Schufa: Was macht sie wirklich?

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Erfahre in diesem Artikel, warum die Schufa für deutsche Privatanleger unverzichtbar ist. Du lernst, wie sie deine Kreditwürdigkeit bestimmt, wie du deinen Score verbesserst und wie du Auskunft über deinen Score erhältst. Du erfährst auch, welche Daten die Schufa speichert und wie sie

Schufa: Was macht sie wirklich?

Warum die SCHUFA für dich wichtig ist

Die SCHUFA (Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung) ist die bekannteste Auskunftei Deutschlands. Sie sammelt Informationen über dein Zahlungsverhalten und leitet daraus deine Kreditwürdigkeit – die sogenannte Bonität – ab. Ob du einen Kredit, einen Handyvertrag, ein Girokonto oder eine Mietwohnung bekommst, hängt in der Praxis oft von deinem SCHUFA-Eintrag ab. Für Privatanleger ist das relevant, weil auch ein Wertpapierkredit oder ein Ratenkauf hier einfließt.

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Die SCHUFA ist keine staatliche Behörde, sondern ein privates Wirtschaftsunternehmen. Ihre Daten werden freiwillig von Vertragspartnern wie Banken, Telekommunikationsanbietern und Händlern gemeldet. Dieser Artikel ist eine allgemeine Information und keine Rechtsberatung.

Der neue SCHUFA-Score ab 2026: Was sich geändert hat

Am 17. März 2026 hat die SCHUFA ihr Scoring grundlegend umgebaut und einen neuen, transparenteren Score eingeführt. Er ersetzt den alten Basisscore (der auf einer Prozentskala bis 100 % lief) und die bisherigen branchenspezifischen Scores. In der Übergangsphase 2026 nutzt allerdings erst rund ein Viertel der SCHUFA-Vertragspartner den neuen Score – die alten Branchen-Scores laufen daher teils noch parallel weiter. (Stand: Juli 2026)

Die wichtigsten Neuerungen:

  • Neue Skala von 100 bis 999 Punkten: Je höher der Wert, desto besser die eingeschätzte Bonität. Die Prozentangabe des alten Basisscores entfällt.
  • Fünf Score-Klassen: hervorragend, gut, akzeptabel, ausreichend und ungenügend.
  • Nur noch 12 klar benannte Kriterien statt zuvor mehreren Hundert Einzelmerkmalen.
  • Kostenlos digital einsehbar: Über einen kostenlosen SCHUFA-Account kannst du deinen Score und deine gespeicherten Daten jederzeit online abrufen.

Diese zwölf Kriterien fließen in den neuen Score ein:

  1. Zahlungsstörungen (z. B. offene, nicht bezahlte Forderungen)
  2. Ältester Bankvertrag
  3. Älteste Kreditkarte
  4. Alter der aktuellen Adresse
  5. Jüngster Rahmenkredit
  6. Anzahl der Anfragen und Abschlüsse für Girokonten und Kreditkarten (letzte 12 Monate)
  7. Anzahl der Anfragen außerhalb des Bankenbereichs (letzte 12 Monate)
  8. Ratenkredite (letzte 12 Monate)
  9. Restlaufzeit der Ratenkredite
  10. Kreditstatus
  11. Immobilienkredit
  12. Vorliegen einer Identitätsprüfung
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Wichtig zu wissen: Die SCHUFA speichert kein Einkommen, keinen Beruf, kein Vermögen und keine Religion oder Nationalität. Auch die exakte mathematische Gewichtung der zwölf Kriterien bleibt weiterhin Geschäftsgeheimnis – der neue Score ist transparenter, aber nicht vollständig offengelegt.

Positive und negative Merkmale

Anders als viele denken, speichert die SCHUFA nicht nur Negatives. Der größte Teil der Einträge sind positive Merkmale, etwa ein ordnungsgemäß bediente Girokonto oder ein planmäßig zurückgezahlter Kredit. Sie stützen deinen Score.

Negative Merkmale entstehen dagegen bei Zahlungsstörungen, zum Beispiel:

  • gekündigte Kredite oder Konten,
  • titulierte Forderungen (etwa nach einem Mahnbescheid),
  • Angaben aus dem Schuldnerverzeichnis oder einem Insolvenzverfahren.

Reine Kreditanfragen zu Konditionen (Anfrage „Kreditkonditionen“) wirken sich übrigens nicht negativ aus und werden anders behandelt als eine echte Kreditanfrage.


So funktioniert das Scoring

Beim Scoring vergleicht die SCHUFA dein Datenprofil statistisch mit dem Verhalten großer Vergleichsgruppen. Daraus entsteht ein Wahrscheinlichkeitswert, wie zuverlässig Verpflichtungen voraussichtlich erfüllt werden. Der Score ist also eine Prognose – keine Aussage über dich als Person und keine Garantie in die eine oder andere Richtung.

