5 To-Dos vor Silvester: Ihre ETF-Notfall-Checkliste für den Jahresendspurt
Der Dezember ist für ETF-Anleger nicht nur der Monat der Besinnlichkeit, sondern die letzte Chance zur Steueroptimierung. Wer jetzt schläft, schenkt dem Finanzamt bares Geld. Hier sind die 5 Schritte, die Sie vor dem 31.12. erledigen müssen – inklusive der kritischen Deadline am 15. Dezember.
Das Jahr 2025 steht vor der Tür, und steuerlich werden die Karten neu gemischt. Doch bevor Sie sich den Neujahrsvorsätzen widmen, fordert Ihr Depot Aufmerksamkeit. Viele Steuervergünstigungen verfallen pünktlich zum Jahreswechsel. Besonders Anleger mit Depots bei mehreren Banken oder nicht ausgeschöpften Freibeträgen müssen jetzt handeln.
Hier ist Ihre Priority-Liste für die nächsten Wochen.
1. Die harte Deadline: Verlustbescheinigung bis zum 15. Dezember
Dies ist der wichtigste Punkt, da er die früheste Frist hat. Wenn Sie bei Bank A Gewinne realisiert haben (und darauf Steuern gezahlt haben), aber bei Bank B Verluste in den Büchern stehen, verrechnet das Finanzamt diese nicht automatisch.
Die Banken führen ihre Verlustverrechnungstöpfe isoliert. Um die Verluste von Bank B gegen die Gewinne von Bank A in Ihrer Steuererklärung verrechnen zu können, benötigen Sie eine Verlustbescheinigung.
- Der Haken: Sie müssen diese Bescheinigung aktiv bei Ihrer Bank beantragen.
- Die Frist: Der Antrag muss der Bank bis zum 15. Dezember vorliegen.
Handlungsbedarf: Prüfen Sie sofort Ihre realisierten Verluste in den Banking-Apps. Lohnt sich eine Verrechnung? Dann beantragen Sie das Formular noch heute. Ohne Antrag trägt die Bank den Verlust einfach ins nächste Jahr vor – das Geld aus den zu viel gezahlten Steuern bei der anderen Bank sehen Sie dieses Jahr nicht wieder.
2. Freistellungsauftrag: Das „Tax Gain Harvesting“
Seit 2023 liegt der Sparerpauschbetrag bei 1.000 € für Singles und 2.000 € für Ehepaare. Ein Blick in Ihre Steuerübersicht beim Broker verrät: Ist dieser Betrag für 2024 ausgeschöpft?
Falls nicht, verschenken Sie steuerfreies Potenzial. Hier kommt das „Tax Gain Harvesting“ ins Spiel:
- Verkauf: Sie verkaufen ETF-Anteile, die im Plus sind, um Gewinne in Höhe des noch offenen Freibetrags zu realisieren. Dieser Gewinn ist steuerfrei.
- Kauf: Sie kaufen die gleichen Anteile sofort (oder zeitnah) wieder zurück.
Der Effekt: Sie haben Ihren Einstandskurs (Tax Cost Basis) erhöht. Wenn Sie diese Anteile in Zukunft verkaufen, fällt der zu versteuernde Gewinn geringer aus, da Ihr Kaufkurs nun höher liegt. Sie sparen also zukünftige Steuern, indem Sie den heutigen Freibetrag nutzen.
- Tax Loss Harvesting: Portfolio-Hygiene betreiben
Haben Sie „Leichen im Keller“? Positionen, die tief im Minus stehen und an die Sie nicht mehr glauben?
Jetzt ist der Moment, diese Verluste zu realisieren (Tax Loss Harvesting). Durch den Verkauf landen die Verluste im sogenannten Verlustverrechnungstopf. Diese mindern die Steuerlast auf Gewinne, die Sie im selben Jahr (z.B. durch Rebalancing oder Dividenden) erzielt haben.
Wichtig: Achten Sie auf die Töpfe. Aktienverluste können oft nur mit Aktiengewinnen verrechnet werden, während ETF-Verluste (Sonstige) meist flexibler mit Dividenden und Zinsen verrechenbar sind.
4. Liquiditäts-Check: Die Vorabpauschale kommt im Januar 2026
Viele Anleger wurden Anfang 2024 kalt erwischt, als Broker plötzlich Geld vom Verrechnungskonto einzogen. Das wird im Januar 2026 wieder passieren.
Für das Steuerjahr 2025 wird die Vorabpauschale fällig. Da der Basiszins für 2025 positiv ist (aktueller Stand ca. 2,53 %), wird bei thesaurierenden ETFs (und ausschüttenden, deren Ausschüttung geringer als der Basisertrag ist) eine Steuerbuchung ausgelöst.
Das Risiko: Ist Ihr Verrechnungskonto im Januar nicht gedeckt, rutscht das Konto ins Minus. Bei den aktuellen Zinsen zahlen Sie dann teure Überziehungszinsen.
To-Do: Rechnen Sie grob überschlägig (Basiszins × 0,7 × Fondswert × Teilfreistellungssatz) und sorgen Sie für entsprechende Liquidität auf dem Verrechnungskonto.
5. Der Kosten-Check: Ist Ihr Broker noch der Richtige?
Das Jahresende ist der ideale Zeitpunkt für einen Schnitt. Haben Sie dieses Jahr zu viel an Ordergebühren gezahlt? Bietet Ihr aktueller Broker immer noch keine Zinsen auf das Verrechnungskonto?
Der Wettbewerb zwischen den Neobrokern ist hart, und die Konditionen haben sich 2024 weiter verbessert. Wer noch bei einer klassischen Filialbank tradet oder bei einem Broker mit hohen Fixkosten ist, verliert unnötig Rendite.
Ein Wechsel ist heute in wenigen Minuten digital angestoßen. Wir haben die Marktführer für Sie analysiert.
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Fazit: 30 Minuten Aufwand für bares Geld
Steuern sind lästig, aber im ETF-Bereich der größte Hebel für Ihre Nettorendite, den Sie selbst kontrollieren können.
- 15.12.: Verlustbescheinigung beantragen.
- Bis 31.12.: Freibeträge durch Verkäufe/Käufe ausschöpfen.
- Für Januar: Cash für die Steuer bereitlegen.
Machen Sie einen Haken an diese Liste, damit Sie entspannt ins Jahr 2026 starten können.
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