Tesla und was dann? Ein Überblick über Elektroauto-Aktien

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Eine Elektroauto Aktie für dein Depot zu finden, ist also zunächst nicht schwierig - aber welche kommen überhaupt in Frage?

Tesla und was dann? Ein Überblick über Elektroauto-Aktien

Glaubt man der Politik, Wirtschaftsverbänden, Umweltschützern und nicht zuletzt dem Kapitalmarkt, gehört den Elektroautos die Zukunft - ob nun von Tesla, einem etablierten deutschen Autobauer oder anderen Herstellern.

Die Ist-Situation am Elektroauto-Markt

Aktie ist nicht gleich Aktie und Unternehmen nicht gleich Unternehmen. Wenn du mit Stockpicking dein Depot punktuell erweitern und ausbauen möchtest, kommt es vor allem darauf an, sich für die "richtigen" Aktien zu entscheiden. Anders als bei sektorweiten ETFs, bekommst du nämlich nicht nur die volle Volatilität mit Einzelaktien zu spüren, sondern läufst auch zwangsweise Gefahr, dich für ein Unternehmen zu entscheiden, dass sich letztlich doch nicht durchsetzt - dann bringt deinem Depot wenig, wenn der Markt in seiner Ganzheit boomt.

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Daher solltest du schon vorab in Erwägung ziehen, dich für mehr als nur eine Aktie beziehungsweise ein Unternehmen zu entscheiden. Insbesondere in solchen Wachstumsbranchen, wo Kurse primär von Spekulation und (mitunter zu überschwänglich positiv) geschätzten Prognosen getrieben werden, ist Diversifikation ein wichtiges Instrument zur Risikoreduzierung. Speziell in den vergangenen zwei Jahren, angetrieben nicht zuletzt durch den momentanen Platzhirsch Tesla, entwickelten sich viele E-Car-Unternehmen exzellent - genauso gab es rückblickend aber schwarze Schafe, wie das in Verruf geratene Nikola beispielsweise.

Ausblick und Bewertung

Der Elektroauto-Markt selbst ist definitiv auf Wachstum gepolt. Weltweit bezifferte sich die Zahl von zugelassenen Elektroautos, von Pkws über Busse bis hin zu Lkws, auf rund 11 Millionen. Laut aktuellen Prognosen wird sich diese Zahl bis 2030 vielfach vermehren: auf ungefähr 230 Millionen Elektrofahrzeuge. Der Markt würde, in Zahlen ausgedrückt, dann ein Volumen von rund 1,7 Billionen Euro erzielen, nach noch rund 120 Milliarden Euro in 2020. Aktuell sind die größten Absatzmärkte für Elektrofahrzeuge China und Europa - zweifelsohne wird die USA aber auf kurz oder lang die Speerspitze einnehmen.

Rückenwind bekommt die Branche durch allerlei staatliche Subventionen, Förderprogramme und Verbraucherkaufanreize, wie sich diese gestalten, variiert zwischen den Ländern. Damit ist ohne Zweifel zu behaupten, dass der Markt strikt auf Zuwachs und Wachstum gepolt ist. Simultan steigt aber kontinuierlich auch der Wettkampf zwischen den partizipierenden Unternehmen - womit wir wieder beim Thema Diversifikation wären. Die nachfolgende Aufstellung von Elektroauto-Aktien soll dir einen generellen Überblick über den Markt und potentielle Kandidaten geben. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Unternehmenslandschaft in der Branche in zehn Jahren ganz anders aussehen könnte.

Der Branchenführer: Tesla

Natürlich darf in solch einem Artikel der Marktführer an erster Stelle nicht fehlen. Tesla ist mit riesigem Abstand der größte Elektrofahrzeugbauer der Welt und in allerlei Technologien Innovationstreiber beziehungsweise Marktführer. Im dritten Quartal des aktuellen Jahres erzielte das Unternehmen vom reichsten Mann der Welt, Elon Musk, einen neuen Auslieferungsrekord von rund 240.000 Fahrzeugen. Das Unternehmen selbst prognostiziert annualisierte Wachstumsraten von etwa 50 %. Seit kurzem ist Tesla sogar im deutschen Brandenburg vertreten, wenn sich die Eröffnung der Fabrik auch noch etwas hinzieht.

