführers. Gut geeignet wäre dieser ETF damit für dich, wenn du dich besonders breit diversifizieren möchtest.

Die Basisdaten in der Übersicht:

  • mindestens einmal pro Quartal ausschüttend
  • optimierte physische Replikation
  • existiert seit 21. Mai 2013
  • historische Ausschüttungsrendite zwischen 2,5 und 3,6 %
  • wird in US-Dollar geführt
  • laufende Kosten (TER): 0,29 %

Im direkten Vergleich zeigen sich nun einige Unterschiede, die es aus Anlegersicht aufzuarbeiten gilt. Sofort fällt auf, dass dieser Fonds günstiger ist, die TER ist also geringer. Gleichzeitig geht die Diversifikation zu Lasten der Ausschüttungen, denn so sind auch Unternehmen enthalten, die nicht ganz so hohe Dividenden ausschütten und damit Kapital binden, was beim Branchenführer in den wirklich starken Ausschüttern investiert ist. Die Dividendenrendite ist also niedriger und wird es im Vergleich zum eben beschriebenen Fonds auch immer sein.

Außerdem ist entscheidend, dass hier auch Titel aus Schwellenländern enthalten sind. REITs hingegen nicht. Der ETF besitzt eine hohe Gewichtung der USA, die mit rund 41 % abgebildet wird. Dafür ist das Kapital weniger konzentriert als beim iShares-ETF, da die Top-10-Titel nur rund 15 % des Wertes ausmachen. Die Top-Titel sind außerdem ganz unterschiedlich: beim iShares nehmen die teilweise weniger bekannte Titel ein, hier hingegen große Konzerne wie Johnson & Johnson oder P&G.

Die beiden finanzstärksten Dividenden-ETFs halten sich also die Waage, aber auf ganz unterschiedliche Weise. Vanguards Fonds besitzt ein höheres US-Risiko, dafür aber eine breitere Diversifizierung, die zu Lasten der Dividendenrendite geht. Der Dividenden-ETF von iShares hält Europa und die USA ungefähr im Gleichgewicht und besitzt höhere Dividenden, ist dafür aber nur in rund 100 Unternehmen investiert, die auch nicht zwangsläufig von der Größe wie die Top-Positionen im Vanguard-ETFsind. Die bisherige Allokation in deinem Depot dürfte bei deiner Entscheidung also eine Schlüsselrolle spielen.

SPDR S&P Global Dividend Aristocrats (ISIN: IE00B9CQXS71) - der ETF für die Aristokraten

An dieser Stelle ist unvermeidbar zuerst zu klären, was überhaupt "Aristokraten" sind. Gemeint sind hier nicht die in den Geschichtsbüchern, sondern Unternehmen am Finanzmarkt, die seit mindestens 25 Jahren ihre Dividende fortlaufend gezahlt und sogar kontinuierlich erhöht haben. Da lauert aber schon der erste Stolperstein, denn die Definitionen dahingehend gehen etwas auseinander, wie dieser ETF hier zeigt. Da sind "Aristokraten" enthalten, die seit mindestens zehn Jahren die Dividendenentweder stabil halten oder erhöhen, in jedem Fall aber behalten und zahlen.

Außerdem stellt der ETF einige weitere Regeln auf. So müssen die darin enthaltenen Unternehmen die Dividende aus einem positiven operativen Cashflow zielen und zudem eine positive Eigenkapitalrendite vorweisen. Diese Kriterien sollen zweifelsohne sicherstellen, dass die Aristokraten von heute auch noch die Aristokraten von morgen sind, durch die Zahlung der Dividende also nicht in finanzielle Schwierigkeiten kommen. Enthalten sind circa 100 Unternehmen, davon sind alle im S&P Global BMI enthalten. Das bedeutet aber nicht, dass nur US-Titel enthalten sind!

