Global Clean Energy ETFs: Was steckt in den Fonds von iShares und Invesco?

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Lange Zeit war iShares der einzige Emittent, der sich mit seinem Global Clean Energy ETF der nachhaltigen, umweltbewussteren Energieerzeugung widmete. Mittlerweile gibt es noch eine zweite Option, diesmal aus dem Hause Invesco.

Global Clean Energy ETFs: Was steckt in den Fonds von iShares und Invesco?

Das ist insofern wichtig, weil es iShares zugleich zum Handeln bewegte: waren ursprünglich lediglich etwa 30 Positionen in deren ETF enthalten, wurden die mittlerweile auf rund 80 aufgestockt - was aber immer noch weniger als die etwas mehr als 120 beim Invesco Fonds sind. Wir zeigen dir, was jeweils darin enthalten ist und wie du die Zusammensetzung als Anleger bewertest.

iShares Global Clean Energy UCITS ETF (ISIN: IE00B1XNHC34)

Die Kennzahlen in der Übersicht:

  • physische Abbildung des Index
  • schüttet Erträge kontinuierlich aus
  • rund 4.650 Millionen Euro investiert
  • geführt in US-Dollar
  • TER: 0,65 %
  • TD: -0,41 %

Mit Hinblick auf die Zusammensetzung des Fonds fallen zwei Sachen auf. Erstens sind sehr viele Unternehmen aus dem Wasserstoffsektor enthalten, auch wenn sich dieser Anteil in der jüngeren Vergangenheit reduzierte. Zweitens wird der Index, der S&P Global Clean Energy Index, nach Marktkapitalisierung gewichtet. Das zeigt sich natürlich in dem Fonds, wie bereits ein Blick auf die Top-10 und deren Gewichtung offenbart. Die zehn größten Positionen in diesem ETF machen knapp 50 % des kompletten Fonds aus. Auf die restlichen rund 70 Positionen fällt also lediglich die zweite Hälfte des investierten/abgebildeten Kapitals.

Ein Klumpenrisiko bekommst du mit diesem Fonds auf jeden Fall. Des Weiteren wird sich dieses noch verstärken, sollte einem oder beispielsweise zwei Unternehmen der große Durchbruch gelingen. Aufgrund der Gewichtung nach Marktkapitalisierung ohne effektive Obergrenze ist eine massive Übergewichtung einzelner Positionen nie ausgeschlossen. Insbesondere derartige Fonds, die viele kleine und auch Wachstumsunternehmen enthalten, sind diesem Risiko stärker ausgesetzt. Investiert wird übrigens ausschließlich in Aktien.

Bei der Länderverteilung dominiert die USA, die aktuell rund 40 % des Fonds besetzen, Dänemark belegt als Grüner-Energie-Vorreiter den zweiten Platz mit knapp 14 %. Danach folgen Spanien, China, Kanada und Italien. Neben den 40 % der USA belegt die Eurozone rund 21 % des Fonds, Asien immerhin noch rund 6,5 %, Kanada rund 5,50 %. Das Länder-Klumpenrisiko hält sich also noch im Rahmen. Die USA auf dem Spitzenplatz mit rund 40 % Fondsanteilen zu sehen, ist bei einem global ausgerichteten ETF weder eine Seltenheit noch wirklich vermeidbar, außer er würde die Unternehmen differenziert gewichten.

Eine Übersicht über die Branchenverteilung:

  • rund 55 % Versorger
  • rund 22 % Technologieunternehmen
  • rund 21 % Industrieunternehmen
  • rund 1 % Grundmaterialien

Ein Blick auf die Top-10 des iShares Global Clean Energy ETF

Im Abschnitt zuvor wurde es schon angedeutet: die Top-10 genießt in diesem Fonds eine enorm hohe Bedeutung, da sie die Hälfte des ETF ausmacht. Verschiebungen sind natürlich immer möglich, deshalb soll die nachfolgende Bewertung auch lediglich als Momentaufnahme dienen. Insbesondere in solchen aufstrebenden Zukunftsbranchen ist es keine Seltenheit, dass einzelne Unternehmen und deren Aktien kurzfristig enorme Kursgewinne verzeichnen können, ebenso kommt es speziell in diesem Sektor häufiger auch zu Insolvenzen - weshalb sich eine breite Diversifizierung über einen ETF umso mehr lohnt.

