Börsen Oma: In diese 4 ETFs investierte Beate Sander

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Wer glaubt, dass nur Männer wissen, wie erfolgreich in Aktien investiert wird, der irrt. Beate Sander war eine Frau, die sich mit Investitionen auskannte. Sie war längst nicht so bekannt wie Warren Buffett, doch hat sie die richtigen Investitionen gefunden und Ratgeber zum Thema verfasst.

Börsen Oma: In diese 4 ETFs investierte Beate Sander

Die Börsen-Oma Beate Sander

Beate Sander, in vielen Medien liebevoll die "Börsen-Oma" genannt, begann ihre bemerkenswerte Laufbahn als Investorin erst 1996 im Alter von 59 Jahren. Mit rund 60.000 DM Startkapital kaufte sie ihre ersten Aktien und wurde über die Jahre zu einer der bekanntesten Privatanlegerinnen Deutschlands. Sie schrieb zahlreiche Ratgeber über Geldanlage und half vielen Einsteigern in die Börsenwelt. Ihr bekanntestes Werk, der Aktien- und Börsenführerschein, wurde ein Bestseller und erreichte zehn Auflagen.

Sander steigerte ihr Kapital nach eigenen Angaben innerhalb von etwa 15 Jahren auf eine Million Euro. Bis zu ihrem Tod am 28. September 2020 soll sie ihr Vermögen auf rund drei Millionen Euro ausgebaut haben. Sie war nicht nur Investorin, sondern auch eine Persönlichkeit, die vielen Menschen Mut machte, sich überhaupt mit dem Thema Geldanlage zu beschäftigen. Stand: Juni 2026.

Wichtig zur Einordnung: Solche Erfolgsgeschichten unterliegen dem sogenannten Survivorship Bias. Man liest von den Anlegern, deren riskante Einzelaktien-Wetten aufgingen, kaum von jenen, die mit einer ähnlichen Strategie viel Geld verloren. Sanders Ansatz war spekulativ und für die meisten Privatanleger nicht ohne Weiteres kopierbar. Wer Vermögen aufbauen möchte, fährt in der Regel mit einem breit gestreuten ETF ruhiger und verlässlicher. Wer sich für die dahinterstehende Denkweise interessiert, kann auch einen Blick auf Value Investing werfen, eine Methode, die von Warren Buffett populär gemacht wurde.

Das Leben und Schaffen von Beate Sander

Beate Sander wurde am 16. Dezember 1937 in Rostock geboren. Nach der Flucht ihrer Familie kam sie über Umwege nach Ulm. Dank einer Begabtenförderung konnte sie eine Ausbildung machen und arbeitete viele Jahre als Realschul- und Volkshochschullehrerin. Neben ihrer Tätigkeit als Lehrerin verfasste sie auch Ratgeber für Pädagogen.

Beate Sander war bis in ihr 66. Lebensjahr als Lehrerin tätig und daneben als Buchautorin und Kolumnistin aktiv. Am 28. September 2020 verstarb sie im Alter von 82 Jahren an einem Krebsleiden. Sie hinterließ ein publizistisches Werk, das bis heute viele Einsteiger anspricht.

Die Hoch-Tief-Mut-Strategie von Beate Sander

Beate Sander war überzeugt, dass Geld zu wertvoll sei, um es unverzinst auf dem Sparbuch liegen zu lassen. Sie ermutigte Menschen, ein Depot zu eröffnen und langfristig zu investieren. In ihren Einsteigerbüchern gab sie Tipps, wie man in Aktien und ETFs anlegt. Besonders während der Finanzkrise 2008 und im Corona-Crash 2020 nutzte sie gefallene Kurse für Zukäufe.

Ihr Ansatz beruhte auf drei Grundsätzen:

  • Mut
  • Ausdauer
  • Disziplin

Aus diesen Prinzipien entwickelte sie die sogenannte Hoch-Tief-Mut-Strategie. Die Idee: Aktien mit hohem Vervielfachungspotenzial identifizieren und günstig kaufen. Um Zukäufe zu finanzieren, verkaufte sie Teile von Positionen, die nahe ihrem Allzeithoch standen. So realisierte sie Gewinne und schichtete in vermeintlich aussichtsreichere Titel um. Dieser Ansatz setzte stark auf Einzelaktien und kleinere Werte und ähnelt in Teilen dem Small Cap-Ansatz. Er ist deutlich riskanter als ein breit gestreutes Weltportfolio und erfordert Zeit, Nerven und Erfahrung.

Bekannte Sprüche, die ihre Haltung zusammenfassen, sind:

  • "Meine besten Pferde bleiben im Stall"
  • "Breit gestreut, nie bereut"
  • "Ein lahmer DAX ist alles andere als ein Rennpferd."

