Junk Bonds ETFs: Anleihen für risikobereite Anleger

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Möchtest Du Anteile an einem ETF kaufen, kannst Du neben Aktien-ETFs auch Anleihen ETFs und andere Anlageklassen wählen. Anleihen werden als Bonds bezeichnet. Junk Bonds ETFs sind ETFs auf hochverzinsliche Anleihen, bei denen das Risiko hoch ist. Das Wort Junk ist der englische Begriff für Müll.

Junk Bonds ETFs: Anleihen für risikobereite Anleger

Junk Bonds: Anleihen mit hohem Risiko

Stand: Juni 2026. Wenn du in einen Anleihen-ETF investierst, leihst du Unternehmen oder Staaten Geld und bekommst dafür Zinsen. Bei sogenannten Junk Bonds handelt es sich meist um Unternehmensanleihen mit einem Rating unterhalb des Investment Grade, also schlechter als BBB- (S&P/Fitch) bzw. Baa3 (Moody's). Der Begriff "Junk" bedeutet "Müll" und weist darauf hin, dass diese Anleihen ein höheres Risiko tragen. Im Gegenzug zahlen sie höhere Zinsen, weshalb sie auch als High-Yield-Anleihen (Hochzinsanleihen) bezeichnet werden.

Normalerweise gelten Anleihen-ETFs als ruhigerer Portfolio-Baustein als Aktien-ETFs. Bei Junk Bonds ist das anders: Das Ausfallrisiko ist spürbar höher, und in Krisenphasen verhalten sich Hochzinsanleihen eher wie Aktien als wie sichere Staatsanleihen. Wenn du hier investierst, solltest du dieses Risiko bewusst einkalkulieren. Zur Einordnung des aktuellen Umfelds: Moody's rechnet für 2026 mit einer globalen Ausfallrate im spekulativen Segment im Bereich von rund 3,8 Prozent im Basisszenario, mit einer breiten Spanne nach oben. Das ist historisch kein Extremwert, zeigt aber, dass Ausfälle real sind und nicht nur in Lehrbüchern vorkommen.


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Was macht Junk-Bond-ETFs so unsicher?

Junk-Bond-ETFs gehören zu den risikoreicheren Anleihe-Produkten. Wer Unternehmen mit schwacher Bonität Geld leiht, trägt ein höheres Risiko, dass ein Teil davon nicht zurückgezahlt wird. Genau dafür gibt es als Ausgleich höhere Kupons. Drei Risiken solltest du nüchtern auseinanderhalten:

  • Ausfallrisiko: Einzelne Emittenten können insolvent werden. Im ETF wird das durch Streuung über hunderte Anleihen abgefedert, aber nicht beseitigt. Steigt die Ausfallrate im Markt, drückt das die Rendite des gesamten Korbs.
  • Spread-Ausweitung in Krisen: In nervösen Marktphasen verlangen Investoren plötzlich deutlich höhere Risikoaufschläge (Spreads). Die Kurse bestehender Hochzinsanleihen fallen dann schnell und kräftig, unabhängig davon, ob am Ende wirklich mehr Firmen ausfallen.
  • Korrelation zu Aktien: Genau dann, wenn du dir von Anleihen Stabilität erhoffst, also im Crash, fallen Junk Bonds oft gemeinsam mit dem Aktienmarkt. Der erhoffte Diversifikationseffekt verschwindet im falschen Moment.
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High-Yield-Anleihen sind häufig in der frühen Phase einer wirtschaftlichen Erholung interessant: Spreads sind dann noch weit, fallende Ausfallraten verbessern aber die Aussichten. Umgekehrt gehören sie zu den ersten Verlierern, wenn die Konjunktur kippt. Sieh Junk Bonds deshalb als zyklische Beimischung, nicht als sicheren Zinsbaustein.

Unternehmen, deren Anleihen in solchen ETFs landen, lassen sich grob in zwei Gruppen teilen. Die erste Gruppe sind große, etablierte Firmen mit solider Kapitalbasis, etwa viele Werte aus DAX oder S&P 500. Diese gelten als investment-grade. Die zweite Gruppe besteht aus kleineren oder höher verschuldeten Unternehmen mit schwächerer Bonität. Deren Anleihen sind die eigentlichen Junk Bonds.

Ein Beispiel für eine große Firma, die trotz ihrer Größe insolvent wurde, ist Wirecard. Solche Fälle sind die Ausnahme, zeigen aber, dass Bonität kein Naturgesetz ist. Grundsätzlich gilt: Je tiefer das Rating, desto höher die historische Ausfallwahrscheinlichkeit. BB-geratete Anleihen fallen über lange Zeiträume deutlich seltener aus als B- oder CCC-geratete. In einer Rezession steigen diese Raten quer über alle Ratingstufen an, am stärksten am unteren Ende der Skala.


Video: Was sind Junk Bonds?