Die Top-10 setzt sich konkret aus diesen Unternehmen zusammen:

  • Vestas Wind Systems A/S (Industrieunternehmen aus Dänemark)
  • Enphase Energy Inc. (Technologieunternehmen aus den USA)
  • Orsted (Versorger aus Dänemark)
  • Plug Power Inc (Industrieunternehmen aus den USA)
  • Xcel Energy Inc (Versorger aus den USA)
  • Iberdrola SA (Versorger aus Spanien)
  • NextEra Energy Inc (Versorger aus den USA)
  • Enel SpA (Versorger aus Italien)
  • SolarEdge Technologies Inc (Technologieunternehmen aus den USA)
  • SSE plc (Versorger aus Großbritannien)

Die größte Position (Vestas) macht knapp 8 % aus, die Position 10 (SSE plc) immerhin noch etwas mehr als 3 %. Wie du anhand dieser Auflistung feststellst, sind es vor allem Dänemark und die USA, die den Fonds dominieren. Ebenfalls ist auffällig, dass ein sehr großer Anteil der Top-10 Versorger sind. Auch das dürfte keine große Überraschung sein, schließlich sind es letztlich die Energieversorger, die sich auf das kommende Zeitalter der "grünen Energie" einstellen müssen.

Der bekannteste Titel dürfte für die meisten Anleger Plug Power sein. Das Unternehmen ist bereits seit Ende der 90er-Jahren an der Börse, konnte aber bis heute nicht die damaligen Höchststände erreichen. Wer damals zum schlechtesten Zeitpunkt kaufte, hat tatsächlich rund 98 % seines Kapitals verloren. Trotzdem konnten sich Anleger in der jüngeren Vergangenheit über einen starken Kursanstieg gegenüber den Vorjahren freuen. Die Volatilität von Plug Power ist stellvertretend für die des Global Clean Energy ETFs. Anleger, die in die vermeintlichen Zukunftstechnologien und -unternehmen investieren möchten, sollten also starke Nerven mitbringen.

Die Versorger wirken dagegen einigermaßen stabilisierend, zudem ergibt sich dadurch eine relativ hohe Ausschüttung, die in solchen Zukunftsthemen-ETFs sonst eher Mangelware ist. Die enthaltenen Titel schütteten 2017 noch knapp 3 % aus, mittlerweile sind die Ausschüttungen aber auf rund 1 % geschrumpft und sollen im Jahr 2021 nur noch 0,6 % betragen. Geschuldet ist das selbstverständlich dem Coronavirus und den damit verbundenen Lockdowns sowie zusätzlichen Belastungen der Unternehmen. Es lässt sich also vorsichtig prognostizieren, dass vor allem die robusten Versorger im ETF ab 2022 wieder stärker und höher Dividenden ausschütten sollten.

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Fazit zum Global Clean Energy ETF von iShares

Der Global Clean Energy Fonds ist ein Anlageinstrument, das viele Anleger bislang nicht glücklich gemacht haben dürfte. Seit der Auflage hat der ETF im Durchschnitt etwas mehr als 2,3 % pro Jahr verloren, dafür aber auch in den letzten fünf Jahren knapp 180 % Rendite gemacht. Wie immer bei solchen Zukunfts-ETFs, spielt der Einstieg also eine entscheidende Rolle. Anfällig ist der ETF unter anderem aufgrund der Gewichtung nach Marktkapitalisierung, was insbesondere in der Top-5 und Top-10 zu großen Klumpen führt, die aktuell die Hälfte des gesamten Fonds ausmachen. Ansonsten erhältst du einen guten Mix aus spekulativen Growth-Titeln und eher robusten, "grün" agierenden Versorgern.

Die Alternative: Invesco Global Clean Energy UCITS ETF (ISIN: IE00BLRB0242)

Eingangs hatten wir bereits kurz darauf hingewiesen: seit März 2021 gibt es eine weitere Global Clean Energy Fondslösung, die in direkter Konkurrenz zu dem iShares-ETF agiert - nicht zuletzt deshalb, weil sich der Invesco-Fonds in einigen Punkten doch recht deutlich unterscheidet.

