ETF auf Automobil-Branche: Lohnt sich das?

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Der Diesel-Skandal, der Trend zur E-Mobilität und der Klimawandel setzen die Automobil-Branche in Europa und weltweit stark unter Druck. Der Automarkt musste weltweit Umsatzeinbrüche und weniger Neuzulassungen verzeichnen. Ist es da noch sinnvoll, in einen ETF auf die Auto-Branche zu investieren?

ETF auf Automobil-Branche: Lohnt sich das?

Die aktuelle Lage der Automobil-Branche

Nicht nur die deutschen Auto-Bauer Daimler, BMW oder Volkswagen durchleben aktuell eine Durststrecke. Für die Krise der Fahrzeughersteller gibt es mehrere Gründe:

  • Abgas-Skandal
  • Konkurrenz aus dem Ausland
  • Trend zur E-Mobilität und zu selbstfahrenden Autos
  • wachsendes Klimabewusstsein.

Auch die Corona-Krise im März 2020 hat die Automobil-Branche in Deutschland, aber auch in anderen europäischen Ländern stark unter Druck gesetzt. Der erneute Corona-Lockdown sorgt für Unsicherheit am Auto-Markt.

Der Automarkt verzeichnete 2020 seit Jahrzehnten seinen stärksten Einbruch. Nach Angaben des Verbands der Automobilindustrie (VDA) war in Deutschland bei den Neuzulassungen im ersten Halbjahr 2020 ein Rückgang von 35 Prozent zu verzeichnen. Das Minus für das gesamte Jahr wird auf 23 Prozent geschätzt.
Nicht besser sieht es in anderen europäischen Ländern aus. Für den gesamten europäischen Automarkt wird für 2020 ein Minus von 24 Prozent erwartet. Auch in den USA wird erwartet, dass statt den erhofften 17,5 Millionen Neuwagen lediglich 13 Millionen Neuwagen verkauft werden. Allerdings konnte im zweiten Quartal 2020 eine leichte Erholung in der Automobil-Branche in Deutschland und anderen Ländern beobachtet werden. Ein Auto-ETF hat den Vorteil, dass Du nicht nur die Aktien eines einzelnen Auto-Herstellers, sondern gleich von mehreren Automobil-Herstellern in Europa erwirbst. Die Risikostreuung ist deutlich besser.

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Leichte Erholung in Sicht

Im Juli 2020 war am deutschen Automarkt wieder eine leichte Erholung zu verzeichnen. Die Zahl der Neuzulassungen stieg gegenüber dem Vormonat um satte 43 Prozent an. Ein Anstieg der Neuzulassungen war im Privatkundensegment zu beobachten, während bei den Firmenkunden die Zahl der Neuzulassungen weiterhin rückläufig ist. Bei den Neuzulassungen ist die Zahl der Fahrzeuge mit Diesel- oder Benzinantrieb gesunken, während es zu mehr Neuzulassungen bei den Fahrzeugen mit Hybridantrieb kam. Der Zuwachs lag bei ungefähr 140 Prozent. Bei den Fahrzeugen mit Elektroantrieb stieg die Zahl der Neuzulassungen sogar um 180 Prozent.

Bei den einzelnen Automobil-Bauern sind unterschiedliche Entwicklungen zu beobachten. Im Vergleich zum Vorjahr konnten BMW, Mini, Daimler und Porsche ihr Ergebnis im juli verbessern. Bei VW war im Juli 2020 gegenüber 2019 ein Rückgang von 3,3 Prozent zu verzeichnen. Die Rückgänge bei Opel, Smart und Audi lagen im Juli 2020, verglichen mit dem Vorjahr, sogar im zweistelligen Bereich.

Branchenkenner Ferdinand Dudenhöffer hat für die einzelnen Automobil-Hersteller in Deutschland die Gewinne und Verluste näher unter die Lupe genommen. Bei VW ist der Verkauf in der ersten Jahreshälfte 2020 um 28 Prozent eingebrochen. Pro Fahrzeug beträgt der Verlust ungefähr 415 Euro. Audi und Daimler verbuchen pro verkauftem Fahrzeug einen Verlust von ungefähr 600 Euro. BMW konnte zwar die Verkaufszahlen steigern, doch ist pro Modell ein Verlust von 1.100 Euro festzustellen. Tesla kann hingegen pro verkauftem Fahrzeug einen Gewinn von ungefähr 3.000 Euro verzeichnen. Noch höher fallen die Gewinne bei Porsche mit ungefähr 11.000 Euro pro verkauftem Fahrzeug aus. (Quelle: Mit Aktien & ETFs in die Autobranche investieren)