  1. Datensammlung: Vertragspartner melden Konten, Kredite, Kreditkarten, Mobilfunk- und Leasingverträge sowie etwaige Zahlungsstörungen.
  2. Berechnung: Aus den zwölf Kriterien wird der Punktwert zwischen 100 und 999 gebildet.
  3. Aktualisierung: Der Score verändert sich laufend, sobald neue Informationen eingehen.
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Ein guter Score ist keine Kreditgarantie, ein schlechter keine automatische Ablehnung. Die endgültige Entscheidung trifft immer der Kreditgeber – und muss dabei seit dem EuGH-Urteil weitere Faktoren berücksichtigen (siehe unten).

Das EuGH-Urteil von 2023 und seine Folgen

Am 7. Dezember 2023 hat der Europäische Gerichtshof (Rechtssache C-634/21) ein wegweisendes Urteil zum SCHUFA-Scoring gefällt. Kern der Entscheidung: Wenn eine Bank oder ein Unternehmen seine Vertragsentscheidung maßgeblich allein auf einen automatisiert erstellten Score stützt, kann bereits die Berechnung dieses Scores eine nach Art. 22 DSGVO grundsätzlich verbotene „automatisierte Entscheidung im Einzelfall“ sein.

Für dich als Verbraucher bedeutet das konkret:

  • Ein Unternehmen darf einen Kreditantrag nicht ausschließlich wegen des SCHUFA-Scores ablehnen, ohne weitere Angaben einzubeziehen.
  • Du hast Anspruch auf Auskunft und eine nachvollziehbare Erklärung, wie eine automatisierte Bewertung zustande kommt.
  • Das Urteil gilt sinngemäß auch über die SCHUFA hinaus – für viele Formen algorithmischer Entscheidungen.

Die transparentere Score-Reform 2026 ist auch als Reaktion auf diese Rechtsprechung und die anhaltende Kritik zu verstehen.


Kostenlose Datenkopie nach Art. 15 DSGVO

Was früher unter „Datenübersicht“ bekannt war, heißt heute offiziell Datenkopie nach Art. 15 DSGVO. Sie ist kostenlos und zeigt dir vollständig, welche Daten die SCHUFA über dich gespeichert hat. Nach der DSGVO darfst du sie in angemessenen Abständen mehrmals im Jahr anfordern – nicht nur einmal.

So kommst du an deine Daten:

  • Kostenlose Datenkopie: online über das SCHUFA-Portal (meineschufa.de) anfordern; zur Identifizierung ist ein Ausweisnachweis nötig. Die Zustellung dauert in der Regel einige Tage bis wenige Wochen.
  • Kostenloser SCHUFA-Account: Über die digitale Anwendung der SCHUFA kannst du Score und Daten dauerhaft kostenlos online einsehen.
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Achtung bei kostenpflichtigen Zusatzprodukten: Die kostenlose Datenkopie nach Art. 15 DSGVO ist dein gesetzliches Recht. Kostenpflichtige „Bonitätsauskünfte“ oder Zertifikate (z. B. für Vermieter) sind davon zu unterscheiden und für die reine Selbstkontrolle nicht nötig.

Wie du Einträge prüfst und korrigierst

Fehlerhafte oder veraltete Einträge kommen vor – und du hast das Recht, sie berichtigen oder löschen zu lassen. Gehe so vor:

  1. Datenkopie anfordern und alle Einträge Position für Position prüfen.
  2. Fehler dokumentieren: Belege sammeln (z. B. Zahlungsnachweise, Kontoauszüge).
  3. Berichtigung/Löschung verlangen: Wende dich direkt an die SCHUFA und an den meldenden Vertragspartner. Bei unstrittigen Fehlern muss der Eintrag korrigiert werden.
  4. Bei Streit: Die zuständige Datenschutzaufsichtsbehörde oder eine Verbraucherzentrale kann weiterhelfen.

Löschfristen: Wann verschwinden Einträge?

Für negative Einträge gelten feste Fristen. Die wichtigsten Orientierungswerte:

  • Erledigte Zahlungsstörungen (bezahlte Forderungen): werden in der Regel taggenau nach drei Jahren gelöscht (Löschung zum Jahresende des dritten Kalenderjahres).
  • Kleinere bezahlte Forderungen: unter bestimmten Voraussetzungen kann eine schnellere Löschung erfolgen, wenn die Forderung zügig beglichen wurde.
  • Anfragen (Konditionen): nur kurz sichtbar und für andere Unternehmen ohnehin nicht scorerelevant.
  • Restschuldbefreiung: wird seit 2023 – im Nachgang zum EuGH-Verfahren – nur noch 6 Monate nach Erteilung gespeichert statt wie früher drei Jahre.
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Die verkürzte Speicherung der Restschuldbefreiung auf sechs Monate ist eine spürbare Verbesserung: Nach der Löschung des Eintrags verbessert sich der Score in vielen Fällen deutlich, sodass ein wirtschaftlicher Neustart leichter fällt.

