CAC40: ETFs auf Frankreichs wichtigsten Aktienindex
Der CAC40 ist Frankreichs führender Aktienindex und enthält die Aktien von 40 führenden französischen Unternehmen. Du kannst in den Index investieren, indem Du Aktien solcher Unternehmen kaufst. Eine gute Risikostreuung bietet ein ETF auf diesen Aktienindex. Es gibt gegenwärtig drei solcher ETFs.
Der CAC 40 als französischer Leitindex
Was der DAX für Deutschland ist, ist der CAC 40 für Frankreich: der wichtigste Aktienindex des Landes. Er umfasst die 40 größten und liquidesten börsennotierten Unternehmen, die an der Euronext Paris gehandelt werden. CAC steht für "Cotation Assistée en Continu", also "fortlaufende Notierung". Der Index wurde am 31. Dezember 1987 mit einem Basiswert von 1.000 Punkten gestartet.
Wichtig zu verstehen: Der CAC 40 ist in seiner klassischen Form ein Kursindex. Anders als beim DAX (Performanceindex) fließen Dividenden nicht in den Indexstand ein, der Kurs basiert also allein auf den Aktienkursen. Für die Gewichtung sind Streubesitz-Marktkapitalisierung entscheidend, kein Einzelwert darf mehr als 15 Prozent des Index ausmachen. Die Zusammensetzung wird vierteljährlich von einem Indexkomitee überprüft. Gehandelt wird werktags von 09:00 bis 17:30 Uhr.
Stand: Juli 2026 notiert der CAC 40 bei rund 8.400 Punkten. Sein bisheriges Allzeithoch markierte er im Jahr 2026 bei etwa 8.642 Punkten. Damit liegt der Index deutlich über dem alten Dotcom-Hoch aus dem Jahr 2000 (rund 6.945 Punkte im Handelsverlauf), das er erst 2021 nachhaltig überwinden konnte. Über die lange Frist seit 1987 liegt die durchschnittliche Kursrendite (ohne Dividenden) im mittleren einstelligen Prozentbereich pro Jahr.
Die schwersten Werte im CAC 40
Der CAC 40 ist stark von wenigen Schwergewichten geprägt. Nach der offiziellen Euronext-Zusammensetzung (Stand: 31. März 2026) sind die zehn größten Positionen:
- TotalEnergies (Öl und Gas): rund 9,5 Prozent
- Schneider Electric (Elektrotechnik): rund 7,6 Prozent
- LVMH (Luxusgüter): rund 6,6 Prozent
- Air Liquide (Industriegase): rund 5,9 Prozent
- Sanofi (Pharma): rund 5,5 Prozent
- Airbus (Luft- und Raumfahrt): rund 5,5 Prozent
- Safran (Luftfahrtzulieferer): rund 5,1 Prozent
- BNP Paribas (Bank): rund 5,0 Prozent
- L'Oréal (Konsumgüter): rund 4,8 Prozent
- AXA (Versicherung): rund 4,1 Prozent
Allein diese zehn Titel machen deutlich über die Hälfte des Index aus. Prägend sind vor allem die Branchen Luxus und Konsum, Industrie, Energie, Gesundheit sowie Banken und Versicherungen. Auffällig ist das geringe Technologiegewicht: Anders als etwa im US-Markt spielen große Tech-Konzerne im CAC 40 nur eine untergeordnete Rolle. Auch die Dominanz weniger Luxus- und Energiewerte bedeutet ein Klumpenrisiko, das Anleger kennen sollten.
Ehrliche Einordnung: enger Index, breite Streuung fehlt
So bekannt die Namen im CAC 40 sind, so klar ist die Einschränkung: 40 Werte aus einem einzigen Land sind keine breite Diversifikation. Das Klumpenrisiko in Luxus- und Energiewerten, das schwache Technologiesegment und die reine Länderwette auf Frankreich machen den CAC 40 anfälliger für Rückschläge als ein global gestreutes Portfolio. Zur Erinnerung: In der Finanzkrise 2008 verlor der Index zeitweise über 40 Prozent, und auch 2024 gab es im Zuge politischer Unsicherheit in Frankreich deutliche Rücksetzer.
Für den langfristigen Vermögensaufbau ist ein breiter Welt- oder Europa-ETF (etwa auf den MSCI World, den FTSE All-World oder den STOXX Europe 600) in der Regel die solidere Basis. Ein CAC-40-ETF eignet sich eher als bewusste Beimischung, wenn du gezielt auf den französischen Markt und dessen starke Luxus- und Industriekonzerne setzen möchtest, nicht als alleiniges Kerninvestment. Wer trotzdem einsteigt, sollte einen langen Anlagehorizont und Toleranz für stärkere Schwankungen mitbringen.
