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ETF Namen: Was bedeuten die verschiedenen Abkürzungen?

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Hast Du Dich für einen Index entschieden, in den Du investieren möchtest, und mit dem Vergleich den passenden ETF gefunden, wird Dir sicher der lange Name auffallen. Er setzt sich aus mehreren Bestandteilen zusammen. Nicht jede Abkürzung ist sofort verständlich.

ETF Namen: Was bedeuten die verschiedenen Abkürzungen?

Hauptbestandteile von ETF-Namen

Auch wenn ETF-Namen ziemlich lang sein können und zahlreiche mitunter unverständliche Abkürzungen tragen, setzt sich jeder Name aus vier Hauptbestandteilen zusammen:

  • Jeder ETF Name beginnt mit dem Namen des Emittenten, beispielsweise iShares, Vanguard, Lyxor oder Xtrackers. Meistens handelt es sich bei den Emittenten um Tochtergesellschaften großer Banken oder Vermögensverwaltungen.
  • Auf den Namen des Emittenten folgt der abgebildete Index. Du siehst also sofort am Namen, in welchen Index Du investierst. Nicht immer sind das so bekannte Indizes wie DAX, S&P 500 oder MSCI World. Weniger bekannt sind Namen von Branchen-Indizes oder von bestimmten Themen-Indizes, beispielsweise bei Wasserstoff-ETFs. Einen geringen Bekanntheitsgrad haben auch Indizes für Anleihen- oder Immobilien-ETFs. Der Indexname deutet manchmal, häufig mit einer Abkürzung, auf die Region hin, in die Du investierst. Solche Angaben für Regionen können beispielsweise US, North America, China oder Euro sein. Ebenso findest Du auch Zusätze für Auswahlkriterien der Länder wie Emerging Markets für Schwellenländer.
  • regulatorische Hinweise wie die Abkürzung UCITS
  • Weiterhin enthält der ETF-Name häufig Angaben über die Ertragsverwendung ausschüttend oder thesaurierend als Abkürzung.
  • Häufig findest Du im Namen des ETFs eine Abkürzung für die Währung, beispielsweise EUR für Euro.

Bei der Währungsangabe kann der Zusatz hedged vorhanden sein. Er gibt an, dass es sich um einen währungsgesicherten ETF handelt. Du gehst kein Fremdrisiko ein, kannst umgekehrt aber nicht von zusätzlichen Gewinnen aufgrund der Kursentwicklung einer Währung profitieren. Die Währungsabsicherung erfolgt mit Devisentermingeschäften. Der Zusatz Daily oder Monthly sagt aus, ob die Währungsabsicherung täglich oder monatlich erfolgt.

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Häufig gibt es im ETF-Namen auch noch eine Abkürzung für das Fondsdomizil, also das Land, in dem der Fonds angesiedelt ist. Für in Deutschland aufgelegte Fonds gilt die Bezeichnung DE, während sie für Irland IE und für Luxemburg LU lautet.

Verschiedene Zusätze im Namen

Möchtest Du in einen ETF von iShares investieren, findest Du hinter dem Emittentennamen mitunter die Bezeichnung Core. ETFs mit der Bezeichnung Core bietet iShares auf bekannte Indizes wie den DAX oder den MSCI World an. Häufig handelt es sich dabei um kostengünstige ETFs. Bei einigen ETFs von iShares ist im Namen, hinter dem Emittentennamen, auch die Bezeichnung Prime zu finden. Auch diese Bezeichnung stellt eine Untergruppe in der Angebotspalette dar, genau wie Core.

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Die Begriffe Core oder Prime stehen mitunter auch für einen Index. Dann tauchen sie aber nicht direkt nach dem Namen des Emittenten auf, sondern mitten im Indexnamen. Eine solche Bezeichnung wie MSCI USA Prime Value hat nichts mit den Kosten des ETFs zu tun. Sie deutet eher darauf hin, dass es sich um Unternehmen mit einem hohen Qualitätsfaktor handelt.

Abkürzungen beim Index-Namen

Beim Namen des abgebildeten Indexes treten oft verschiedene Abkürzungen auf, die für Dich als Anleger jedoch meistens eine geringe Bedeutung haben. TR ist die Abkürzung für Total Return, während NR für Net Return und TNR für Total Net Return stehen. Die Abkürzung TR bedeutet, dass es sich um den Bruttoertrag handelt, von dem der Anleger Quellensteuern abführen muss. Darum musst Du Dich allerdings nicht kümmern. Die Quellensteuer fällt bei ausländischen ETFs auf Erträge wie Dividenden an. Die Abkürzung NR oder TNR sagt aus, dass der ETF die Nettorendite oder Nettodividende nach Steuern enthält. Bei einem ETF mit der Abkürzung PR nach dem Indexnamen wird der Zufluss nach Steuern oder Dividenden ignoriert. Diese Abkürzung tritt eher selten auf.

Die Bezeichnung capped bei einem Aktien-ETF sagt aus, dass bei den Aktien-Anteilen von Unternehmen eine Kappungsgrenze besteht. Aktien eines Unternehmens dürfen einen bestimmten Prozentsatz im Index nicht überschreiten.

