Trade Republic vs. Traders Place: Der Neobroker-Kampf 2026

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Trade Republic vs. Traders Place: Der große Vergleich 2026. Ist das 1-Euro-Modell noch zeitgemäß oder schlägt die 0-Euro-Order alles? Wir rechnen nach.

Trade Republic vs. Traders Place: Der Neobroker-Kampf 2026

Stand: Juli 2026. Dieser Beitrag ist eine journalistische Einordnung und keine Anlageberatung. Alle Konditionen wurden gegen die offiziellen Anbieterseiten geprueft, koennen sich aber jederzeit aendern.

Willkommen im Neobroker-Zeitalter 2026: Die Karten liegen auf dem Tisch

Wir schreiben das Jahr 2026, und der deutsche Neobroker-Markt hat sich von der Goldgraeberstimmung zu einem reifen Sektor entwickelt. Eine App, die Aktien kaufen kann, reicht heute nicht mehr. Anleger wollen Zinsen aufs Cash, eine grosse Produktauswahl und Stabilitaet, wenn die Maerkte volatil werden. Zwei Kontrahenten stehen dabei im Zentrum: Trade Republic, der Platzhirsch aus Berlin, der fast schon Synonym fuer Aktien auf dem Handy ist, und Traders Place, der Herausforderer mit einem Funktionsumfang, den frueher nur teure Direktbanken boten. Die Frage lautet 2026 nicht mehr, ob du einen Neobroker nutzt, sondern welcher zu deiner Strategie passt.

Ein neuer Faktor macht den Vergleich besonders spannend: Seit dem 1. Juli 2026 gilt in der EU das Verbot von Payment for Order Flow (PFOF). Brokern ist es damit untersagt, sich das Weiterleiten von Kundenorders an einen Handelsplatz verguetenzulassen. Genau dieses PFOF-Modell hat den kostenlosen Handel vieler Neobroker jahrelang mitfinanziert. Wir schauen uns an, wie beide Anbieter darauf reagiert haben und was das fuer deine Kosten bedeutet.

Kostenstruktur im Haertetest: Flat-Fee gegen bedingungsloses Zero

Der offensichtlichste Unterschied liegt in der Preispolitik. Trade Republic haelt an seinem Modell fest: 1 Euro Fremdkostenpauschale pro Trade ueber die hauseigene Ausfuehrung, egal ob du fuer 50 Euro oder 50.000 Euro kaufst. Das ist planbar und erfordert kein Nachrechnen. Fuer Kleinanleger, die oft umschichten oder spontan investieren, ist das eine sichere Bank.

Traders Place setzt auf Differenzierung: Der Handel ueber gettex ist mit 0 Euro Ordergebuehr moeglich, sofern dein Ordervolumen mindestens 500 Euro betraegt. Liegt die Order darunter, faellt ein Mindermengenzuschlag von 0,95 Euro an. Wer konsequent groessere Summen bewegt, spart sich die Gebuehr komplett.

Eine kurze Rechnung: Bei fuenf Trades pro Monat mit je 1.000 Euro Volumen zahlst du bei Trade Republic 60 Euro Ordergebuehren im Jahr, bei Traders Place ueber gettex 0 Euro. Aber Vorsicht bei anderen Handelsplaetzen: Orders ueber Xetra kosten bei Traders Place ab rund 6 Euro, US-Boersen wie NYSE oder Nasdaq ab etwa 7 Euro. Das Zero gilt also nur fuer gettex ab 500 Euro, nicht pauschal.

Was das PFOF-Verbot konkret aendert

Hier wird es 2026 interessant. Weil Traders Place ab dem 1. Juli 2026 fuer die Orderweiterleitung nicht mehr verguetet werden darf, hat der Broker sein Modell zum 22. Juni 2026 auf eine sogenannte Bonifikation umgestellt. Vereinfacht: Auf dem Papier faellt eine Vermittlungsgebuehr von 2,65 Euro plus 0,50 Euro Abwicklungsentgelt an (zusammen 3,15 Euro), die dir die Baader Bank in exakt gleicher Hoehe wieder gutschreibt. Unter dem Strich zahlst du effektiv weiterhin 0 Euro ueber gettex. Ehrlich gesagt bleibt hier ein Beigeschmack: Das Modell schafft weiter einen strukturellen Anreiz, Orders bevorzugt ueber gettex zu leiten, auch wenn die Kostentransparenz gestiegen ist. Trade Republic betreibt seit Anfang 2026 ein eigenes Handelssystem (MTF) und ist vom PFOF-Verbot weniger betroffen, weil hier keine klassische Vermittlungsverguetung floss.