ETFs auf den CAC 40 im Überblick (Stand: Juli 2026)
An deutschen Börsen sind mehrere UCITS-ETFs handelbar, die den CAC 40 abbilden. UCITS bedeutet, dass die Fonds nach EU-Recht reguliert und für Privatanleger zugelassen sind. Die folgenden Werte sind über justETF und die jeweiligen Anbieter verifiziert:
- Amundi CAC 40 UCITS ETF Dist (ISIN FR0007052782, WKN 626678): der mit Abstand größte CAC-40-ETF mit einem Fondsvolumen von rund 3,4 Milliarden Euro. Physisch replizierend, ausschüttend (jährlich), Fondswährung Euro, Domizil Frankreich. Die laufenden Kosten (TER) betragen 0,25 Prozent pro Jahr. Dieser Fonds ging aus dem früheren Lyxor CAC 40 hervor, den Amundi übernommen hat.
- Amundi CAC 40 ESG UCITS ETF DR (C) (ISIN LU1681046931, WKN A2H59J): bildet nicht den klassischen CAC 40, sondern den nach ESG-Kriterien gefilterten CAC 40 ESG ab. Fondsvolumen rund 779 Millionen Euro, physisch replizierend, thesaurierend (Erträge werden reinvestiert), TER 0,25 Prozent. Interessant für alle, die Nachhaltigkeitskriterien berücksichtigen möchten.
- Xtrackers CAC 40 UCITS ETF 1D (ISIN LU0322250985, WKN DBX1AR): physisch replizierend, ausschüttend, Domizil Luxemburg, aufgelegt 2008. Mit rund 118 Millionen Euro der kleinste der drei, dafür mit der niedrigsten TER von 0,20 Prozent pro Jahr.
Ein Hinweis zum Fondsvolumen: Kleinere ETFs können im Extremfall geschlossen oder mit anderen Fonds zusammengelegt werden. Für dich als Anleger entsteht dabei kein Verlust des investierten Kapitals, aber unter Umständen ungewollter Verkaufsdruck und steuerliche Effekte. Wer das vermeiden will, greift eher zum großen Amundi-Flaggschiff.
So kannst du in einen CAC-40-ETF investieren
Für den Kauf brauchst du ein Wertpapierdepot. Viele Neobroker bieten die genannten ETFs sparplanfähig und teils sogar kostenlos im Sparplan an. Zwei in Deutschland weit verbreitete Anbieter sind zum Beispiel Trade Republic und Scalable Capital. Prüfe vor dem Kauf jeweils selbst, ob der gewünschte ETF (ISIN) im Sparplan verfügbar ist und welche Ordergebühren anfallen, das Angebot ändert sich laufend.
Ob Einmalanlage oder Sparplan: Gerade bei einem schwankungsanfälligen Länderindex wie dem CAC 40 kann ein regelmäßiger Sparplan helfen, den Einstiegszeitpunkt zu glätten (Cost-Average-Effekt). Eine Rendite garantiert das nicht.
Fazit
Der CAC 40 bündelt einige der bekanntesten französischen Konzerne, von LVMH über TotalEnergies bis L'Oréal und Sanofi. Als Kursindex bildet er ausschließlich die Aktienkurse ab, Dividenden bleiben außen vor. Mit UCITS-ETFs wie dem Amundi CAC 40 (FR0007052782), dem Amundi CAC 40 ESG (LU1681046931) oder dem günstigen Xtrackers CAC 40 (LU0322250985) lässt sich der Index kostengünstig abbilden.
Ehrlich gesagt bleibt der CAC 40 aber eine enge Wette auf 40 französische Werte mit deutlichem Klumpenrisiko. Für den Kern des Portfolios ist ein breit gestreuter Welt- oder Europa-ETF meist die bessere Wahl, der CAC 40 taugt eher als gezielte Beimischung. Behalte die hohe Volatilität im Blick und investiere nur Geld, das du langfristig nicht brauchst.
Stand aller Angaben: Juli 2026. Quellen unter anderem justETF, Amundi, Xtrackers/DWS und Euronext. Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Manche Links sind Partnerlinks (Affiliate): Schließt du über sie ein Depot ab, erhalten wir eventuell eine Provision. Für dich entstehen dadurch keine Mehrkosten. Die redaktionelle Einordnung bleibt davon unberührt.
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