Tesla erzielt seinen Gewinn, wenn er aktuell auch nur spärlich ausfällt und keinesfalls beständig ist, normalerweise dreierlei: Einmal mit den tatsächlich verkauften Fahrzeugen, Upgrades und Extras, weiterhin mit verkauften CO2-Zertifikaten und nicht zuletzt mit Subventionen von Arbeitskraft und monetären staatlichen Zuwendungen. Es ist in dem Sinne nicht überraschend, dass ein Tesla in China weitaus günstiger als anderswo auf der Welt zu haben ist. Ebenso ist nicht überraschend, dass Tesla zuletzt steigende Gewinne ausweisen konnte, die nicht zuletzt auf die massiv gestiegenen Preise für CO2-Zertifikate zurückzufahren waren.

Die Stellung als Vorreiter und Marktführer spiegelt ebenso aber der Aktienkurs ab, denn günstig oder nach objektiven Standards "fair" bewertet war Tesla noch nie. Tatsächlich ist das Unternehmen in den vergangenen zwei Jahren sogar noch konsequent teurer geworden. Mit einer Marktkapitalisierung von rund 1 Billion USD ist Tesla der wertvollste Autobauer der Welt und mehr wert als die deutsche Riege zusammenaddiert. So eine sportliche Bewertung freut Altaktionäre, muss potentiellen Neuanlegern aber auch zu denken geben: Wie viel Luft ist tatsächlich noch nach oben oder anders, wie viel leere Luft steckt im hochgetriebenen Kurs? Es bleibt als äußerst spannend bei der Tesla Aktie.

BYD - der Platzhirsch aus China

Tesla ist zwar Weltmarktführer, in China dominiert aber BYD. Im Oktober des aktuellen Jahres verkaufte der chinesische Mischkonzern, der den Fahrzeugbau nur als einen von vielen Teilbereichen bewirtschaftet, etwa 90.000 Fahrzeuge, was einer Steigerung von mehr als 100 % entsprach. Die Fahrzeuge gibt es als Quasi-SUV genauso wie als Sportwagen, auf den Werbeplakaten des Herstellers werden sie fast schon traditionell in einem knalligen roten Farbton dargestellt.

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BYD will über das gesamte Jahr 2022 mindestens 600.000 Elektrofahrzeuge verkaufen. Nicht eingerechnet sind da die elektrisch betriebenen Busse, die parallel dazu im Konzern gestellt und sogar mit konzerneigenen Batterien ausgestattet werden. Die Elektroauto-Aktie hat den entscheidenden Vorteil einer vertikalen Integration, wodurch BYD etwas weniger als manch ein Konkurrent auf Zulieferer angewiesen ist. Ein weiterer Vorteil ist der Standort: Günstige chinesische Arbeitskraft und laxe Regularien helfen BYD insbesondere im internationalen Wettbewerb.

Wie jede andere Elektroauto-Aktie ebenfalls, ist BYD sehr sportlich bewertet. Außerdem verwässert der Konzern regelmäßig, finanziert die Ausgaben also über neu ausgegebene Aktien. Zumindest auf dem Papier wuchs daraus aber Innovation. Mit mehr als 440 Patenten ist BYD unangefochtener Spitzenreiter. Zum Vergleich: Tesla erreicht nur 38 Anmeldungen, Rivian hat nur ein einziges Patent.

Nio - Wettbewerb aus China

Ebenfalls aus China kommt Nio, wie andere Aktien aus der Branche ist das Unternehmen nach objektiven Kriterien jenseits von Gut und Böse bewertet. Immerhin dürften sich noch nicht investierte Anleger über den Kursverfall dieses Jahr freuen. Ausgehend vom Hoch bei etwa 65 USD, korrigierte die Aktie aktuell auf rund 28 USD. Zumindest zum Zeitpunkt dieses Artikels ist kein Boden in Sicht. Sportlich bewertet ist Nio aber immer noch, mit einer Marktkapitalisierung von etwa 44 Milliarden USD und keinem Cent Gewinn. Noch dazu trägt der Autobauer einen stattlichen Schuldenberg mit sich umher.

