Trump's Zölle: Welche ETFs verlieren & gewinnen (mutmaßlich)?

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Trumps Liberation Day: Neue US-Zölle erschüttern die Märkte. Welche ETFs könnten jetzt profitieren, welche unter Druck geraten? Eine Analyse der potenziellen Gewinner & Verlierer für Ihr Portfolio durch die neuen Maßnahmen.

Trump's Zölle: Welche ETFs verlieren & gewinnen (mutmaßlich)?

Trump's Liberation Day: Welche ETFs verlieren, welche gewinnen durch die neuen Zölle?

Paukenschlag aus Washington: Gestern, am 2. April 2025 – von Präsident Trump medienwirksam als „Liberation Day“ inszeniert – wurden neue, umfassende Zölle auf Importe in die USA verkündet. Die Märkte reagierten prompt, und für dich als ETF-Anleger stellt sich die Frage: Welche Teile deines Portfolios könnten jetzt unter Druck geraten, und wo lauern vielleicht sogar Chancen? Klar ist: Diese Zölle wirbeln die globalen Handelsströme und damit auch die ETF-Landschaft gehörig durcheinander. Lass uns einen Blick darauf werfen, wer zu den potenziellen Gewinnern und Verlierern zählt.

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Die Ankündigung kam nicht völlig überraschend, aber die Härte und Breite der Maßnahmen haben viele doch auf dem falschen Fuß erwischt. Nach Monaten der Spekulation und teils widersprüchlicher Signale machte Trump Nägel mit Köpfen. Im Kern geht es um einen protektionistischen Ansatz, der die heimische Industrie stärken soll – eine Strategie, die wir schon aus seiner ersten Amtszeit kennen, diesmal aber mit noch größerer Reichweite.


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Die neuen Zoll-Spielregeln im Überblick

Bevor wir in die ETF-Analyse einsteigen, kurz zu den Fakten, was genau beschlossen wurde:

  1. Universeller Basiszoll: Ein genereller Zoll von 10 % auf nahezu alle Waren, die in die USA importiert werden. Das ist die breiteste Maßnahme und trifft fast jeden Handelspartner.
  2. Sektor-spezifische Strafzölle: Bestimmte Branchen bekommen noch eins obendrauf. Besonders betroffen sind:
    • Automobile und Autoteile aus ausländischer Produktion: Hier werden satte 25 % fällig.
    • Halbleiter: Ebenfalls 25 %, ein klarer Schlag gegen die Abhängigkeit von asiatischen Herstellern.
    • Pharmazeutika: Auch hier gelten 25 %, was die Preise für importierte Medikamente nach oben treiben dürfte.
    • Holzprodukte: Mit 25 % Zoll belegt, was die Bauindustrie treffen könnte.
  3. Reziproke Zölle: Trump kündigte zudem an, auf Handelsbarrieren anderer Länder mit „spiegelbildlichen“ Zöllen zu reagieren. Das bedeutet: Erhebt ein Land hohe Zölle auf US-Waren, sollen die USA mit gleich hohen Zöllen auf Waren aus diesem Land antworten. Das birgt erhebliches Eskalationspotenzial.

Diese Maßnahmen sind ab dem 5. April 2025, in Kraft. Die Begründung lautet wie üblich: Schutz amerikanischer Arbeitsplätze, Reduzierung des Handelsdefizits und Stärkung der nationalen Sicherheit. Die wirtschaftlichen Folgen sind jedoch komplex und dürften weit über die USA hinaus spürbar sein.


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Potenzielle Verlierer: Diese ETFs könnten leiden

Die neuen Zölle treffen naturgemäß Branchen und Unternehmen, die stark auf globale Lieferketten und Exporte in die USA angewiesen sind. Hier sind einige ETF-Kategorien, die du jetzt genauer beobachten solltest:

Technologie-ETFs (z. B. iShares Global Tech UCITS ETF, Xtrackers MSCI World Information Technology UCITS ETF): Der Tech-Sektor ist extrem globalisiert. Viele US-Konzerne lassen in Asien, insbesondere China, fertigen. Ein 10 %-Zoll auf alles, plus eventuell höhere Zölle auf spezifische Komponenten wie Halbleiter, verteuert die Produktion erheblich. Denk an Smartphones, Laptops, Server – ein Großteil davon kommt aus China (laut Analysten deckt China 78 % der US-Smartphone- und 79 % der Laptop-Importe ab). Diese Kosten dürften zumindest teilweise an die Konsumenten weitergegeben werden, was die Nachfrage dämpfen könnte. ETFs, die Schwergewichte wie Apple, Microsoft oder Chiphersteller wie Nvidia und TSMC halten, könnten unter Druck geraten. Zusätzliches Risiko: China könnte mit Gegenmaßnahmen reagieren, etwa durch verschärfte Regulierungen oder eigene Zölle auf US-Tech-Produkte.