Mit einem ETF in einen Index investieren

Ein ETF auf die Automobil-Branche hat den Vorteil, dass Du keine Einzelaktien von Auto-Bauern kaufst und daher eine bessere Risikostreuung erzielst. Es gibt gegenwärtig vier ETFs auf die Automobil-Branche, die an deutschen Börsen handelbar sind. Der STOXX Europe 600 Automobiles & Parts bezieht sich auf Hersteller und Zulieferer im Automobil-Sektor. Auf diesen Index kannst Du drei ETFs handeln. Darüber hinaus ist noch ein ETF auf den STOXX(R) Europe 600 Optimised Automobiles & Parts verfügbar. Er enthält nur die liquidesten Titel aus dem europäischen Automobil- und Zulieferer-Sektor.

Im STOXX Europe 600 Automobiles & Parts sind die Top 10 der Automobilhersteller und Zulieferer mit insgesamt mehr als 93 Prozent vertreten. Dabei handelt es sich um

  • Daimler
  • Volkswagen
  • BMW
  • Ferrari
  • Compagnie Generale des Etablissements Michelin SCA
  • Fiat Chrysler Automobiles
  • Continental
  • Peugeot
  • Porsche Automobil Holding
  • Renault.

Die Kursentwicklung für diesen Index ist erstaunlich. Musste der Index während der Corona-Krise im März 2020 einen starken Kurseinbruch verzeichnen, so hat er sich zum Jahresende 2020 wieder deutlich erholt und verzeichnet einen Aufwärtstrend. Ende Dezember 2020 hat der Kurs ungefähr wieder das Niveau vom Januar 2020 erreicht.

Herausforderungen der Automobil-Branche nicht unterschätzen

Auch wenn sich der Kurs des STOXX Europe 600 Automobiles & Parts wieder erholt hat, solltest Du bei einer Investition in einen Auto-ETF die großen Herausforderungen der gesamten Branche nicht unterschätzen. In Deutschland ist die Automobil-Branche das Herzstück der Wirtschaft. Um die Wirtschaft am Laufen zu halten, könnten Staatshilfen für die Auto-Konzerne notwendig werden. Würde ein namhafter Automobil-Hersteller wie Volkswagen insolvent werden, wären nicht nur die Beschäftigten von Volkswagen von Arbeitslosigkeit betroffen. Auch viele Zulieferer würde ein solches Ereignis hart treffen. Die Investition in einen Auto-ETF ist mit Risiken verbunden.

Das sind die Auto-ETFs

Auf den STOXX Europe 600 Automobiles & Parts stehen die nachfolgenden ETFs zur Auswahl:

ISIN Name TER Fondsvermögen
DE000A0Q4R28 iShares STOXX Europe 600 Automobiles & Parts UCITS ETF (DE) 0,46% 330,29 Mio €
LU1834983394 Lyxor STOXX Europe 600 Automobiles & Parts UCITS ETF - Acc 0,30% 35,306 Mio €
LU0378435043 ComStage STOXX Europe 600 Automobiles & Parts UCITS ETF 0,25% 11,461 Mio €
IE00B5NLX835 Invesco STOXX Europe 600 Optimised Automobiles & Parts UCITS ETF Acc 0,30% 11,245 Mio €

iShares STOXX Europe 600 Automobiles & Parts UCITS ETF (DE) ISIN DE000A0Q4R28, WKN A0Q4R2

  • Auflagedatum: Juli 2002
  • Fondsvolumen: 633 Millionen Euro
  • Gesamtkostenquote: 0,46 Prozent
  • Replikation: vollständig physisch
  • Volatilität: 44,07 Prozent
  • Ertragsverwendung: Auszahlung mindestens jährlich
  • sparplanfähig
  • Rendite für ein Jahr: 5 Prozent

Lyxor STOXX Europe 600 Automobiles & Parts UCITS ETF - Acc ISIN LU1834983394, WKN LYX01V

