Sparen für das Kind - für die Zukunft vorsorgen

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Wünschen Sie sich für Ihr Kind eine finanziell sichere Zukunft, können Sie für ihr Kind sparen.

Sparen für das Kind - für die Zukunft vorsorgen

Wer früh für ein Kind spart, schenkt ihm vor allem eines: Zeit. Und Zeit ist beim Vermögensaufbau der mit Abstand stärkste Hebel, weil der Zinseszins über zwei Jahrzehnte hinweg aus kleinen monatlichen Beträgen eine ordentliche Summe macht. In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche Sparform zu welchem Ziel passt, wie ein Junior-Depot mit ETF-Sparplan funktioniert, welche Steuervorteile Kinder haben und worauf Sie bei Familienversicherung und BAföG achten sollten.

Stand: Juni 2026.

Warum sich frühes Sparen für Kinder lohnt

Geldgeschenke gibt es im Leben eines Kindes reichlich: zur Geburt, zur Taufe, zur Einschulung, zu Kommunion oder Konfirmation, an Geburtstagen und zu Weihnachten. Diese Beträge müssen nicht auf einem Konto liegen bleiben, sie können arbeiten. Genauso können Eltern und Großeltern regelmäßig kleine Summen zur Seite legen, etwa für die Ausbildung, den Führerschein, das erste Auto oder die erste eigene Wohnung.

Der entscheidende Vorteil ist der lange Anlagehorizont. Ein Kind, für das von Geburt an gespart wird, hat bis zur Volljährigkeit 18 Jahre Zeit, bis zum Renteneintritt sogar mehr als sechs Jahrzehnte. Über solche Zeiträume entfaltet der Zinseszins seine volle Wirkung: Erträge werfen selbst wieder Erträge ab. Genau deshalb sind breit gestreute Aktien-ETFs für langfristige Sparziele oft die rationalere Wahl als das klassische Sparbuch, dessen Zinsen die Inflation häufig nicht ausgleichen.

Sichere Geldanlagen für kurze Sparziele

Steht das Geld in wenigen Jahren an, etwa für eine konkrete Anschaffung, zählt Sicherheit mehr als Rendite. Dafür eignen sich:

  • Sparbücher
  • Tagesgeldkonten
  • Festgeldkonten
  • klassische Banksparpläne

Diese Anlagen werfen vergleichsweise wenig ab, sind aber über die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 Euro pro Bank und Kunde geschützt. Beim Tagesgeld ist das Guthaben täglich verfügbar, der Zinssatz aber variabel. Festgeld bietet meist etwas höhere, dafür über die Laufzeit fest fixierte Zinsen, ist aber während dieser Zeit gebunden. Die Konditionen unterscheiden sich von Bank zu Bank teils deutlich, ein Vergleich lohnt sich. Aktuelle Angebote finden Sie in unserem Festgeld-Vergleich.

Wichtig zu verstehen: Liegt der Zins unter der Inflationsrate, verliert das Ersparte real an Kaufkraft, auch wenn der Kontostand nominal steigt. Für Sparziele, die erst in zehn oder mehr Jahren anstehen, sind reine Zinsanlagen deshalb selten die beste Lösung.

Monatlich sparen mit einem Sparplan

Wer regelmäßig kleine Beträge zur Seite legen möchte, fährt mit einem Sparplan gut. Beim klassischen Banksparplan ist die Rendite niedrig, dafür ist die Anlage sicher. Deutlich mehr Renditechance bietet ein ETF-Sparplan, der schon ab geringen Monatsraten möglich ist. Großeltern können für jedes Enkelkind einen eigenen Sparplan einrichten, auch mit kleinen Beträgen. Mit unserem Rendite-Rechner können Sie durchspielen, was aus Ihrer Sparrate über die Jahre werden kann.

Junior-Depot und ETF-Sparplan: der Klassiker für langfristigen Aufbau

Für lange Sparziele ist ein Junior-Depot mit ETF-Sparplan in der Regel die wirkungsvollste Variante. Das Depot läuft auf den Namen des Kindes, wird aber bis zur Volljährigkeit von den Eltern als gesetzlichen Vertretern verwaltet. ETFs (Exchange Traded Funds) bilden einen Index wie den MSCI World oder den FTSE All-World ab und streuen damit breit über hunderte oder tausende Unternehmen. Für den langfristigen Aufbau eignen sich thesaurierende ETFs besonders, weil sie Ausschüttungen automatisch wieder anlegen und so den Zinseszins verstärken.