Fazit Kosten: Trade Republic ist der beste Rundum-sorglos-Anbieter fuer Kleinstanleger. Traders Place ist Kostensieger fuer alle, die Ordervolumina ueber 500 Euro als Standard betrachten und ueber gettex handeln.

Handelsplaetze und Ausfuehrung: Eigenes MTF vs. gettex und die Welt

Ein Broker ist nur so gut wie die Kurse, die er liefert. Trade Republic fuehrt Orders ueber sein eigenes Handelssystem aus (frueher stark ueber die Lang & Schwarz Exchange, seit 2026 zunehmend ueber das eigene MTF). Waehrend der Xetra-Handelszeiten (09:00 bis 17:30 Uhr) sind die Kurse referenzmarktgebunden, du zahlst bei Standardwerten also keinen groesseren Spread als in Frankfurt. Ausserhalb dieser Zeiten weiten sich die Spreads aus, das ist Marktstandard, muss dir aber bewusst sein.

Traders Place geht einen anderen Weg. Primaerer Partner fuer den kostenguenstigen Handel ist gettex (Boerse Muenchen), ebenfalls mit Referenzmarktbindung zu Xetra-Zeiten. Der strategische Vorteil: Du kannst auf rund 40 nationale und internationale Handelsplaetze ausweichen, darunter Xetra, Tradegate, Lang & Schwarz sowie Boersen in ueber 20 Laendern. Ist ein exotischer Nebenwert ueber gettex nicht liquide, findest du oft anderswo einen Markt. Fuer aktive Haendler ist das ein echter Pluspunkt, denn nichts ist teurer als eine Aktie, die du in einem Crash nicht verkaufen kannst.

Wenn du in australische Minenwerte oder spezielle Small Caps investieren willst, laeufst du bei Trade Republic haeufiger gegen eine Wand, weil das Wertpapier schlicht nicht handelbar ist. Traders Place oeffnet durch die Anbindung an klassische Boersen mehr Tueren, allerdings zu hoeheren Ordergebuehren als bei gettex.

Zinsen auf Cash: Der Kampf um deine Liquiditaet

Das Zinsumfeld hat sich 2026 eingependelt. Die EZB hat ihren Einlagesatz am 11. Juni 2026 auf 2,25 Prozent angehoben, wirksam ab dem 17. Juni 2026. Genau daran haengt der Cash-Zins beider Broker, allerdings mit deutlichen Unterschieden.

Trade Republic zahlt aktuell 2,25 Prozent p.a. auf das gesamte nicht investierte Guthaben, gekoppelt an den EZB-Einlagesatz. Das Besondere: kein Mindestbetrag, keine Obergrenze, taeglich berechnet, monatlich ausgezahlt, fuer Neu- und Bestandskunden gleich. Das Verrechnungskonto wird damit zur echten Tagesgeld-Alternative ohne Kleingedrucktes.

Traders Place bietet ueber ein separates Zinskonto bei der Baader Bank 2,00 Prozent p.a. (variabel, EZB-Einlagesatz minus 0,25 Prozentpunkte). Hier gibt es zwei Haken: Es gilt eine Mindesteinlage von 5.000 Euro, verzinst wird maximal 1 Mio Euro, die Gutschrift erfolgt nur vierteljaehrlich, und Geld muss aktiv vom Verrechnungskonto aufs Zinskonto umgebucht werden (das Verrechnungskonto selbst wird nicht verzinst). Immerhin sind die Konditionen laut Anbieter bis 31.12.2027 zugesichert.

Fazit Zinsen: Fuer die breite Masse gewinnt Trade Republic klar. Mehr Zins, kein Mindestbetrag, keine Obergrenze und automatisch auf dem Cash. Wer ohnehin fuenfstellige Summen parken will und die vierteljaehrliche Gutschrift akzeptiert, kann bei Traders Place mitgehen, muss aber selbst umbuchen.

Sparplaene: Das Rueckgrat des deutschen Vermoegensaufbaus

Deutschland ist Sparplan-Land, und beide Anbieter liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Trade Republic hat das Sparplan-Spiel perfektioniert: Ausfuehrung kostenlos, Mindestsparrate 1 Euro, flexible Intervalle (woechentlich, zweiwoechentlich, monatlich, quartalsweise). Ein grosser Vorteil ist das Fractional Investing, auch ausserhalb von Sparplaenen. Du kannst Bruchstuecke teurer Aktien kaufen, etwa fuer 50 Euro einen Bruchteil einer Booking-Holdings-Aktie.

Traders Place haelt mit einer riesigen Auswahl von rund 10.800 besparbaren Werten dagegen. Die Mindestsparrate liegt ebenfalls bei 1 Euro. Sparplaene auf Aktien, Partner-ETFs (unter anderem iShares, Vanguard, Amundi, DWS) und Krypto-ETPs sind kostenlos, fuer Sparplaene auf Nicht-Partner-Fonds fallen 0,50 Euro pro Ausfuehrung an. Das ist ein Detail, das Vielsparer beachten sollten.

