Das 3-Schichten-Modell der Altersvorsorge: Basis, Förderung, private Vorsorge (2026)
Entdecken Sie im Blog-Artikel, wie das Schichtenmodell Ihnen als klare Struktur dient, um strategisch ein beachtliches Vermögen aufzubauen und für jede Lebensphase finanziell vorzusorgen.
Das 3-Schichten-Modell der Altersvorsorge verständlich erklärt
Seit der Alterseinkünfte-Reform ordnet der Gesetzgeber die Altersvorsorge in Deutschland nicht mehr nach Anbietern, sondern nach steuerlicher Behandlung. Daraus entstand das sogenannte 3-Schichten-Modell. Es unterteilt die gesamte Vorsorge in drei Ebenen: die Basisversorgung (Schicht 1), die geförderte Zusatzvorsorge (Schicht 2) und die private Vorsorge (Schicht 3). Jede Schicht folgt eigenen Regeln bei Förderung, Besteuerung und Verfügbarkeit.
Dieser Beitrag erklärt, wie die drei Schichten funktionieren, welche Steuer- und Förderregeln 2026 gelten und wo ein flexibler ETF-Sparplan gegenüber klassischen Vorsorgeprodukten oft die Nase vorn hat. Er ist als allgemeine Information gedacht und ersetzt keine individuelle Steuer- oder Anlageberatung.
Schicht 1: Basisversorgung (gesetzliche Rente und Rürup)
Die erste Schicht bildet das Fundament der Altersvorsorge. Dazu zählen die gesetzliche Rentenversicherung, berufsständische Versorgungswerke sowie die private Rürup-Rente (Basisrente). Gemeinsames Merkmal: Das angesparte Kapital ist lebenslang als Rente gebunden, nicht kündbar, nicht vererbbar im klassischen Sinne und nicht als Einmalbetrag auszahlbar.
Steuerlich gilt die nachgelagerte Besteuerung. Beiträge lassen sich in der Ansparphase als Sonderausgaben absetzen, dafür wird die spätere Rente besteuert. Seit 2025 sind 100 Prozent der Beiträge bis zum Höchstbetrag abziehbar. Für 2026 liegt der Höchstbetrag bei 30.826 Euro für Alleinstehende und 61.652 Euro für zusammen veranlagte Ehepaare (Quelle: pandotax, bestätigt durch versicherungsmakler.ac).
Auf der Auszahlungsseite steigt der steuerpflichtige Anteil der Rente jährlich. Wer 2026 in Rente geht, versteuert 84 Prozent der Rente; für spätere Jahrgänge steigt der Anteil bis 2058 auf 100 Prozent (Quelle: LV 1871, bestätigt durch versicherungsmakler.ac).
Die Rürup-Rente lohnt sich vor allem für Selbstständige und Gutverdiener mit hohem Grenzsteuersatz, die keinen Zugang zur betrieblichen Vorsorge haben. Der Preis für den Steuervorteil ist geringe Flexibilität. Details dazu findest du in unserem Ratgeber zur Rürup-Rente.
Schicht 2: Geförderte Zusatzvorsorge (bAV und Riester)
Die zweite Schicht umfasst die staatlich geförderte Zusatzvorsorge. Klassisch gehören dazu die betriebliche Altersvorsorge (bAV) und die Riester-Rente. Auch hier sind die Produkte in der Regel als lebenslange Rente ausgestaltet und in der Verfügbarkeit eingeschränkt.
Betriebliche Altersvorsorge (bAV)
Bei der Entgeltumwandlung fließen Beiträge aus dem Bruttogehalt in die Vorsorge. 2026 können bis zu 8 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze steuerfrei eingezahlt werden, das sind 8.112 Euro pro Jahr; davon bleiben 4 Prozent (4.056 Euro) auch sozialabgabenfrei, also bis zu 338 Euro im Monat (Quelle: gehalt-optimieren.de, bestätigt durch brandconsult). Die Beitragsbemessungsgrenze liegt 2026 bei 101.400 Euro jährlich. Seit 2022 muss der Arbeitgeber bei Entgeltumwandlung mindestens 15 Prozent Zuschuss geben, sofern er selbst Sozialabgaben spart. Ehrlich betrachtet: Auf die spätere Betriebsrente fallen im Regelfall Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge an, was die Nettorendite mindert. Vor- und Nachteile beleuchten wir im Beitrag zur betrieblichen Altersvorsorge.
Riester-Rente und das neue Altersvorsorgedepot ab 2027
Die Riester-Rente wird reformiert. Bundestag (27. März 2026) und Bundesrat (8. Mai 2026) haben beschlossen, dass ab dem 1. Januar 2027 keine neuen Riester-Verträge mehr abgeschlossen werden können (Quelle: Bundesfinanzministerium, bestätigt durch Deutscher Bundestag). Bestehende Verträge genießen Bestandsschutz und laufen mit bisheriger Förderung weiter; ein automatischer Wechsel erfolgt nicht.
Für bestehende Riester-Verträge gelten 2026 unverändert die Grundzulage von 175 Euro, die Kinderzulage von 300 Euro (185 Euro für vor 2008 geborene Kinder) sowie ein förderfähiger Höchstbetrag von 2.100 Euro pro Jahr (Quelle: transparent-beraten, bestätigt durch Deutsche Rentenversicherung).
