ETF kaufen: Auf diese Kriterien solltest Du achten
Suchst Du nach einer attraktiven Geldanlage mit einer guten Risikostreuung, kannst Du Anteile an einem ETF kaufen. Der ETF bildet einen Index nach und ist für verschiedene Anlageklassen verfügbar. Du musst den richtigen ETF auswählen und ein Depot bei einem Broker eröffnen.
Du willst ETFs kaufen, weißt aber nicht, wo du anfangen sollst? Die gute Nachricht: Der Einstieg ist 2026 einfacher und günstiger als je zuvor. Viele Broker führen das Depot gratis, ETF-Sparpläne sind bei den meisten Anbietern kostenlos, und schon ein Euro reicht aus, um loszulegen. In dieser Anleitung gehen wir Schritt für Schritt durch, wie du deinen ersten ETF kaufst, worauf du bei der Auswahl achtest und welche Kosten wirklich anfallen.
Stand: Juni 2026
ETF kaufen in 5 Schritten: der Schnellüberblick
Bevor wir ins Detail gehen, hier der Ablauf in Kurzform. Mehr braucht es nicht, um investiert zu sein:
- Depot eröffnen bei einem Online-Broker oder einer Direktbank (kostenlos, etwa 10 Minuten online).
- ETF auswählen und die ISIN notieren, etwa einen breit gestreuten Welt-ETF.
- Sparplan oder Einmalkauf wählen, je nachdem, ob du regelmäßig oder einmalig investierst.
- Order aufgeben über die Suche per ISIN, Stückzahl oder Betrag und Ordertyp festlegen.
- Ausführung prüfen und entspannt liegen lassen. ETFs sind ein Langfrist-Investment.
Warum überhaupt ETF-Anteile kaufen?
ETF steht für Exchange Traded Fund, also einen börsengehandelten Fonds. Der Kauf von ETF-Anteilen bringt mehrere Vorteile mit sich:
- Breite Risikostreuung: Ein ETF bildet einen kompletten Index nach. Das streut das Risiko deutlich besser als der Kauf einzelner Aktien. Der MSCI World etwa deckt mehr als 1.300 Einzeltitel aus 23 Industrieländern ab.
- Kostengünstig: ETFs werden passiv verwaltet. Hohe Managementgebühren oder Ausgabeaufschläge wie bei aktiven Fonds entfallen. Die laufende Gesamtkostenquote (TER) liegt bei vielen Welt-ETFs heute zwischen 0,10 und 0,20 Prozent pro Jahr.
- Langfristiger Vermögensaufbau: Besonders breit gestreute Indizes wie der FTSE All-World, der rund 4.000 Aktien umfasst, bieten über lange Zeiträume solide Renditechancen. Mehr dazu in unserem ETF-Ratgeber: "Think long-term".
- Sparplanfähig: ETFs lassen sich in Sparpläne packen, mit denen du regelmäßig kleine Beträge investierst. Bei vielen Brokern geht das schon ab 1 Euro im Monat. Welcher Anbieter am besten passt, zeigt unser ETF-Sparplan-Vergleich.
- Dividenden nach Wahl: Du entscheidest zwischen ausschüttenden ETFs, die Dividenden auszahlen, und thesaurierenden ETFs, die sie automatisch wieder anlegen.
Ein oft unterschätzter Punkt: ETFs gelten rechtlich als Sondervermögen. Geht der Anbieter pleite, fällt dein investiertes Geld nicht in die Insolvenzmasse, sondern bleibt geschützt. Wie sich ETFs von ähnlichen Produkten unterscheiden, erklären wir im Artikel ETF, ETC, ETN, WTF? Diese Abkürzungen musst du kennen.
Eines sollte klar sein: Renditen der Vergangenheit sind keine Garantie für die Zukunft. Kurse schwanken, und in schlechten Börsenjahren kann dein Depot zeitweise im Minus stehen. Wer ETFs als langfristiges Investment versteht und Schwankungen aussitzt, hat historisch aber gute Karten gehabt.
Schritt 1: Das passende Depot eröffnen
Ohne Wertpapierdepot kein ETF-Kauf. Das Depot ist im Grunde ein Konto, in dem deine Wertpapiere verwahrt werden. Eröffnen kannst du es bei einem Online-Broker oder einer Direktbank, in der Regel komplett online per Video- oder PostIdent-Verfahren in rund 10 bis 15 Minuten.
