Berkshire Hathaway vs S&P 500 ETF: Wer schneidet besser ab?

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Berkshire Hathaway vs S&P 500 ETF: Wer schneidet besser ab?

Warren Buffett gilt als einer der besten Aktienpicker aller Zeiten. Umso überraschender ist sein Rat für die meisten Privatanleger: Statt einzelne Aktien oder sogar Berkshire Hathaway selbst zu empfehlen, hält er einen breit streuenden, kostengünstigen Indexfonds auf den S&P 500 für die bessere Wahl. Über Jahre hinweg, mit regelmäßigen Beträgen bespart.

Das ist Buffetts Empfehlung. Doch was passt besser zu dir? Ein günstiger S&P-500-Indexfonds oder die Aktie von Berkshire Hathaway selbst? Dieser Beitrag vergleicht beide Wege nüchtern und mit aktuellen Zahlen. Stand: Juni 2026.

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Wichtig zur Einordnung: Warren Buffett ist seit dem 1. Januar 2026 nicht mehr CEO von Berkshire Hathaway. Sein langjährig benannter Nachfolger Greg Abel führt seitdem das operative Geschäft. Buffett bleibt Chairman des Verwaltungsrats und kommt weiter regelmäßig ins Büro. Die Ära des CEO Buffett endete damit nach 60 Jahren.

Eine Vorwarnung gleich zu Beginn: Erwarte nicht, dass Berkshire seine historische Performance einfach wiederholt. Warum, dazu gleich mehr.


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Die historische Bilanz: ein einzigartiger Track Record

Seit Buffett 1965 die Kontrolle über Berkshire Hathaway übernahm, ist der Vorsprung gegenüber dem Markt enorm. Laut dem Geschäftsbericht 2024 erzielte Berkshire von 1965 bis 2024 einen annualisierten Wertzuwachs von 19,9 Prozent, während der S&P 500 (inklusive Dividenden) auf 10,4 Prozent pro Jahr kam.

Über sechs Jahrzehnte summiert sich dieser jährliche Unterschied zu etwas Gewaltigem. Der Gesamtzuwachs von Berkshire seit 1965 lag Ende 2024 bei rund 5.502.284 Prozent gegenüber etwa 39.054 Prozent für den S&P 500. Wer also Ende 1964 hypothetisch 1.000 US-Dollar in Berkshire gesteckt hätte, wäre 60 Jahre später bei rund 55 Millionen US-Dollar gewesen. Der gleiche Betrag im Index hätte aus den 1.000 Dollar einige Hunderttausend Dollar gemacht. Respektabel, aber eine andere Größenordnung.

So beeindruckend diese Zahlen sind: Sie sind das Ergebnis eines halben Jahrhunderts und sagen wenig darüber aus, was in den nächsten zehn oder zwanzig Jahren passiert.

Warum die Vergangenheit nicht die Zukunft ist

Buffett selbst hat seine Aktionäre immer wieder gebremst. In seinem Aktionärsbrief 2014 schrieb er, dass Berkshires langfristige Gewinne „nicht dramatisch sein können und denen der vergangenen 50 Jahre nicht annähernd entsprechen werden".

Der Grund ist simpel und mathematisch: Berkshire ist schlicht zu groß geworden. Wie Buffett es formulierte, ist es deutlich schwieriger, den Wert eines 1-Billion-Dollar-Unternehmens zu verdoppeln als den eines kleinen. Je größer die Basis, desto seltener die Geschäfte, die überhaupt einen spürbaren Unterschied machen.

Dass diese Warnung berechtigt war, zeigt das jüngste Jahrzehnt. Im Zeitraum 2015 bis 2025 hat Berkshire den Index erstmals nicht geschlagen: Der S&P 500 legte in dieser Phase rund 304 Prozent zu, Berkshire etwa 234 Prozent. Annualisiert entspricht das grob 15 Prozent für den Index gegenüber rund 13 Prozent für Berkshire. Ein wesentlicher Treiber war die Rally großer Technologie- und KI-Werte wie Nvidia, Meta oder Palantir, die außerhalb von Buffetts klassischem Kompetenzbereich liegen.

Kurz: Kauf Berkshire nicht in der Erwartung, dass dich das Unternehmen aus einer kleinen Summe sagenhaft reich macht, so wie es frühe Aktionäre erlebt haben. Diese Ära ist vorbei.

Was für Berkshire weiterhin spricht

Trotzdem hat das Unternehmen reale Wettbewerbsvorteile. Berkshire ist für viele Unternehmer ein bevorzugter Käufer, wenn es um den Verkauf privater oder börsennotierter Firmen geht. Der Ruf, finanzielle Flexibilität und ein riesiger Bargeldbestand erlauben es, schnell und verlässlich zuzuschlagen. „Die Leute wissen: Wenn wir einen Deal machen, wird er auch durchgezogen", sinngemäß Buffett auf einer Hauptversammlung.

Dazu kommt der bewusst dezentrale Führungsstil. Die Zentrale mischt sich kaum in das Tagesgeschäft der Tochterfirmen ein, was Berkshire für viele Verkäufer attraktiv macht. In Summe kann das Unternehmen so über die Zeit gute Firmen unter ihrem inneren Wert erwerben.

Offen ist, wie sich der Führungswechsel auswirkt. Unter Greg Abel hat Berkshire im ersten Quartal 2026 sein Aktienportfolio spürbar umgebaut, unter anderem die Alphabet-Position deutlich ausgebaut. Apple bleibt mit einem Anteil von rund einem Fünftel des börsennotierten Aktienportfolios weiterhin die größte Einzelposition, nachdem der Bestand in den Vorjahren bereits reduziert worden war. Diese Konzentration ist Chance und Risiko zugleich.


