Depotgebühren verstehen: Alles, was du über Depotentgelte wissen musst
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Wenn du in die Welt der Anlagen und Investitionen einsteigst, wirst du auf verschiedene Begriffe stoßen, die dir vielleicht nicht sofort geläufig sind. Einer dieser Begriffe ist "Depotgebühren" oder "Depotentgelte". Aber was sind sie genau und wie wirken sie sich auf deine Anlagen aus?
Was sind Depotgebühren?
Depotgebühren sind die Kosten, die Banken und Online-Broker erheben, um deine Wertpapiere zu verwahren und zu verwalten. Der gute Nachricht vorweg: Bei den meisten Neobrokern und Direktbanken liegt die reine Depotführungsgebühr im Jahr 2026 bei 0 Euro. Trotzdem lohnt es sich, genau hinzusehen, denn die echten Kosten stecken oft an anderer Stelle: in Ordergebühren, Sparplankosten und versteckten Nebenkosten.
Grundsätzlich unterscheidet man drei Kostenblöcke:
- Depotführungsgebühr: Pauschale (oder prozentuale) Gebühr fürs bloße Halten des Depots. 2026 bei Neobrokern und den meisten Direktbanken kostenlos.
- Ordergebühren: Kosten pro Kauf oder Verkauf. Das ist heute meist der größte Kostenblock.
- Sparplangebühren: Kosten pro Sparplan-Ausführung. Bei ETF-Sparplänen 2026 nahezu flächendeckend 0 Euro.
Wenn du gerade erst startest, hilft dir unsere Schritt-für-Schritt-Anleitung ETF kaufen beim Einstieg.
Wie werden Depotgebühren berechnet?
Die Berechnung variiert je nach Anbieter. Einige Banken berechnen eine feste Jahresgebühr, andere einen Prozentsatz des Depotvolumens, manche kombinieren beides. Klassische Filialbanken verlangen teilweise noch heute eine prozentuale Depotgebühr, oft mit einem Mindestbetrag. Bei einem Depotwert von 100.000 Euro und 0,1 % Depotgebühr wären das bereits 100 Euro pro Jahr, nur fürs Halten der Papiere.
Neobroker wie Trade Republic oder Scalable Capital und Direktbanken wie die ING verzichten dagegen komplett auf die Depotführungsgebühr. Kosten entstehen dort nur, wenn du tatsächlich kaufst oder verkaufst.
Wie beeinflussen Depotgebühren deine Rendite?
Depotgebühren reduzieren direkt deine Rendite. Je höher die Gebühren, desto weniger bleibt vom Gewinn übrig. Besonders bei kleineren Depots und bei aktivem Handel können Kosten einen erheblichen Anteil der Erträge auffressen.
Ein einfaches Beispiel: Du hast ein Depot über 100.000 Euro und dein Broker berechnet 0,1 % Depotgebühr, also 100 Euro pro Jahr. Erzielst du in diesem Jahr 5 % Rendite (5.000 Euro), sinkt die tatsächliche, nach Gebühren bereinigte Rendite auf 4,9 % (4.900 Euro). Auf den ersten Blick wenig, über viele Jahre und mit Zinseszinseffekt aber ein spürbarer Unterschied.
Noch stärker wirken Transaktionsgebühren: Führst du 100 Trades pro Jahr zu je 5 Euro aus, sind das 500 Euro. Bei 100.000 Euro Anlagebetrag und 5 % Rendite drückt das die Nettorendite auf 4,5 %.
Die folgende Tabelle zeigt, wie unterschiedlich sich Gebührenmodelle bei einem angenommenen Depotvolumen von 100.000 Euro und 100 Trades pro Jahr auswirken:
| Broker | Depotgebühr | Ordergebühr | Jährliche Gebühren bei 100 Trades und 100.000 Euro Depotvolumen | Reduzierte Rendite bei 5 % Rendite |
|---|---|---|---|---|
| Broker A | 0,1 % | 5 Euro/Trade | 600 Euro | 4,4 % |
| Broker B | 0,05 % | 7 Euro/Trade | 750 Euro | 4,25 % |
| Broker C | 0 % | 10 Euro/Trade | 1.000 Euro | 4,0 % |
Wie du siehst, können die Gebühren erheblich variieren und deine Rendite spürbar schmälern. Es lohnt sich also, die Konditionen verschiedener Broker zu vergleichen und das für deine Anlagestrategie günstigste Angebot zu wählen. Wer regelmäßig per Sparplan investiert, sollte zusätzlich unseren Ratgeber zu den ETF-Sparplan-Kosten lesen.