Sander kaufte bevorzugt Aktien, die sie langfristig halten wollte. Sie setzte auf deutsche Dividendenwerte wie Allianz, BASF, Münchener Rück und die Deutsche Post und legte Dividenden konsequent wieder an, um vom Zinseszinseffekt zu profitieren. Neben dem DAX interessierten sie auch TecDAX, MDAX und SDAX. Wer die Rolle von Marktzyklen bei solchen Investments verstehen möchte, sollte sich den Konjunkturzyklus genauer ansehen.

Beate Sander setzte auf Nachhaltigkeit

Beate Sander interessierte sich früh für nachhaltige Geldanlagen. Sie investierte in Unternehmen mit Fokus auf umweltfreundliche Technologien, darunter das israelische Solarunternehmen SolarEdge, den finnischen Holz- und Papierproduzenten UPM-Kymmene und den norwegischen Hersteller von Leergutrücknahme-Automaten Tomra Systems.

Auch mit Wasserstoff-Titeln wie Nel ASA und ITM Power erzielte sie zeitweise hohe Buchgewinne, die sie über Teilverkäufe realisierte. Solche Titel sind allerdings extrem schwankungsanfällig: Auf Kursvervielfachungen folgten in den Jahren danach oft ebenso deutliche Einbrüche. Das zeigt, wie spekulativ diese Wetten waren. Wer sich für nachhaltige Investments interessiert, ohne auf einzelne Hochrisiko-Aktien zu setzen, findet im Thema ESG Investing einen breiter gestreuten Zugang.

ETFs als Alternative zu Einzelaktien

Beate Sander empfahl ausdrücklich auch ETFs, insbesondere für Einsteiger. ETFs bieten eine breite Risikostreuung und lassen sich günstig besparen. Sie riet dazu, auf breit gestreute Indizes wie den MSCI World zu setzen und ergänzend etwa Technologiewerte wie den Nasdaq 100 beizumischen. Zugleich betonte sie, dass auch bei ETFs Verluste möglich sind, und warnte vor dem realen Kaufkraftverlust auf dem Sparbuch.

Für die meisten Privatanleger ist genau das die vernünftigere Lehre aus Sanders Geschichte: nicht die spekulative Einzelaktienjagd, sondern ein breiter, kostengünstiger ETF-Sparplan über viele Jahre. Wer die passenden Bausteine sucht, kann sich über den besten ETF informieren, um eine fundierte Entscheidung zu treffen.

Einen ETF-Sparplan starten Anleger heute unkompliziert über einen Neobroker. Bei Trade Republic sind zahlreiche ETF-Sparpläne kostenlos ausführbar; auch Scalable Capital bietet ein großes, sparplanfähiges ETF-Angebot. Ein Vergleich der Konditionen und Sparplangebühren lohnt sich in jedem Fall.

ETFs, die Beate Sander empfahl

Beate Sander nannte immer wieder einige ETFs als Favoriten. Die folgenden Kennzahlen sind auf dem Stand Juni 2026; die interaktiven Widgets zeigen jeweils die aktuellen Kurse. Die Aufnahme in diese Liste ist keine Anlageempfehlung, sondern gibt Sanders damalige Auswahl wieder.

iShares Core MSCI World UCITS ETF USD (Acc), ISIN IE00B4L5Y983, WKN A0RPWH

  • Sparplanfähig
  • Auflagedatum: September 2009
  • Thesaurierend
  • Gesamtkostenquote (TER): 0,20 Prozent p.a.

iShares Nasdaq 100 UCITS ETF (DE), ISIN DE000A0F5UF5, WKN A0F5UF

  • Sparplanfähig
  • Auflagedatum: März 2006
  • Ausschüttend, in der Regel mindestens einmal jährlich
  • Gesamtkostenquote (TER): 0,30 Prozent p.a.

Amundi MSCI Water UCITS ETF Dist (vormals Lyxor World Water), ISIN FR0010527275, WKN LYX0CA

  • Sparplanfähig
  • Auflagedatum: Oktober 2007
  • Ausschüttend
  • Gesamtkostenquote (TER): 0,60 Prozent p.a.

iShares MDAX UCITS ETF (DE), ISIN DE0005933923, WKN 593392

  • Sparplanfähig
  • Auflagedatum: April 2001
  • Thesaurierend
  • Gesamtkostenquote (TER): 0,51 Prozent p.a.

Fazit: Beate Sander machte Mut zur Geldanlage

Beate Sander war eine außergewöhnliche Frau, die vielen Menschen Mut machte, sich mit Geldanlage zu beschäftigen. Sie zeigte, dass es auch mit fast 60 Jahren nicht zu spät ist, an der Börse anzufangen. Ihre Disziplin und ihre Ausdauer sind bis heute vorbildlich.

Ihre spekulative Einzelaktienstrategie eignet sich allerdings nicht für jeden und sollte nüchtern betrachtet werden. Für die allermeisten Anleger ist die wichtigere Botschaft ihrer Geschichte, langfristig und breit gestreut zu investieren, etwa über einen ETF-Sparplan auf den MSCI World. Wer sein Portfolio darüber hinaus streuen möchte, kann sich auch mit Immobilien als Geldanlage beschäftigen.

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