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Smart Beta ETF: Lohnt sich das?

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In diesem Artikel erfährst du, was Smart Beta ETFs sind, wie sie funktionieren und welche Vor- und Nachteile sie für deutsche Anleger bieten. Lohnt sich das Investment?

Smart Beta ETF: Lohnt sich das?

In den letzten Jahren haben Smart Beta ETFs immer mehr Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Doch was genau sind Smart Beta ETFs, wie funktionieren sie und lohnt sich ein Investment für deutsche Privatanleger? In diesem Artikel gehen wir diesen Fragen auf den Grund und zeigen dir, welche Vor- und Nachteile Smart Beta ETFs bieten können.

Was sind Smart Beta ETFs?

Smart Beta ETFs sind eine Art von börsengehandelten Fonds, die versuchen, die Vorteile von passiven Indexfonds und aktiven Investmentstrategien zu kombinieren. Statt einfach einen Marktindex wie den DAX oder den MSCI World nachzubilden, setzen Smart Beta ETFs auf bestimmte Faktoren wie Value, Wachstum, Qualität oder Momentum, um eine Outperformance gegenüber dem zugrunde liegenden Index zu erzielen.

Die Idee hinter Smart Beta ist, dass durch die gezielte Auswahl von Aktien, die bestimmte Kriterien erfüllen, ein Portfolio zusammengestellt werden kann, das eine bessere Rendite bietet als ein herkömmlicher Indexfonds. Hierbei werden quantitative Modelle und Regeln angewendet, um die Aktienauswahl zu steuern, wodurch Smart Beta ETFs auch als "regelbasierte" oder "strategische" ETFs bezeichnet werden.


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Wie funktionieren Smart Beta ETFs?

Um zu verstehen, wie Smart Beta ETFs funktionieren, werfen wir einen Blick auf die verschiedenen Faktoren, auf die sie setzen können:

  1. Value: Der Value-Faktor zielt darauf ab, unterbewertete Aktien zu identifizieren, die aufgrund von Bewertungskennzahlen wie dem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV), dem Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) oder der Dividendenrendite attraktiv erscheinen. Beispiel: iShares MSCI World Value Factor UCITS ETF (ISIN: IE00BP3QZB59, WKN: A1103G)
  2. Wachstum: Wachstumsaktien sind Unternehmen, die überdurchschnittlich hohe Wachstumsraten bei Umsatz und Gewinn aufweisen. Der Wachstumsfaktor konzentriert sich auf solche Aktien, in der Hoffnung, dass sie weiterhin hohe Renditen erzielen werden. Beispiel: iShares Edge MSCI World Momentum Factor UCITS ETF (ISIN: IE00BP3QZD73, WKN: A1103N)
  3. Qualität: Der Qualitätsfaktor legt den Fokus auf Unternehmen mit stabilen Bilanzen, einer hohen Profitabilität und einer starken Marktposition. Solche Unternehmen gelten als weniger riskant und können in wirtschaftlich unsicheren Zeiten besser performen. Beispiel: iShares Edge MSCI World Quality Factor UCITS ETF (ISIN: IE00BP3QZ825, WKN: A1103D)
  4. Momentum: Der Momentum-Faktor berücksichtigt Aktien, die in der jüngeren Vergangenheit eine starke Performance aufweisen. Die Idee ist, dass sich positive Kursentwicklungen fortsetzen und Anleger von dieser Dynamik profitieren können. Beispiel: iShares Edge MSCI World Momentum Factor UCITS ETF (ISIN: IE00BP3QZB59, WKN: A1103G)

Ein Smart Beta ETF kann auf einen oder mehrere dieser Faktoren setzen, um eine Outperformance gegenüber dem zugrunde liegenden Index zu erzielen. Dabei werden die Aktien im Portfolio regelmäßig überprüft und angepasst, um sicherzustellen, dass sie den gewählten Kriterien entsprechen. Die Gewichtung der einzelnen Aktien kann dabei gleichgewichtet, marktkapitalisierungsgewichtet oder nach anderen Regeln erfolgen.


Beispiele für beliebte Strategien

Die beliebtesten Smart Beta ETFs decken unterschiedliche Strategien und Anlagethemen ab, um Anlegern eine breite Palette von Optionen zu bieten. Hier sind einige der populärsten Smart Beta ETFs in verschiedenen Kategorien:

  • Low-Volatility ETF: Der iShares Edge MSCI World Minimum Volatility UCITS ETF (ISIN: IE00B8FHGS14, WKN: A1J781) zielt darauf ab, ein Portfolio mit geringerer Volatilität als der MSCI World Index zu bieten, um Anlegern ein stabileres Investment zu ermöglichen.
  • Multi-Faktor ETF: Der iShares Edge MSCI World Multifactor UCITS ETF (ISIN: IE00BP3QZQ88, WKN: A1103K) kombiniert mehrere Faktoren wie Value, Qualität, Wachstum und Momentum, um ein diversifiziertes und ausgewogenes Portfolio anzubieten.
  • Dividenden-orientierter ETF: Der SPDR S&P Global Dividend Aristocrats UCITS ETF (ISIN: IE00B9CQXS71, WKN: A1T8GD) investiert in globale Unternehmen mit langjähriger Dividendenhistorie und bietet Anlegern die Möglichkeit, von regelmäßigen Erträgen zu profitieren.
  • ESG-integrierter ETF: Der UBS ETF MSCI World Socially Responsible UCITS ETF (ISIN: LU0629459743, WKN: A1JA1R) berücksichtigt sowohl Smart Beta-Strategien als auch ESG-Kriterien, um ein nachhaltiges und potenziell outperformendes Portfolio zu erstellen.