2026 ist die Depotführung bei fast allen relevanten Anbietern kostenlos. Worauf es bei der Auswahl ankommt: die Kosten pro Order, das Angebot an kostenlosen Sparplänen, die verfügbaren Handelsplätze und der Funktionsumfang der App. Ein paar bewährte Anbieter im Überblick:
| Broker | Depotgebühr | ETF-Sparplan | Einzelorder | Besonderheit |
|---|---|---|---|---|
| Trade Republic | 0 € | kostenlos, ab 1 € | 1 € pro Order | Schlanke App, rund 2.900 Sparpläne |
| Scalable Capital | 0 € (FREE Broker) | kostenlos, ab 1 € | 0,99 € (FREE) bzw. 0 € im PRIME+ | Über 3.000 ETFs, PRIME+ ab 4,99 €/Monat |
| ING | 0 € | kostenlos, ab 1 € | 4,90 € + 0,25 % (max. 69,90 €) | Direktbank mit Girokonto, viele Aktions-ETFs gratis ab 500 € |
| Traders Place | 0 € | kostenlos, ab 1 € | 0 € ab 500 €, sonst 1 € | Über 1.850 sparplanfähige ETFs |
Die Konditionen unterscheiden sich vor allem beim Einzelkauf. Wer rein per Sparplan investiert, fährt bei allen vier Anbietern kostenlos. Wer regelmäßig größere Einmalbeträge anlegt, schaut genauer auf die Ordergebühr. Einen vollständigen, regelmäßig aktualisierten Überblick liefert unser ETF-Broker-Vergleich.
Schritt 2: Den richtigen ETF auswählen
Steht das Depot, geht es an die Auswahl. Jeder ETF hat eine eindeutige zwölfstellige Kennnummer, die ISIN (International Securities Identification Number). Mit ihr findest du den exakten Fonds in der Suche deines Brokers, ohne ihn mit ähnlich klingenden Produkten zu verwechseln. Notiere dir die ISIN deines Wunsch-ETFs, bevor du die Order aufgibst.
Bei der Auswahl solltest du auf folgende Kriterien achten:
- Abgebildeter Index: Je breiter der Index, desto besser die Streuung. Klassiker sind der MSCI World, der S&P 500 oder, für den Heimatmarkt, der DAX.
- Gesamtkostenquote (TER): So niedrig wie möglich. Bei großen Welt-ETFs sind 0,10 bis 0,20 Prozent pro Jahr üblich, breitere Spezial-ETFs liegen höher.
- Fondsvolumen: Mindestens rund 100 Millionen Euro gelten als sicheres Zeichen dafür, dass ein ETF wirtschaftlich betrieben und nicht geschlossen wird. Bei den großen Welt-ETFs sind es längst Milliardenbeträge.
- Fondsalter: Ein ETF, der seit mindestens fünf Jahren am Markt ist, lässt sich besser beurteilen. Welche Fonds besonders lange dabei sind, zeigen wir bei den ältesten ETFs.
- Ertragsverwendung: Ausschüttend (Dividenden werden ausgezahlt) oder thesaurierend (Dividenden werden automatisch reinvestiert). Für den langfristigen Vermögensaufbau wird oft die thesaurierende Variante gewählt.
- Replikationsmethode: Physisch replizierende ETFs kaufen die enthaltenen Wertpapiere tatsächlich, synthetische bilden den Index über ein Tauschgeschäft (Swap) ab. Viele Anleger bevorzugen die physische Replikation.
Schritt 3: Sparplan oder Einmalkauf?
Jetzt entscheidest du, wie du investierst. Beide Wege haben ihre Berechtigung, und viele kombinieren sie.
Der ETF-Sparplan
Beim Sparplan investierst du automatisch einen festen Betrag in einem festen Rhythmus, etwa monatlich. Das Sparintervall ist je nach Broker monatlich, zweimonatlich, vierteljährlich oder bei manchen Anbietern sogar wöchentlich wählbar. Die Mindestrate liegt 2026 bei vielen Brokern bei nur 1 Euro, und die Ausführung ist bei den meisten Anbietern kostenlos.
Der große Vorteil: Du musst nicht den perfekten Einstiegszeitpunkt treffen. Über den Cost-Average-Effekt kaufst du bei niedrigen Kursen automatisch mehr Anteile, bei hohen weniger. Außerdem bleibst du flexibel, denn Rate und Intervall lassen sich jederzeit anpassen oder pausieren. Welcher Broker welche Konditionen bietet, klärt der Sparplan-Vergleich. Mehr zu langfristigen Buy-and-Hold-Strategien liest du in unserem Artikel 10 Vanguard-ETFs für Buy & Hold.
Der Einmalkauf
Beim Einmalkauf investierst du einen größeren Betrag auf einen Schlag. Wie viele Anteile du erhältst, hängt vom aktuellen Kurs ab. Diese Variante eignet sich, wenn du eine größere Summe zur Verfügung hast, etwa aus einer Erbschaft, einer Bonuszahlung oder angesparten Rücklagen. Hier lohnt der Blick auf die Ordergebühr deines Brokers, weil sie pro Kauf anfällt.
