Sparplan-Rechner 2026: Mit dem Zinseszinsrechner zum besten ETF-Portfolio
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Stand: Juni 2026. Ein ETF-Sparplan gehört zu den einfachsten Wegen, über viele Jahre hinweg Vermögen aufzubauen. Bevor man startet, hilft eine Frage weiter: Welche monatliche Sparrate führt bei welcher Laufzeit zu welchem Ergebnis? Genau das beantwortet ein Sparplan- beziehungsweise Zinseszinsrechner. Er macht aus einer vagen Vorstellung eine konkrete Zahl und zeigt, wie stark der Zinseszinseffekt über die Zeit wirkt.
Wie der Zinseszinseffekt beim ETF-Sparplan wirkt
Der Zinseszinseffekt beschreibt, dass Erträge selbst wieder Erträge erwirtschaften. Bei einem thesaurierenden ETF werden Dividenden automatisch reinvestiert, statt ausgezahlt zu werden. Dadurch wächst die Basis, auf die zukünftige Wertsteigerungen wirken, kontinuierlich an. Im rechtlichen Sinn zahlt ein ETF zwar keine "Zinsen", aber die Wiederanlage der Dividenden und das Wachstum der Unternehmen im Index wirken nach demselben Prinzip.
Entscheidend ist die Zeit. Je länger das Geld arbeitet, desto stärker fällt der Effekt aus, weil das Wachstum nicht linear, sondern exponentiell verläuft. Deshalb macht der Startzeitpunkt oft einen größeren Unterschied als die Höhe der Rate. Mehr Hintergrund und einen weiteren Rechner finden Sie in unserem Beitrag Zinseszinsrechner & Sparplan.
Beispielrechnung: 200 Euro im Monat über 15, 25 und 35 Jahre
Schauen wir uns ein konkretes Beispiel an. Annahmen: eine monatliche Sparrate von 200 Euro, eine angenommene durchschnittliche Rendite von 7 Prozent pro Jahr (grob am langfristigen historischen Mittel eines breiten Welt-Index orientiert), monatliche Einzahlung und vollständige Wiederanlage. Steuern, Kosten und Inflation sind bewusst nicht eingerechnet, damit der reine Zinseszinseffekt sichtbar wird. Es handelt sich um eine Modellrechnung, nicht um eine Renditezusage.
| Laufzeit | Eingezahltes Kapital | Endkapital (7 % p.a., gerundet) | Davon Wertzuwachs |
|---|---|---|---|
| 15 Jahre | 36.000 EUR | rund 63.400 EUR | rund 27.400 EUR |
| 25 Jahre | 60.000 EUR | rund 162.000 EUR | rund 102.000 EUR |
| 35 Jahre | 84.000 EUR | rund 360.000 EUR | rund 276.000 EUR |
Auffällig ist das Verhältnis: Wer 35 statt 15 Jahre dabeibleibt, zahlt nur gut das Doppelte ein (84.000 statt 36.000 Euro), erreicht aber fast das Sechsfache an Endkapital. Der größte Teil des Vermögens entsteht in den letzten Jahren, weil dann die größte Kapitalbasis verzinst wird. Das ist der Kern des Zinseszinseffekts.
Der Hebel der Laufzeit: gleiche Rate, andere Renditeannahme
Wie stark die angenommene Rendite hineinspielt, zeigt ein Vergleich bei gleicher Sparrate von 200 Euro monatlich über 25 Jahre. Eine konservative Annahme von 3 Prozent steht hier einer offensiveren Annahme von 7 Prozent gegenüber. Beide Werte sind reine Annahmen, keine garantierten Größen.
| Renditeannahme | Eingezahltes Kapital (25 J.) | Endkapital (gerundet) |
|---|---|---|
| 3 % p.a. | 60.000 EUR | rund 89.000 EUR |
| 7 % p.a. | 60.000 EUR | rund 162.000 EUR |
Wichtig: Höhere erwartete Renditen gehen mit höheren Schwankungen einher. Ein breiter Aktien-ETF kann in einem Jahr deutlich steigen und im nächsten zweistellig fallen. Über lange Zeiträume haben sich solche Schwankungen historisch geglättet, garantiert ist das aber nicht. Genau deshalb ist eine ehrliche, eher vorsichtige Renditeannahme sinnvoller als eine optimistische.
So nutzen Sie den Sparplan-Rechner
Im Rechner geben Sie drei bis vier Werte ein: ein eventuelles Startkapital, die monatliche Sparrate, die geplante Laufzeit und die erwartete Rendite. Das Ergebnis zeigt Ihnen das voraussichtliche Endkapital, die Summe Ihrer Einzahlungen und den daraus resultierenden Wertzuwachs.
Sie können den Rechner in zwei Richtungen verwenden: Entweder Sie testen, welches Vermögen eine bestimmte Rate ergibt, oder Sie rechnen rückwärts und ermitteln, welche Rate für ein konkretes Ziel nötig ist. Für die Renditeannahme lohnt der Blick auf historische Werte breiter Indizes; ein klassischer Baustein ist der MSCI World ETF-Sparplan. Konservativere Portfolios mit höherem Anleihenanteil liegen in der Annahme entsprechend niedriger.
Warum der Rechner nur eine Orientierung ist
Der Rechner arbeitet mit einer konstanten Wachstumsrate, die Realität verläuft dagegen in Wellen. Zusätzlich beeinflussen Kosten und Steuern die Nettorendite. In Deutschland relevant sind vor allem die Vorabpauschale und der Sparerpauschbetrag (aktuell 1.000 Euro pro Person und Jahr). Auch laufende ETF-Kosten (TER) und mögliche Sparplangebühren mindern das Ergebnis leicht.
Die Modellrechnung blendet diese Faktoren aus, um den Zinseszinseffekt isoliert zu zeigen. Sie ist damit ein guter erster Anhaltspunkt, ersetzt aber keine individuelle Planung und keine Anlageberatung.
Wo lässt sich ein günstiger ETF-Sparplan einrichten?
Für die Umsetzung brauchen Sie ein Wertpapierdepot mit günstigen oder kostenlosen Sparplänen. Viele Neo-Broker bieten ETF-Sparpläne bereits ab 1 Euro Rate an, häufig ohne Ausführungs- oder Depotgebühr. Ein Anbieter mit kostenlosen ETF-Sparplänen und niedriger Einstiegshürde ist zum Beispiel Trade Republic. Welcher Broker am besten passt, hängt von der gewünschten ETF-Auswahl, den Sparintervallen und Ihren übrigen Anforderungen ab; ein reiner Preisvergleich greift oft zu kurz.
Fazit
Ein Sparplan-Rechner verwandelt eine vage Sparabsicht in eine konkrete Zahl und macht den Zinseszinseffekt greifbar. Die Beispiele zeigen: Nicht die perfekte Rendite entscheidet über den Erfolg, sondern eine realistische Sparrate, eine ehrliche Renditeannahme und vor allem ein früher Start mit langer Laufzeit. Rechnen Sie verschiedene Szenarien durch, bevor Sie sich festlegen.
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