Aktienmärkte schwanken kurzfristig deutlich, und Verluste sind über kurze Zeiträume möglich. Über lange Zeiträume von 15 Jahren und mehr haben breit gestreute Aktienportfolios historisch eine ordentliche reale Rendite erzielt. Eine Garantie für die Zukunft ist das nicht, aber gerade der lange Horizont eines Kindes federt zwischenzeitliche Rückschläge ab. Wer mehr zur Funktionsweise wissen möchte, findet die Grundlagen in unserem ETF-Ratgeber.

Ein Rechenbeispiel verdeutlicht den Effekt: Bei 100 Euro monatlich und einer angenommenen durchschnittlichen Rendite von 6 Prozent pro Jahr ergäbe sich nach 18 Jahren rechnerisch ein Depotwert von rund 38.700 Euro, eingezahlt wurden davon 21.600 Euro. Der Rest ist Zinseszins. Solche Modellrechnungen sind keine Zusage, sie zeigen aber, wie stark Zeit und Wiederanlage wirken.

Junior-Depots im Überblick: comdirect, Scalable Capital, Trade Republic

Lange boten vor allem die etablierten Banken eigene Kinderdepots an, inzwischen sind auch die großen Neobroker dabei. Ein Überblick über drei verbreitete Anbieter (Stand Juni 2026):

  • comdirect JuniorDepot: Die Depotführung ist kostenlos, sofern ein aktiver Wertpapiersparplan läuft oder regelmäßig gehandelt wird, sonst fällt eine geringe monatliche Gebühr an. Es gibt eine große Auswahl an sparplanfähigen ETFs, viele davon werden ohne Ausführungsentgelt angeboten. Details und Eröffnung beim comdirect JuniorDepot.
  • Scalable Capital: Bietet ein Junior-Depot mit Sparplänen ab 1 Euro. Bei vielen ETFs werden die laufenden Produktkosten erstattet, und auf nicht investiertes Guthaben gibt es Zinsen. Mehr beim Junior-Depot von Scalable Capital.
  • Trade Republic: Hat 2026 ebenfalls ein Kinderdepot eingeführt, ebenfalls mit Sparplänen ab kleinen Beträgen und Zinsen auf nicht investiertes Guthaben. Mehr beim Junior-Depot von Trade Republic.

Welcher Anbieter am besten passt, hängt von Ihren Prioritäten ab: Auswahl an Sparplänen, Kostenstruktur, Bedienbarkeit der App und Service. Eine detaillierte Gegenüberstellung finden Sie in unserem Kinderdepot-Vergleich, weitere Anbieter im allgemeinen Online-Broker-Vergleich und im ETF-Sparplan-Vergleich.

Neu ab 2026: die Frühstart-Rente

Die Bundesregierung hat Eckpunkte für eine staatlich geförderte Altersvorsorge für Kinder beschlossen, die sogenannte Frühstart-Rente. Der Plan: Ab dem vollendeten sechsten Lebensjahr bis zur Volljährigkeit zahlt der Staat monatlich 10 Euro in ein privates Vorsorgedepot des Kindes ein. Erster begünstigter Jahrgang sollen Kinder des Geburtsjahrgangs 2020 sein, weitere Jahrgänge folgen schrittweise. Die Erträge im Depot bleiben bis zum Renteneintritt steuerfrei, und mit 18 soll ein unkomplizierter Übergang in die geförderte private Altersvorsorge möglich sein.

Wichtig zur Einordnung: Es handelt sich bislang um Kabinetts-Eckpunkte, das Gesetz und die technische Umsetzung stehen noch aus. Geplant ist ein rückwirkendes Inkrafttreten zum 1. Januar 2026, die praktische Auszahlung dürfte sich aber verzögern. Verlassen sollten Sie sich auf die Förderung also noch nicht, im Auge behalten lohnt sich aber. Sie kann ein eigenes Junior-Depot sinnvoll ergänzen, ersetzt es aber nicht.