Vor- und Nachteile von Smart Beta ETFs

Wie bei jeder Anlagestrategie gibt es auch bei Smart Beta ETFs sowohl Vor- als auch Nachteile:

Vorteile:

  1. Potenzial für höhere Renditen: Durch die gezielte Auswahl von Aktien nach bestimmten Faktoren können Smart Beta ETFs das Potenzial haben, eine höhere Rendite als herkömmliche Indexfonds zu erzielen.
  2. Diversifikation: Smart Beta ETFs bieten Anlegern eine Möglichkeit, ihr Portfolio über verschiedene Faktoren zu diversifizieren und so das Risiko zu reduzieren.
  3. (Halbwegs) Transparente und regelbasierte Strategie: Da Smart Beta ETFs auf festen Regeln und quantitativen Modellen basieren, ist ihre Strategie transparent und nachvollziehbar, im Gegensatz zu einigen aktiven Fonds, bei denen die Anlageentscheidungen oft im Verborgenen liegen.

Nachteile:

  1. Höhere Kosten: Smart Beta ETFs haben in der Regel höhere Managementgebühren als herkömmliche Indexfonds, da sie aufwändigere Strategien verfolgen. Dies kann die Rendite schmälern.
  2. Keine Garantie für Outperformance: Trotz der gezielten Aktienauswahl gibt es keine Garantie, dass Smart Beta ETFs tatsächlich eine bessere Performance als der zugrunde liegende Index erzielen.
  3. Komplexität: Die verschiedenen Faktoren und Strategien von Smart Beta ETFs können für Anleger schwer verständlich sein, insbesondere für Einsteiger.

Lohnt sich das Investment in Smart Beta ETFs für Privatanleger?

Ob sich ein Investment in Smart Beta ETFs für Privatanleger lohnt, hängt von den individuellen Zielen und dem Risikoprofil ab. Smart Beta ETFs können eine sinnvolle Ergänzung im Portfolio sein, wenn du auf der Suche nach einer gezielten Diversifikation über verschiedene Faktoren bist oder das Potenzial für eine höhere Rendite anstrebst.

Allerdings solltest du dabei auch die höheren Kosten im Blick behalten und prüfen, ob diese durch eine potenzielle Outperformance gerechtfertigt sind. Zudem ist es wichtig, die verschiedenen Faktoren und Strategien der Smart Beta ETFs zu verstehen und eine Auswahl zu treffen, die deinen Anlagezielen entspricht.

Ein Beispiel für einen beliebten Smart Beta ETF ist der iShares Edge MSCI World Quality Factor UCITS ETF (ISIN: IE00BP3QZ825, WKN: A1103D), der sich auf den Qualitätsfaktor konzentriert und den MSCI World Index als Vergleichsindex verwendet.


Video: Schlagen diese ETFs den Markt?


Fazit

Smart Beta ETFs bieten eine interessante Möglichkeit, um gezielt in bestimmte Faktoren zu investieren und dadurch das Potenzial für eine höhere Rendite zu nutzen. Sie können für deutsche Privatanleger eine sinnvolle Ergänzung im Portfolio sein, insbesondere wenn sie auf der Suche nach einer gezielten Diversifikation oder einer Outperformance gegenüber herkömmlichen Indexfonds sind. Allerdings sollte man sich der höheren Kosten und der Komplexität von Smart Beta ETFs bewusst sein und sorgfältig prüfen, ob diese Anlagestrategie den eigenen Zielen und dem Risikoprofil entspricht.

Bei der Auswahl von Smart Beta ETFs ist es ratsam, auf transparente und kosteneffiziente Produkte zu achten und die verschiedenen Faktoren und Strategien genau zu verstehen, um eine fundierte Entscheidung treffen zu können. Zudem sollte man stets im Hinterkopf behalten, dass es keine Garantie für eine Outperformance gibt, und das Portfolio regelmäßig überprüfen und gegebenenfalls anpassen.

Insgesamt können Smart Beta ETFs eine interessante Ergänzung im Portfolio von  Privatanlegern sein, wenn sie gut informiert und diszipliniert an diese Anlagestrategie herangehen und realistische Erwartungen an die Rendite haben. Im Zweifel kann es sinnvoll sein, sich professionellen Rat einzuholen oder auf bewährte, breit gestreute ETFs wie den iShares Core MSCI World UCITS ETF (ISIN: IE00B4L5Y983, WKN: A0RPWH) oder den Xtrackers MSCI All World UCITS ETF (ISIN: IE00BM67HK77, WKN: A1XB5U) zu setzen, die eine kosteneffiziente und diversifizierte Basis für den langfristigen Vermögensaufbau bieten.

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