Konkret: Wer den Vanguard FTSE All-World (ISIN IE00BK5BQT80) bespart, faehrt bei beiden Brokern kostenlos, weil Vanguard bei Traders Place Partner ist. Bei einem Nischen-Fonds ausserhalb der Partnerliste kann Traders Place dagegen 0,50 Euro je Ausfuehrung kosten. In Sachen Bedienkomfort liegt Trade Republic bei Sparplaenen weiter vorn, Traders Place punktet mit der schieren Breite des Angebots.

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Konditionen 2026 auf einen Blick

KriteriumTrade RepublicTraders Place
Ordergebuehr1 Euro pauschal pro Trade0 Euro ueber gettex ab 500 Euro, sonst 0,95 Euro; andere Boersen teurer
Sparplan0 Euro, ab 1 Euro Rate0 Euro (Aktien, Partner-ETFs, Krypto), 0,50 Euro fuer Nicht-Partner-Fonds; ab 1 Euro
Cash-Zins2,25 Prozent p.a., kein Min/Max, monatlich2,00 Prozent p.a., ab 5.000 Euro, max 1 Mio, vierteljaehrlich, separates Konto
Handelsplaetzeeigenes MTF, referenzmarktgebundenrund 40 Plaetze (gettex, Xetra, Tradegate, international)
Fractional Investingja, auch ausserhalb Sparplanim Sparplan; darueber hinaus eingeschraenkt
Wertpapierkreditkein klassischer Lombardkreditja, 3-Monats-Euribor plus 3,00 Prozent p.a.
Karte / SavebackVisa-Debitkarte, 1 Prozent Saveback in Sparplankeine eigene Bezahlkarte
Verwahrung / SicherungVollbanklizenz, Einlagensicherung 100.000 EuroBaader Bank als depotfuehrende Stelle, Einlagensicherung 100.000 Euro

Alle Angaben Stand Juli 2026, geprueft gegen die offiziellen Anbieterseiten. Konditionen sind variabel.

Die App-Erfahrung: Lifestyle-Produkt gegen Trading-Cockpit

2026 ist die User Experience oft wichtiger als der letzte Cent. Trade Republic setzt Standards: Die App ist poliert, reduziert und Mobile-First. Charts sind vereinfacht, Informationen haeppchenweise. Das funktioniert hervorragend fuer Einsteiger, hat aber Grenzen: Wer Candlestick-Charts professionell auswerten oder mehrere Indikatoren uebereinanderlegen will, stoesst schnell an die Decke. Die Web-Version ist im Kern eine gespiegelte App.

Traders Place verleugnet nicht, dass Trading komplex ist. Die Menuefuehrung ist tiefer, die Informationen dichter, die Web-Plattform ist naeher an einem klassischen Trading-Cockpit. Wer am Desktop mit zwei Bildschirmen arbeitet, fuehlt sich hier wohler. Du musst dich fragen: Willst du deine Finanzen in der U-Bahn mit dem Daumen steuern, oder abends am Schreibtisch mit Werkzeugen analysieren?

Zusatzfunktionen: Debitkarte, Saveback und Wertpapierkredit

Hier driften die Geschaeftsmodelle am staerksten auseinander. Trade Republic entwickelt sich zur Hausbank-Alternative. Die Visa-Debitkarte mit 1 Prozent Saveback leitet dein Cashback direkt in einen Sparplan, das verbindet Konsum und Investition clever. Trade Republic will der Ort sein, an dem dein gesamtes finanzielles Leben stattfindet.

Traders Place bleibt seinen Wurzeln treu und bietet Features fuer echte Trader. Das wichtigste Alleinstellungsmerkmal ist der Wertpapierkredit (Lombardkredit) zum 3-Monats-Euribor plus 3,00 Prozent p.a. Du kannst dein Portfolio beleihen, um neue Aktien zu kaufen oder Liquiditaetsengpaesse zu ueberbruecken, ohne verkaufen zu muessen. Das ist ein maechtiges Werkzeug, birgt aber echte Risiken: Faellt der Depotwert, kann eine Nachschusspflicht drohen. Trade Republic bietet keinen vergleichbaren klassischen Lombardkredit fuer die breite Masse.

Kurz gesagt: Willst du beim Einkaufen nebenbei deinen ETF fuettern, dann Trade Republic. Willst du dein Depot als Sicherheit fuer mehr Handelsspielraum nutzen, dann Traders Place.