Schließlich gibt es beim Index-Namen noch die Bezeichnung ex, die bestimmte Regionen oder Unternehmensgruppen ausschließt. Nicht zu vergessen ist die Abkürzung ESG für Environment, Social and Governance oder SRI für Social Responsible Investment. Bei einem ETF mit dieser Bezeichnung im Indexnamen investierst Du nachhaltig.

Investieren nach UCITS-Kriterien

Ungefähr 75 Prozent aller weltweit aufgelegten ETFs sind UCITS-konform. ETFs, die an deutschen Börsen gehandelt werden, entsprechen immer den UCITS-Richtlinien. Die Abkürzung bedeutet Undertakings for Collective Investments in Transferable Securities. In Deutschland wird mitunter auch die Abkürzung OGAW verwendet, die Organismus für gemeinsame Anlage in Wertpapieren bedeutet. Ein ETF, der diesen Richtlinien entspricht, muss bestimmte Anforderungen erfüllen, die vorrangig zum Schutz von Privatanlegern dienen. Wertpapiere eines einzelnen im Fonds gelisteten Unternehmens dürfen nicht mehr als 20 Prozent des Nettovermögens des Fonds betragen. So wird eine gute Risikostreuung gewährleistet.

Ein ETF mit der Bezeichnung UCITS gilt als Sondervermögen. Die Vermögenswerte der Anleger werden streng von den Vermögenswerten des Anbieters getrennt. Im Fall der Insolvenz des Anbieters sind die Vermögenswerte geschützt und können nicht in die Insolvenzmasse einfließen.

Angaben zur Ertragsverwendung

Der ETF-Name gibt oft schon Auskunft darüber, ob der ETF ausschüttend oder thesaurierend ist. Solche Abkürzungen sind bei Aktien-ETFs ebenso möglich wie bei Anleihen-ETFs. Bei Aktien-ETFs geht es um die Verwendung der Dividenden, bei Anleihen-ETFs um die Verwendung der Zinserträge. Es handelt sich um englische Abkürzungen.

Bei ausschüttenden ETFs lauten diese Abkürzungen D, Dis oder Dist für distributing. Die englische Bezeichnung für thesaurierend ist accumulating. Du erkennst das an der Abkürzung C oder Acc. Allerdings ist nicht in jedem ETF-Namen eine solche Abkürzung vorhanden. Um nähere Informationen über die Ertragsverwendung und bei ausschüttenden ETFs über die Häufigkeit der Dividendenzahlungen zu bekommen, solltest Du Dir das Profil des ETFs näher anschauen.


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Angaben, bei denen Du vorsichtig sein solltest

Trägt ein ETF die Bezeichnung Short oder Leveraged im Namen, besteht ein hohes Risiko. ETFs mit einer solchen Bezeichnung sind für Privatanleger nicht geeignet. ETFs mit der Bezeichnung Short dienen der kurzfristigen Absicherung, während ETFs mit dem Zusatz Leveraged gehebelt sind. Sie können hohe Gewinne bringen, doch wirkt der Hebel auch entgegengesetzt und führt dann zu hohen Verlusten.

ETF-Name an einem Beispiel erklärt

Das folgende Beispiel soll Dir ein besseres Verständnis für einen ETF-Namen und dessen Bedeutung vermitteln:

iShares Core DAX(R) UCITS ETF (DE) EUR (Dist)

Der Anbieter dieses ETFs ist iShares. Hier handelt es sich um einen Fonds der Produktgruppe Core. Klar erkennbar ist der DAX als abgebildeter Index. Du kannst aus der Bezeichnung auch erkennen, dass es sich um einen ETF als börsengehandelten Fonds und nicht um ein anderes börsengehandeltes Produkt wie ein ETC handelt.

Die Abkürzung DE steht für Deutschland als Fondsdomizil. Du siehst, dass die Fondswährung Euro ist. An der Bezeichnung Dist erkennst Du, dass es sich um einen ausschüttenden Fonds handelt. Die Bezeichnung sagt noch nichts darüber aus, wie oft die Auszahlung erfolgt. Im Profil des ETFs wird darüber informiert, dass die Auszahlung quartalsweise erfolgt. Rückschlüsse auf die Replikationsmethode lässt der Name nicht zu.

Hier sind alle weiteren wichtigen Eckdaten zu diesem Fonds, die aus dem Namen nicht hervorgehen:

  • sparplanfähig
  • Auflagedatum 27. April 2021
  • Fondsvolumen 6 Millionen Euro
  • Gesamtkostenquote 0,16 Prozent
  • aktuelle Rendite zum 17. Januar 2021 ca. 13 Prozent

Fazit: Namen von ETFs enthalten viele Informationen

Ein ETF-Name gewährt Auskunft über den Emittenten und den abgebildeten Index. Darüber hinaus enthält er oft Angaben über Fondsdomizil und Währung sowie die Art der Ertragsverwendung thesaurierend oder ausschüttend. Wichtig ist die Abkürzung UCITS, denn sie gewährt Sicherheit für private Anleger. Verschiedene Zusätze weisen darauf hin, dass der ETF risikoreich ist, beispielsweise Short oder Leveraged.

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