Steigen die Aktien weiter? Diese 6 Gründe sprechen dafür

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Ob Aktien von ihren aktuellen Höchstständen noch weiter steigen? Nicht nur unter professionellen Anlegern scheiden sich die Meinungen. Wie immer gibt es am Kapitalmarkt Bullen und Bären: es gibt aber ebenso viele gute Argumente, warum die Kurse eben doch noch weiter steigen.

Steigen die Aktien weiter? Diese 6 Gründe sprechen dafür

Es bleibt volatil!

Unsere Betrachtungen orientieren sich an der langfristigen Wertentwicklung. Jeder erfahrene Anleger weiß, dass volatile Phasen an den Kapitalmärkten zuhause sind. Ebenso kann niemand genau sagen, wo sich die Kurse nächste oder übernächste Woche hinbewegen werden. Deshalb ist immer empfehlenswert: einen langen Atem haben! Wer langfristig investiert, sollte die Volatilität einfach aussitzen und zeitgleich die "Dips" mitunter zum Nachkaufen nutzen.

Kostenlose Wertpapierdepots für 2021 im Vergleich
Möchtest Du in ETFs, Aktien oder andere Wertpapiere investieren, benötigst Du ein Wertpapierdepot. Bei den Online-Banken und Online-Brokern wird es meistens kostenlos angeboten. Hast Du ein solches Depot, kannst Du zumeist auch Sparpläne eröffnen. Der Vergleich informiert über die Konditionen.

Außerdem solltest du mit deinem eigenen Investment-Portfolio noch ruhig schlafen können. Wenn dir Kursrückgänge um 5, 10 oder 15 % den Schlaf rauben, hast du zu viel deines Kapitals in eine Anlageklasse investiert. Speziell in solchen stürmischen Zeiten ist immer hilfreich, sich noch einmal vor Augen zu führen, warum man überhaupt investiert ist/hat. Vielleicht möchtest du dir diesen Artikel mit den einzelnen Gründen/Ausführungen für Kursanstiege ja in die Lesezeichen packen - so kannst du die Gründe für deine Investition auch in Zeiten von temporären Kursrückgängen noch einmal "Schwarz auf Weiß" sehen.

#1 - Wo soll das Geld denn sonst hin? Von Strafzinsen und fehlenden Guthabenzinsen

So eine oder ähnliche Aussagen hört man unter Anlegern ständig. Der aktuelle Bullenmarkt und die großen Kursgewinne kamen natürlich nicht zufällig zustande, sie sind das Ergebnis eines "perfekten Sturms", der sich aus mehreren Aspekten bildet.

Da wäre einerseits der Umstand, dass es keine relevante Verzinsung mehr auf Guthaben gibt. Girokonto und Sparbuch sind sowieso tot, das Tagesgeldkonto ist es eigentlich auch, die Verzinsung auf dem Festgeldkonto die feste Bindung nicht wert. Alle übrigen, "sicheren" Anlageklassen mit einer garantierten Verzinsung, sind über die Jahre wertlos geworden.

Erschwerend kommt hinzu, dass wir heute nicht mehr nur keine Zinsen auf unser Erspartes erhalten, wir müssen sogar für die Banken noch draufzahlen - und nicht wie 2008, indem wir sie mit Steuergeldern retten, sondern wie heute in 2021, um ihnen auch im Nullzinsumfeld noch eine Rendite zu ermöglichen. In der Praxis klappt das? Richtig, mit Strafzinsen, die eigentlich mal ab einem Guthaben von 250.000 Euro anfallen sollten, dann ab 100.000 Euro und heute erheben sie immer mehr Banken, vor allem bei Neukunden, schon ab 50.000 Euro.

Die Top 5 Trading-Apps im Vergleich
Möchtest Du mit Aktien oder ETFs handeln und unterwegs immer über die Kurse informiert werden, musst Du nicht viel Geld für eine teure App ausgeben. Charts und Kurse werden Dir auch mit kostenlosen Trading Apps angezeigt, die von einigen Brokern angeboten werden. Hier ist der Vergleich.