Sicherheit und Vertrauen: Keine Experimente mehr

Sicherheit ist 2026 kein Differenzierungsmerkmal mehr, sondern Grundvoraussetzung. Trade Republic besitzt eine eigene Vollbanklizenz und unterliegt direkt der Aufsicht von BaFin und Bundesbank. Cash-Einlagen sind bis 100.000 Euro gesetzlich geschuetzt. Traders Place arbeitet mit der Baader Bank als depotfuehrender Stelle, auch hier greift die deutsche Einlagensicherung bis 100.000 Euro. Wichtig fuer beide: Deine Wertpapiere sind ohnehin Sondervermoegen und gehoeren dir, egal was mit dem Broker passiert.

Ein Unterschied liegt im Support: Trade Republic setzt stark auf Chatbots, FAQs und Ticketsysteme, telefonischer Kontakt ist schwierig. Traders Place bietet mit dem Anspruch, anspruchsvolle Kunden zu bedienen, teils direktere Wege. Wenn es mal hakt, kann das nervenschonender sein.

Entscheidungshilfe: Welcher Broker-Typ bist du?

Die Frage ist nicht, wer besser ist, sondern wer besser fuer dich ist.

  • Der passive ETF-Sparer: Zwei, drei ETFs, monatlich bespart, seltener Blick ins Depot. Wahl: Trade Republic. Einfachere App, tadellose Sparplaene, Zins aufs Cash ohne Mindestbetrag.
  • Der aktive Swing-Trader: Mehrere Trades pro Woche, Positionen ab 2.000 Euro. Wahl: Traders Place. 0-Euro-Order ueber gettex ab 500 Euro, breite Handelsplatzauswahl, Wertpapierkredit.
  • Der Schnaeppchenjaeger mit kleinen Summen: Kaeufe oft unter 500 Euro. Wahl: Trade Republic. Bei Traders Place faellt sonst der Mindermengenzuschlag von 0,95 Euro an, und die App ist einsteigerfreundlicher.
  • Der All-in-One-Optimierer: Zinsen, Cashback, Investieren und Bezahlen in einer App. Wahl: Trade Republic. Das Oekosystem mit Karte und Saveback ist in seiner Integration konkurrenzlos.
  • Der Profi mit Spezialwuenschen: Anleihen oder auslaendische Aktien direkt an der Boerse. Wahl: Traders Place. Die Anbindung an rund 40 Handelsplaetze ist der entscheidende Faktor.

Ein Blick auf Markt und Zukunft

Trade Republic hat die Masse: Millionen Kunden in Europa erlauben es, Features wie Karte und Zinsen querzufinanzieren. Traders Place muss ueber das Produkt gewinnen, also innovativer bei Orderarten, guenstiger bei grossen Volumen und offener bei Handelsplaetzen sein. Fuer dich als Kunden ist dieser Wettbewerb ideal. Das PFOF-Verbot ab dem 1. Juli 2026 hat gezeigt, dass beide Anbieter Wege finden, guenstig zu bleiben, wenn auch mit unterschiedlichen Modellen.

2026 sehen wir eine Konsolidierung. Uebrig bleiben die grossen Oekosysteme wie Trade Republic und Scalable Capital sowie spezialisierte Performance-Broker wie Traders Place. Achte bei deiner Wahl weniger auf einen Willkommensbonus, sondern auf die laufenden Kosten deiner naechsten 100 Trades: Wie oft handelst du unter 500 Euro? Wie wichtig ist dir die Desktop-Ansicht? Wie viel Cash parkst du? Die Antworten fuehren dich zum richtigen Anbieter.

Wenn du wechseln willst: Ein Depotuebertrag ist dank digitaler Prozesse einfacher geworden, aber nie ganz aufwandsfrei. Bruchstuecke sind oft nicht uebertragbar und muessen verkauft werden, was ein Steuerereignis ausloesen kann.

Fazit

Im Neobroker-Duell 2026 gibt es keinen Gesamtsieger, sondern zwei klare Profile. Trade Republic ist der beste Allrounder fuer Einsteiger und Sparplan-Anleger: einfache App, 2,25 Prozent Zins aufs Cash ohne Bedingungen, Karte mit Saveback, Vollbanklizenz. Traders Place ist die schaerfere Wahl fuer aktive Trader mit groesseren Ordervolumina: 0-Euro-Handel ueber gettex ab 500 Euro, rund 40 Handelsplaetze und ein Wertpapierkredit. Ehrlich bleiben muss man bei den Nachteilen: Traders Place verzinst nur ueber ein separates Konto ab 5.000 Euro, verlangt bei kleinen Orders und Nicht-Partner-Sparplaenen Gebuehren; Trade Republic bietet weniger Handelsplaetze und keinen echten Lombardkredit. Wer sich unsicher ist, findet in unserem grossen Broker-Vergleich weitere Alternativen.

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