Im "Patentvergleich" kommt Nio auf den zweithöchsten Wert, stattliche 173 Patente. Im November wurden beinahe 11.000 Fahrzeuge ausgeliefert, was weitaus besser als die Monate zuvor war. Das neue Modell, ET7, soll zum Ende des ersten Quartals 2022 an die ersten glücklichen Käufer überführt werden. Treten die aktuellen Prognosen vom Nio-Vorstand ein, könnte das Unternehmen, wenn alles gut läuft, das erste Mal Ende 2022 ein wenig Gewinn verbuchen.

Lucid - Sportwagen, erdacht in den USA

Die Fahrzeuge von Lucid, beziehungsweise das eine Elektroauto, was bisher vorgestellt wurde, muten futuristisch an. Wie aus der Zukunft gefallen, verfolgt kein anderer Elektroauto-Hersteller ein derartig zukunftsorientiertes Design, das durchaus auch einem Sci-Fi Blockbuster aus Hollywood entsprungen sein könnte. Mitunter liegt aber gerade da der Reiz für viele Käufer. Die gibt es nach Aussagen des Unternehmens reichlich, aktuell verbucht Lucid mehr als 16.000 Vorbestellungen.

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Was Lucid hingegen nicht verbucht, sind Gewinne. Oder überhaupt Einnahmen. Tatsächlich hat Lucid zunächst eigentlich gar kein Auto auf der Straße oder im Geschäft. Das aus einem SPAC hervorgegangene Unternehmen kommt dennoch auf eine Marktkapitalisierung von rund 60 Milliarden USD. Damit hat Lucid zwar kein einziges Auto, aber ist schon halb so viel wert wie der VW-Konzern. Das manifestiert sich in einem fast schon irrwitzigen Price/Sales-Verhältnis von knapp 90.000 - zum Vergleich: als "normal" gelten Werte zwischen 2 und 10.

Rivian - die Spekulation geht weiter

In die gleiche Riege wie Lucid fällt auch Rivian. Autos gibt es auch hier nicht, dafür ein paar schön anzuschauende Fotos und andere Werbematerialien. Umsätze gibt es hier ebenso quasi keine, womit auch Rivian ein P/S von rund 90.000 erreicht. Das erst kürzlich an die Börse gegangene Unternehmen wird mit rund 90 Milliarden USD bewertet, zwischenzeitlich war es sogar weit mehr wert als Volkswagen - nach wie vor ohne ein einziges Auto oder irgendwelchen Umsatz.

Nach objektiven Standards ist Rivian genauso wenig wie Lucid oder generell die Branche zu bewerten. Wer für einen Autobauer ohne Auto, der fast so viel wert ist wie Volkswagen, den Preis zahlen möchte, der gerade veranschlagt wird, kann das natürlich. Es ist eine Spekulation, die wahlweise auf oder komplett in die Hose gehen wird. Dennoch muss man sich auch hier fragen: Wie viel Kurspotential nach oben gibt es bei dieser Bewertung überhaupt noch?

Die deutschen Autobauer

... haben den Elektromobil-Trend einigermaßen verschlafen. Trotzdem werden auch Daimler, BMW und Volkswagen künftig Elektrofahrzeuge herstellen. Mit jeder Aktie der deutschen Unternehmen partizipierst du also indirekt am zukunftsträchtigen E-Car-Markt. Die großen Zukunftsfantasien gibt es hier nicht, dafür hast du bei allen drei zumindest in irgendeiner Form nachvollziehbare oder sogar günstige Bewertungen - und erhältst noch eine jährliche Dividende. Welche Rolle diese drei oder andere etablierte Konzerne dann am Markt spielen werden, wird aber erst die Zukunft zeigen.

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