Amundi übernimmt Lyxor: Was verändert sich bei den ETFs?

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Bereits im April 2021 kündigte der französische ETF-Anbieter Amundi an, seinen französischen Konkurrenten Lyxor Asset Management übernehmen zu wollen. Der Deal ist inzwischen beschlossen und soll Ende Februar 2022 abgeschlossen sein. Amundi wird damit zum größten ETF-Anbieter Europas.

Amundi übernimmt Lyxor: Was verändert sich bei den ETFs?

Wie soll die Übernahme aussehen?

Der Mutterkonzern des französischen ETF-Anbieters Lyxor, die französische Großbank Societe Generale, kündigte bereits 2020 Verkaufsabsichten an. Der französische Konkurrent Amundi verhandelt nun über die Übernahme der französischen Investmentgesellschaft. Wie die beiden Fondsanbieter bereits im April 2021 bekanntgaben, laufen exklusive Gespräche zwecks Übernahme. Im Februar 2022 soll die Übernahme abgeschlossen sein. Lyxor, einer der führenden europäischen ETF-Anbieter, soll für 825 Millionen Euro verkauft werden. Damit der Deal tatsächlich perfekt wird, bedarf es noch der Zustimmung von Kartellämtern und Finanzbehörden.

Amundi als führender französischer Vermögensverwalter

Amundi ist bereits der führende französische Vermögensverwalter und die größte Fondsgesellschaft in Europa. In den ersten drei Monaten 2021 erzielte die Fondsgesellschaft einen Gewinn von 309 Millionen Euro. Gegenüber dem Vorjahresquartal sind das 50,1 Prozent mehr. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres verzeichnete das Unternehmen einen Gewinn von 206 Millionen Euro. Schon der Jahresgewinn von 2020 konnte sich mit 288 Millionen Euro sehen lassen. Das Aufwand-Ertrags-Verhältnis (Cost-Income-Ratio) verbesserte sich um 5,3 Prozent auf 48,8 Prozent.

BlackRock: Welche iShares-ETFs begeistern Anleger?
Der größte Vermögensverwalter der Welt, BlackRock, gilt zugleich als ein ETF-Vorreiter - die wiederum unter der Eigenmarke iShares vermarktet werden. Zum aktuellen Zeitpunkt verwaltet BlackRock mehr als acht Billionen US-Dollar, wovon ein großer Teil in den unterschiedlichen ETFs investiert ist.

Das verwaltete Vermögen bildete die Basis des Profits. Im März 2021 lag es bei rund 1,80 Billionen Euro. Im Vergleich zum Vorjahresquartal ist das ein Plus von 15 Prozent. Gegenüber Ende 2020 beträgt der Anstieg 1,5 Prozent. Die Erlöse aus Managementgebühren stiegen auf 770 Millionen Euro, was mehr als 25 Prozent ausmacht. Zu 70 Prozent gehört Amundi der französischen Großbank Crédit Agricole. Einen kleinen Anteil besitzt auch Société Générale.

Lyxor - drittgrößter Akteur auf dem europäischen ETF-Markt

Nach BlackRock (iShares) und DWS ist Lyxor aktuell der drittgrößte Anbieter von ETFs in Europa. Insgesamt verwaltet das Unternehmen Kundengelder im Wert von 124 Milliarden Euro, von denen 86 Milliarden oder knapp 70 Prozent in ETFs angelegt sind. Ein großer Teil der Kundengelder steckt in Hedgefonds. Der Kaufpreis von Lyxor macht 825 Millionen Euro aus, was 0,66 Prozent des verwalteten Vermögens entspricht. Lyxor gilt damit als recht teuer. Experten setzen in der Regel für ETF-Vermögen 0,3 bis 0,4 Prozent des verwalteten Vermögens an. Für aktiv gemanagtes Vermögen werden meist 0,5 bis 1,0 Prozent angesetzt.

Der größte ETF von Lyxor

Lyxor bietet eine Vielzahl an ETFs auf zahlreiche Anlageklassen und Indizes an. Der größte ETF des Emittenten ist

Lyxor EURO STOXX 50 (DR) UCITS ETF - Acc, ISIN FR0007054358, WKN 798328

Er verwaltet ein Vermögen von mehr als 4,1 Milliarden Euro und investiert in den EURO STOXX(R) 50 Index. Mit diesem ETF hast Du Zugang zu den 50 größten Unternehmen der Eurozone. Der ETF ist sparplanfähig, hat eine Gesamtkostenquote von 0,20 Prozent und repliziert vollständig physisch. Dieser ETF besteht bereits seit Februar 2001 und ist thesaurierend. Die Volatilität liegt bei 17,16 Prozent. Mit 31,63 Prozent verzeichnet der Fonds eine attraktive Rendite.