  • Auflagedatum: August 2006
  • Fondsvolumen: 138 Millionen Euro
  • Gesamtkostenquote: 0,30 Prozent
  • Replikation: synthetisch
  • Volatilität: 43,98 Prozent
  • Ertragsverwendung: thesaurierend
  • sparplanfähig
  • Rendite für ein Jahr: 5,17 Prozent

Lyxor STOXX Europe 600 Automobiles & Parts UCITS ETF - Dist ISIN LU2082995908, WKN LYX04B

  • Auflagedatum: September 2020
  • Fondsvolumen: 13 Millionen Euro
  • Gesamtkostenquote: 0,30 Prozent
  • Replikation: synthetisch
  • Volatilität: keine Angaben möglich
  • Ertragsverwendung: Auszahlung halbjährlich
  • sparplanfähig
  • Rendite: innerhalb von drei Monaten 26,33 Prozent

Du kannst auch in den ETF mit den liquidesten Titeln investieren:

Invesco European Autos Sector UCITS ETF ISIN IE00B5NLX835, WKN A0RPR0  

  • Auflagedatum: Juli 2009
  • Fondsvolumen: 24 Millionen Euro
  • Gesamtkostenquote: 0,30 Prozent
  • Replikation: synthetisch
  • Volatilität: 45,26 Prozent
  • Ertragsverwendung: thesaurierend
  • sparplanfähig
  • Rendite für ein Jahr: 4,06 Prozent

Darf es ein bisschen mehr Elektro sein?

Dieser ETF bildet einen Index aus Aktien von Unternehmen in entwickelten und aufstrebenden Märkten zusammensetzt, die sich auf Elektrofahrzeuge und Fahrtechnologien konzentrieren:

Was fällt auf bei den ETFs?

Bis auf den erst im September 2020 aufgelegten ETF mussten alle ETFs auf die Automobil-Branche im März 2020 starke Kurseinbrüche verzeichnen. Die Kurse der ETFs haben sich gegenwärtig wieder erholt und liegen bei allen diesen ETFs im positiven Bereich. Bei allen ETFs ist eine hohe Volatilität festzustellen, die allerdings auch in der Corona-Krise begründet sein kann.
Angesichts der aktuellen Lage besteht bei den ETFs mit einem geringen Fondsvolumen das Risiko einer Liquidierung aufgrund mangelnder Wirtschaftlichkeit. Möchtest Du investieren, kommt es daher nicht nur auf eine gute Entwicklung der Rendite, sondern auch auf ein hohes Fondsvolumen an.
Alle ETFs auf den Automobil-Sektor sind sparplanfähig. Du kannst mit einem Sparplan langfristig Vermögen aufbauen, doch solltest Du die Kursentwicklung immer im Auge behalten.

Fazit: Automobil-Branche steht unter Druck

Möchtest Du in die Automobil-Branche investieren, ist ein ETF gegenüber dem Kauf von Einzelaktien sinnvoller. Die Auto-Industrie steht unter Druck. Die Gründe dafür liegen in der Corona-Krise und dem damit verbundenen Verkaufsrückgang, aber auch im Diesel-Skandal in der Vergangenheit und im Trend zur E-Mobilität. Es gibt gegenwärtig vier ETFs auf die Automobil-Branche, die an deutschen Börsen handelbar sind. Bis auf den erst im September 2020 aufgelegten Fonds mussten alle diese ETFs starke Kurseinbrüche in der Corona-Krise verzeichnen. Daraus resultiert eine hohe Volatilität. Gegenwärtig sind die Kurse wieder im positiven Bereich.

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Rechtliche Hinweise: Die in den Artikeln erwähnten ETFs und anderen Finanzprodukte stellen keine Kaufempfehlung dar. Wir können keine Finanzberatung oder ähnliches anbieten. Der Wert von Aktien, ETFs und ETCs, die über ein Wertpapierdepot gekauft wurden, kann sowohl steigen als auch fallen. Börsengeschäfte stellen ein erhebliches Risiko dar, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. etf.capital haftet nicht für materielle und/oder immaterielle Schäden, die durch Nutzung oder Nichtnutzung der Inhalte oder durch die Nutzung fehlerhafter und unvollständiger Inhalte verursacht wurden. Der Autor besitzt keinen der genannten ETFs. Keiner der Inhalte stellt ein Angebot zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar. Kryptoassets sind hochvolatile unregulierte Anlageprodukte. Es existiert kein EU-Anlegerschutz.

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