Damit entsteht bereits eine einzigartige Situation: Sparguthaben werden nicht mehr verzinst, sondern mit Strafzins (Kosten) belegt. Erspartes zu haben, lohnt also nur noch im kleinen Rahmen, eben als Notreserve. Das Geld muss irgendwo hin und Aktien sind der naheliegende Weg: denn diese können, anders als die Zinsen in absehbarer Zeit, tatsächlich noch steigen und so eine Rendite erzielen. Das könnte ein starkes Argument für weiter steigende Aktien und ETFs sein.

#2 - Aktien und ETFs sind an keine feste Kapitalgröße gebunden, Immobilien hingegen schon

Noch vor einigen Jahrzehnten galt das eigene, abbezahlte Haus als das Herzstück des eigenen Vermögens und Grundpfeiler einer Investmentstrategie. Heute sieht das etwas anders aus. Wie wir eben feststellen, fehlt es aufgrund des Wegfalls der festverzinsten Bankenprodukte an Alternativen, aber der Immobilienmarkt ist daran ebenfalls nicht unschuldig. Historisch niedrige Zinsen und übermäßige Geldschwemme, gepaart mit einer fehlgeleiteten deutschen Politik, haben den Immobilienmarkt in Deutschland nachhaltig verändert - für den gemeinen Sparer zum Nachteil.

In Zeiten, wo selbst durchschnittliche Eigentumswohnungen in Großstädten eine halbe oder volle Million kosten, sind sie für immer mehr Deutsche, vor allem aus der Altersgruppe 20 bis 40 Jahre, finanziell unerreichbar geworden. Kapital, was vor zwei Generationen noch in die eigenen vier Wände floss, ist heute, gemessen an den Immobilien- und Grundstückspreisen, kaum mehr die Türklinke wert. Bei Aktien hingegen musst du dich nicht direkt für eine Million Euro verschulden oder sechsstellige Summen Eigenkapital mitbringen. Du kannst auch einfach mit 2.000 oder 10.000 Euro investieren und darauf bauen, dass die Kurse am Kapitalmarkt weiter steigen. Mit diesen Summen kannst du am Immobilienmarkt hingegen kaum oder nicht mal die Notarsätze bezahlen.

#3 - Anleger sind nicht so euphorisch, wie es scheint

Man sollte meinen, Anleger rund um den Globus jubeln den Kursgewinnen euphorisch zu. Tatsächlich macht das sicher auch ein (kleiner) Teil der Anleger, vor allem solche, die gern in risikobehaftete Aktien gehen und diese steigen zu sehen noch mit einem guten Schuss Adrenalin verbunden ist. Professionelle und institutionelle Anleger jubeln hingegen nicht. Immer wieder werden der aktuelle Bullenmarkt und die damit verbundene Kursrallye als "meistgehasste Rallye aller Zeiten" bezeichnet. Warum ist das so?

Weil eben vor allem professionelle Anleger skeptisch sind. Man weiß sehr wohl um den Umstand, dass viele Aktien und Branchen hoch bewertet sind. Man weiß auch, dass sich das Kuriositätenkabinett an den Kapitalmärkten, rund um astronomische Bewertungen für Start-Ups, SPACs und Meme-Stocks, konsequent weiter zu füllen scheint. Aber diese professionellen Anleger wissen eben auch um unseren zuerst genannten Grund: Es gibt keine Alternativen.

Diese Skepsis führt dazu, dass viele Anleger, Fonds und Banken weit fernab von einer Vollinvestition agieren. Viel Kapital steht an der Seitenlinie und wartet nur darauf, dass die Märkte einmal signifikant korrigieren. Eben das verhindert aber natürlich, dass sie überhaupt korrigieren: denn so wird jeder kleine Dip sofort weggekauft.