Der größte ETF von Amundi

Gegenwärtig ist die Zahl der angebotenen ETFs von Lyxor noch größer als die von Amundi. Du kannst aber auch bei Amundi in eine Vielzahl von Anlageklassen und Indizes investieren. Auch der größte ETF von Amundi,
Amundi Index MSCI USA SRI UCITS ETF DR (C), ISIN LU1861136247, WKN A2JSDB,
kann mit mehr als 3,1 Milliarden Euro ein beachtliches Vermögen verbuchen. Er wurde erst im September 2018 aufgelegt, ist sparplanfähig und hat eine Gesamtkostenquote von 0,18 Prozent. Er investiert in den MSCI USA SRI Filtered ex Fossil Fuels Index und bietet Zugang zu US-Aktien.

Die Besonderheit besteht darin, dass lediglich Unternehmen berücksichtigt werden, die im Vergleich zur Konkurrenz ein hohes Rating bei den ESG-Kriterien Umwelt, Soziales und Unternehmensführung verzeichnen. Unternehmen, die einen Großteil ihrer Umsätze aus nicht nachhaltigen Bereichen erwirtschaften, werden ausgeschlossen. Der Fonds repliziert vollständig physisch, ist thesaurierend und hat eine Volatilität von 15,62 Prozent. Die Rendite liegt bei satten 37,19 Prozent.

Was bringt die Übernahme von Lyxor durch Amundi?

Amundi wird nach der Übernahme von Lyxor zum zweitgrößten ETF-Anbieter auf dem europäischen Markt nach BlackRock (iShares) und verweist DWS auf den dritten Platz. DWS sieht sich damit unter Zugzwang, denn der Chef Asoka Wöhrmann gab bereits grünes Licht für Zukäufe. Reine ETF-Anbieter werden bei den Zukäufen zunächst ausgeschlossen. Im ETF-Bereich wächst DWS schneller als die Konkurrenz. Der Markt könnte auch durch ausländische ETF-Anbieter aufgemischt werden, die bestehende Anbieter aufkaufen und sich damit die für Europa erforderliche Infrastruktur beschaffen könnten.

Bei den europäischen Anbietern von ETFs wird Amundi nach dem Kauf von Lyxor an erster Stelle stehen. BlackRock ist ein US-amerikanischer Anbieter und wird seinen Spitzenplatz behalten. Immerhin managt BlackRock bei den ETFs ein Vermögen von ungefähr 500 Milliarden Euro. Amundi könnte Experten zufolge unter den ETF-Anbietern auf dem europäischen Markt einen Marktanteil von ungefähr 15 Prozent haben. Yves Perrier, der frühere Chef von Amundi, erhofft sich mit der Übernahme von Lyxor eine Beschleunigung der Entwicklung seines Unternehmens. Für Perriere, der im Mai 2021 aus dem Unternehmen ausschied, ist der Kauf von Lyxor der krönende Abschluss seiner Karriere. Vorteile soll der Verkauf von Lyxor an Amundi auch für die Société Générale, die Muttergesellschaft von Lyxor, haben. Die französische Großbank hat bereits 2018 mit einem Umstrukturierungsprogramm begonnen und rechnet aufgrund der Transaktion mit einem Nettokapitalgewinn von ungefähr 430 Millionen Euro.

Welche Folgen hat die Übernahme für Anleger?

Bislang ist noch nicht sicher, ob nach der Übernahme durch Amundi noch die gesamte Produktpalette an ETFs von Lyxorverfügbar ist. Das hat für die Anleger keine Auswirkungen, da sie lediglich mit anderen Namen und WKNs konfrontiert werden. Verschiedene ETFs könnten miteinander verschmelzen, was den Markt kleiner macht. Produkte mit einem höheren Volumen könnten stärker gehandelt und daher liquider werden. Veränderungen könnten sich auch bei den Anlageschwerpunkten ergeben. Hast Du bislang in einen oder mehrere ETFs der beiden Emittenten investiert, wirst Du rechtzeitig über die Veränderungen informiert. Die Preise könnten sich für Anleger erhöhen, da eine starke Konzentration der zu verwaltenden ETFs zu einem Oligopol führen könnte.

Fazit: Auswirkungen der Übernahme durch Amundi für Anleger noch nicht absehbar

Die Übernahme des ETF-Emittenten Lyxor durch Amundi soll im Februar 2022 abgeschlossen werden. Einige Fonds könnten miteinander verschmelzen. Das könnte sich auf die Preise auswirken. Welche Auswirkungen die Übernahme für Anleger hat, kann noch nicht gesagt werden. Verschmelzen ETFs, wird das Fondsvolumen größer und das Wertpapier insgesamt liquider. Anleger könnten mittelfristig von geringeren Spreads und einer eventuell sinkenden TER profitieren.

Aus 2 wird 1: ComStage ETFs heißen bald Lyxor
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