Konsumgüter-ETFs (z. B. Xtrackers MSCI World Consumer Discretionary UCITS ETF, iShares STOXX Europe 600 Retail UCITS ETF): Von Kleidung über Elektronik bis hin zu Haushaltswaren – viele Konsumgüter in den USA sind Importwaren, oft aus Niedriglohnländern. Die 10 % Basiszoll treffen hier direkt den Geldbeutel der Verbraucher. Analysten rechnen mit Preissteigerungen von 15-20 % bei Billigprodukten, etwa von Plattformen wie Shein oder Temu, die stark auf Importe aus China setzen. Wenn die Preise steigen, sinkt tendenziell die Kauflaune. Das belastet Unternehmen im zyklischen Konsumsektor und damit auch entsprechende ETFs. Besonders betroffen sind Einzelhändler, die stark auf Importware setzen.

Automobil-ETFs (z. B. Xtrackers MSCI World Automobiles & Components UCITS ETF, iShares STOXX Europe 600 Automobiles & Parts UCITS ETF): Die 25 %-Zölle auf importierte Autos und Teile sind ein harter Schlag für ausländische Hersteller (wie VW, BMW, Toyota, Hyundai), aber auch für US-Konzerne wie General Motors oder Ford, die Teile ihrer Produktion in Länder wie Mexiko oder Kanada verlagert haben. Die Kosten für importierte Fahrzeuge werden massiv steigen. Aber auch die heimische Produktion ist betroffen, da viele Komponenten importiert werden. Analystenschätzungen gehen davon aus, dass allein die Teilekosten für in den USA gebaute Autos um 8-12 % steigen könnten. Das dürfte die Verkaufszahlen belasten und die Margen der Hersteller drücken. Entsprechende Branchen-ETFs dürften daher zu den klaren Verlierern zählen.

ETFs auf Schwellenländer (z. B. iShares MSCI EM UCITS ETF, Xtrackers MSCI Emerging Markets UCITS ETF): Viele Schwellenländer sind stark exportorientiert und haben die USA als wichtigen Absatzmarkt. China ist hier das prominenteste Beispiel, aber auch Länder wie Mexiko, Vietnam oder Südkorea sind betroffen. Die Zölle erschweren den Zugang zum US-Markt und könnten das Wirtschaftswachstum in diesen Ländern bremsen. Das drückt auf die Kurse der dort ansässigen Unternehmen und belastet breit gestreute Schwellenländer-ETFs.

Globale Index-ETFs (z. B. iShares Core MSCI World UCITS ETF, Vanguard FTSE All-World UCITS ETF): Auch wenn diese ETFs breit diversifiziert sind, bleiben sie nicht verschont. Die allgemeine Marktunsicherheit, die Angst vor einer Eskalation zum Handelskrieg und die Belastung wichtiger Sektoren wie Tech und Automotive drücken auf die Stimmung. Zudem könnten Währungsschwankungen (z.B. ein schwächerer Dollar als Reaktion) die Performance aus Euro-Sicht beeinflussen. Die ersten Reaktionen zeigten bereits leichte Rückgänge bei globalen Indizes.

Potenzielle Gewinner: Wo könnten sich Chancen auftun?

Wo Schatten ist, ist bekanntlich auch Licht. Protektionistische Maßnahmen haben oft auch Gewinner – meist heimische Industrien, die vor ausländischer Konkurrenz geschützt werden. Folgende ETF-Segmente könnten profitieren:

US-Small-Cap-ETFs (z. B. SPDR Russell 2000 U.S. Small Cap UCITS ETF, iShares MSCI USA Small Cap UCITS ETF): Kleinere US-Unternehmen sind oft stärker auf den Binnenmarkt fokussiert und weniger vom internationalen Handel abhängig als die großen multinationalen Konzerne. Sie könnten indirekt profitieren, wenn Importe teurer werden und die Nachfrage nach heimischen Produkten steigt. Zudem sind sie weniger von möglichen Gegenmaßnahmen anderer Länder betroffen.

Industrie-ETFs mit Fokus auf US-Produktion (z. B. ETFs auf Stahl, Aluminium, ggf. Bau): Klassische Gewinner von Schutzzöllen sind heimische Produzenten von Gütern, die nun teurer importiert werden müssen. US-Stahl- und Aluminiumhersteller dürften sich über die Zölle freuen, da sie ihre Preise potenziell anheben können. VanEck Vectors Steel ETF (SLX) in den USA könnte ein Beispiel sein (Achtung: für EU-Anleger nicht immer direkt handelbar, aber Indikator). Analysten erwarten hier Umsatzsteigerungen von 12-15 % im kommenden Quartal. Ähnliches gilt für andere heimische Grundstoffindustrien.

Verteidigungs- und Infrastruktur-ETFs (z. B. VanEck Defense UCITS ETF): In Zeiten geopolitischer Unsicherheit und nationaler Abschottungstendenzen rücken oft Rüstungs- und Infrastrukturwerte in den Fokus. Einerseits gelten sie als weniger zyklisch und von globalen Handelskriegen weniger betroffen. Andererseits könnten staatliche Investitionsprogramme zur Stärkung der heimischen Infrastruktur oder Verteidigungsfähigkeit zunehmen. Aktien wie Rheinmetall oder MTU Aero Engines zeigten bereits leichte Kursgewinne nach der Ankündigung, was entsprechenden Themen-ETFs zugutekommen könnte.