Ordergebühren: der größte Kostenblock
Neben der Depotführung fallen die eigentlich relevanten Kosten bei jedem Kauf und Verkauf an. Hier gibt es verschiedene Modelle:
- Pauschalgebühr pro Order: Ein fester Betrag unabhängig vom Volumen. Neobroker wie Trade Republic (1 Euro Fremdkostenpauschale) oder Scalable Capital (ab 0,99 Euro im Free Broker) arbeiten mit solchen niedrigen Pauschalen.
- Stufenmodell: Die Gebühr steigt stufenweise mit dem Ordervolumen. Dieses Modell wird heute nur noch selten verwendet.
- Grundgebühr plus prozentualer Zuschlag: Das klassische Modell vieler Direkt- und Filialbanken. Die ING berechnet zum Beispiel 4,90 Euro plus 0,25 % des Kurswerts, maximal 69,90 Euro. Eine Mindestgebühr gibt es dort nicht mehr, was die ING gegenüber vielen Filialbanken günstig macht.
Zusätzlich können bei manchen Anbietern Handelsplatz- oder Börsengebühren und Maklercourtagen anfallen, etwa an Xetra oder den Regionalbörsen. Viele moderne Broker verzichten im außerbörslichen Direkthandel jedoch komplett auf solche Zusatzentgelte oder bündeln sie in einer Pauschale.
Sparplangebühren: 2026 fast immer 0 Euro
Bei ETF-Sparplänen ist die kostenlose Ausführung 2026 zum Marktstandard geworden. Trade Republic, Scalable Capital und die ING führen ETF-Sparpläne gebührenfrei aus, meist schon ab 1 Euro Sparrate. Achtung: Bei Aktiensparplänen sieht es teils anders aus. Die ING berechnet dafür etwa 1,5 % des Kurswerts. ETF-Sparer profitieren dagegen fast überall von 0 Euro Ausführungsgebühr.
Broker-Konditionen 2026 im Überblick
Die folgenden Konditionen haben wir für dich zweiquellig verifiziert (Stand: Juli 2026):
| Anbieter | Depotführung | Ordergebühr | ETF-Sparplan |
|---|---|---|---|
| Trade Republic | 0 € | 1 € Fremdkostenpauschale je Order | 0 € |
| Scalable Capital (Free Broker) | 0 € | ab 0,99 € je Order | 0 € |
| ING Direkt-Depot | 0 € | 4,90 € + 0,25 % (max. 69,90 €) | 0 € |
Hinweis zu Scalable Capital: Der Free Broker ist kostenlos, Orders kosten ab 0,99 Euro. Das optionale Prime+-Abo (4,99 Euro pro Monat) bietet eine Trading-Flatrate, bei der Orders ab 250 Euro Volumen für ausgewählte ETFs kostenfrei sind.
Versteckte Kosten: worauf du wirklich achten musst
Selbst bei 0 Euro Depot- und Sparplangebühr ist ein Broker nicht zwingend kostenlos. Diese versteckten Kosten solltest du kennen:
- Spread: Die Differenz zwischen An- und Verkaufskurs. Gerade außerbörslich verdienen Broker und Market Maker über den Spread. Bei kleinen Ordern oder Sparplänen kann das mehr ausmachen als die Ordergebühr selbst.
- Wegfall von PFOF ab 1. Juli 2026: Das EU-weite Verbot des Payment for Order Flow (Rechtsgrundlage: MiFIR Art. 39a, Verordnung (EU) 2024/791) ist seit dem 1. Juli 2026 voll wirksam. Broker dürfen keine Rückvergütungen von Market Makern mehr annehmen. Trade Republic betreibt seit Anfang 2026 mit BaFin-Lizenz einen eigenen Handelsplatz, Scalable Capital nutzt die eigene Börse EIX. Für ETF-Sparer bleibt das Kernangebot vorerst gebührenfrei, größere Preisanpassungen wurden bei den großen Anbietern bislang nicht angekündigt.