Schritt 4: Die Order aufgeben
Hast du dich entschieden, gibst du die Order auf. Bei einem Sparplan legst du einmalig Betrag und Intervall fest, danach läuft alles automatisch. Beim Einmalkauf suchst du den ETF per ISIN, gibst die gewünschte Stückzahl oder den Betrag ein und wählst Handelsplatz und Ordertyp. Diese beiden Ordertypen solltest du kennen:
- Market-Order (Billigst/Bestens): Wird sofort zum nächstmöglichen Kurs ausgeführt. Schnell und einfach, aber du kennst den genauen Preis erst nach der Ausführung. Für liquide Welt-ETFs in normalen Handelszeiten meist unproblematisch.
- Limit-Order: Du legst einen Höchstpreis (beim Kauf) fest, zu dem maximal ausgeführt wird. Die Order kommt nur zustande, wenn der Kurs dein Limit erreicht. So vermeidest du böse Überraschungen bei schwankenden Kursen, riskierst aber, dass die Order nicht ausgeführt wird. Gerade bei größeren Beträgen oder dünn gehandelten ETFs ist ein Limit sinnvoll.
Handelsplatz und Handelszeit
Beim Kauf wählst du einen Handelsplatz. Das können klassische Börsen wie Xetra oder Gettex sein oder außerbörsliche Direkthandelspartner wie Tradegate. Xetra ist der mit Abstand umsatzstärkste Handelsplatz für ETFs in Deutschland und bietet meist enge Spannen zwischen An- und Verkaufskurs (Spread).
Ein praktischer Tipp zur Handelszeit: Kaufe ETFs möglichst während der regulären Xetra-Handelszeiten von 9:00 bis 17:30 Uhr. In dieser Zeit ist die Liquidität am höchsten und der Spread am engsten. Direkt zur Eröffnung, kurz vor Schluss oder außerhalb der Börsenzeiten können die Spreads breiter ausfallen, was den Kauf unnötig verteuert. Bei US-lastigen Indizes wie dem S&P 500 lohnt sich oft der Nachmittag, wenn auch die US-Börsen geöffnet sind.
Schritt 5: Kosten im Blick behalten
Die Kosten beim ETF-Kauf sind 2026 niedrig, aber nicht null. Es lohnt sich, sie zu kennen:
- Laufende Fondskosten (TER): Die Gesamtkostenquote wird direkt im Fonds verrechnet, du zahlst sie nicht separat. Bei großen Welt-ETFs liegt sie meist zwischen 0,10 und 0,20 Prozent pro Jahr, bei Spezial-ETFs auch deutlich höher.
- Ordergebühr: Fällt beim Kauf und Verkauf an. Bei Neobrokern wie Trade Republic oft 1 Euro pauschal, bei Direktbanken teils prozentual mit Mindest- und Höchstbetrag.
- Sparplangebühr: Bei den meisten Brokern für ETF-Sparpläne 2026 komplett gestrichen.
- Spread: Die Differenz zwischen An- und Verkaufskurs am Handelsplatz. Indirekte Kosten, die du über die Wahl von Handelsplatz und Handelszeit gering halten kannst.
Ein kleiner, aber wichtiger Hinweis zu synthetischen ETFs: Hier können zusätzlich Swap-Gebühren anfallen. Auch auf Fondsebene entstehen Transaktionskosten, wenn der Anbieter das Portfolio an den Index anpasst. Beides ist in der Regel überschaubar, aber gut zu wissen.
Welche Anlageklasse passt zu dir?
Die meisten ETFs basieren auf Aktienindizes wie dem DAX, dem S&P 500 oder dem MSCI World. Diese schwanken stärker, bieten langfristig aber die besten Renditechancen. Wer mehr Stabilität sucht, kann beimischen:
- Anleihen-ETFs: Investieren in Staats- oder Unternehmensanleihen. Geringere Schwankung, meist auch geringere Rendite.
- Rohstoff-ETFs: Bilden einen Korb verschiedener Rohstoffe ab, sind aber oft volatiler.
- Immobilien-ETFs: Setzen auf börsennotierte Immobilienunternehmen (REITs).
- Geldmarkt-ETFs: Sehr sicher, aber mit niedriger Rendite. Eher zum kurzfristigen Parken von Geld geeignet.
Wie diese Anlageklassen sinnvoll zusammenspielen, erklärt unser Artikel über die Wechselwirkung verschiedener Anlageklassen.
Fazit: ETF kaufen ist 2026 einfach und günstig
Der Weg zum ersten ETF ist kurz: Depot eröffnen, ETF per ISIN auswählen, zwischen Sparplan und Einmalkauf entscheiden, Order aufgeben. Achte bei der Auswahl auf einen breit gestreuten Index, eine niedrige TER, ein ausreichendes Fondsvolumen und die zu dir passende Ertragsverwendung. Wer rein per Sparplan investiert, kommt bei den meisten Brokern komplett ohne Ordergebühren aus. Beim Einmalkauf lohnt der Blick auf Ordergebühr, Handelsplatz und Handelszeit. ETFs sind und bleiben ein Werkzeug für den langfristigen Vermögensaufbau, kurzfristige Kursschwankungen gehören dazu.
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