Steuern: Kinder haben eigene Freibeträge

Ein oft unterschätzter Vorteil: Ein Depot auf den Namen des Kindes nutzt die Steuerfreibeträge des Kindes, nicht die der Eltern. Konkret stehen jedem Kind zu (Werte für 2026):

  • Sparerpauschbetrag: 1.000 Euro pro Jahr. Bis zu dieser Höhe bleiben Kapitalerträge wie Zinsen, Dividenden und Kursgewinne von der Abgeltungsteuer befreit, wenn ein Freistellungsauftrag erteilt wurde.
  • Grundfreibetrag: 12.348 Euro pro Jahr. Bis zu dieser Höhe bleibt das zu versteuernde Einkommen einkommensteuerfrei. Hat das Kind keine weiteren Einkünfte, können über eine sogenannte Nichtveranlagungsbescheinigung auch Kapitalerträge oberhalb des Sparerpauschbetrags steuerfrei vereinnahmt werden.

In der Summe kann ein Kind ohne weitere Einkünfte so jährlich einen deutlich fünfstelligen Betrag an Kapitalerträgen steuerfrei erzielen. Das macht das Junior-Depot steuerlich besonders attraktiv. Ein Freistellungsauftrag bei der Bank verhindert, dass vorab Steuer einbehalten wird; ohne Nichtveranlagungsbescheinigung lässt sich zu viel gezahlte Steuer alternativ über die Steuererklärung des Kindes zurückholen.

Aufpassen: Familienversicherung und BAföG

Das auf den Namen des Kindes laufende Vermögen gehört rechtlich dem Kind, nicht den Eltern. Daraus ergeben sich zwei praktische Stolperfallen, die Sie kennen sollten:

Familienversicherung: Kinder sind in der gesetzlichen Krankenversicherung beitragsfrei familienversichert, solange ihr eigenes Gesamteinkommen eine monatliche Grenze nicht überschreitet. Diese Grenze liegt 2026 bei 565 Euro im Monat. Kapitalerträge zählen dabei mit, allerdings erst oberhalb des Sparerpauschbetrags von 1.000 Euro pro Jahr. Bei normalen Sparplänen ist das in der Regel unproblematisch, bei einem großen Depot mit hohen Ausschüttungen oder realisierten Gewinnen kann die Grenze aber gerissen werden, was die beitragsfreie Mitversicherung beendet.

BAföG: Beantragt das Kind später eine Ausbildungs- oder Studienförderung, wird sein eigenes Vermögen ab einem Freibetrag angerechnet und kann die Förderung mindern. Wer hohe Summen aufbaut, sollte das im Hinterkopf behalten. Eine Alternative ist, das Geld zunächst auf einem Depot der Eltern anzusparen und erst später zu übertragen, was allerdings die kindlichen Steuerfreibeträge nicht nutzt. Hier gibt es kein pauschal richtiges Vorgehen, es ist eine Abwägung zwischen Steuervorteil und Flexibilität.

Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine individuelle Steuer- oder Rechtsberatung. Bei größeren Beträgen oder konkreten Fragen lohnt der Gang zu einer Steuerberatung.

Junior-Depot oder Sparkonto eröffnen: so geht es

Für die Eröffnung eines Sparkontos, Sparplans oder Depots auf den Namen des Kindes benötigen Sie in der Regel die Geburtsurkunde des Kindes sowie die Ausweise beider sorgeberechtigter Elternteile. Bei alleinigem Sorgerecht ist ein entsprechender Nachweis erforderlich. Möchten Großeltern für ein Enkelkind sparen, brauchen sie die Zustimmung der Eltern. Anschließend sollten Sie einen Freistellungsauftrag einrichten, damit die Steuerfreibeträge des Kindes greifen.

Fazit

Für Kinder zu sparen ist vor allem ein Geschenk an die Zukunft: Je früher es losgeht, desto stärker arbeitet der Zinseszins. Für kurze Ziele bleiben Tagesgeld und Festgeld die sichere Wahl, für den langfristigen Aufbau ist ein Junior-Depot mit breit gestreutem ETF-Sparplan in der Regel überlegen, auch dank der eigenen Steuerfreibeträge des Kindes. Behalten Sie dabei die Grenzen für Familienversicherung und BAföG im Blick und beobachten Sie, wie sich die geplante Frühstart-Rente konkretisiert. Wichtig bleibt: breit streuen, niedrige Kosten wählen, regelmäßig und mit langem Atem investieren.


Transparenzhinweis: Einige Links in diesem Artikel sind Affiliate-Links. Eröffnen Sie über einen solchen Link ein Depot, erhalten wir unter Umständen eine Vergütung. Für Sie entstehen dadurch keine Mehrkosten. Auf unsere redaktionelle Einschätzung hat das keinen Einfluss. Dieser Beitrag stellt keine Anlage- oder Steuerberatung dar.

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