Wie du deinen Score verbesserst

Score-Aufbau ist ein langfristiger Prozess. Diese Grundregeln helfen:

  • Rechnungen und Raten pünktlich zahlen – das ist der wichtigste Hebel.
  • Nur so viele Konten und Kreditkarten führen, wie du wirklich brauchst.
  • Nicht genutzte Konten/Karten kündigen, aber langjährige Verträge nicht vorschnell auflösen (ihre Laufzeit zählt positiv).
  • Bei Kreditvergleichen auf die Anfrage „Kreditkonditionen“ achten – sie ist scoreneutral, anders als eine echte „Kreditanfrage“.
  • Deine Daten regelmäßig über die kostenlose Datenkopie prüfen und Fehler korrigieren lassen.
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Vorsicht bei Anbietern, die gegen Geld eine „Score-Optimierung“ oder „SCHUFA-Löschung“ versprechen. Berechtigte Löschungen kannst du selbst kostenlos durchsetzen. Unberechtigte Einträge lassen sich nicht gegen Bezahlung „wegkaufen“.

Video: SCHUFA-Score einfach erklärt


Kannst du auch Unternehmen prüfen?

Ja. Über die SCHUFA-Unternehmensauskunft können Privatpersonen die Bonität und Zahlungsfähigkeit von Firmen abfragen – nützlich etwa vor größeren Geschäften oder Vorauszahlungen. Diese Auskunft ist in der Regel kostenpflichtig.


Alternativen zur SCHUFA

Die SCHUFA ist die bekannteste, aber nicht die einzige Auskunftei in Deutschland. Weitere sind unter anderem CRIF (früher u. a. Bürgel/Boniversum), Creditreform und infoscore/Crif. Auch bei diesen Auskunfteien hast du ein Recht auf eine kostenlose Datenkopie nach Art. 15 DSGVO. Für die Wohnungssuche akzeptieren manche Vermieter zudem eine Selbstauskunft. In der Praxis ist die SCHUFA-Auskunft in Deutschland jedoch am weitesten verbreitet.


Zusammenhang mit deinem Depot

Für die reine Geldanlage in ETFs brauchst du keinen guten SCHUFA-Score – ein Wertpapierdepot ist kein Kredit. Relevant wird die SCHUFA erst, wenn Kreditkomponenten ins Spiel kommen, etwa ein Wertpapierkredit (Lombardkredit) oder ein Verrechnungskonto mit Dispo. Wer ohnehin ein günstiges Depot sucht, findet hier einen aktuellen Überblick:

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FAQ – Häufig gestellte Fragen

Was ist die SCHUFA und wie funktioniert sie?

Die SCHUFA ist ein privates Wirtschaftsunternehmen, das Daten zum Zahlungsverhalten von Verbrauchern und Unternehmen sammelt und daraus die Bonität ableitet. Banken, Händler und andere Vertragspartner melden die Daten und fragen im Gegenzug Auskünfte ab.

Wie erhalte ich eine kostenlose SCHUFA-Auskunft?

Über die kostenlose Datenkopie nach Art. 15 DSGVO (früher „Datenübersicht“) auf dem SCHUFA-Portal oder über den kostenlosen SCHUFA-Account. Sie zeigt dir, welche Daten gespeichert sind, und darf mehrmals im Jahr angefordert werden.

Wie funktioniert der neue SCHUFA-Score ab 2026?

Seit dem 17. März 2026 gibt es einen neuen Score auf einer Skala von 100 bis 999 Punkten mit fünf Klassen und zwölf klar benannten Kriterien. Er ersetzt den alten Basisscore (bis 100 %) und die Branchen-Scores, wird aber in der Übergangsphase noch nicht von allen Vertragspartnern genutzt.

Wie lange bleibt eine Restschuldbefreiung gespeichert?

Seit 2023 wird eine erteilte Restschuldbefreiung nur noch sechs Monate lang gespeichert und dann gelöscht – zuvor waren es drei Jahre.

Wie verbessere ich meinen SCHUFA-Score?

Am wichtigsten ist ein zuverlässiges Zahlungsverhalten über die Zeit. Zusätzlich helfen: nicht zu viele Konten und Karten, langjährige Verträge behalten, scoreneutrale Konditionsanfragen nutzen und die eigenen Daten regelmäßig prüfen.

Transparenzhinweis: Dieser Artikel enthält Verweise auf weiterführende Inhalte von etf.capital. Er dient der allgemeinen Information und stellt keine Rechts- oder Anlageberatung dar. Angaben ohne Gewähr. Stand: Juli 2026.

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