Zum ETF-Snapshot: Invesco Global Clean Energy

Zunächst die Kennzahlen in der Übersicht:

  • physische Abbildung
  • thesaurierende Verwendung (anders als beim ausschüttenden iShares-ETF)
  • geführt in US-Dollar
  • aktuell bisher nur 27 Millionen Euro investiert
  • 0,60 % TER
  • noch keine Angaben zur Tracking-Difference möglich
  • aktuell 123 Positionen enthalten

Die thesaurierende Verwendung dürfte interessant für Anleger sein, die ihren Zinseszinseffekt maximieren möchten und den Freibetrag bereits anderweitig ausschöpfen. Das ist aber mitnichten der größte Unterschied zwischen beiden Global Clean Energy Fonds. Der zeigt sich nämlich bei der Betrachtung der Top-10: die hier lediglich knapp 11 % ausmacht und nicht die Hälfte, wie beim iShares-Fonds. Warum das so ist? Weil dieser ETF hier keine Gewichtung nach Marktkapitalisierung vornimmt, sondern die enthaltenen Unternehmen ebenbürtig gewichtet.

Der dritte große Unterschied ist der Umstand, dass etwas stärker in die Breite und Tiefe diversifiziert wurde. Mit aktuell 123 enthaltenen Unternehmen, bekommst du also eine noch stärkere Abdeckung des Clean-Energy-Sektors weltweit spendiert.

Zur Zusammensetzung des Invesco ETFs

Da der Referenzindex gleichgewichtet wird, werden auch massive geografische Übergewichtungen verhindert. Die USA kommen hier daher nur noch auf rund 25 % Anteil, knapp 23 % fallen auf Europa, knapp 10 % auf die asiatischen Schwellenländer und rund 7 % auf die asiatischen Industrieländer. Kanada hält knapp 6 %.

Die Länderzusammensetzung fällt aufgrund der Gleichgewichtung ebenfalls ganz anders aus. Die USA dominiert natürlich, aber eben nur noch mit 25 %, auf dem zweiten Platz steht nun China mit knapp 9 % und Deutschland auf dem dritten Platz mit knapp 7 %. Dänemark, ein dominant vertretenes Land im iShares-ETF, ist hier gerade so in der Top-10 mit rund 3 % Anteilen platziert.

Die Branchenverteilung gestaltet sich wie folgt:

  • rund 34 % Industrieunternehmen
  • rund 26 % Versorger
  • rund 19 % Technologieunternehmen
  • rund 9 % Grundmaterialien
  • rund 7 % zyklische Konsumgüter

In der Top-10 sind aktuell vertreten:

  • Signify NV, ein niederländischer Versorger
  • VERBIO Vereinigte BioEnergie, ein deutscher Versorger
  • Solarpack Corp Tecnologica SA, ein spanischer Versorger
  • NIBE und Ecopro BM, Industrieunternehmen aus Spanien beziehungsweise Südkorea
  • RENOVA als japanischer Versorger
  • ChargePoint und Ameresco aus den USA
  • AFC Energy PLC, ein Industrieunternehmen aus Großbritannien
  • Caverion Oyj, ein Industrieunternehmen aus Finnland

Der ETF berücksichtigt beispielsweise auch Unternehmen, die in der zweiten Reihe der "Clean-Energy-Bewegung" stehen, indem sie zum Beispiel dafür wichtige Hilfsmittel (oder Materialien für Ladestationen) herstellen. Aus diesem Grund ist die Diversifizierung hier breiter und tiefer. Nicht so viel weniger wichtig wie die Top-10 sind die weiteren rund 110 Positionen, was der Gleichgewichtung des Index geschuldet ist. Selbst diese Top-10 hier ist in erster Linie deshalb die Top-10, weil die Titel zufällig seit dem letzten Balancing Kursanstiege zu verzeichnen hatten. Nach dem nächsten Balancing könnte die Top-10 also komplett anders aufgebaut sein.

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Somit ist der Invesco-ETF eine sehr gute Option für alle, die eine tiefere und breitere Diversifizierung möchten, während sie simultan ein Klumpenrisiko vermeiden. Die Gleichgewichtung führt aber natürlich auch dazu, dass massive Kursanstiege einzelner Unternehmen weniger Rendite erwirtschaften als im iShares-ETF.

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