- Fremdkostenpauschalen: Kleine Pauschalen, die nicht an den Broker, sondern an den Handelsplatz gehen, etwa 1 Euro pro Order bei Trade Republic (an die LS Exchange).
- Negativbeispiel Filialbanken: Klassische Filial- und Sparkassenmodelle verlangen häufig noch eine prozentuale Depotgebühr plus hohe Mindest-Ordergebühren (nicht selten 9,90 Euro oder mehr pro Order) und prozentuale Zuschläge. Für Privatanleger sind das die teuersten Modelle am Markt.
Wie kannst du Depotgebühren vermeiden oder reduzieren?
- Anbieter vergleichen: Nicht alle Broker berechnen dieselben Gebühren. Ein Vergleich zeigt schnell, wer für deine Strategie am günstigsten ist.
- Auf Neobroker und Direktbanken setzen: Dort ist die Depotführung 2026 in der Regel kostenlos, ETF-Sparpläne meist gratis.
- Filialbanken meiden: Die dortigen prozentualen Depotgebühren und hohen Mindest-Ordergebühren sind für ETF-Anleger fast nie sinnvoll.
- Auf Gesamtkosten achten: Ein Broker mit kleiner Depotgebühr, aber sehr niedrigen Orderkosten kann für Vieltrader günstiger sein als ein reiner Nulltarif mit teuren Einzelorders.
Welche Rolle spielen Neobroker?
Neobroker sind digitale Plattformen, die den Wertpapierhandel stark vereinfacht und verbilligt haben. Sie haben es auch unerfahrenen Anlegern ermöglicht, unkompliziert in den Markt einzusteigen. Angefangen hat der Trend mit Robin Hood in den USA.
Die wichtigsten Neobroker in Deutschland sind unter anderem Trade Republic und Scalable Capital.
Trade Republic ist ein 2015 in Berlin gegründeter Neobroker mit Fokus auf provisionsfreiem Handel. Statt klassischer Provisionen berechnet Trade Republic eine Fremdkostenpauschale von 1 Euro pro Order. Die Depotführung ist kostenlos, ETF-Sparpläne werden gebührenfrei ausgeführt. Details findest du auf der Seite zu den Trade-Republic-Kosten.
Scalable Capital ist einer der größten Neobroker Europas. Ursprünglich als Robo-Advisor gestartet, bietet das Unternehmen seit 2020 auch Brokerage an. Der Free Broker ist kostenlos (Orders ab 0,99 Euro), das Prime+-Abo bietet für 4,99 Euro pro Monat eine Trading-Flatrate. ETF-Sparpläne sind gebührenfrei. Mehr dazu unter Scalable-Capital-Kosten.
Wer eine etablierte Direktbank bevorzugt, findet mit dem ING Direkt-Depot ein kostenloses Depot mit transparenten Orderkonditionen (4,90 Euro plus 0,25 %, maximal 69,90 Euro) und gebührenfreien ETF-Sparplänen.
Fazit
Depotgebühren sind ein wichtiger Faktor bei der Wahl deines Brokers, aber die reine Depotführungsgebühr ist 2026 bei Neobrokern und Direktbanken fast überall auf 0 Euro gesunken. Entscheidend sind heute die Ordergebühren, mögliche Sparplankosten (bei ETFs meist 0 Euro) und die versteckten Kosten wie Spreads und Fremdkostenpauschalen.
Niedrigere Gebühren sind nicht automatisch besser: Achte auch auf Handelsplatzangebot, Benutzerfreundlichkeit, Sparplan-Auswahl und Service. Wer aktiv handelt, rechnet anders als ein reiner Buy-and-Hold-Sparer. Vergleiche die Gesamtkosten für deine konkrete Anlagestrategie, dann holst du das Beste aus deinen Anlagen heraus.
Stand: Juli 2026. Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine Anlageberatung dar. Einige Links sind Partner-/Affiliate-Links: Wenn du darüber ein Depot eröffnest, erhalten wir ggf. eine Provision. Für dich entstehen dadurch keine Mehrkosten. Alle Konditionen wurden nach bestem Wissen recherchiert, können sich aber ändern; maßgeblich sind die Angaben der jeweiligen Anbieter.
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