#4 - Anleihen rentieren kaum oder negativ

Der Bondsmarkt ist der wohl effizienteste und klügste Markt in der Geschichte. Eben der ist für Profis aber zu einem Stein am Fuß geworden, denn Anleihen rentieren heute entweder kaum oder sie rentieren gar nicht - hier in Europa geht man noch einen Schritt weiter, da rentieren sie negativ. Die größte alternative Anlageklasse für Institutionen und Profis ist also maßgeblich angeschlagen, was dazu führt, dass all das normalerweise darin investierte Kapital nun in Aktien fließt und diese immer weiter steigen.

Verändern wird sich diese Situation frühestens, wenn tatsächlich die Realzinsen steigen. Bis dahin werden sich Institutionelle, die für ihre Anleger idealerweise die Marktrendite schlagen sollten, sich hüten, in Nullzins- oder Negativzins-Bonds zu investieren.

#5 - Sind Aktien überhaupt überbewertet?

Mit Sicherheit sind einige das, aber alle? Die großen Renditetreiber waren zuletzt die FAANG-Schwergewichte und die mittelgroßen NASDAQ-Unternehmen - also beispielsweise die Adobes und PayPals. Sie alle haben gemeinsam, dass sie einfach unglaublich viel Geld verdienen. Tatsächlich zeigt ein Blick in die Märkte der letzten 6 Monate, dass viele Small Caps und andere Branchen durchaus erhebliche Kursverluste hatten, wenn diese in den großen Indizes auch völlig unbemerkt blieben, weil die Schwergewichte und mittleren Schwergewichte sie um ein Vielfaches wettmachten. Dabei gibt es durchaus Meinungen die andeuten, dass die hohen Multiples gerechtfertigt sein könnten: Weil diese Unternehmen erstens sehr viel Geld machen und wahrscheinlich künftig noch mehr machen werden und andererseits so gut wie keine Schulden haben.

#6 - Aktien müssen langfristig steigen - anders geht es (eigentlich) gar nicht

Wir leben bekanntlich in einem wachstumsorientierten Wirtschaftssystem. Bruttoinlandsprodukt und Produktivität sollen kontinuierlich steigen, nicht stagnieren. Simultan haben wir eine Inflation, die dieses Wirtschaftswachstum hilft zu finanzieren. Folglich ist völlig normal, dass auch die Preise/Kurse von Anlageklassen kontinuierlich steigen, so wie eben auch unsere Lebensunterhaltungskosten, unser BIP und unsere Produktivität. Solange sich die Menschheit auf ein Wirtschaftswachstumssystem und einen demografischen Bevölkerungszuwachs (Entwicklungsländer inbegriffen) verständigt hat, werden auch die Aktienkurse steigen. Wobei natürlich durchaus möglich ist, dass sie zwischenzeitlich erst einmal kräftig einbrechen.

All diese Entwicklungen gehen am Menschen nicht vorbei. Gepaart mit dem Umstand, dass Investieren heutzutage einfacher und günstiger denn je ist, darf weiterhin von neuen Höchstständen ausgegangen werden.

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Rechtliche Hinweise: Die in den Artikeln erwähnten ETFs und anderen Finanzprodukte stellen keine Kaufempfehlung dar. Wir können keine Finanzberatung oder ähnliches anbieten. Der Wert von Aktien, ETFs und ETCs, die über ein Wertpapierdepot gekauft wurden, kann sowohl steigen als auch fallen. Börsengeschäfte stellen ein erhebliches Risiko dar, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. etf.capital haftet nicht für materielle und/oder immaterielle Schäden, die durch Nutzung oder Nichtnutzung der Inhalte oder durch die Nutzung fehlerhafter und unvollständiger Inhalte verursacht wurden. Der Autor besitzt keinen der genannten ETFs. Keiner der Inhalte stellt ein Angebot zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar. Kryptoassets sind hochvolatile unregulierte Anlageprodukte. Es existiert kein EU-Anlegerschutz.

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