Die Vorteile eines S&P-500-Indexfonds

Buffett würde nie zu einem konkreten Zeitpunkt zum Kauf oder Verkauf von Berkshire-Aktien raten. Einen S&P-500-Indexfonds hat er hingegen ausdrücklich empfohlen. Seine Logik: Ein Indexfonds bildet per Definition die Marktentwicklung ab, während die meisten aktiv verwalteten Fonds nach Kosten schlechter abschneiden.

Auf einer Hauptversammlung sagte er sinngemäß: Wer über zehn Jahre regelmäßig in einen kostengünstigen Indexfonds investiert, wird wahrscheinlich besser abschneiden als 90 Prozent der Anlegerinnen und Anleger, die im selben Zeitraum starten.

Ein S&P-500-Indexfonds bietet mehrere Vorteile:

  • Diversifikation: Ein S&P-500-Indexfonds bündelt rund 500 große US-Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen. Das streut das Einzelwertrisiko breit.
  • Kosteneffizienz: Indexfonds haben deutlich niedrigere Gebühren als aktiv verwaltete Fonds. Die für deutsche Anleger relevanten UCITS-Varianten des Vanguard S&P 500 ETF (z. B. ISIN IE00B3XXRP09, ausschüttend) liegen aktuell bei einer Gesamtkostenquote (TER) von 0,07 Prozent pro Jahr. Das sind rund 7 Euro jährlich pro 10.000 Euro Anlage. Die in den USA gehandelte Vanguard-Version (VOO) ist mit 0,03 Prozent noch günstiger, für deutsche Depots aber meist nicht praktikabel.
  • Langfristige Renditen: Der S&P 500 erzielte historisch im langjährigen Mittel rund 10 Prozent pro Jahr (mit Dividenden, nominal, vor Steuern und Inflation). Das ist ein Durchschnitt über sehr lange Zeiträume, keine Garantie für einzelne Jahre.

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Was ist der beste Weg?

Das Fazit ist unspektakulär, aber ehrlich: Die meisten Anlegerinnen und Anleger haben weder Zeit noch Lust, einzelne Aktien tiefgehend zu analysieren. Für diese Gruppe ist eine passive, marktbreite Anlage die solide Wahl, und ein S&P-500-Indexfonds ist genau Buffetts bevorzugtes Vehikel.

Buffett hat für seinen eigenen Nachlass eine einfache Aufteilung skizziert: rund 90 Prozent in einen kostengünstigen S&P-500-Indexfonds und etwa 10 Prozent in kurzlaufende Staatsanleihen. Das Ziel ist eine langfristig solide Rendite bei überschaubarem Aufwand. Wichtig: Ein reiner US-Index ist kein vollständig diversifiziertes Weltportfolio. Wer global streuen will, kombiniert den S&P 500 etwa mit einem MSCI-World- oder ACWI-Ansatz.

Wer dagegen einen aktiveren Zugang bevorzugt und an das Geschäftsmodell von Berkshire glaubt, kann die Aktie als Beimischung halten. Sie ist eine Art breit aufgestellte Beteiligungsholding und in Schwächephasen historisch oft stabiler als der Gesamtmarkt. Nur eben ohne die Wachstumsraten der Vergangenheit.


Berkshire Hathaway vs. S&P-500-ETF im direkten Vergleich

Historische Performance

Über sehr lange Zeiträume hat Berkshire den S&P 500 deutlich geschlagen (19,9 % vs. 10,4 % p. a. seit 1965). Im letzten Jahrzehnt drehte sich das Bild jedoch: 2015 bis 2025 lag der Index mit rund 304 Prozent vor Berkshires rund 234 Prozent. Vergangene Renditen sagen nichts über die Zukunft.

Investitionsstrategie

Berkshire wird aktiv gemanagt, seit 2026 operativ durch CEO Greg Abel, mit Warren Buffett als Chairman im Hintergrund. Gesucht werden unterbewertete Unternehmen mit langfristigem Potenzial. Der S&P-500-ETF ist dagegen passiv und bildet schlicht die rund 500 größten US-Konzerne ab.

Risiko und Diversifikation

Berkshires Aktienportfolio ist konzentriert: Apple ist mit rund einem Fünftel weiterhin die größte Position. Solche Klumpen können Chance und Risiko sein. Ein S&P-500-ETF streut breiter über alle Sektoren, ist aber durch die hohe Gewichtung weniger großer Tech-Werte ebenfalls nicht beliebig diversifiziert.

Dividenden

Berkshire zahlt keine Dividende, sondern reinvestiert Gewinne und kauft eigene Aktien zurück. Ein S&P-500-ETF schüttet je nach Variante aus (z. B. IE00B3XXRP09) oder thesauriert (z. B. IE00BFMXXD54) die Dividenden der enthaltenen Unternehmen.

Fazit

Berkshire hat über Jahrzehnte eine herausragende Bilanz, im letzten Jahrzehnt aber den Index nicht mehr geschlagen, und der Führungswechsel bringt zusätzliche Unsicherheit. Ein S&P-500-ETF ist günstig, transparent und marktbreit, jedoch auf die USA fokussiert. Die Wahl hängt von deinen Zielen, deinem Zeithorizont und deiner Risikotoleranz ab. Beides lässt sich auch kombinieren.


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