Ab 2027 tritt an die Stelle von Riester das Altersvorsorgedepot: ein renditeorientiertes Produkt ohne verpflichtende Kapitalgarantie, in dem man mit Aktien, Fonds und ETFs für das Alter sparen kann. Die Förderung beträgt 50 Cent je eingezahltem Euro bis 360 Euro sowie weitere 25 Cent je Euro bis 1.800 Euro Eigenbeitrag pro Jahr, dazu eine Kinderzulage und ein einmaliger Berufseinsteigerbonus von 200 Euro für unter 25-Jährige (Quelle: Bundesfinanzministerium, bestätigt durch Bundesregierung).
Schicht 3: Private Vorsorge (Fondspolice und ETF-Sparplan)
Die dritte Schicht ist die frei verfügbare private Vorsorge. Hierzu zählen unter anderem die private Rentenversicherung, fondsgebundene Policen (Fondspolicen) und der klassische ETF-Sparplan. Es gibt keine staatliche Zulage und keinen Sonderausgabenabzug in der Ansparphase, du sparst aus versteuertem Einkommen. Dafür bist du maximal flexibel: keine Rentenpflicht, jederzeit verfügbar, frei vererbbar.
Für den ETF-Sparplan gelten die normalen Kapitalertragsregeln: 25 Prozent Abgeltungsteuer plus Solidaritätszuschlag (rund 26,375 Prozent, gegebenenfalls Kirchensteuer), ein Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro (2.000 Euro bei Zusammenveranlagung) und eine Teilfreistellung von 30 Prozent bei Aktien-ETFs. Zu beachten ist die Vorabpauschale, deren Basiszins für 2026 bei 3,20 Prozent liegt (Quelle: BMF-Schreiben vom 13.01.2026).
Eine ausführliche Gegenüberstellung von Police und Sparplan findest du im Ratgeber zur privaten Rentenversicherung. Wer einen ETF-Sparplan aufsetzen möchte, sollte auf niedrige Ordergebühren und ein breites Sparplan-Angebot achten; Anbieter wie Scalable Capital bieten kostenlose ETF-Sparpläne an.
Die drei Schichten im Überblick
Wie sich Förderung, Besteuerung und Verfügbarkeit je Schicht unterscheiden, zeigt die folgende Übersicht (Stand: Juli 2026):
| Schicht | Produkte | Förderung / Steuer in der Ansparphase | Verfügbarkeit |
|---|---|---|---|
| 1. Basisversorgung | Gesetzliche Rente, Rürup/Basisrente | Sonderausgabenabzug bis 30.826 € (Ledige, 2026); Rente nachgelagert besteuert | Nur als lebenslange Rente, nicht kündbar |
| 2. Geförderte Zusatzvorsorge | bAV, Riester (Neuabschluss bis Ende 2026), ab 2027 Altersvorsorgedepot | bAV: bis 8.112 € steuerfrei; Riester: Zulagen; nachgelagerte Besteuerung | Überwiegend als Rente, eingeschränkt verfügbar |
| 3. Private Vorsorge | Fondspolice, private Rentenversicherung, ETF-Sparplan | Keine Förderung; ETF-Sparplan: 25 % Abgeltungsteuer + Soli, 30 % Teilfreistellung | Frei verfügbar und vererbbar |
Die richtige Gewichtung hängt von deiner individuellen Situation ab. Als grobe Orientierung: Schicht 1 sichert das Fundament, Schicht 2 nutzt Förderung und Arbeitgeberzuschuss, Schicht 3 liefert Flexibilität und Liquidität.

Praktische Umsetzung und regelmäßige Überprüfung
Beginne mit einer Bestandsaufnahme: Welche gesetzliche Rente ist zu erwarten (Renteninformation), welche Vorsorge läuft bereits? Danach schließt du die größten Lücken zuerst. Oft ist die Reihenfolge sinnvoll: Notgroschen aufbauen, Arbeitgeberzuschuss der bAV mitnehmen, dann breit gestreut in Schicht 3 investieren. Steuerliche Vorteile aus Schicht 1 und 2 lohnen sich besonders bei hohem Grenzsteuersatz.
Wichtig ist die regelmäßige Überprüfung. Gesetzliche Rahmenbedingungen ändern sich, wie die Riester-Reform zeigt. Auch persönliche Ziele und das Marktumfeld wandeln sich, etwa das Zinsumfeld. Die EZB hat den Einlagesatz im Juni 2026 erstmals seit 2023 wieder erhöht, auf 2,25 Prozent. Prüfe deine Strategie daher mindestens einmal jährlich.
Die goldene Regel: Diversifikation
Über alle Schichten hinweg gilt: Streue breit. Verlasse dich nicht auf ein einzelnes Produkt oder eine einzelne Anlageklasse. Diversifikation gilt horizontal über verschiedene Anlageklassen und Vorsorgeformen hinweg sowie vertikal innerhalb einer Anlageklasse, etwa über Regionen und Branchen im Aktienanteil.

Häufige Fragen zum 3-Schichten-Modell
Was ist das 3-Schichten-Modell der Altersvorsorge?
Was bedeutet nachgelagerte Besteuerung?
Kann ich noch eine Riester-Rente abschließen?
Ist ein ETF-Sparplan besser als eine Fondspolice?
Welche Schicht sollte ich zuerst nutzen?
Stand: Juli 2026. Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und stellt keine Steuer- oder Anlageberatung dar. Angaben zu Steuer und Förderung können sich ändern. Der mit "og" gekennzeichnete Link ist ein Affiliate-Link: Schließt du darüber ab, erhalten wir ggf. eine Provision, für dich ohne Mehrkosten.
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