Gold-ETFs (z. B. iShares Physical Gold ETC, Xetra-Gold): Gold gilt als klassischer sicherer Hafen in unsicheren Zeiten. Steigende Inflation (durch Zölle), Angst vor wirtschaftlicher Abschwächung oder gar Rezession und geopolitische Spannungen – all das kann die Nachfrage nach Gold als Wertspeicher antreiben. Der Goldpreis zeigte bereits in den letzten Wochen Stärke, die Zölle könnten diesen Trend weiter befeuern. Physisch besicherte Gold-ETCs (Exchange Traded Commodities) sind hier das Mittel der Wahl.

Thematische "Made in America"-ETFs (z. B. ggf. spezialisierte US-ETFs): Es gibt in den USA bereits länger ETFs, die gezielt in Unternehmen investieren, die stark in den USA produzieren oder bestimmten politischen Werten entsprechen (wie der American Conservative Values ETF - ACVF). Solche Nischenprodukte könnten durch die aktuelle Politik zusätzlichen Rückenwind bekommen, da sie genau die Narrative bedienen, die hinter den Zöllen stehen.

Was bedeutet das für deine Anlagestrategie?

Die Situation ist dynamisch und die genauen Auswirkungen sind schwer vorherzusagen. Hier ein paar Überlegungen:

  1. Ruhe bewahren und analysieren: Kurzfristige Marktreaktionen sind oft übertrieben. Schau dir dein Portfolio genau an: Wie stark bist du in den potenziell betroffenen Sektoren oder Regionen investiert? Passt das noch zu deiner Risikobereitschaft?
  2. Diversifikation bleibt Trumpf: Ein breit gestreutes Portfolio ist der beste Schutz gegen solche spezifischen Risiken. Wenn du bisher sehr stark auf globale Tech-Werte oder exportorientierte Schwellenländer gesetzt hast, könnte eine breitere Streuung sinnvoll sein – vielleicht mit einer Beimischung von US-Small-Caps oder defensiveren Sektoren.
  3. Inflationsschutz prüfen: Die Zölle wirken wie eine Steuer auf Importe und dürften die Inflation in den USA anheizen. Das könnte die US-Notenbank Fed dazu veranlassen, die Zinsen länger hochzuhalten als erwartet. Überlege, ob dein Portfolio ausreichend gegen Inflation geschützt ist (z.B. durch Rohstoff-ETCs wie Gold oder inflationsindexierte Anleihen).
  4. Langfristige Trends im Auge behalten: Die Zölle könnten den Trend zur Deglobalisierung und zum Reshoring (Rückverlagerung der Produktion ins Heimatland oder benachbarte Regionen) beschleunigen. Das könnte langfristig neue Gewinner und Verlierer hervorbringen. Themen wie Automatisierung, Robotik oder lokale Energieproduktion könnten profitieren. Behalte Langfristige Trends im Blick.
  5. Expertenmeinungen einholen, aber kritisch bleiben: Banken wie Goldman Sachs warnen vor erhöhten Rezessionsrisiken (Prognose auf 35 % angehoben) und sehen die Zölle als Belastung für US-Haushalte. UBS rät zur Diversifikation über europäische Anleihen und alternative Anlagen. J.P. Morgan betont die Notwendigkeit langfristiger, thematischer Strategien in unsicheren Zeiten. Nutze diese Einschätzungen, aber bilde dir deine eigene Meinung.

Fazit: Augen auf im Zoll-Dschungel

Trump's "Liberation Day"-Zölle sind ein weiterer Faktor, der die Märkte in Atem hält. Sie schaffen klare potenzielle Verlierer, insbesondere in global vernetzten Sektoren wie Technologie, Automotive und Konsumgüter, sowie bei exportorientierten Schwellenländern. Gleichzeitig könnten heimische US-Industrien, Small Caps und sichere Häfen wie Gold profitieren.

Für dich als ETF-Anleger bedeutet das: Wachsam sein, das eigene Portfolio überprüfen und gegebenenfalls Anpassungen vornehmen, um die Risiken zu steuern. Panikverkäufe sind selten ein guter Ratgeber, aber eine strategische Neuausrichtung unter Berücksichtigung der veränderten Rahmenbedingungen kann sinnvoll sein. Die kommenden Wochen und Monate werden zeigen, wie stark die Auswirkungen tatsächlich sind und ob es zu einer weiteren Eskalation im globalen Handel kommt.

Bleib informiert und triff deine Anlageentscheidungen auf Basis einer fundierten Analyse – nicht aufgrund von Schlagzeilen. Die Welt der ETFs bietet genügend Instrumente, um auch in stürmischen Zeiten einen kühlen Kopf und ein gut ausbalanciertes Portfolio zu bewahren.

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