Die Basisdaten bekommst du hier in der Übersicht:

  • mindestens einmal pro Quartal ausschüttend
  • optimierte physische Replikation
  • existiert seit 14. Mai 2013
  • historische Ausschüttungsrendite zwischen 2,9 und 3,81 %
  • wird in US-Dollar geführt
  • laufende Kosten (TER): 0,45 %

Die Ausschüttungen sind also etwas höher als beim eben genannten ETF, ebenso sind es aber die Kosten. Das Fondsdomizil befindet sich in Irland, was eine für deutsche Anleger einigermaßen positive Steuerbehandlung zulässt. Der Begriff "Aristokraten" dürfte dir an dieser Stelle Sicherheit geben, trotzdem soll nicht unerwähnt bleiben, dass du viele Unternehmen wahrscheinlich gar nicht kennen wirst. Die relativ eng gefassten Regeln sorgen dafür, dass nur wenige Titel überhaupt als Aristokraten in Frage kommen, denn schon eine einmalige Absenkung der Dividende führt zum Ausschluss für zehn Jahre. Der am stärksten gewichtete Titel ist beispielsweise Dominion Energy, der nur wenigen Anlegern ein Begriff sein wird.

Wenn du unbedingt ausschließlich Aristokraten in deinem Dividenden-ETF möchtest, ist dieser hier eine gute Wahl. Die Vorauswahl "bezahlst" du aber mit einem etwas höheren TER, außerdem werden nur erfahrene Anleger die einzelnen Titel überhaupt kennen. Dafür kannst du dir im Idealfall sicher sein, dass eben diese Aristokraten ihre Dividende auch die nächsten zehn Jahre ausnahmslos beibehalten beziehungsweise steigern werden.

Fidelity Emerging Markets Quality Income (ISIN: IE00BYSX4739) - der Jüngling für die Schwellenländer

Die drei eben genannten ETFs sind die Platzhirsche in der Welt der Dividenden. Sie alle haben aber gemeinsam, dass Schwellenländer wenig bis gar nicht berücksichtigt werden, weshalb dieser ETF hier als Ergänzung vorgestellt werden soll.

Die Basisdaten:

  • mindestens einmal pro Quartal ausschüttend
  • vollständige physische Replikation
  • existiert seit 09. September 2019
  • historische Ausschüttungsrendite zwischen 2,5 und 2,75 %
  • wird in US-Dollar geführt
  • laufende Kosten (TER): 0,50 %

Sofort auffällig ist, dass die Dividendenrendite von den genannten ETFs am kleinsten und die TER zugleich am höchsten ist. Das lässt sich bei einer Investition in die Schwellenländer aber zumindest bei Dividenden-ETFs schwer vermeiden. Die Dividenden sind zudem kleiner, weil selbige in Schwellenländern einen weitaus geringeren Stellenwert als in der westlichen Welt einnehmen.

Mit rund einem Drittel Anteil ist China ohne jede Überraschung am stärksten gewichtet, danach folgen Taiwan (14,5 %) und Südkorea (14,5 %). Enthalten sind Titel wie Tencent, Samsung und Li Ning. Der Rest dürfte für die meisten Anleger eher ein großes Fragezeichen sein.

Diesen ETF solltest du nur in Erwägung ziehen, wenn du:

a) unbedingt in Schwellenländer verstärkt investieren möchtest
b) und in Schwellenländern nur Dividendentitel in Frage kommen
c) du dir des höheren Schwellenland-Risikos bewusst bist

Ansonsten kannst du die Schwellenländer natürlich weitaus gewöhnlicher über einen (ausschüttenden) EM-ETF abbilden, der dann aber entsprechend weitaus geringere Dividendenerträge vorweist.

Dividendenstarke Aktien: Wie kannst Du investieren?
Viele private Anleger suchen nach Aktien, die dividendenstark sind. In Deutschland erfolgt die Dividendenzahlung einmal, in den USA sogar viermal jährlich. Unter den US-amerikanischen Titeln gibt es zahlreiche Dividenden-Aristokraten. Können solche Titel auch in Krisenzeiten punkten?

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