Handelbare Junk-Bond-ETFs 2026

Die Auswahl an UCITS-ETFs auf Hochzinsanleihen ist überschaubar, aber für deutsche Anleger gut handelbar. Alle folgenden Werte sind über gängige Broker und in der Regel auch als Sparplan verfügbar. Die Zahlen sind Stand Juni 2026 und schwanken mit dem Markt.

iShares EUR High Yield Corporate Bond UCITS ETF EUR (Dist) — ISIN IE00B66F4759, WKN A1C3NE
Dieser ETF bildet den iBoxx EUR Liquid High Yield Index ab, also die größten und liquidesten Euro-Unternehmensanleihen unterhalb des Investment Grade. Er repliziert physisch (Sampling) und schüttet quartalsweise aus. Das Fondsvolumen liegt bei rund 5 Milliarden Euro, die Gesamtkostenquote (TER) bei 0,50 Prozent pro Jahr. Die Ausschüttungsrendite der letzten zwölf Monate lag zuletzt bei etwa 5,2 Prozent. Weil der ETF in Euro denominiert ist, hast du hier kein direktes Währungsrisiko.

iShares EUR Corporate Bond BBB-BB UCITS ETF — ISIN IE00BSKRK281, WKN A12HSP
Dieser ETF investiert in den iBoxx EUR Corporates BBB-BB Index und deckt damit den Übergangsbereich vom unteren Investment Grade (BBB) bis ins obere Sub-Investment-Grade (BB) ab. Er ist damit etwas defensiver als ein reiner High-Yield-ETF. Das Fondsvolumen beträgt rund 448 Millionen Euro, die TER liegt bei 0,25 Prozent. Auch dieser ETF ist ausschüttend mit quartalsweisen Zahlungen.

Xtrackers USD High Yield Corporate Bond UCITS ETF 1D — ISIN IE00BDR5HM97, WKN A2DXQ6
Wer den US-Hochzinsmarkt abdecken will, findet hier einen günstigen UCITS-ETF. Er bildet den Bloomberg US High Yield Very Liquid ex 144A Index ab, schüttet quartalsweise aus und kostet nur 0,20 Prozent TER, deutlich weniger als die Euro-Pendants. Das Fondsvolumen liegt bei rund 388 Millionen Euro, die Ausschüttungsrendite zuletzt bei etwa 6,6 Prozent. Wichtig: Die Anleihen lauten auf US-Dollar. Diese 1D-Variante ist nicht währungsgesichert, sodass der Euro-Dollar-Kurs deine Rendite zusätzlich bewegt, nach oben wie nach unten. Wer das vermeiden will, findet von Xtrackers auch eine EUR-hedged Variante (ISIN IE00BG04LT92).

So kaufst du Junk-Bond-ETFs

Alle drei ETFs lassen sich über einen normalen Wertpapierdepot-Anbieter kaufen, oft kostenlos oder sehr günstig und teils als Sparplan ab kleinen Beträgen. Neobroker wie Trade Republic oder Scalable Capital bieten den Handel solcher ETFs zu niedrigen Ordergebühren an; welcher Anbieter für dich am günstigsten ist, hängt von Ordergröße und Sparplan-Konditionen ab. Ein Blick in unseren Broker-Vergleich lohnt sich, bevor du dich festlegst.

Wie hoch ist das Risiko mit Junk-Bond-ETFs?

Das Risiko eines Junk-Bond-ETFs hängt vor allem davon ab, wie tief die enthaltenen Ratings im spekulativen Bereich liegen. Ein ETF voller CCC-Anleihen ist deutlich riskanter als einer, der überwiegend BB-Titel hält. Die Rating-Agenturen wie Moody's, S&P und Fitch stufen Emittenten von der höchsten Bonität (Aaa/AAA) bis zur niedrigsten (C/D) ein. Je weiter unten, desto höher die historische Ausfallquote, und in Rezessionen steigt sie für die schwächsten Schuldner sprunghaft.

In der Praxis heißt das: Auch ein breit gestreuter Junk-Bond-ETF kann in einer Krise zweistellig ins Minus rutschen, vor allem durch die genannte Spread-Ausweitung. Halte den Anteil im Depot deshalb klein und behandle ihn als Renditebeimischung, nicht als Sicherheitsanker. Eine Diversifikation über andere Anlageklassen bleibt sinnvoll. Mehr dazu liest du in unserem Artikel über beliebte ETF-Anlagestrategien.

Was beeinflusst den Kurs von Junk-Bond-ETFs?

Zwei Hebel bewegen den Kurs am stärksten. Erstens das Zinsniveau: Steigen die Leitzinsen, werden sichere Anleihen attraktiver und drücken relativ gesehen die Kurse bestehender Hochzinsanleihen. Zweitens das Risikoumfeld: Verschlechtern sich die Konjunkturaussichten, weiten sich die Spreads, und die Kurse fallen, oft schneller als bei Aktien reagiert wird.

Ein dritter Faktor ist die Restlaufzeit (Duration) der Anleihen im ETF. Je länger sie ist, desto stärker schlagen Zinsänderungen auf den Kurs durch. Kurzlaufende High-Yield-ETFs schwanken bei Zinsbewegungen weniger, tragen aber dasselbe Ausfallrisiko. Wenn du mehr über das Verhalten von ETFs in Stressphasen wissen willst, ist unser Artikel über ETFs in einer Weltwirtschaftskrise ein guter Einstieg.

Fazit: Hohe Rendite, ehrliches Risiko

Junk-Bond-ETFs bündeln Anleihen von Schuldnern mit schwacher Bonität. Sie liefern aktuell attraktive Ausschüttungsrenditen von rund 5 bis über 6 Prozent, aber diese Rendite ist kein Geschenk: Sie ist die Bezahlung für Ausfallrisiko, Spread-Schwankungen und eine unangenehme Nähe zum Aktienmarkt im Crash. Für risikobereite Anleger können sie als kleine, bewusst dosierte Beimischung sinnvoll sein. Investiere nur einen Teil deines Portfolios, halte den Anlagehorizont lang genug, um Krisen aussitzen zu können, und kombiniere sie mit stabileren Bausteinen. Weitere Tipps zur Risikosteuerung findest du in unserem Artikel über Budgetplanung und Finanzmanagement.


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